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Eduard Claudius

Geboren am 29. Juli 1911 in Gelsenkirchen-Buer als Sohn eines Bauarbeiters. Von 1926 bis 1928 Maurerlehre. 1926/27 Gewerkschaftskassierer und Arbeiterkorrespondent der KPD-Presse (Ruhr-Echo). Von 1928 bis 1932 Wanderungen durch Italien, Österreich, Südfrankreich, Spanien und die Schweiz. 1932 Eintritt in die KPD. 1933 verhaftet wegen illegaler Arbeit. 1934 Emigration in die Schweiz. Förderung seiner literarischen Versuche durch Hans Marchwitza, mit dem er in Zürich zusammentraf. Unterstützung illegaler antifaschistischer Arbeit in Deutschland durch Flugblätter und Protest- und Hilfsaktionen. 1936 Flucht nach Paris, um einer drohenden Verhaftung und Auslieferung nach Deutschland zu entgehen. Im November 1936 als einer der ersten Freiwilligen Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg. 1938 nach zweiter Verwundung nach Frankreich entlassen. 1939 illegale Rückkehr in die Schweiz. Er verbarg sich vorübergehend in einer Irrenanstalt. Verhaftung und Einlieferung ins Zuchthaus Witzwil. A. Ehrenstein und H. Hesse verhinderten seine Auslieferung. Aufenthalte in verschiedenen Arbeitslagern, in denen der Spanienroman Grüne Oliven und nackte Berge entstand. Mit der Erzählung Mensch auf der Grenze gewann er den literarischen Wettbewerb der Emigrantenzeitschrift Über die Grenzen. 1945 in der Partisanenbrigade Garibaldi in Oberitalien. Im selben Jahr über die Schweiz Rückkehr nach Deutschland. Pressechef der Entnazifizierungsbehörde in München. Publizistische Auseinandersetzung mit der Nazizeit: schrieb Texte für die Münchner „Kleine Komödie“, Reportagen über die Krise im Ruhrbergbau und das zerstörte Deutschland u.a. für die bayrische „Neue Presse“, „Coburger Nachrichten“ und „Radio Luxemburg“. (Lexikon sozialistischer Schriftsteller) 1947 Umzug ins Ruhrgebiet. Berichte für die Süddt. Zeitung. Im Oktober 1947 Teilnahme am ersten deutschen Schriftstellerkongreß in Berlin. Übersiedlung nach Berlin/DDR, 1948 nach Potsdam. Lektor für Widerstandsliteratur im Verlag Volk und Welt. 1955/56 Sekretär des Deutschen Schriftsteller-Verbandes. Ab 1956 im diplomatischen Dienst der DDR (Generalkonsul in Syrien). 1959 Botschafter in Vietnam. Danach wieder Schriftsteller in der DDR. Von 1967 bis 1969 Vizepräsident der Akademie der Künste. Er starb am 13. Dezember 1976 in Potsdam bei der Rückkehr von einer Reise.

C. schrieb Romane, Erzählungen und Reportagen, deren Stoff auf eigenen Erlebnissen beruht. Der Roman „Menschen an unserer Seite“ wurde [...] als Musterbeispiel des sozialistischen Realismus gerühmt und brachte im selben Jahr dem überzeugten, aber niemals unkritischen Sozialisten den Nationalpreis der DDR (III. Klasse) ein. (Killy-Literaturlexikon)

Pseudonym: Edy Brendt (für seine frühen Erzählungen).

Auszeichnungen: Erzählung Mensch auf der Grenze ausgezeichnet im lit. Wettbewerb der Emigrantenzeitschrift Über die Grenzen (1945) – Nationalpreis der DDR (1951) – Literaturpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (1955) – Vaterländischer Verdienstorden in Bronze (1961).

Werkausgaben: Erzählungen. Nachw. von B. Kaiser. Berlin: Aufbau 1951 – Ausgewählte Werke. 4 Bde. Berlin: Volk und Welt 1956-1959 – Gesammelte Werke in Einzelausgaben. Hg. von E. Pick. Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1974-1982 [mehrere Aufl.].

Selbständige Veröffentlichungen: Jugend im Umbruch. Roman. Basel: Universum-Bücherei 1936 [Pseudonym: Edy Brendt] – Das Opfer. 1938 – Grüne Oliven und nackte Berge. Roman. Zürich: Steinberg 1945; München: Zinnen [1946]; Berlin: Aufbau 1947; Berlin: Volk und Welt 1948; Berlin: Aufbau 1954; München: Damnitz 1976; Frankfurt/M.: Röderberg 1986; Halle/S.: Mitteldt. Verlag [1986] – Gewitter. Erzählungen. Potsdam: Rütten & Loening 1948 – Haß. Berlin. Volk und Welt 1947, [1948] – Salz der Erde. Erzählungen. Ebd. 1948; Berlin: Buchclub 65 1969; Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1969 – Notizen nebenbei. Vorw. von J. Kuczynski. Berlin: Kultur und Fortschritt 1948 – Vom schweren Anfang. Erzählungen. Berlin: Neues Leben 1950; Auszug: Das Dorf vor dem Fluß. Moskau 1952 – Zu Anbeginn. Erzählungen. Berlin: Volk und Welt 1950; 6. Aufl. Leipzig: Reclam 1971 – Erzählungen. Berlin: Aufbau 1951 – Menschen an unserer Seite. Roman. Berlin: Volk und Welt 1951; Berlin: Aufbau 1952; Moskau: Verlag für fremdsprachige Literatur 1953; Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1965; Leipzig: Reclam 1971, 1987; Berlin: Buchclub 65 1974; Leipzig: Reclam 1983; Stuttgart: Neuer Weg 1984; Leipzig: Reclam 1987 – Die Söhne Garibaldis. Drama 1952 – Früchte der harten Zeit. Erzählungen. Berlin: Tribüne 1953; Berlin: Volk und Welt 1958 – Seemannsgarn neu gesponnen. Heringsflotte auf großer Fahrt. Berlin: Aufbau 1954 – Paradies ohne Seligkeit. Berlin: Aufbau 1955 – Die Nacht des Käuzchens und andere Erzählungen. Berlin: Neues Leben 1955; Nachw. von R. Recknagel. Berlin: Verlag der Nation 1961 – Über unsere Literatur und die jungen Autoren. Berlin: Dt. Schriftstellerverband 1955 – Von der Liebe soll man nicht nur sprechen. Roman. Berlin: Volk und Welt 1957; Halle: Mitteldt. Verlag 1971 – Abriß der Spanienliteratur [Hg. vom Kollektiv für Literaturgeschichte. Bearb. und Red. Günter Albrecht u.a.]. Berlin: Volk und Wissen 1961 [mit B. Uhse] – Als die Fische die Sterne schluckten. Märchen und Legenden aus Vietnam, Laos und Kambodscha. An den Ufern des Roten Flusses und des Mekong gelesen, gehört und aufgeschrieben. Berlin. Holz 1961 [1964]; Berlin, Weimar: Aufbau 1967; Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1976, 1985 – Das Mädchen Sanfte Wolke. Erzählungen aus Dschungel und Wüste. Berlin: Volk und Welt 1962; Berlin: Aufbau 1964; Auszug u.d.T.: Der Sergeant und der Prinz. Berlin: Kultur und Fortschritt 1964; erw. mit dem Untertitel: Erzählungen aus Dschungel und Wüste. Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1968 – Aus den nahen und den fernen Städten. Erzählungen. Berlin: Volk und Welt 1964; Berlin: Dt. Militärverlag 1965 – Wintermärchen auf Rügen. Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1965 – Geheimnis der Tapferen. 1967 – Ruhelose Jahre. Erinnerungen. Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1968, [1977]; Berlin: Buchclub 65 [1977] – Gedichte. Eine Auswahl. Mit einem Nachw. von A. Kittner. Bukarest 1972 [zusammen in Schuber mit: O.W. Cisek: Im Verweilen mit Goethes Gesichtsmaske. Ein Essay] – Mit Netz und Winsch auf hoher See. Reportage. Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1973 – Hochzeit in den Alawitenbergen. Erzählungen aus drei Jahrzehnten. München: Kürbiskern Damnitz 1975 – Syrien. Reise in sieben Vergangenheiten und einer Zukunft. Halle/S.: Mitteldt. Verlag 1975 – Die Heimat ist weit [Auszug aus: Grüne Oliven ...] Berlin: Verlag neues Leben 1976; München: Damnitz 1976.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Exilzeitschr.: Aktion 4, 1936, H. 7 – Das Wort – Einheit für Hilfe und Verteidigung, 2, 1937, Nr. 16 – Demokrat. Post, Mexico, 6, 1948, H. 6 – außerdem: Neue Dt. Literatur, Jg. 2, 1954, H. 10: Macht, Verantwortung und Mut des Schriftstellers; Jg. 15, 1967: Auf den Straßen dieser Zeit. Erinnerungen – Sinn und Form 19, 1967: Ehm Welk zum Gedenken [mit H.J. Geerdts].

Bibliographie: H.-A. Walter: Ich hatte einst ein schönes Vaterland. Dt. Literatur im Exil 1933-1945. Aachen 1985 – B. Uhse: Eduard Claudius. Abriß der Spanienliteratur. Berlin 1960.

Selbständige Veröffentlichungen über Claudius: G. Piltz: Eduard Claudius. Leben und Werk. Berlin 1952.

Unselbständige Veröffentlichungen über Claudius: A. Stettiner: Der neue Mensch an unserer Seite. Zu dem Roman von Eduard Claudius „Menschen an unserer Seite“, in: Kritik in der Zeit. Der Sozialismus, seine Literatur, ihre Entwicklung. Hg. von K. Jarmatz u.a. Halle/S. 1970, S. 272-276 [zuerst in: Einheit 1952, S. 909-912] – U./U.: Wir sprechen miteinander und lernen dabei voneinander. Leipziger Leserdiskussionen mit Eduard Claudius über seinen neuen Roman „Menschen an unserer Seite“, in: Börsenblatt, Leipzig, 119, 1952, S. 228-230 – R. Recknagel: Zum Schaffen des Dichters Eduard Claudius, in: Die Nation 1960 – H. Schröder, B. Uhse: Eduard Claudius, in: Deutschunterricht 1961 – B. Seeger: Köpfe von heute: Eduard Claudius, in: Sonntag 31, 1961 – L. von Balluseck: Eduard Claudius, in: ders.: Dichter vom Dienst. 2. Aufl. 1963 – M. Reich-Ranicki: Eduard Claudius, in: Dt. Literatur in West und Ost. Prosa seit 1945. München 1963, S. 449-455 – Eduard Claudius, Schriftsteller, in: Mitteilungen der Dt. Akad. der Künste in Berlin 3, 1965, Nr. 5 – H. Haase: Variationen eines großen Themas. Zu zwei Erz. von Eduard Claudius, in: Sinn und Form 20, 1968, S. 662-676; ders.: Befragung einer Biographie. Zu einigen Motiven in Leben und Werk von Eduard Claudius, in: Weimarer Beitr. 22, 1976, H. 7, S. 112-121 – W. Hartwig: Eduard Claudius, in: Literatur der DDR in Einzeldarstellungen. Stuttgart 1972 – H. Haase: Befragung einer Biogr. Zu einigen Motiven im Leben und Werk von Eduard Claudius, in: Weimarer Beitr. 22, 1976, H. 7 – H. Haase: Gespräch mit Eduard Claudius, in: ebd., S. 97-111 – F. Trommler: Sozialist. Literatur in Deutschland. Stuttgart 1976 [s. Reg.] – K. Weiss: Für Eduard Claudius. Gedenkrede, in: Mitteil. Akad. der Künste der DDR 15, 1977, S. 14f. – Gespräch mit Erika Pick, in: Sinn und Form 1973, H. 2, S. 254-267 – H.E. Käufer: Aufrecht gehn und widerstehn. Der Schriftsteller Eduard Claudius. Eine lit. Wiederentdeckung, in: H. Hering, M. Klaus (Hg.): Und das ist unsere Geschichte. Gelsenkirchener Lesebuch. Oberhausen 1984, S. 196-200 – E. Schmitt: Eduard Claudius, volountaire des Brigades internationales, écrivain de la RDA: la quête d’un pays habitable, in: Chroniques allemandes 6, 1997, S. 87-94 – H. E. Käufer: Aufrecht gehn und widerstehn. Der Schriftsteller Eduard Claudius - eine literarische Wiederentdeckung, in: ders.: Lesezeichen. Düsseldorf 2001, S. 154-[159] – B. Pawlowski Die Rhetorik des Vorurteils: sprachkritische Untersuchungen zur deutschen Literatur über den Spanischen Krieg 1936 - 1939. Kiel 2001 [Diss.].

Nachlaß, Handschriftliches: 1. Akad. der Künste, Berlin: Werkmss. aus der Zeit nach 1945, u.a. Erz. und Romane, zahlr. Bühnenfassungen, Film- und Funkms., publizist. Arbeiten; persönl. Unterlagen; Korrespondenz geringen Umfangs, vorwiegend mit Verlagen, Glückwunschschreiben und Leserbriefe; Arbeiten fremder Autoren über Leben und Werk Claudius’ – vgl. Nachlässe und Slg. zur dt. Kunst und Literatur des 20. Jhs. Die Bestände der Stiftung Akad. der Künste Berlin. München 1995 – 2. Fritz Hüser-Inst. für dt. und ausländ. Arbeiterliteratur, Stadt Dortmund: Werke, Rez., Briefe

Sammlungen: 1. Akad. der Künste, Berlin: Materialslg., Zeitungsausschnittslg. – 2. StLB Dortmund, Personenslg.: Zeitungsausschnittslg.

Nachschlagewerke: Kutzbach 1950 – Kürschner: Dt. Lit.-Kalender 1952-1978 – Degener, 12. Aufl. 1955 – W. Sternfeld, E. Tiedemann (Hg.): Dt. Exillit. 1933-1945. Eine Bio-Bibliogr. Heidelberg 1962 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 3, 1971 – Biogr. Handb. der deutschsprach. Emigration, Bd. 1, 1980 – Oberhauser/Oberhauser, 2. Aufl. 1983 – H.A. Walter, G. Ochs (Hg.): Ich hatte einst ein schönes Vaterland. Dt. Literatur im Exil 1933-1945. Auswahlbibliogr. Aachen 1985 – Kindler, Bd. 4, 1988 – Killy, Bd. 2, 1989 – Westf. Literaturführer 1992 – Wilpert/Gühring, 2. Aufl. 1993 – Böttcher, Bd. 2, 1993 – Lex. deutschsprachiger Schriftsteller. 20. Jh. Hildesheim 1993 – Lex. sozialist. Literatur Stuttgart, Weimar 1994 – Dt. Biogr. Enzyklopädie, Bd. 2, 1995 – Knorr 1995 – Brauneck 1995 – Dt. biogr. Archiv, N.F., Fiche 227, Sp. 353-357 – Dt. Bibliothek.