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Mitteilung vom 28.07.05

Foto zur Mitteilung

Foto zur MitteilungSo ungefähr muss das Fenster über dem Eingangsportal zur Maschinenhalle der Zeche Zollern ursprünglich ausgesehen haben. Grafik: Dipl. Des. Markus Kleine, Firma Peters

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Presse-Infos | Der LWL

Glasmosaiken für Industriekathedrale
Buntverglasung der Maschinenhalle auf Zollern wird rekonstruiert

Bewertung:

Dortmund (lwl). Normalerweise restauriert die Glasmalereiwerkstatt Peters Kirchenfenster - etwa die Kathedrale von Sevilla oder den Altenberger Dom. Bei seinem jüngsten Projekt widmet sich das Paderborner Unternehmen keinem Sakralbau, sondern einer Kathedrale der Industriearbeit: In Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Dr. Katrin Holthaus erforscht die Firma derzeit die kunstvolle Ornamentverglasung, die ursprünglich die Fenster und das Eingangsportal der Maschinenhalle auf der Zeche Zollern II/IV in Dortmund zierte. Den aktuellen Stand der Forschungen und erste Ergebnisse des Rekonstruktionsversuchs präsentierten das Westfälische Industriemuseum und die Firma Peters jetzt gemeinsam am authentischen Ort, in der Maschinenhalle der Zeche Zollern.

Beim Großreinemachen hatten Mitarbeiter im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vor einigen Wochen in der Kraftzentrale des ehemaligen Bergwerks die Farbglasreste entdeckt und sich dann gezielt auf die Suche gemacht. Die Scheiben in vier verschiedenen Farbausführungen gaben Aufschluss darüber, dass in der Frühzeit der Zeche nicht nur das berühmte Jugendstilportal mit Glasmosaiken verziert war, sondern auch die großen Fenster im Querhaus der Halle farbig verglast waren.

Durch Computersimulation und Grauwertabgleich erstellte die Glasmalereiwerkstatt aus den Glasfunden und historischen Schwarzweißaufnahmen von der Halle einen ersten Entwurf der originalen Fenster: "Wie die Fenster im Mitteltrakt der Halle aussahen, steht bereits relativ fest", berichtet Diplom-Designer Markus Kleine, Experte für historisches Kulturgut und Mitarbeiter der Glasmalereiwerkstatt. "Die Fenster waren zweifarbig. Der Grauvergleich bestätigte, dass es sich bei den gefundenen senfgelben Glasresten um die Originalscheiben handelt. Diese Scheiben umrahmten weiße Industriegläser." Um von den Schwarzweißfotos auf die Farbigkeit der Schmuckbänder über dem Portal zu schließen, seien jedoch aufwändige farbmetrische Messungen nötig, so Kleine.

Ab 2006 lässt der LWL in seinem Industriemuseum eine umfassende Sanierung der Maschinenhalle durchführen. "Die Entwürfe zur Farbigkeit der Hallenfenster kamen gerade rechtzeitig, um noch in die Restaurierungsarbeiten einfließen können", freut sich Museumsleiterin Dr. Ulrike Gilhaus.
Die Maschinenhalle der Zeche Zollern II/IV mit dem Jugendstilportal ist eine der prominentesten Industrie-Ikonen des Ruhrgebiets. 1969 hat der Landeskonservator beim Landschaftsverband das Konstrukt aus Stahl, Glas und Backstein in letzter Minute vor dem Abriss gerettet. Damit gilt die Maschinenhalle bundesweit als Pionierbau der Industriedenkmalpflege.



Pressekontakt:
Evelyn Zerbe, Westf. Industriemuseum, Tel. 0231 6961-174 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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