LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 29.11.06

Foto zur MitteilungErich Reusch.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungSkulptur ohne Titel, 2002, Modell (Ausführung Höhe vier Meter) Corten-Stahl.
Foto: LWL


Foto zur Mitteilungohne Titel, 2006, Stahl (33x12x12 cm), Acryl/Leinwand (140x100 cm), Gesamtmaße 190 x 11 x 150 cm.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

LWL verleiht Konrad-von-Soest-Preis 2006 an den Künstler Erich Reusch

Bewertung:

Münster/Neuenrade (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat seinen Konrad-von-Soest-Preis in diesem Jahr an den in Neuenrade (Märkischer Kreis) lebenden Bildhauer Erich Reusch verliehen. LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch überreichte den "Westfälischen Kunstpreis" dem Künstler am Mittwoch (29.11.) im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster für sein skulpturales Lebenswerk. Der Preis für Bildende Kunst ist mit 12.800 Euro dotiert, der LWL verleiht ihn seit 1954 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis". Die Breite im Schaffen von Erich Reusch macht eine kleine Ausstellung deutlich, die der LWL anlässlich der Preisverleihung bis 21. Januar 2007 in seinem Museum zeigt.

"Erich Reusch ist einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Bereits Mitte der 1950er Jahre hat er sich als einer der ersten Künstler von der autonomen, kontextunabhängigen Skulptur gelöst und dezentrale Arbeiten entwickelt, die den offenen Raum einbeziehen. Erich Reusch verfügt über eine große Innovationskraft und Wandlungsfähigkeit. In seinem außerordentlich vielschichtigen Werk erfand er ständig neue und überraschende Lösungen und nutzte dabei auch aktuelle Materialien und Techniken. Er forscht noch heute weiter und realisiert Arbeiten, die sich durch Intensität, Kraft und Frische auszeichnen", sagte Jury-Vorsitzender und LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.

Prof. Manfred Schneckenburger, ehemaliger Documenta-Leiter und Direktor der münsterschen Kunstakademie, würdigte Reusch in seiner Laudatio als einen "Pionier der horizentalen Plastik". So habe beispielsweise sein Entwurf für ein Auschwitz-Denkmal 1957 aus vier knapp über dem Boden angebrachten Kreisscheiben bestanden. 1965 habe er noch vor Carl Andre eine Plastik aus vollkommen ebenerdigen Flächenfiguren ausgelegt. "Das Spektrum Bodenplastik umfasst mehr als den simplen Kontrast zur Vertikalen. Reusch hat das wie kaum ein anderer ausdifferenziert", so Schneckenburger. Besonders hob der Laudator hervor, dass Reusch "das absolute Gespür für die angespannten Strukturen des Raumes" besitze. Auf weite Flächen reagiere er anders als auf einen Innenhof. Er setze seine skulpturalen Markierungen nicht autonom, sondern kontrapunktisch oder im Einklang mit der vorgegebenen Situation. Es werde aber auch Zeit, neben dem Stahlbildner Reusch auch den Medienexperimentator im rechten historischen Licht zu sehen: "Schon 1967 hat er in der Luft schwebende, sich überlagernde Laserbahnen konzipiert. Das Projekt beinhaltet eine der frühsten künstlerischen Anwendungen der Lasertechnik, noch vor Frederick Reuterswärd und Rokne Krebs", betonte Schneckenburger.

Der in der Lutherstadt Wittenberg geborene Reusch war nach seinem Bildhauerei- und Architekturstudium in Berlin zunächst als Architekt in Düsseldorf tätig, ohne jedoch die Bildhauerei zu vernachlässigen. 1973 übernahm Reusch die Klasse für Freie Kunst an der Staatlichen Kunstakademie Düs-seldorf, von 1975 bis 1990 den dortigen Lehrstuhl "Integration Bildende Kunst und Architektur". Reusch hatte Einzelausstellungen im Von der Heydt-Museum in Wuppertal, im Museum am Ostwall in Dortmund, in der Kunsthalle Düsseldorf, im Karl Ernst Osthaus-Museum in Hagen oder im Kunstmuseum Bonn. 1977 war er mit einer großen Bodenplastik an der "Dokumenta 6" in Kassel beteiligt. Seine Großplastiken für den öffentlichen Raum sind in Duisburg, Dortmund, Bochum, Köln, Bonn, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München und anderen Orten zu finden. Der heute 81-jährige Reusch lebt und arbeitet in Neuenrade (Märkischer Kreis).

Den nach dem bedeutendsten westfälischen Künstler des Mittelalters benannte Preis verleiht der LWL seit 52 Jahren an Künstler, die in Westfalen geboren sind oder hier leben und arbeiten.

Ausstellung "Erich Reusch"
im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kultur


Anlässlich der Verleihung des Konrad-von-Soest-Preises hat Erich Reusch für das LWL-Landesmuseum ein konzentrierte und gleichzeitig vielfältige Ausstellung konzipiert. "Vor dem Eingang zu unserer Studiogalerie artikulieren zahlreiche auf dem Boden platzierte kleine Stahlkuben eine offen sich ausbreitende Situation, deren räumliche Spannungen sich zugleich auf einige Bilder und Fotografien an den Wänden ausrichten und von ihnen konzentriert und in bildhafte Räume überführt werden", so der stellvertretende Museumsleiter Dr. Erich Franz.

Die Studiogalerie im LWL-Museum präsentiert ebenfalls eine dichte Kombination von unterschiedlichen Medien: Fotografie, Skulptur und Malerei. "Damit wird die erstaunliche Breite von Reuschs Schaffen deutlich. Zugleich zeugen ganz neue Bilder von der jugendlichen Vitalität und unkonventionellen Offenheit seines künstlerischen Denkens", hob Franz hervor.

Franz: "An sechs kleinformatigen Stahlskulpturen erscheinen die wandartigen Flächen aufgebrochen und der Leeraum einbezogen. Diese Dezentralisierung wird auch an den elektrostatischen Objekten deutlich: In Plexiglaskästen breitet sich schwarzes Pigment an den Wänden aus. Auch die Gemälde verbinden expressive Dynamik, geometrische Festigkeit und räumliche Schichtung zu offenen Konstellationen. Damit wird die Ausstellung zum Parcours von verschiedenen Raumerlebnissen, die trotz aller Unterschiede eine Grunderfahrung vermitteln: ihre Offenheit."



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org



Anlagen:
Anlage 1: Rede_des_LWL_Direktors_Dr_Kirsch_zur_Verleihung_des_Konrad_von_Soest_Preises.doc
Anlage 2: Laudatio_zur_Verleichung_des_Konrad_von_Soest_Preises.doc



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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