LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.03.09

Foto zur Mitteilungv. li. n. re.: LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale, Projektleiterin Tanja Zobeley, Max Wiens und Museumsleiter Dr. Jan Carstensen in der Ausstellung.
Foto: LWL/Jähne


Foto zur MitteilungIn der Sonderausstellung "Angekommen. Russland-deutsches Leben." sind auch Erinnerungsobjekte wie diese Emailleporträts zu sehen.
Foto: LWL/Hesterbrink-Pölert


Foto zur MitteilungEin in der Ausstellung porträtierter Russlanddeutscher fertigte in Erinnerung an seine alte Heimat dieses Hofmodell an.
Foto: LWL/Hesterbrink-Pölert


Foto zur MitteilungDie Fotografien von Martin Rosswog zeigen, wie die Russlanddeutschen heute leben und sich eingerichtet haben.
Foto: LWL/Rosswog


Foto zur MitteilungAm 29. und 30. August kommen zu "PferdeStark" wieder rund 100 Kaltblutpferde ins LWL-Freilichtmuseum Detmold.
Foto: Peter Tendler


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Presse-Infos | Kultur

Angekommen. Russlanddeutsches Leben.

Themenjahr 2009 im LWL-Freilichtmuseum Detmold

Bewertung:

Detmold (lwl). Am 1. April ist es soweit: Das LWL-Freilichtmuseum Detmold öffnet seine Tore zur diesjährigen Saison. Bis Ende Oktober steht das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) unter dem Motto "Angekommen. Russlanddeutsches Leben". Das diesjährige Themenjahr mit Ausstellung befasst sich 20 Jahre nach der Öffnung des "Eisernen Vorhangs" mit der Ankunft und dem Leben von Russlanddeutschen in Deutschland sowie ihren früheren Lebensbedingungen in Russland und der Sowjetunion. Außerdem erwarten die Besucher in diesem Jahr mit "PferdeStark" und dem "MuseumsAdvent" zwei Großveranstaltungen im LWL-Freilichtmuseum. Beim "langen Donnerstag" können die Gäste erstmals im Museum laue Sommerabende genießen.

Die wechselvolle Geschichte der Russlanddeutschen begann 1763 mit dem Manifest von Katharina der Großen, die deutsche Arbeitskräfte ermunterte, in Russland eine Arbeit anzunehmen und sich dort niederzulassen. Das Themenjahr zeichnet die Situation der Russlanddeutschen bis zur Gegenwart nach. LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale: "Zur Auseinandersetzung mit dieser Geschichte will unser Freilichtmuseum in der Saison 2009 Denkanstöße bieten, um das Thema Migration im nächsten Jahr, wenn sich die Gründung des LWL-Museums zum 50. Mal jährt, wieder aufzugreifen. Überall in Westfalen leben russlanddeutsche Mitbürger mit ganz unterschiedlichen Biografien und Erfahrungen. Das Museum möchte verdeutlichen, dass Integration ein steter Prozess ist. Migration bedeutet eine große Anstrengung und die Menschen, die sie betrifft, sind in ihren Ansichten und Lebensauffassungen ganz unterschiedlich."

Die Ausstellung im "Paderborner Dorf" beginnt mit einem politisch-historischen Abriss. Vor dem historischen Hintergrund werden die Geschichten einzelner Menschen mit Porträtfotografien und persönlichen Erinnerungsobjekten erzählt.

Russlanddeutsche aus Detmold und Umgebung haben sich bereit erklärt, bei dem Ausstellungsprojekt mitzuwirken. Der Künstler Martin Rosswog hat die Aussiedler porträtiert und die Wohnverhältnisse, in denen sie hier und heute leben, mit dokumentarischen Fotos sichtbar gemacht. Die Aussiedler haben nicht nur ihre Türen geöffnet, sondern auch sich selbst: In zahlreichen Interviews erzählten sie den Museumsmitarbeitern ihre Lebensgeschichten und die ihrer Angehörigen. So erfuhr die Projektleiterin Tanja Zobeley vom Leben in der Sowjetunion, der Umsiedlung und dem neuen Leben in Deutschland: "Es war sehr beeindruckend, mit Zeitzeugen sprechen zu können, die beispielsweise die Deportation der Deutschstämmigen nach Sibirien unter Stalin selbst erlebt haben. Ebenso spannend war es, die Sichtweise der jüngeren Generation, die höchstens noch die Erzählungen der Eltern oder Großeltern kennt, auf diese Ereignisse kennen zu lernen", zeigt sich Zobeley beeindruckt.

Die Ausstellung präsentiert Erinnerungsstücke, beispielsweise die letzten Teller des alten Geschirrs der Großeltern, die Sterbeurkunde des lange verschollenen Vaters oder die Emailleporträts der elterlichen Gräber in der Sowjetunion - solche persönlichen Gegenstände waren für diese Menschen wichtig genug, um sie bei der Ausreise nach Deutschland mitzunehmen. Tanja Zobeley: "Die Darstellung verbindet Biografien, Fotografien und Erinnerungsobjekte. Das ist lebendige Zeitgeschichte." Wie Schlüssel eröffnen dabei die Erinnerungsstücke die prägenden Erlebnisse und Erfahrungen dieser Deutschen. Schaukästen im Museumsgelände, ein umfangreiches Rahmenprogramm von einer Podiumsdiskussion über Sonderführungen bis hin zu kulinarischen Spezialitäten runden das Themenjahr ab.

Ende August wird die Erde im Freilichtmuseum wieder beben: Über 100 Kaltblutpferde aus ganz Europa zeigen bei"PferdeStark" am 29. und 30. August im Wettkampf und beim Schauprogramm, was sie können. Zahlreiche Aussteller bieten außerdem Informationen rund um die starken Kaltblüter. Das zweite Adventswochenende (4. bis 6. Dezember) ist wie in den vergangenen Jahren für den "MuseumsAdvent" mit stimmungsvoller Beleuchtung, weihnachtlichen Klängen und Adventsbuden reserviert.

Erstmals bietet das LWL-Freilichtmuseum in dieser Saison einen "langen Donnerstag". "Von Juni bis August bieten wir unseren Besuchern jeden Donnerstag eine längere Öffnungszeit bis 21 Uhr", erklärt Museumsleiter Dr. Jan Carstensen. "Damit komme man dem vielfachen Wunsch nach, auch laue Sommerabende im Museum erleben zu können".

LWL-Freilichtmuseum Detmold
Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde
Krummes Haus
32760 Detmold
http://www.lwl-freilichtmuseum-detmold.de

Öffnungszeiten: 1. April bis 31. Oktober
Di - So und an allen Feiertagen: 9 bis 18 Uhr; vom 4.6. bis 27.8.: donnerstags bis 21 Uhr geöffnet

Sonderausstellung "Angekommen. Russlanddeutsches Leben" vom 1. April bis 31. Oktober in der Ausstellungsscheune aus Westendorf



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Kathrin Wißmach, LWL-Freilichtmuseum Detmold, Telefon. 05231 706-110
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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