LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 22.12.09

Foto zur MitteilungBurg Isenberg in Hattingen
Foto: LWL-Museum für Archäologie/B. Song


Foto zur MitteilungAuf den Stelen wird die Geschichte eines Bauwerkes mit Text, Bild und Grundriss kurz und ausschaulich erklärt.
Foto: LWL


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Kultur

Ruhrgebiet ist Burgenland

Stelen an Burgen und ein Burgenführer durchs Revier angekündigt

Bewertung:

Hattingen (lwl). Neue Schilder werden ab 2010 an mindestens 40 mittelalterlichen Burgen im Ruhrgebiet eine eher unbekannte Epoche der Industrieregion erläutern. "Burgen im Ruhrgebiet zu beschildern halte ich für eine gute Idee. Nicht nur, weil wir im nächsten Jahr als Kulturhauptstadt Europas auf unsere Denkmal-Schätze aufmerksam machen sollten, sondern weil diese Gebäude anfassbare nordrhein-westfälische Geschichte darstellen, die oft auch den Menschen vor Ort nicht im Bewusstsein ist", sagte Bauminister Lutz Lienenkämper am Dienstag (22.12.) bei der Vorstellung der neuen Hinweisschilder bei der Ruine der Isenburg in Hattingen. Auf den Stelen wird die Geschichte eines Bauwerkes mit Text, Bild und Grundriss kurz und ausschaulich erklärt.

Außerdem werde der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Frühjahr einen Führer zu 100 Burgen im Ruhrgebiet ("Burgen 'auf Ruhr'", Klartext Verlag, 19,95 Euro) herausgeben, kündigte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch an. Ein Führer oder vergleichbare Literatur zu diesem Thema existiere für das Ruhrgebiet derzeit nicht.

Ein gutes Dutzend der ausgeschilderten Burgen werden 2010 auch im LWL- Museum für Archäologie in Herne vertreten sein. Dort zeigt der LWL ab Ende Februar die größte Mittelalter-Ausstellung ("Aufruhr 1225! - Ritter, Burgen und Intrigen"), die es bisher im Ruhrgebiet zu sehen gab. Den roten Faden durch die Ausstellung werden die Ereignisse um dem Tod des Kölner Erzbischofs Engelbert im Jahre 1225 bilden. Anhand von Fundstücken aus dem Ruhrgebiet und Europa soll die Lebenswelt des Hoch- und Spätmittelalters - und hier insbesondere die der über 400 Burgen im Ruhrgebiet - erfahrbar werden.

"Ziel des Burgenführers durch das Ruhrgebiet ist es, die Ergebnisse der Sonderausstellung nachhaltig über das Jahr 2010 für alle Interessierten verfügbar zu machen", so Kirsch weiter. Damit werde die Grundlage geschaffen, die Region nicht nur als Industrielandschaft zu verstehen, sondern ihre Bedeutung vor allem seit dem Mittelalter zu erkennen.

Hintergrund:
Die Darstellung der einzelnen Objekte im Burgenführer setzt sich aus einem knappen Abriss der Geschichte, aussagekräftigen Bildern, einer kurzen Beschreibung der Anlage sowie einem Grundriss zusammen. Ergänzend werden Besucherinformationen wie Lageplan, Kontaktdaten, Zugänglichkeit, Öffnungszeiten, Erreichbarkeit mit dem ÖPNV, Parkmöglichkeiten und Informationen über Gastronomie angeboten.

Die besprochenen Burgen im Burgenführer:

Krsfr. BO - Haus Laer
Krsfr. BO - Haus Langendreer
Krsfr. BO - Haus Weitmar
Krsfr. BOT - Schloss Beck
Krsfr. BOT - Haus Brabeck
Kr. COE - Haus Rauschenburg
Kr. COE - Haus Sandfort
Krsfr. DO - Haus Bodelschwingh
Krsfr. DO - Haus Brünninghausen
Krsfr. DO - Haus Dellwig
Krsfr. DO - Hohensyburg
Krsfr. DO - Burg Hörde
Krsfr. DO - Haus Husen
Krsfr. DO - Haus Rodenberg
Krsfr. DO - Haus Steinhausen
Krsfr. DO - Haus Wenge
Krsfr. DO - Haus Westhusen
Krsfr. DU - Haus Böckum
Krsfr. DU - Kaiserberg
Krsfr. DU - Steinhof
Krsfr. D - Burg Angermund
Krsfr. D - Große Burg
Krsfr. D - Schloss Heltorf
Krsfr. D - Pfalz Kaiserswerth
Krsfr. D - Schloss Kalkum
Kr. EN - Gevelsberg, Haus Rocholz
Kr. EN - Hattingen, Burg Blankenst.
Kr. EN - Hattingen, Burg Isenberg
Kr. EN - Hattingen, Haus Kemnade
Kr. EN - Herdecke, Hs. Mallinckrodt
Kr. EN - Schwelm, Haus Martfeld
Kr. EN - Wetter, Burg Volmarstein
Kr. EN - Wetter, Burg Wetter
Kr. EN - Witten, Burg Hardenstein
Kr. EN - Witten, Haus Herbede
Kr. EN - Schloss Steinhausen
Krsfr. E - Burg Altendorf
Krsfr. E - Haus Baldeney
Krsfr. E - Haus Borbeck
Krsfr. E - Haus Heisingen
Krsfr. E - Haus Horst/Vryburg
Krsfr. E - Schloss Hugenpoet
Krsfr. E - Isenburg
Krsfr. E - Burg Luttelnau/Kattenturm
Krsfr. E - Schloss Schellenberg
Krsfr. E - Burgen in Werden (Alteburg, Herrenburg, Kastell, Haus Fuhr, Haus Heck)
Krsfr. GE - Haus Berge
Krsfr. GE - Schloss Horst
Krsfr. GE - Haus Lüttinghof
Krsfr. HA - Wallburg Ambrock
Krsfr. HA - Schloss Hohenlimburg
Krsfr. HA - Raffenburg
Krsfr. HA - Schloss Werdringen
Krsfr. HAM - Burg Mark
Krsfr. HER - Haus Crange
Krsfr. HER - Schloss Strünkede
Krsfr. KRE - Burg Linn
Krsfr. KRE - Haus Rath
Krsfr. KRE - Haus Solbrüggen
Kr. MK - Altena, Burg Altena
Kr. MK - Iserlohn, Lenninghausen
Kr. MK - Iserlohn, Haus Letmathe
Kr. MK - Iserlohn, Burgberg Oestrich
Kr. ME - Burg Gräfgenstein
Kr. ME - Schloss Landsberg
Kr. ME - Haus Linnep
Kr. ME - Haus Zum Haus
Kr. ME - Velbert, Schl. Hardenberg
Krsfr. MH - Schloss Broich
Krsfr. MH - Schloss Styrum
Parks - Gärten - Landschaftskunst
Krsfr. OB - Schloss Oberhausen
Krsfr. OB - Burg Vondern
Kr. RE - Castr.-R., Schloss Bladenhorst
Kr. RE - Castr.-R., Goldschmieding
Kr. RE - Datteln, Fuchsspitze
Kr. RE - Datteln, Schloss Horneburg
Kr. RE - Datteln, Haus Vogelsang
Kr. RE - Gladbeck, Haus Wittringen
Kr. RE - Herten, Schloss Herten
Kr. RE - Herten, Schloss Westerholt
Kr. RE - Marl, Burg bei Sinsen
Krsfr. SG - Schloss Burg Wupper
Kr. UN - Holzwickede, Haus Opherdicke
Kr. UN - Lünen, Schloss Schwansbell
Kr. UN - Selm, Schloss Cappenberg
Kr. UN - Schwerte, Haus Ruhr
Kr. UN - Schwerte, Haus Rutenborn
Kr. UN - Schwerte, Haus Villigst
Kr. WES - Dinslaken, Burg Dinslaken
Kr. WES - Hünxe, Burgstätte Berge
Kr. WES - Hünxe, Schloss Gartrop
Kr. WES - Hünxe, Motte Uhlenbrucks Busch
Kr. WES - Moers, Schloss Lauersfort
Kr. WES - Moers, Schloss Moers
Kr. WES - Voerde, Haus Voerde
Kr. WES - Voerde, Haus Wohnung
Kr. WES - Wesel, Zitadelle

Die Isenburg
Südwestlich der heutigen Stadt Hattingen liegt auf einem steilen Bergrücken knapp 100 m über dem Ruhrtal die Ruine der Burg Isenberg bzw. Isenburg. Sie gehört zu den wenigen Anlagen im Ruhrgebiet, die sowohl historisch als auch archäologisch in großem Umfang untersucht wurden.

Die Isenburg ist 245 Meter lang und heute noch bis zu 45 Meter breit. Größe und Bauaufwand heben die Hattinger Isenburg aus den vielen Befestigungen der Region deutlich heraus. Neben der Pfalz Kaiserswerth ist sie sicherlich die eindrucksvollste Burg der Zeit um 1200 an Rhein und Ruhr gewesen.

Wohl um 1216/17 bezog Graf Friedrich von Isenberg die vermutlich weitgehend fertig gestellte Isenburg bei Hattingen. Mit seinem Vorhaben, sich in diesem Gebiet fest zu etablieren, stieß er auf den Widerstand der Essener Äbtissin und vor allem des Erzbischofs von Köln, der hier eigene territoriale Interessen verfolgte.
Am 7. November 1225 kam Erzbischof Engelbert I. bei einem Überfall im heutigen Gevelsberg ums Leben, ein folgenschweres Ereignis, das den Ausgangspunkt der Ausstellung "AufRuhr 1225! - Ritter, Burgen und Intrigen" 2010 im LWL-Museum für Archäologie in Herne darstellt.

Verantwortlich gemacht wurde Graf Friedrich von Isenberg. Bereits im Winter 1225/26 wurde seine Burg von kölnischen Parteigängern zerstört, sein Besitz eingezogen, er selbst nach längerer Flucht 1226 gefangen genommen und hingerichtet. Die Isenburg wurde nie wieder aufgebaut. Die Hattinger Ruine wurde im 19. Jahrhundert systematisch zur Steingewinnung genutzt und etwa zu einem Drittel durch Steinbruch an der südöstlichen Bergflanke zerstört. Die Freilegung und anschließende Aufmauerung der Grundrisse erfolgte ab 1969 bis in die 1990er Jahre.



Pressekontakt:
Karl G. Donath, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos