LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 09.04.08

Foto zur MitteilungIndische Kinder bei der Streichholzproduktion.
Foto: terre des hommes


Foto zur MitteilungWas ist eigentlich Kinderarbeit? Antworten auf diese Frage bekommen Kinder in drei museumspädagogischen Begleitprogramme, etwa wenn sie Kleinteile aus Metall sortieren müssen.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Kultur

Kinderarbeit - einst und jetzt

Neue Ausstellungen im LWL-Freilichtmuseum Hagen

Bewertung:

Hagen (lwl). Das Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zeigt ab dem 13. April die Ausstellung "Kinderarbeit - einst und jetzt", die das Museum Industriekultur Osnabrück zusammen mit terre des hommes Deutschland e. V. entwickelt hat. Der historische Teil schlägt die Brücke von der vorindustriellen Kinderarbeit in Deutschland bis zum Kinder- und Jugendschutz in der Bundesrepublik. Der aktuelle Teil befasst sich mit der gegenwärtigen Situation von Kinderarbeitern aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Er zeigt Beispiele wie die Arbeit von Kindern in der Teppichherstellung, in Steinbrüchen oder Bergwerken. Zusätzlich ist die vom LWL-Freilichtmuseum Hagen neu erarbeitete Ausstellung "Abseits der Fabriken - Kinderarbeit in Westfalen im 19. Jahrhundert" zu sehen.

"Der Schwerpunkt der eigenen Ausstellung liegt auf dem Handwerk und der Heimarbeit", erklärt Marco Stenzel, der die Ausstellung konzipiert und realisiert hat. Vor bestimmten Museumswerkstätten wie der Seilerei, der Bäckerei oder der Schuhmacherei erhalten die Besucher Informationen zur Arbeitswelt von Kindern im jeweiligen Handwerk. Drei Themeninseln in der Gelbgießerei, in der Polsterei und im Gasthof zur Post widmen sich ausführlich den Arbeitsverhältnissen in bestimmten Gewerben in Westfalen.

Arbeitsgeräte, Werkzeuge und Bilder zeigen hier, wie Kinder schon ab fünf Jahren in der Nähnadelherstellung in Altena und Iserlohn (beides Märkischer Kreis) um 1800 eingesetzt wurden, welche Tätigkeiten bei der Hausweberei im Münsterland um 1850 für Kinder typisch waren oder warum die Arbeit in der Zigarrenfertigung in Ostwestfalen um 1900 sehr gesundheitsschädlich war. "Die Ausstellung untersucht die wirtschaftliche Entwicklung der jeweiligen Branche, erklärt, wie die Arbeiten der Kinder aussahen, und lässt Zeitgenossen berichten", erläutert Marco Stenzel.

Die Ausstellungen bieten den Besuchern die Möglichkeit, das Thema selbstständig oder im Rahmen einer Führung zu erkunden. Drei von der LWL-Museumspädagogin konzipierte Programme ermutigen gerade Kinder und Jugendliche, ihre eigene Lebenswelt mit der benachteiligter Gleichaltriger zu vergleichen, über das eigene Konsumverhalten nachzudenken und sich für Fairness einzusetzen. Da entstehen neue Fragen, die gleich beantwortet werden. Was ist eigentlich Kinderarbeit? Ist sie einfach oder schwer? Welche Kinder müssen arbeiten? In welchem Alter fängt das an? Weitere Veranstaltungen im Begleitprogramm der beiden Ausstellungen sind auch regelmäßige thematische Sonntagsführungen, ein Vortrag zur Kinderarbeit im indischen Bergbau am "Welttag gegen Kinderarbeit" (12.6.2008) und ein Aktionstag (14.9.2008).
Bei allen Aktionen sind die Hagener Arbeitsgruppe von terre des hommes sowie das AllerWeltHaus Hagen Kooperationspartner des LWL-Freilichtmuseums.

Die Ausstellungen zur Kinderarbeit sind bis zum 31. Oktober 2008 zu sehen. Zu der Ausstellung des LWL-Freilichtmuseums Hagen gibt es eine Publikation mit dem Titel "Abseits der Fabriken - Kinderarbeit in Westfalen im 19. Jahrhundert" (64 Seiten, Paperback, 7,50 Euro, ISBN 978-3-926190-20-8)



Pressekontakt:
Uta Wenning-Kuschel, LWL-Freilichtmuseum Hagen, Tel. 02331 780-7113
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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