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Mitteilung vom 02.04.07

Foto zur Mitteilung

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Foto zur MitteilungDie Münzen sind eine Leihgabe des LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Foto: LWL

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Presse-Infos | Der LWL

Lösegeld für König Löwenherz, Kopfgeld für Friedrich von Isenberg

LWL plant Ausstellung über Burgen und das Mittelalter im Ruhrgebiet Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas 2010

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Herne (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) plant für das Jahr 2010 eine Ausstellung über das Mittelalter und die Burgenlandschaft im Ruhrgebiet. Im Jahr der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 will der LWL in seinem Museum für Archäologie in Herne mit einer Sonderausstellung ("AufRuhr! Anno 1225") zeigen, dass die Region schon lange vor der Industrialisierung Geschichte schrieb.

Schon jetzt, etwa drei Jahre vor der Eröffnung im Frühjahr 2010, hat das Museumsteam um Dr. Barbara Rüschoff-Thale die ersten Leihgaben in Empfang genommen: Die Museumsleiterin präsentierte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch einen Schatzfund mit Münsterschen Pfennigen, Pfennige aus dem Erzbistum Köln und dem kölnischen Herzogtum sowie Silbermünzen aus England. Mit den englischen Münzen löste England seinen entführten König Richard Löwenherz im Jahr 1194 aus.

"Entführungen waren im Mittelalter nichts Ungewöhnliches, auch nicht im heutigen Ruhrgebiet", so Rüschoff Thale. Die durch die Geschichten um Robin Hood populäre Entführung von König Richard Löwenherz war kein Einzelfall.

Nur die immens hohe Lösegeldzahlung von etwa 23 Tonnen Silber in Form von Münzen und Barren ist einzigartig und überstieg deutlich den Jahresetat des damaligen englischen Königreichs.

Die wohl bekannteste Entführung des Ruhrgebietes in dieser Zeit misslang allerdings: Friedrich von Isenberg und sein Gefolge überfielen an einem kalten Novembertag des Jahres 1225 Engelbert, den Erzbischof von Köln. Während die Männer des Erzbischofs flohen, setzte er sich zur Wehr und fiel im Kampf nahe dem westfälischen Gevelsberg.

Vor allem Friedrich von Isenberg (sein Stammsitz war die Isenburg in Hattingen) bekam zunächst die Folgen dieser Tat zu spüren: Er wurde vom Ritter Balduin von Gennep gefangen, an die Kölner Partei für ein Kopfgeld von 2100 Mark (fast eine halbe Tonne Silber) verkauft, verurteilt und grausam hingerichtet. "Das hat seinerzeit die Beliebtheit der Kölner in der Region nicht gerade gesteigert", erläutert die Wissenschaftlerin.

Rüschoff-Thale: "Das ganze Ruhrgebiet ist durch das Ereignis geprägt. Durch die folgende Schwächung des Kölner Einflusses in der Region gelangten lokale Mächte zu größerer Bedeutung. Zur Stützung ihrer Position bauten sie Burgen. So viele, dass jede Stadt im Ruhrgebiet heute mehrere besitzt."

Diese Entwicklung einer der europaweit reichsten Burgenlandschaften im Ruhrgebiet bis zur Nutzung dieser Häuser durch die Kohlebarone, können Besucher ab Frühjahr 2010 im LWL-Museum für Archäologie in der Sonderausstellung "AufRuhr! Anno 1225" erkunden.

Achtung Redaktionen:
Das erste Pressegespräch zum Konzept und den Exponaten der Ausstellung ist am 19. April 2007 in Herne, gesonderte Einladung folgt.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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