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Karl Brügmann

Geboren am 16. Februar 1889 in Dortmund als Sohn eines Schreinermeisters. Besuch des Gymnasiums in Dortmund. Durch eine schwere Krankheit verzögerte sich seine Schulausbildung. Erst 1909 legte er das Abitur ab. Während der Schulzeit schloß er sich der Wandervogelbewegung an, in der er späte intensiv organisatorisch mitarbeitete. Studium der Germanistik, Anglistik und Geschichte in Jena, Berlin, Münster und Leipzig, um später den Beruf des Gymnasiallehrers zu ergreifen. Freundschaft mit dem Jenaer Verleger Eugen Diederichs, der 1908 den Sera-Kreis mit der Zielsetzung gegründet hatte, Kultur in ihrer Unmittelbarkeit zu erleben. 1910 Wanderung durch Westfalen, um alte hoch- und plattdeutsche Volkslieder und ‑sprüche sowie Volkstänze aufzuzeichnen, wobei er auf die Sammlungen August von Haxthausens zurückgriff. 1911 Wanderung durch die Vogesen, das Elsaß und die Pfalz, 1912 durch Franken, 1913 den Odenwald, den Spessart und entlang des Mains. Höhepunkt seiner Beteiligung an der Wandervogelbewegung war 1912 die Teilnahme am großen Bundestag der drei Bünde in Marburg. Im Mai 1913 Teilnahme an einem Treffen in Thüringen. Seine Westfälischen Liederblätter widmete er Augustin Wibbelt. So war er der Magnet auf dem Westf. Wandervogeltag Ostern 1913 in der Senne wie wenige Monate später bei dem auf der Rudelsburg mit der Weimarer Kunstschule gefeierten "Werkbundfest", an dem rd. 1.200 Menschen teilnahmen. Im selben Jahr vertrat er bei dem geschichtlich gewordenen Treffen der Jugendbünde auf dem Hohen Meißner am 11./12. Oktober "als sichtbar anerkannter Führer" den "Sera"-Kreis [...]. Auch bei der Großstadtjugend Leipzigs setzte er sich durch. In seinen "Leipziger Gesprächen" (1914) entwickelte er sein Programm mit dem Blick auf ähnliche Bestrebungen in Skandinavien, England, Holland, Österreich und der Schweiz. Damit sprach er andere Bewegungen in Deutschland an [...]. (Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984) 1914 Erstes Staatsexamen. Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg. Er fiel am 8. November 1914 an der Westfront, südöstlich von Ypern.

Pseudonym: Karl Johann Heinrich.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Sonnenwendbriefe 1914 [Privatdr. des Sera-Kreises]. Jena 1914: Leipziger Gespräche [Nachdr. in: H. Nohl: Vom dt. Ideal der Geselligkeit. Sonderdr. aus der "Tat". Jena [1915]; in: Die Tat, Nov. 1915; H. Nohl: Päd. und polit. Aufsätze. Jena 1919; ders.: Päd. Aufsätze. Langensalza, Berlin, Leipzig 1929] – postum: Neue Frauenkleidung und Frauenkultur 9, 1915, H. 3: Volkstänze – O. Stein: Lorbeerreiser auf Heldengräbern der Reinoldigemeinde. Lfg. 3. Dortmund 1917: Kriegstagebuch mit 8 Einträgen vom 23.10.1914 bis zum 2.11.1914.

Herausgabe: Westfälisches Liederblatt. 2 Hefte. Leipzig: Wandervogel 1913f. [mit W. Rittinghaus] (ULB Münster, StA Bielefeld, Dt. Bibl. Leipzig); Nachdr. Rudolstadt: Greifenverlag; 1. Heft. 2., verb. Aufl. ebd. 1914. 71S. [Abb.] (VK Komm. des LWL Münster); 2. Heft. 2. Aufl. hg. von H.E. Schomburg. Ebd. 1919. 59S. [Abb.] (VK Komm. des LWL Münster).

Übersetzungen: Notker Balbulus. Geschichten von Karl dem Großen. Leipzig: Insel 1914 (=Inselbücherei 114) (StUB Köln, ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld, Dt. Bibl. Leipzig); mehrere Aufl.

Briefe: 5 Briefe an Günther Schmidt, vom 8.3.1910 bis 11.8.1910, in: Sera-Almanach 1920. Jena 1920, S. 3ff. (Dt. Bibl. Leipzig) – 15 Briefe an Eva Rothe, vom 17.9.1914 bis zum 26.10.1914, in: Sera in Memoriam. Briefe der gefallenen Freunde. Jena 1919, S. 5ff. (Dt. Bibl. Leipzig).

Zeitgenössische Zeugnisse: Gedächtnisfeier zur Friedenssonnenwende auf dem Hohen Leeden. Jena 1919 – O. Stein: Lorbeerreiser auf Heldengräbern der Reinoldigemeinde. Lfg. 3. Dortmund 1917.

Selbständige Veröffentlichungen über Brügmann: H.B. Brügmann: Karl Brügmann und der freidt. Sera-Kreis. Untersuchungen eines Modells von Jugendleben und Geist der Meißner-Generation vor 1914. Diss. Frankfurt/M. 1965.

Erwähnungen in: H. Nohl: Vom dt. Ideal der Geselligkeit. Sonderdr. aus "Die Tat". Jena [1915] – W. Flitner: Freidt. Studenten in Jena 1901-1914, in: E. Korn, O. Suppert, K. Vogt (Hg.): Die Jugendbewegung. Welt und Wirkung. Zur 50. Wiederkehr des freidt. Jugendtages auf dem Hohen Meißner. Düsseldorf, Köln 1963, S. 53ff. – G. Zimmer, H. Wolf: Wandervogel und Freidt. Jugend. Hg. im Auftr. der Vereinigung Jugendburg Ludwigstein. Bad Godesberg 1961.

Bildnis: 1. Fotogr. (WLA Hagen) – 2. Fotogr. (Abb. in: Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. Privatbesitz Dr. Heinrich Gerhard Brügmann (Frankfurt/M.; 1965): Briefe an Günther Schmidt, 1910 (5); an Walter Fränzel, 1910-1913 (33); Briefe an Martha Bergemann-Könitzer, 1910-1912 (8); Briefe an Gertrud Müller-Munk, 1911-1914 (Abschr., 58); Briefe an seine Eltern, 1913f. (19); an Eva Rothe, 1914 (15); Kriegstagebuch 1914.

Gedenkstätte: Auf dem Hohen Leeden bei Dornburg in Thüringen Brügmann-Linde neben einem von E. Diederichs gesetzten Gedenkstein.

Nachschlagewerke: Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984 [Bildn.] – Schulz-Fielbrandt 1987 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 185, Sp. 162-167.