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Wilhelm Heute

Geboren am 5. Mai 1883 in Möllenkotten, einem Dorf nahe Schwelm. Er wuchs mit der plattdeutschen Sprache auf. Der Tod des Vaters 1885 ließ die Familie in ärmlichen Verhältnissen zurück, so daß ein Besuch des Gymnasiums nicht möglich war. Um 1910 Umzug der Familie in die westfälische Wasserburg Haus Martfeld, wo Wilhelm Heute bis zu seinem Tod lebte. Lehre als Dreher bei einem Schwelmer Eisenwerk. Während des anschließenden Wehrdienstes erster Auftritt in einer Theateraufführung. Während seines Militärdienstes in Marienwerder (1903-1905) Versuche in Lyrik und Prosa. Besuch der Handelsschule in Wuppertal. Anschließend wurde er Buchhalter beim Schwelmer Eisenwerk. 1910 wurde er Teilhaber einer von seinem Bruder gegründeten Fabrik, für deren kaufmännischen Bereich er zuständig war. Von 1914 bis 1918 Soldat im Ersten Weltkrieg. 1929 trat er aus der mit seinem Bruder gemeinsam geführten Firma aus und übernahm eine eigene Gießerei. Er starb am 19. Oktober 1935 in Schwelm.

Heute war Mitglied der Deutschnationalen Partei im Schwelmer Stadtparlament und nahm zahlreiche Ehrenämter in Vereinen wahr. Er war außerdem Ehrenmitglied der Loge Zum westfälischen Löwen und widmete sich dem Aufbau einer Volksbühne. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg gründete er in Schwelm Das Trio dunkle Augen. Es ging bald darauf in erweiterter Form in den Theater- und Humoristenverein Fidelitas über. Hier inszenierte Heute zum ersten Mal eigene Stücke. Er lernte während des Ersten Weltkriegs Augustin Wibbelt kennen, mit dem er eine lebenslange Brieffreundschaft pflegte.

Pseudonym: Wilhelm van Dage.

Selbständige Veröffentlichungen: Kriegsklippen. Schauspiel in vier Aufzügen. Leipzig: Xenien-Verlag [1918]. 137S. (StUB Köln) – Käpp vam Müllenkoatten, seine Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichte von ihm selbst erzählt. Bd. 1: Käpps Kindertage. Käpps Schulzeit. Schwelm: Scherz 1924. 196S. (StLB Dortmund, ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld); Bd. 2: Käpps Jünglingsjahre. Im Sturm und Drang; Bd. 3: Käpp beim Militär. Parole Heimat. Ebd. 1927-1931 (StB Wuppertal-Elberfeld) – Neuausg.: Drei Bände in einem Bd.. Bearb. Franz Holtsteger. Schwelm: Scherz 1967. [351S.] [Erneute Aufl.: Eilers Verlag 1985] – Seemannsblut; Die Insurgenten; Das Sprützenhus vam Müöllenkoatten [jew. Einakter, heute verloren].

Unselbständige Veröffentlichungen in: Auf Roter Erde, Beil. zur Schwelmer Ztg., Jg. 1919-1935 [monatl. Zwiegespräche zu polit. und kulturellen Problemen u.d.T. Kaal un Krißjan; plattdt. Kurzgesch. und Ged.; z.B. Jg. 1, 1919: Unser Heimatland [Ged.]; Kolt Blaut [Erz.]; Käpps Kindertage; Käpps Schulzeit [in monatl. Folge]; heimat- und naturbezogene Beitr.] – Heimatbl. für das Märk. Land [regelm. Beitr.] – Sieper 1983, s.u.: Sei Stark!; Wenn du und ich zur Maienzeit...; Unser Heimatland; Ein Abschiedswort [jew. Gedichtnachdr.].

Unselbständige Veröffentlichungen über Heute: H. Bergmann: Sein Werk wirkt weiter in die Zukunft. Zum 75. Todestag des Heimatdichters Wilhelm Heute, in: Schwelmer Ztg. vom 3./4.5.1958 – C.F. Padberg: Wilhelm Heute, ein verdienstvoller märk. Heimatdichter, in: Hagener Heimatkalender 1962, S. 161-173 [Bildn.] – G. Sieper: Wilhelm Heute (1838-1935) als "W. van Dage" der bedeutendste Schriftsteller der Schwelmer Mundart. Vor 100 Jahren wurde der Verf. des "Käpp vam Müöllenkoatten" geb., in: Ät wiäd ümme duller. Festschr. zum Schwelmer Heimatfest 1983. Schwelm 1983, S. 4-8 [Bildn.] –R. Vosberg  und H. Rudolph: "Eck woll doch nur dat Beste". Schwelmer nun Aug' in Aug' mit dem Schelm aus dem Möllenkotten, in: Schwelmer Heimatbrief. Hg.von der Stadt Schwelm, Kulturamt 74, 1997, S. 4-6.

Bildnis: Fotogr. (Abb. in: Ät wiäd ümme duller 1983, Reprod. Ref. Lit. des LWL Münster).

Nachlaß, Handschriftliches: Der Nachlaß befand sich im Museum Haus Martfeld in Schwelm und wurde 1945 vernichtet.

Sammlung: WLA Hagen: Materialslg.

Gedenkstätte: 1978 wurde gegenüber dem Wohnhaus Haus Martfeld ein Gedenkstein mit dem Text angebracht: Verschönerungsverein Schwelm seit 1896. "Käpp vam Müöllenkoatten" dem Heimatdichter Wilhelm Heute (W. van Dage, 1883-1935) gewidmet. – Schwelm im Sommer 1978 – Sein Geburtshaus stand an der Möllenkotter Straße.

Nachschlagewerk: Sowinski 1997.

Aktualisiert nach Peter Bürger: Im reypen Koren. Ein Nachschlagewerk zu Mundartautoren, Sprachzeugnissen und plattdeutschen Unternehmungen im Sauerland und in angrenzenden Gebieten. Eslohe: Maschinen- und Heimatmuseum 2010.