LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 25.06.09

Foto zur MitteilungDie kleine Odette mit ihrem Taufpaten. Im Hintergrund Agnes Sternschulte vom Museum und Mathias Vogt, Vorsitzender des Zuchtverbandes für Senner Pferde e.V.
Foto: LWL/Jähne


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Presse-Infos | Kultur

Odette ist da! Sennerfohlen-Taufe im LWL-Freilichtmuseum

Stephan Prinz zur Lippe ist Pate

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Detmold (lwl). Noch ist sie etwas wackelig auf den Beinen, aber schon jetzt ist klar, dass dort eine anmutige Schönheit heranwächst, die etwas ganz Besonderes ist: Ein Fohlen der seltenen Sennerpferde, von denen weltweit nur noch ca. 40 Exemplare leben, wurde am 8. Juni im LWL-Freilichtmuseum Detmold geboren. Da sich die Rasse über die weibliche Linie vererbt, freut sich das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) besonders über die Stute. Am Mittwoch, 24. Juni, wurde das Fohlen von ihrem Paten Dr. Stephan Prinz zur Lippe auf den Namen "Odette" getauft. Bei den Sennern richtet sich die Namensgebung weder nach dem Anfangsbuchstaben des Vaters noch der Mutter sondern nach dem Jahrgang. Aus diesem Grund musste ein Name mit dem Anfangsbuchstaben "O" gefunden werden.

Bisher wurden im LWL-Freilichtmuseum Detmold sieben Sennerpferde geboren. Alle haben Dr. Stephan Prinz zur Lippe als "Patenonkel", denn bis 1919 war die Sennerzucht in der Region eng mit dem lippischen Fürstenhaus verbunden. Auch heute fördern Dr. Armin Prinz zur Lippe und seine Familie die Bemühungen um die Pferde des ehemaligen herrschaftlichen Privatgestüts und unterstützen das LWL-Freilichtmuseum bei seinen Forschungen zum Fürstlich-Lippischen Gestüt: "Weil wir seit Jahrhunderten mit dieser Pferderasse verbunden sind, liegt unserer Familie sehr viel am Erhalt der Sennerpferde ", sagt Stephan Prinz zur Lippe.

Die Mutter von Odette ist die Stute Dorinah (geboren 1998), die seit 2001 im LWL-Museum zu Hause ist. Vater ist der 15-jährige Angloaraber Quack. Agnes Sternschulte, Landschaftsökologin des Museums, ist stolz auf ihre Sennerpferde: "Die Senner gehen auf eine sehr alte und seltene Stutenlinie zurück, die sie besonders erhaltenswert macht. Wir können die genaue Abstammung unserer Fohlen über 27 Generationen bis 1713 zurückverfolgen." Mit einer ersten Erwähnung aus dem Jahr 1160 sind die Senner sogar die älteste bekannte deutsche Pferderasse.

Die Verbindung zwischen dem heutigen Museumsgelände und der seltenen Pferderasse besteht seit über 150 Jahren: "Ab 1850 diente das heutige Museumsgelände mit dem "Tiergarten" als Außenstelle des Gestüts der lippischen Fürsten. Seit 1978 sind die Senner vom Gestüt Lackner im Sommer auf die Weiden des Museums zurückgekehrt", erläutert Agnes Sternschulte die besondere Beziehung zwischen Sennern und Museum. Seit 2001 werden im LWL-Freilichtmuseum Sennerpferde gezüchtet. Damals kaufte das LWL-Museum die Sennerstuten Nadine und Dorinah, die Mutter von Odette.

Die traditionsreiche Rasse der Senner ist akut vom Aussterben bedroht. Über Jahrhunderte züchtete das Lippische Fürstenhaus Sennerpferde auf einem halbwilden Gestüt in der Senne. In Blütezeiten gab es dort bis zu 300 Tiere, die als Renn-, Jagd-, Wagen- und Reitpferde genutzt wurden. Da sie frei in der Senne lebten, zeichneten sie sich durch ihre Robustheit, ihre Ausdauer und Langlebigkeit aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Sennerzucht angesichts des Futter- und Finanzmangels der Nachkriegszeit kaum möglich und der Bestand verringerte sich dramatisch.

Gemeinsam mit Karl-Ludwig Lackner, der sich seit 1965 für die Tiere einsetzt und 2006 gemeinsam mit weiteren Pferdefreunden den "Zuchtverband für Sennerpferde e.V." gründete, sowie einigen privaten Züchtern arbeitet das LWL-Freilichtmuseum kontinuierlich daran, die Zukunft der traditionsreichen Senner zu sichern. In Kooperation mit dem Zuchtverband plant das Museum auch eine gemeinsame Aufzucht für Jungpferde.



Pressekontakt:
Agnes Sternschulte, LWL-Freilichtmuseum Detmold, Telefon: 05231 706-150, und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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