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Mitteilung vom 11.10.01

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Eine versteinerte Ewigkeit - bedeutende Sammlung von Insektenfossilien jetzt im Besitz des LWL-Naturkundemuseums Münster

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Münster/ Bochum/ Hagen (lwl). Riesige Insekten schwirren an dem lauen Gewässer einer Lagune, spannen ihre mächtigen Flügel und surren vorbei an trägen Reptilien, die den Kopf zur Sonne recken. Und das in Hagen-Vorhalle. 320 Millionen Jahre später kann man einen jungen Mann in der Felswand eines Steinbruchs kletternd entdecken. Michael Kemper spürt Versteinerungen dieser einst kriechenden und fliegenden Insekten auf. Sechs Jahre benötigte der Schüler 1979 dazu, eine der bedeutendsten Karbonsammlungen der Welt zusammenzutragen. Im September 2001 konnte Dr. Lothar Schöllmann vom Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) sich schließlich freuen diese Sammlung in den Besitz des LWL-Naturkundemuseums aufzunehmen.

Die über 250 Stücke zählende Sammlung, die aus vielfältigen Fossilien besteht, stammt von dem Bochumer Islamwissenschaftler Dr. Michael Kemper. Bereits als 14-jähriger entdeckte er seine archäologische Sammlerleidenschaft. So führte sein Weg von der Schule nicht sofort nach Hause, das weitaus attraktivere Ziel war der Steinbruch ganz in der Nähe des Elternhauses in Hagen-Vorhalle. Dort hämmerte er in mühseliger Arbeit Schiefer aus dem Fels des Steinbruchs. Wie ein Buch lassen sich die Schieferplatten aufklappen: Auf der einen Seite das versteinerte Fossil, auf der anderen der Negativabdruck. Die zunächst kleine Sammlung wuchs mit den Jahren immer mehr an. Schließlich fanden echte Raritäten wie versteinerte Insekten, Tausendfüssler und Urwanzen mit einer Flügelspannweite von bis zu 20 cm ihren Platz in Kempers Archiv.

"Die Versteinerungen zeigen die ältesten vollständig erhaltenen Insekten der Welt", erklärt Dr. Lothar Schöllmann die Bedeutung der Fossiliensammlung aus der Karbonzeit. Da es sich bei dem Steinbruch in Hagen-Vorhalle um eine ehemalige Lagune handelte, sind die im Seeboden abgelagerten Insekten besonders gut erhalten. Die Größe der Sammlung und der weite Zeitraum, aus dem die in Stein gebannten Insekten und Pflanzen stammen, erhöhen deren wissenschaftlichen Wert.

Die "neuen" Fossilien des LWL-Naturkundemuseums ergänzen die Stücke, die bei Ausgrabungen in der Zeit von 1990 bis 1997 in Hagen-Vorhalle gefunden wurden. Durch die Arbeit in dem Steinbruch und der ehemaligen Ziegelei entstand auch der Kontakt zu Kemper.

Alle gefundenen Fossilien, die neben Insekten auch Abdrücke von urzeitlichen Pflanzen und Fischen, werden zur Zeit noch wissenschaftlich bearbeitet. Voraussichtlich 2002 wird die Kemper-Sammlung gemeinsam mit den Ergebnissen der Hagener Grabungen im LWL-Museum zu sehen sein.





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Petra Bäumer/Frank Tafertshofer, Telefon: 0251/591-235
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