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Das »Westfälische Autorenlexikon« – Umrisse eines Projektes

Das »Westfälische Autorenlexikon« bietet erstmals eine systematische, ins Detail gehende Aufarbeitung der westfälischen Literatur. Es umspannt den Zeitraum 1750 bis 1950 (Geburtsjahrgänge der Schriftsteller). Indem es die gesamte Bandbreite des literarischen Lebens in Westfalen berücksichtigt, erschließt es nicht nur die literarische, sondern auch die kulturelle und politische Vergangenheit der Region.

Das »Westfälische Autorenlexikon« porträtiert über 2.000 Schriftsteller, die in Westfalen geboren oder verstorben sind sowie Autoren, die mindestens 10 Jahre lang in Westfalen literarisch tätig waren. Die Gesamtzahl der bibliographischen Angaben beläuft sich auf ca. 70.000 Nennungen.

Unter Westfalen wird nicht nur die ehemalige Provinz Westfalen oder der westfälische Landesteil des Landes NW verstanden, sondern der Kulturraum Westfalen mit wechselnden Grenzen in unterschiedlichen Zeiträumen. Für die frühe Zeit ist dies die alte historische Landschaft zwischen Rhein und Weser und zwischen Hessen und Friesland. Für die Zeit ab etwa 1850 orientiert sich das Lexikon an den Verwaltungsgrenzen, wie sie die Gründung der Provinz Westfalen 1815 vorgab.

Die einzelnen Lexikonartikel enthalten Autorenporträts mit knappen Informationen über Leben und Werk, in den vier Bänden weitgehend illustriert mit Bildmaterial. Sie nennen Ehrungen und Literarische Preise, bieten ein (für die frühe Zeit standortmäßig erschlossenes) Werkverzeichnis, das auch eine Auswahl an Auflagen und Rezensionen aufführt. Neben den selbständigen Veröffentlichungen läßt sich die Mitarbeit an Büchern, Zeitschriften und Zeitungen nachvollziehen, ferner werden Herausgeberschaft, Übersetzungen und Übersetzertätigkeit, Rundfunk- und Fernseharbeiten, Vertonungen und Verfilmungen genannt.

Die Erschließung der Standorte beschränkt sich in der Regel auf die Primärliteratur, auf die Angaben zum Nachlaß und zu handschriftlichen Quellen sowie sonstigen Sammlungen, Porträts und Fotomaterial. Gemäß dem Hauptziel, neues Material zu erschließen und zu strukturieren, liegt der Akzent dabei auf den weniger bekannten, den vergessenen Autoren. Bei den bekannteren Schriftstellern, für die in der Regel brauchbare bibliographische Vorarbeiten vorliegen, werden nur die wichtigsten Titel angeführt und ansonsten auf die Bibliographien verwiesen. Darüber hinaus werden Angaben zum veröffentlichten Briefwechsel, biographische und literarische Zeugnisse sowie Dokumente der Rezeptionsgeschichte zusammengestellt.

Im Bereich der Sekundärliteratur werden Monographien über Person und Werk sowie die wichtigsten Aufsätze in Zeitschriften und, soweit verfügbar und sinnvoll, Zeitungsartikel über die Autoren aufgeführt. Außerdem wird eine Auswahl der Erwähnungen in wissenschaftlichen Abhandlungen verzeichnet. Angaben zum Nachlaß, zu Autographen und sonstigen Sammlungen in Archiven, Bibliotheken und Museen sowie zu Bildnissen und Fotosammlungen erscheinen in eigenen Rubriken. Hinzu kommen Hinweise auf literarische Gedenkstätten, Grabstätten und Dichterhäuser sowie auf Nachschlagewerke und Literaturgeschichten, in denen die Autoren behandelt werden.

Die Grundlage der Datensammlung bilden Informationen, die sich aus der Durchsicht regionaler und überregionaler Literatur- und biographischer Lexika, Bücherverzeichnisse und Nachschlagewerke und aus einer Auswertung gezielter Sekundärliteratur ergaben. Außerdem wurden alle Möglichkeiten der Bibliotheksrecherche genutzt, neuerdings auch per Datenbank und Internet (wie im Falle der »Deutschen Bibliothek«).

Ziel des Projektes »Westfälische Autorenlexikon« war es, das literarische Leben Westfalens in seiner gesamten Bandbreite zu dokumentieren. Von daher wurde nicht zwischen »hoher« Literatur und vermeintlicher Trivialliteratur unterschieden. Eine solche sozial- und mentalitätsgeschichtlich orientierte Literaturwissenschaft begreift Literatur vor allem als Reflex historischer Wirklichkeit und als Medium von Kultur, Alltag und Politik. In dieser Betrachtungsweise rückten die »poetae minores« ebenso ins Blickfeld wie die Autoren ästhetisch bedeutsamer Hochliteratur.

Das »Westfälische Autorenlexikon« wird im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe von Walter Gödden und Iris Nölle-Hornkamp herausgegeben und bearbeitet. Unterstützung leisteten die studentischen Volontärinnen Henrike Gundlach, Annette Gebhardt und Ursula Heeke. Das Projekt erstreckte sich von 1988 an über einen Zeitraum von 13 Jahren. Es war zunächst in der »Arbeitsstelle für westfälische Literatur« der Droste-Gesellschaft angesiedelt. 1990 wurde es vom damals eingerichteten »Referat Literatur« des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe übernommen. Seit Oktober 1998 gehört es zum Arbeitsfeld der neu gegründeten »Literaturkommission für Westfalen«.