LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 30.07.08

Foto zur MitteilungBekleidet mit Stoffen aus der Firmenkollektion warb das Turbanmännchen in den 1960er Jahren für die Firma Reichel.
Foto: Grabowsky; Repro: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Mauerbau und Wirtschaftswunder

LWL-Ausstellung "Aufbau West" erinnert an Ostbetriebe im Westen

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Lage (lwl). In wenigen Tagen, am 13. August, jährt sich der Bau der Berliner Mauer, die 1961 den Flüchtlingsstrom aus der DDR stoppte. Bis dahin waren weit über drei Millionen Menschen aus der DDR in die BRD geflüchtet, die meisten über West-Berlin. Über ein Viertel von ihnen waren Vertriebene, die 1945/46 in die sowjetischen Besatzungszone ausgewiesen wurden. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Unternehmer, die sich angesichts der Enteignungspolitik der DDR ein zweites Mal auf den Weg machten und dann im Westen zum Wirtschaftswunder beitrugen. Auch ihre Geschichte erzählt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) derzeit in seiner Sonderausstellung "Aufbau West. Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder" im LWL-Industriemuseum Ziegeleimuseum in Lage.

Ein solcher Unternehmer war Herbert Reichel. 1937 hatte er in Böhmen eine Weberei gegründet. 1945 gelang es ihm, noch vor dem Einmarsch der Roten Armee den Betrieb in seine Heimatstadt Hohenstein-Ernstthal zu verlagern. Leseratten ist die Stadt als Geburtsstadt von Karl May bekannt, Motorrad-Fans wegen des Sachsenrings. In Hohenstein-Ernstthal baute Reichel sein zweites Werk - und schaute sich dann bereits 1948 nach einem neuen Firmenstandort im Westen um, um der drohenden Enteignung zu entgehen. Im nordrhein-westfälischen Rheinberg wurde er fündig. Erneut gelang es ihm, sein Werksinventar mitzunehmen: 60 LKW-Ladungen brachte Reichel persönlich über die Zonengrenze. Sie bildeten den Grundstock für seine dritte Fabrik, die er zu Europas größtem Werk für Heimtextilien ausbaute.

Reichel produzierte Vorhänge, Gardinen, Möbelstoffe und Teppiche - Konsumgüter, die bis 1945 vor allem in Mitteldeutschland hergestellt worden waren. Wie andere Ost-Unternehmer auch, konnte er sich daher im Westen wieder neu aufstellen, ohne in Konkurrenz zu den einheimischen Unternehmern zu treten. Seine Waren befriedigten außerdem eine enorm gestiegene Nachfrage, denn im Krieg war die zivile Produktion eingeschränkt worden und danach galt es, nicht nur die Einheimischen zu versorgen, sondern auch die Flüchtlinge und Vertriebenen. Schließlich brachten Textilien als Exportgüter wertvolle Devisen ins Land. Auch Reichel exportierte nach ganz Europa - und warb mit modernsten Mitteln für seine Produkte

Das Turbanmännchen, das Reichel in den 1960er Jahren als Werbeträger für seine Stoffe entwickeln ließ, ist eines der zahlreichen Objekte, die in der Ausstellung "Aufbau West" den Beitrag der Vertriebenen, aber auch der DDR-Flüchtlinge zum wirtschaftlichen Wiederaufbau dokumentieren.

Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder
bis 21.09.2008
LWL-Industriemuseum
Ziegeleimuseum in Lage
Sprikernheide 77 I 32791 Lage
Geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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