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Mitteilung vom 13.01.06

Presse-Infos | Der LWL

Sperrfrist: 13.1.2006, 17.00 Uhr
Erste neue Forensik-Klinik eingeweiht - LWL verlegt 49 Eickelborn-Patienten

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Dortmund (lwl). Als erste von sechs geplanten neuen Maßregelvollzugskliniken für psychisch kranke Straftäter in Nordrhein-Westfalen geht die Wilfried-Rasch-Klinik Dortmund in Betrieb. "Jetzt nehmen jahrelange Anstrengungen zur Entlastung bestehender forensischer Einrichtungen und zur Linderung der Platznot erste dauerhafte Formen an", sagte Wolfgang Schäfer, Direktor des Klinikträgers Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), am Freitag (13.1.06) bei der offiziellen Einweihung des 15-Millionen-Euro-Neubaus. Ende des Monats ziehen 49 Patienten aus dem Lippstadt-Eickelborner LWL-Zentrum für forensische Psychiatrie in die Dortmunder Klinik mit insgesamt 54 Betten um.

Mit dem neuen Standort Dortmund werde die "Dezentralisierung des nordrhein-westfälischen Maßregelvollzugs eingeläutet" und "eine weitere Etappe auf dem Weg zu einer modernen forensisch-psychiatrischen Versorgungsstruktur vollzogen", sagte Schäfer. Dass dies "mit der Gesellschaft und nicht gegen sie" möglich sei, habe die Dortmunder Bevölkerung mit einer kooperativen und verantwortungsbewussten Haltung der neuen Klinik gegenüber bewiesen, lobte der LWL-Direktor.

Neben Dortmund plant das Land Nordrhein-Westfalen fünf weitere forensische Kliniken in Münster, Duisburg, Herne, Köln und Essen. "Dadurch werden wir insgesamt 470 Behandlungsplätze mehr haben", bekräftigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, dessen Vorgängerin Birgit Fischer das Dezentralisierungsprogramm vor fünf Jahren gestartet hatte.

In der neuen Klinik im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck werden psychosekranke und persönlichkeitsgestörte Patienten auf zwei Stationen à 27 Betten behandelt. Nach schweren Straftaten sind die Patienten wegen ihrer Erkrankung nicht im normalen Strafvollzug, sondern in der hoch gesicherten forensischen (Gerichts-)Psychiatrie untergebracht - unbefristet und mit der strikten Maßgabe, erst nach meist mehrjähriger erfolgreicher Therapie so genannte Lockerungen bis hin zum kontrollierten Ausgang zu bekommen. "Im Zweifel aber auch gar nicht", so die Ärztliche Direktorin Ute Franz.

Der Sicherheit der Bevölkerung werde nicht zuletzt durch die aufwändige Überwachungs- und Schließtechnik sowie durch die kompakte, nach den Empfehlungen einer europäischen Expertenkommission gewählte "Wagenburg"-Bauweise Rechnung getragen. Mit einer fünfeinhalb Meter hohen Umfassungsmauer, panzerverglasten Fenstern und einer schleusenartigen Pfortenanlage vermindere dieses Baukonzept das Ausbruchsrisiko "gegen Null", so Franz weiter.

Nach anderthalb Jahren Bauzeit nehmen insgesamt 80 Beschäftigte, neben Fachärzten, Psychologen und Therapeuten in der Mehrzahl Pflegekräfte, ihre Arbeit in der neuen Einrichtung auf. Der Träger Landschaftsverband Westfalen-Lippe rechnet mit großem Besucher-Andrang, wenn er die Bevölkerung für dieses Wochenende an zwei "Nachbarschaftstagen" zu einem Blick hinter die hohen Mauern einlädt.



Pressekontakt:
Karl G. Donath, Tel. 0251 591-235 und Petra Schneiders, Tel. 0231 4503-689
presse@lwl.org



Anlagen:
Anlage 1: Faltbl.Sympos 21.01.06 Herten.pdf



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