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Mitteilung vom 27.06.06

Foto zur MitteilungEin Holzschädling nach wissenschaftlicher Untersuchung trägt Spuren...
Foto: Noldt/BFH Hamburg


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Internationale Tagung "Holzschädlinge im Fokus" - Modellprojekt will den Schädlingen historische Häuser madig machen

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Detmold (lwl). Schädlingsbefall an Holz-Gebäuden ist gerade bei historischen Häusern ein großes Problem - nicht nur im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold. Daher hat das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 2004 gemeinsam mit der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Hamburg (BFH) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein Forschungsprojekt gestartet, dessen erste Ergebnisse die Partner jetzt präsentieren: Bei der Tagung "Holzschädlinge im Fokus - Alternative Maßnahmen zur Erhaltung historischer Gebäude" informieren sich in der Zeit vom 28. bis 30. Juni ca. 150 Teilnehmer aus der Wirtschaft, Museen, Fachinstituten und der Denkmalpflege darüber, wie sie möglichst schonend für die historischen Gebäude Schädlinge bekämpfen können.

Dabei steht das Konzept der "Integrierten Schädlingsbekämpfung" - das ist ein ganzes Maßnahmenbündel aus Beobachtung, Vorbeugung und Bekämpfungsmethoden - im Mittelpunkt. Museumsleiter Dr. Jan Carstensen freute sich: "Das ist ein wichtiger Schritt für uns, da ökologische Arbeitsmethoden - die hier bevorzugt untersucht werden - nicht nur in der Landschaftspflege zu einer unserer Kernkompetenzen gehören."

"Die Tagung ist auch ein Forum für Projekte und neue Entwicklungen in ähnlichen Arbeitsfeldern. Dazu gehören zum Beispiel Studien über Holzschädlinge, die außerhalb des LWL-Museums laufen, oder zu Holzschäden im historischen Bestand, die von Pilzen verursacht werden", so Bauhistoriker Dr. Hubertus Michels, der das Projekt am LWL-Museum leitet.

Einer der Schädlinge wurde besonders genau begutachtet - der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum). "Aber grundsätzlich lassen sich die im DBU-Projekt entwickelten Verfahren auf alle Holzschädlinge anwenden", sagt Dr. Uwe Noldt von der BFH. Die Projektpartner haben zunächst mit Langzeitbeobachtung (Monitoring) die Lebensbedingungen und das Verhalten der Schadinsekten untersucht. Dabei haben sie verschiedene Beobachtungs- und Fallensysteme eingesetzt. Mit diesen Erfahrungen haben sie bekannte Bekämpfungsmethoden, wie das "geregelte Heißluftverfahren" und die Behandlung mit Mikrowellen weiterentwickelt. Für diese Arbeitsbereiche haben sie zwei zusätzliche Industriepartner gewonnen - das Atelier für Restaurierung und Sanierung - Werner von Rotberg GmbH in Heidelberg (Heißluftbehandlung) und die Firma Kohler Automation in Butzbach-Griedel (Mikrowelle).

Mit ihren neuen Erkenntnissen über die Schädlinge untersuchen die Partner zur Zeit im LWL-Museum die Temperierung. Mit dieser Technik zur Klimastabilisierung in den historischen Gebäuden des Museums hoffen sie, den Schädlingen die historischen Gebäude zu verleiden. Denn nun wissen sie, dass beispielsweise der Gescheckte Nagekäfer keine Holzfeuchten unter 14 Prozent mag.

Das DBU-Projekt läuft noch bis März 2007. Die Ergebnisse der aktuellen Tagung werden in einer Publikation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Interessierte bekommen weitere Informationen unter www.integrierte-schaedlingsbekaempfung.de. oder bei Dr. Hubertus Michels (Westfälilsches Freilichtmuseum Detmold), hubertus.michels@lwl.org und Dr. Uwe Noldt (Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Hamburg), u.noldt@holz.uni-hamburg.de.



Pressekontakt:
Gefion Apel , Tel.: 05231 706 – 140 und Markus Fischer, Tel.: 0251 591-235
presse@lwl.org




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