LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 08.10.07

Foto zur MitteilungSolidarność-Wimpel der Zeche Pokój, Ruda Śląska (vormals: Ruda), Anfang 1980er Jahre. Józef Matuszczyk; Gelsenkirchen

Foto zur MitteilungJózef Matuszczyk. Foto: LWL/Holtappels

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Presse-Infos | Kultur

"Verräter oder Helden?"

Solidarnosc;-Flüchtling erzählt im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover

Bewertung:

Bochum (lwl). Wirtschaftliche Missstände führten 1980 in Polen zu weitreichenden Streiks in den staatlichen Betrieben. Aus dieser Bewegung ist die erste polnische freie Gewerkschaft "Solidarnosc" hervorgegangen. Das kommunistische Regime verbot die Gruppierung ein Jahr nach ihrer Gründung und ließ die Funktionäre verhaften. Viele von ihnen verließen später unter Druck ihr Heimatland - unter ihnen auch Józef Matuszczyk aus Oberschlesien. Der ehemalige Solidarnosc;-Funktionär berichtet am Donnerstag, 11. Oktober, um 19.30 Uhr unter dem Titel "Verräter oder Helden?" im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum über seine politsch aktive Zeit in Polen und seine Ausreise nach Deutschland.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Westfalczycy - Ruhrpolen" statt, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) noch bis zum 28. Oktober in Bochum zeigt. Die Ausstellung kann vor Beginn des Vortrages besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Zu Beginn des Vortragsabends gibt Ludwika Gulka-Höll vom LWL-Industriemuseum einen Überblick über die Ereignisse vom August 1980 und die Entstehung der Solidarność. Sie zeigt Bildmaterial, um die damaligen Geschehnisse zu veranschaulichen.

Danach erzählt Józef Matuszczyk über seine Zeit in Polen und die Ausreise nach Deutschland. Im September 1980 war Matuszczyk dem Streikkomitee beigetreten. Er wurde in den Gewerkschaftsvorstand auf der Zeche Pokój, seiner Arbeitsstelle, gewählt. Der Solidarnosc;-Funktionär wurde zwei mal verhaftet und im Lager Zabrze-Zaborze interniert. 1983 verließ Józef Matuszczyk Polen und emigrierte mit seiner Familie nach Deutschland. Er lebt heute in Gelsenkirchen.
Nach dem Bericht haben die Besucher der Veranstaltung die Möglichkeit zu einem Gespräch mit dem Zeitzeugen.

Die Ausstellung "Westfalczycy - Ruhrpolen" läuft noch bis 28. Oktober im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover. Öffnungszeiten: Do 14-20 Uhr, Fr / Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr.



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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