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Norbert Voß

Geboren am 12. März 1913 in Werden/R. als Sohn eines Bauern. Er wuchs im Röhrtal zwischen Hachen und Müschede auf. Besuch des Gymnasiums in Arnsberg. Ein Studium war zunächst wegen der wirtschaftlichen Lage zu Beginn der 30er Jahre nicht möglich. 1931 Tätigkeit in der Amtsverwaltung Hüsten. Nach Aufenthalten in Freienohl, Bestwig und Recklinghausen Wohnsitz in Düsseldorf. Besuch der dortigen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie. Seit 1938 Tätigkeit in der Stadtverwaltung Düsseldorf. Leiter des Kulturamtes. Als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Jugoslawische Kriegsgefangenschaft. Ab 1950 Leitung von verschiedenenen Düsseldorfer Stadtämtern, 1976 als Verwaltungsdirektor tätig. Im selben Jahr Pensionierung. Daneben für über 30 Jahre Lehrer für Sozialpädagogik am Studieninstitut für kommunale Verwaltung der Gewerbeförderungsanstalt Düsseldorf. Mitglied der CDU, auf Bezirksebene mit Mandat vertreten. Von 1950 bis 1953 Vorsitz im Düsseldorfer Schriftstellerverein. Jahrelange Mitarbeit in Heimat- und Brauchtumsvereinen. Von 1974 bis 1979 Redakteur der Düsseldorfer Zeitschrift Schloßturm. Mitgliedschaft in der Gesellschaft für deutsche Sprache und der Deutschland-Stiftung. Er starb am 11. Oktober 1993 in Düsseldorf.

In den ersten Nachkriegsjahren berichtete er im Sender Köln über westfälische Themen, wobei er sich – wie auch in Lesungen und Vorträgen – für den Erhalt der niederdeutschen Sprache einsetzte. Beim WDR gilt er durch seine folkloristischen und literarischen Rundfunkarbeiten als Westfalen- und insbesondere als Sauerlandspezialist. (Lore Schumann.)

Seine vor allem in den beiden Büchern Dagg un Dau (1964) und Splieten (1979) z.T. veröffentlichte Mundartlyrik hat man im Sauerland mehrfach als "Nachfolge" des Werkes von Chr. Koch betrachtet. Den heimatlichen und religiösen Themenkreis erweitert Voß durch konservative Kultur- und Zivilisationskritik sowie durch Gedichte mit lehrhafter Moral. Mit seiner umfassenden Wortsammlung bot er die Basis für den 1982 gebildeten Arbeitskreis zur Schaffung eines kurkölnisch-sauerländischen Wörterbuches. (P. Bürger: Im reypen Koren, 2010.)

Auszeichnungen: Danzig Medaille – Robert-Schumann-Plakette – Düsseldorfer Stadtorden – Benediktpreis der Stadt Mönchengladbach – Bundesverdienstkreuz – nach Selbstaussagen des Autors außerdem Auszeichnungen durch Düsseldorfer Heimatvereine sowie der Kunstuniversität Salsmaggiore, Italien. Aufnahme in den Orden Kreuz von Konstantinopel 1963. (So N. Voß in einem Skript von 1992, vorhanden im Chr. Koch-Mundartarchiv, vgl. P. Bürger: Im reypen Koren, 2010.)

Selbständige Veröffentlichungen: Der Bannstrahl. Drei Geschichten. Dülmen: Laumann 1949 – Homunkel oder Mensch. Vom notwendigen Bemühen um die Bildung und Bewahrung des Menschen. Recklinghausen: Paulus 1959 – Der Alte vom Müssenberg. Neu erzählt nach einem fast vergessenen Sagenbuch von Anton Steinbach. Balve: Engelbert [1963] – Dagg un Dau. Balve: Zimmermann 1964 – Das Ende der Zivilisation? Blindflug ins blaue Wunder. Velbert: Blick & Bild 1964; span. Übers. 1968, 1969 – Pimpken. Ein Schelmenleben. Balve: Zimmermann 1966 – Sauerland. Gestern, heute und morgen. Vortrag zum 150jährigen Bestehen des Kreises Arnsberg am 15. Dezember 1967. Druck o.O.u.J. – Traum und Tagwerk. Heinrich Quante. Balve: Zimmermann 1969 – Pröppken. Die Lebensgeschichte eines rheinischen Schelms. Düsseldorf: Droste 1978 – Splieten. Gedichte in Arnsbiärger Platt met häoduitsken Giegenstücken. Splitter. Gedichte in Arnsberger Platt mit hochdeutschen Gegenstücken. Balve: Zimmermann 1979 – Fessel und Flut. Ein westfälisches Epos. Ebd. 1979 – Die Weltstunde. Allegorische Versdichtung. St. Michael: Bläschke 1979 – Liebe in Dur und Moll. Ebd. 1983.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Westfalenspiegel 1952, H. 11: Das Weh nach dem Lande, in dem man geboren ist. Zum Tode Victor von Meyer-Eckhardt – DeS/De Suerlänner 1952, S. 98: De Säggemann [Ged.] – Heimatstimmen Olpe F 9/1952, S. 620, 622f., 626. [Bd. 2]: De Säggemann; Mahd, Use Bräot; Use siewen Tückelkes; Wintersnäot; Ungeduld; Owendteyt [Gedichte] – Westfalenspiegel 1955, H. 4: Frühling; 1957, H. 12: Wenn die Seele einfach wird. Zum 80. Geburtstag Karl Röttgers – Die Jugendmusikschule. 1956 – Kogge-Buch. 1958 – Sauerlandruf Nr. 3-4/1959, S. 15: Zweimal plattdt. Gruß für Heinrich Lübke [Ged. Use Griuss: Do is en Oom] – DeS/De Suerlänner 1964, S. 96: Use siewen Tückelkes [Ged.] – ebd., S. 116: Use Bräot [Ged.; erneut in: Sauerlandruf 1-2/1966, S. 21] – DeS/De Suerlänner 1965, S. 38: Owendteyt [Ged.] – ebd. 1965, S. 115: Riägenschiul [Ged.] – ebd. 1966, S. 26: De Hiemel glögget Owendräot [Ged. o.T.] – Heimatstimmen Olpe F 67/1967, S. 144: Häime [Ged.; erneut in: Sauerland Nr. 4/2003, S. 209] – DeS/De Suerlänner 1969, S. 60: Am Strülleken [Ged.; fälschlich Chr. Koch zugeschrieben] – Sauerland Nr. 2/1977, S. 46: Hillige Hänne [Ged.] – ebd./1978, S. 45: Fröndskop [Ged.] – ebd./1980, S. 45: Träost [Ged.] – ebd./1985, S. 49: Arbet [Ged.] – ebd. Nr. 4/1985, S. 116: Näo äine Nacht [Ged.] – ebd. Nr. 1/1990, S. 34: Aisk [Ged.] – ebd./1991, S. 17: Griemel / Dämmerung [Ged., ndt./hdt.] – ebd. Nr. 3/1991, S. 101: Mol säo, mol säo / Mal so, mal so [Ged., ndt./hdt.] – zahlr. weitere Beitr. im Westfalenspiegel, in der Hüstener Schützenzeitung, anderen Zeitschriften, Kalendern, Festschriften.

Texte in Anthologien: Färber: Heimatkunde Kreis Olpe 1, 1952 – So sind wir Sauerländer 1981 [S. 54: Ged. Am Strülleken; fälschlich Chr. Koch zugeschrieben] – Glocken im Sauerland 1983 – Rost/Machalke 1985 – Rost/Machalke 1987: Juliglaut un Hiärwestgold – Rost/Machalke 1987: In de gröne Fröhjaohrstied – Rost 1988: Sauerländer Lesebuch – Tungenslag-Ringbuch I, 1989 – Rost 1990 – Tungenslag. Mundartlesebuch II, 1991 – Plattdeutscher Arbeitskreis Meschede: Äin Spatzäiergang o.J. [2000] – Aanewenge 2006 – Droege-Sauerland 2006.

Herausgabe, Bearbeitung: Mitarbeit am Plattdt. Wörterbuch Kurkölnisches Sauerland (1988).

Rundfunk: Die sauerländische Spinnstube (1949) – Die Limmergschen Triesels (1949) – Unter der Dorflinde (1949) – Auf der Bauerndeel (1950) – Sauerländischer Abend (1950) – Sauerländisches Ständchen (1950) – Über Karl Röttger: Wenn deine Seele einfach wird (1957) – Sauerländische Bilder zum Amtsantritt von Bundespräsident Lübke (1959, 1965).

Veröffentlichte Tonträger: Siuerland-Geschichten 2. Teil 1995 (MC) [Text Hiärguattswinkel].

Unselbständige Veröffentlichungen über Voß: Plattdt. für den Bundespräsidenten, in: Sauerlandruf Nr. 3-4/1962, S. 9 – Rez. Voß, Dagg un Dau [von F.S.], in: DeS/De Suerlänner 1965, S. 130 – Von der gewissen Portion Eigenwilligkeit der alten Sauerländer ist noch manches da. Aus einem Vortrag von Norbert Voß, in: Westfalenpost Sauerland (Heimatnachrichten), 29.12.1967 – Norbert Voß „65“, in: Sauerland Nr. 1/1978, S. 21 – K. Pröpper: Gedichte in Platt und Hochdeutsch [Rez. Voß, Splieten], in: ebd. Nr. 2/1980, S. 64 – ders.: Verdiensturkunde der Universität Panama [für N. Voß; m. Foto], in: ebd. Nr. 1/1982, S. 24 – K.-H. Keller: Mundartkenner Norbert Voß 70 Jahre alt [m. Foto], in: ebd. Nr. 2/1983, S. 66 – ders.: Norbert Vo߆, in: ebd. Nr. 4/1993, S. 152.

Bildnis: Fotogr; Heinrich-Heine-Institut, Bilkerstr. 12-14, Düsseldorf. Abb. in: Sauerland Nr. 1/1982, S. 24; ebd. Nr. 2/1983, S. 66.

Nachlaß: Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf.

Sammlungen: Westf. Literaturarchiv Hagen – Literaturarchiv der Christine-Koch-Gesellschaft.

Nachschlagewerke: Who’s Who in Literature?, Bd. 1, 1978 – Kürschner: Dt. Lit.-Kalender 1978 – Rost 1990 – Literatur-Atlas NRW 1992 – Sowinski 1997 – CKG-Dokumentation 2003 – Dt. Bibliothek – PBuB: www.ins-db.de.

Aktualisiert nach Peter Bürger: Im reypen Koren. Ein Nachschlagewerk zu Mundartautoren, Sprachzeugnissen und plattdeutschen Unternehmungen im Sauerland und in angrenzenden Gebieten. Eslohe: Maschinen- und Heimatmuseum 2010.