LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 08.02.06

Foto zur MitteilungSommerfrische mit Picknickkorb und Thermoskanne Anfang der 1960er Jahre. Foto: LWL/Hudemann

Foto zur MitteilungKaffeezubereitungs-Geräte, 19. bis 20. Jahrhundert. Foto: Sammlung Tchibo

Foto zur MitteilungDie ihren Kaffee nehmende Dame, 1774 von Louis-Marin Bonnet. Foto: Sammlung Tchibo

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Presse-Infos | Der LWL

"Jederzeit Kaffeezeit!" - Kaffee ist Kultur
Neue Sonderausstellung in der Ziegelei Lage

Bewertung:

Lage (lwl). Sein Duft liegt heute zu beinahe jeder Tages- und Nachtzeit in der Luft: Der Kaf-fee, das Lieblingsgetränk der Deutschen ist allgegenwärtig. Cappuccino, Latte Macchiato, Espresso und Milchkaffee: Alles was das Genießerherz begehrt ist ständig und in großer Auswahl zu haben. Kaum mehr vorstellbar, dass Kaffee einmal ein seltener Luxus war. Davon erzählt die Ausstellung "Jederzeit Kaffeezeit", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am kommenden Sonntag (12.2.) um 11 Uhr in seinem Westfälischen Industriemuseum Ziegelei Lage eröffnet.

Die Schau zeigt anhand von rund 200 Exponaten eine Kulturgeschichte der Kaffeezubereitung und des Kaffeegenusses. Von einer winzigen Thermos-Espressotasse über handbetriebene und elektrische Kaffeemühlen sowie einfachen Filterkannen bis hin zu italienischen Designer-Espressomaschinen reicht das Spektrum der Stücke, die Einblicke in die Veränderung der Kaffeetrinkgewohnheiten aller sozialen Schichten und den Fortschritt der Kaffee-Haushaltstechnik geben.

Zwischen "Türken-Trunk" und "Tchibo-Welt" liegt die steile und schillernde Karriere des Kaffees. Wie diese Entwicklung vonstatten ging, zeigt die Ausstellung in elf Inszenierungen: Kaffeetrinken zu Hause, beim Militär, in der Arbeiterkantine, bei der Mitropa, auf der Kreuzfahrtreise, beim Picknick und zu DDR-Zeiten. Anhand seltener Geräte und Porzellane tauchen tauchen die Besucher in die vielfältige Welt des Kaffees ein.

Das exotische Heißgetränk, das bis etwa 1715 nur einer kleinen Oberschicht vorbehalten war, wurde im 18. Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte zum gängigen Getränk breiter Bevölkerungsschichten. Kaffeetrinken war zunächst Männersache. Nur sie durften die ersten Caféhäuser betreten. Später öffneten neben den Kaffee-Schänken auch Konditoreien. Sie boten neben Kaffee allerlei Naschwerk an und waren bei Frauen beliebt. Ansonsten wurde der Kaffee bei geselligem Zusammensein aus edlem Kaffee-Service genossen. Der regelmäßige Konsum daheim setzte sich langsam bei den Reichen durch.

Angehörige der Mittelschicht zogen später nach, etwa ab den 1820er Jahren. Die Mittelschichten gönnten sich den Kaffee an Feiertagen oder bei besonderen Anlässen. Menschen aus der Unterschicht konnten sich kaum echten Kaffee leisten. Sie griffen auf den Kaffeeersatz Zichorie zurück. Geröstet wurde der Kaffee über dem Herd, mit Hilfe spezieller Röstgeräte. Die industrielle Kaffeeproduktion begann Ende des 19. Jahrhunderts.

"Jederzeit Kaffeezeit" ist eine Gemeinschaftsausstellung des Europäischen Industriemuseums für Porzellan Selb, des Museums im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg und des LWL-Industriemuseums Ziegelei Lage sowie der Kaffeehistorischen Sammlungen Tchibo.

Dirk Zache, Direktor des Westfälischen Industriemuseums, Thomas Krueger, Leiter des Museums im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg sowie Karl Dittmar, stellvertretender Landrat des Kreises Lippe, eröffnen die Ausstellung am Sonntag. Dabei werden sie vom Salonorchester des Gymnasiums Lage begleitet. Kaffee und Süßes runden die Auftaktveranstaltung ab.

Zur Ausstellung ist ein Katalog mit dem Titel: Kaffee privat. Porzellan, Mühlen und Maschinen erschienen (110 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen). Der Katalog ist für 7,80 € im Museum erhältlich.

Für Kinder gibt es eine Kaffeerallye durch die Ausstellung

Begleitveranstaltungen

19. Februar 14.00-17.00 Uhr
Wiener Kaffeetafel - kostenlose Führung mit anschließendem Genuss

22. Februar 15.00 Uhr
"Das Mitmach-Erzählcafé" - Führung mit Kaffee und Gebäck. Dazu liest Resi Diekmann Kurzgeschichten, Märchen und Sagen zum Thema Kaffee. Eintritt inkl. Kaffee und Gebäck 6 €

26. Februar 15.00 Uhr
Historisches Kaffeerösten auf der Kochmaschine mit dem Experten und Kaffeeröster Stefan Bös

5. März 14.00-17.00 Uhr
Italienische Kaffeetafel - kostenlose Führung mit anschließendem Genuss

12. März 15.00 Uhr
Eine Kaffeeexpertin plaudert: "Vom Mörser zum Kaffeeautomaten" mit Ulla Heise von der GastroCommunication Leipzig.

18. März 14.00-17.00 Uhr + 6. Mai 14.00-17.00 Uhr
Kindercafe
Gemeinsam werden unter anderem Kaffeetassen bemalt, Bilder aus Kaffeebohnen gefertigt und Muckefuck auf der Kochmaschine hergestellt. Anmeldung erforderlich! Teilnahmegebühr inkl. Material 5 €

2. April 15.00 Uhr
Modernes Kaffeerösten
Stefan Bös vom Lemgoer Café da Capo zeigt in der Ausstellung, wie er heute in seiner klei-nen Kaffeerösterei seltene und kostbare Kaffeespezialitäten röstet.

2. April 17.00 Uhr
Kaffeeseminar
Stefan Bös vom Lemgoer Café da Capo führt die Besucher ein in die Welt des Kaffeeröstens und der Kaffeezubereitung. Anmeldung erforderlich! Teilnahmegebühr 10 €

9. April 15.00 Uhr
Die Connewitzer Kaffeemodenschau
Es werden die verrücktesten Modelle aus Kaffeeverpackungen vorgeführt

23. April 15 Uhr + 16.15 Uhr
Ulrich Zobus erzählt Märchen zur Kaffeeausstellung

30. April 14.00-17.00 Uhr
Arabische Kaffeetafel - kostenlose Führung mit anschließendem Genuss

7.Mai 15.00 Uhr
Kaffeehausmusik mit der Musikschule Lage

14. Mai 14.00-17.00 Uhr
Amerikanische Kaffeetafel - kostenlose Führung mit anschließendem Genuss

28. Mai 14-17 Uhr
Griechische Kaffeetafel - kostenlose Führung mit anschließendem Genuss


Jederzeit Kaffeezeit. Kaffee ist Kultur
12.2. bis 28.5.2006
Westfälisches Industriemuseum Ziegelei Lage
Sprikernheide 77, 32791 Lage
Geöffnet dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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