LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 09.02.05

Foto zur MitteilungNach dem Ankauf der Spinnerei Herding will der LWL sein Textilmuseum in Bocholt zu einem der größten seiner Art in Deutschland ausbauen.
Foto: LWL/Holtappels


Foto zur MitteilungDie Spinnerei Herding um 1930.
Repro: LWL


Foto zur MitteilungBlick in das erste Obergeschloss der ehemaligen Spinnerei Herding. Das Gebäude von 1907 ist heute in einem guten Zustand.
Foto: LWL/Holtappels


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Presse-Infos | Der LWL

LWL baut sein Textilmuseum Bocholt aus als Raum für das "Gedächtnis eines ganzen Industriezweiges"

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Bocholt (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will sein Westfälisches Industriemuseum in Bocholt (Kreis Borken) zu einem der größten und bedeutendsten Textilmuseum Deutschlands ausbauen, in dem er eine umfangreiche Bandbreite historischer Textilmaschinen zeigen wird. Das kündigte LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe am Mittwoch (09.02.) in Bocholt an. Gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Hermann Stenkamp stellte er die ehemalige Spinnerei Herding vor, die der LWL mit finanzieller Unterstützung der Stadtsparkasse Bocholt, der Stadt Bocholt, des Kreises Borken und des Landes gekauft hat. "Mit dem Kauf haben wir die in Deutschland einmalige Möglichkeit, auch eine ganze Spinnerei als Textilmuseum zu gestalten. Damit haben wir jetzt den nötigen Raum, um weitere Teile unserer Sammlung zu präsentieren, die sowohl in ihrem Umfang wie auch in ihrer Aussagekraft einzigartig auf dem europäischen Festland ist. Sie ist das Gedächtnis eines ganzen Industriezweiges", so Teppe.

Eine vorwiegend "kommunale Lösung" machte den 2,5 Millionen Euro teuren Ankauf erst möglich: Da nur etwa 500.000 Euro Landesmittel für den Grunderwerb zur Verfügung standen, steuerte die Stadtsparkasse 500.000 Euro bei, die Stadt und der Kreis unterstützten das Projekt mit jeweils 300.000 Euro. Den Restkaufpreis zahlte der LWL.
"Für Bocholt ist das ein Feiertag. Zum einen ist die Erweiterung des Textilmuseums eine kulturhistori-sche Bereicherung der Stadt und Region. In Bocholt könnte eines Tages das Textilmuseum Deutschlands stehen. Zum anderen kann das Textilmuseum zu einem Motor und wichtigen Trittstein für die weitere städtebauliche Entwicklung des Bereichs Aa-See und Bocholter Innenstadt werden", begründete Bocholts Bürgermeister Peter Nebelo das finanzielle Engagement der Stadt.

Das Museum sei bereits jetzt ein wichtiger Fixpunkt in der Kulturlandschaft, seine Aktivitäten wirkten in die ganze Region sogar bis in die benachbarten Niederlande so Gerd Wiesmann, Landrat des Kreises Borken. Sparkassendirektor Aloys Eiting betonte, dass die Stadtsparkasse mit ihrer bisher größten Spende dazu beitragen wolle, die Strahlkraft des Bocholter Textilmuseums weiter auszubauen.

Um ein Textilmuseum einzurichten, hatte der LWL in den 80er Jahren eine typische kleine münsterländische Textilfabrik nachgebaut, da zu dieser Zeit kein passendes historisches Gebäude der Textilindustrie zur Verfügung stand. Doch der 1989 eröffnete Museumsbau nur Platz für eine Weberei. "Mit der ehemaligen Spinnerei Herding haben wir jetzt in einem Industriedenkmal auf vier Etagen 9.000 Quadratmeter Raum zur Verfügung. Damit können wir künftig die ganze Bandbreite textiler Arbeit zeigen - angefangen von der Garnherstellung, über die Weberei und Strickerei bis hin zur Veredlung wie dem Bleichen, Färben und Drucken sowie fertigen Produkten", verspricht Teppe.

In der Spinnerei, die das Schweizer Architektenbüro Sequin und Knobel 1907 geplant hat, will das LWL-Textilmuseum aber nicht nur neue Dauerausstellungen unterbringen: Hier sollen auch Räume für Sonderausstellungen, Werkstätten und ein Depot eingerichtet werden. Bisher sind die über 300 Großmaschinen aus allen Bereichen der Textilherstellung - zum Teil in Einzelteile zerlegt - in drei Depots untergebracht. "Dazu zählen ganze Produktionslinien wie etwa eine Bleicherei, aber auch ein großer Fundus an Mustern aus 90 Nachlässen von Textilbetrieben, die wir übernommen haben, und viele fertige Produkte vom Putzlappen bis zum Abendkleid, die nicht nur einen Überblick über die Mode- und Design-Entwicklung sondern auch über den sozialen Status der Menschen geben", so Stenkamp.

Das Museumskonzept, das das Museumsteam schon in ersten Zügen entwickelt hat, greift mehrere thematische Leitfäden auf. Dazu gehören die Heimarbeit und die Hausindustrie ebenso wie die Arbeits-kämpfe, technische Innovationen, Design, Mode, die Industriearchitektur und die Globalisierung. "Im erweiterten Museum kann man durch zwei Jahrhunderte Textilgeschichte und die wichtigsten deutschen Textilregionen wandern", verspricht Stenkamp.

Im ersten Bauabschnitt will der LWL Brandschutzmaßnahmen umsetzen, einen Lastenaufzug einbauen und eine Werkstatt einrichten. "Dann wollen wir möglichst schnell damit beginnen, unsere Maschinen zu restaurieren und sie an ihrem endgültigem Standort im Museum wieder zusammenzubauen", blickt Stenkamp in die Zukunft. Das alles soll aber nicht hinter verschlossenen Türen passieren: "Wir werden ein begehbares Depot einrichten, die Restaurierungswerkstatt an ausgewählten Terminen zugänglich machen und die neuen Museumsbereiche abschnittsweise eröffnen. So können Interessierten miterleben, wie das Museum wächst", verspricht Teppe.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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