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Karl Ludwig Costenoble

Geboren am 28. Dezember 1769 in Herford als Sohn eines reformierten Predigers. Erlernte in Magdeburg das Bäckerhandwerk. Gründete dort 1786 ein Privattheater. Verließ 1790 die Stadt, um Schauspieler zu werden. 1792 erfolgloses Bühnendebüt in Wien. Wollte anschließend Kapellmeister werden. Bereiste mit verschiedenen Wandertruppen 1795 Bayreuth, Salzburg, Nürnberg, 1796 Magdeburg und 1798 Altona. War hierauf 17 Jahre in Hamburg Komiker und Charakterschauspieler. Seit 1818 am Wiener Burgtheater. Spielte in den folgenden Jahren vornehmlich klassische Rollen. Verstarb nach Beendigung einer Gastspielreise am 28. August 1837 in Prag.

Seine Memoiren und Tagebücher sind eine ergiebige Quelle der Theatergeschichte.

Selbständige Veröffentlichungen: Dramatische Spiele. Ein Taschenbuch für 1810. Hamburg: Perthes [1809] [Inhalt: Die Steckenpferde [Lustspiel in 1 Akt]; Die Heimlichkeiten [Lustspiel in 2 Aufz.]; Die Zauberflöte [Lustspiel in 1 Akt]; Der Unsichtbare [Operette in 1 Akt]. Musik von Karl Eule] – Dramatische Spiele. Ein Taschenbuch für 1811. Hamburg: Schmidt 1811. 360S. [Inhalt: Vatertreue [Schauspiel in 1 Akt]; Die Katze läßt das Mausen nicht [Lustspiel]; Graf Niemand [Lustspiel in 1 Akt]; Das Blindkuhspiel [Lustspiel] Fehlgeschossen [Posse in 1 Aufz.]] (SA Hamburg) – Dramatische Spiele. Ein Taschenbuch für 1816. Hamburg: Hoffmann 1816 [Inhalt: Prinz Kilian [Posse mit Gesang in 2 Aufz.]; Lottoglück [Lustspiel in 1 Aufz.]; Die Kapitulation [Lustspiel]; Der Traum [Lustspiel in 2 Aufz.]] – Lustspiele. Wien: Tendler 1830. 289S. [Inhalt u.a.: Der tote Onkel [Posse in 1 Aufz.]; Der Schiffbruch. Dramatische Kleinigkeit in einem Aufzug; Die Testamentsklausel [Lustspiel nach Marivaux]; Die Terne [Lustspiel in 1 Akt]; Amor hilf [Schwank in 1 Akt]; Fehlgegriffen. Lustspiel in 1 Akt]] (Grabbe-Archiv Detmold) – Goedeke (s.u.) nennt weitere Schauspiele, die nicht gedruckt vorliegen und zwischen 1800 und 1829 uraufgeführt wurden.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Erlach: Charis 1821-1824 – Becker: Taschenbuch zum geselligen Vergnügen 1819-1832 [Jg. 1825: Erdbeeren und Küsse. Lustspiel] – Dresdner Abendztg. 1820: Bemerkungen und Andeutungen über verschiedene Gegenstände der dramatischen Kunst – Schütze: Taschenbuch der Liebe und Freundschaft gewidmet 1821 – Kotzebue: Almanach dramatischer Spiele 1824: Drei Erben und keiner [Lustspiel nach F. L. Schröder]; Jg. 1826: Der Alte muß [Lustspiel nach einer Idee von Gazot de Merville]; Der Unschuld Sieg – zahlr. theoretische Abh. über das Drama in verschied. Zeitschr.; zu einzelnen Theaterstücken s. Jb. der Grillparzer-Gesellsch. 25, 1915 und Wiener Theaterztg. sowie Goedeke (s.u.).

Tagebücher: Bruchstücke aus dem Tagebuche eines berühmten Schauspielers. Altona 1799. Mitget. von A. Lewald, in: Lewald: Neues Europa 1845, Bd. 1, S. 314, 318, 359, 365, 406, 411; Bd. 2, S. 269, 279, 295, 298, 308, 313, 325, 327 – F. Pietznigg (Hg.): Mittheilungen aus Wien. Wien 1834, Bd. 2-4 [enthält kurze Ausz. aus Costenobles Tagebüchern, umgestellt und häufig stilisiert u.d.T.: Skizzen aus meinem Leben: 1. Meine Familie, 2. Mein erster Ausflug nach Berlin, 3. Mein Aufenthalt in Altona, 4. Engagement in Dessau, 5. Übersiedlung nach Hamburg, 6. Hamburger Originale, 7. Die erste Nathan-Aufführung, 8. Iffland und Schröder] – Aus dem Burgtheater 1818-1837. Tagebuchblätter des K.K. Hofschauspielers und Regisseurs C.L. Costenoble. Hg. von K. Glossy und J. Zeidler. 2 Bde. Wien 1889. VIII, 347, 376S. (ULB Düsseldorf) – Sophie Schröder und Wilhelm Kunst. Blätter aus dem Tagebuch von Carl Ludwig Costenoble. Mit einer Vorr. von H. Stüncke. Berlin: Elsner 1913. 8S. (ULB Münster) – Carl Ludwig Costenobles Tagebücher von seiner Jugend bis zur Übersiedlung nach Wien [1818]. Auf Grundlage der Originalhandschr. mit Einl. und Anm. vers. von A. von Weilen. 2 Bde. Berlin: Gesellsch. für Theatergesch. 1912. XVI, 272, 265S. (=Schr. der Gesellsch. für Theatergesch. 18/19) (ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld, StLB Dortmund, UStB Köln) – Costenoble über Grillparzer. Ungedruckte Notizen aus seinen Tagebüchern. August Sauer zum 12. Oktober 1915, dargebracht von A. Bülon. Hg. von A. von der Weilen. Berlin 1915 – [Tagebuchausz.] in: A. Lewald (Hg.): Allg. Theaterrevue 3, 1837, S. 3-157 [Rez.: Blätter für lit. Unterhaltung 1838, Nr. 231, S. 938].

Zeitgenössische Zeugnisse: Heinrich Anschütz: Erinnerungen. Wien 1866; Neudr: Leipzig 1900, S. 183 – Friedrich Ludwig Schmidt: Denkwürdigkeiten. Hg. von H. Uhde. Hamburg 1875 [s. Register].

Selbständige Veröffentlichungen über Costenoble: E. Schneck: Karl Ludwig Costenobles Leben und Wirken am Wiener Hofburgtheater (1818-1837). Diss. Wien 1934.

Unselbständige Veröffentlichungen über Constenoble: F.K. Weidmann: Carl Ludwig Costenobles theatralische Laufbahn, in: Hormayrs Archiv 1823, S. 533, 559 – [Nekrolog] in: Allg. Theaterztg., Nr. 167, Wien 1837, S. 684; Nr. 176, S. 712; Nr. 204, S. 832 – [Nekrolog] in: Almanach für Freunde der Schauspielkunst 1837, S. 75 – M. Necker: Karl Ludwig Costenoble, in: Grenzboten 47, Bd. 4, 1888, S. 265.

Erwähnungen in: Sengle, Bd. 2, 1972, S. 57, 756.

Bildnis: 1. Ztg. für die elegante Welt, Juni 1819 – 2. Allg. Theaterztg., Wien 1837 (zwei Porträts) – 3. Brustbild, Kupfer von F. Fleischmann (StLB Dortmund, Q 500; s. Westf. Bildnisse, 1927, S. 5).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. StB Wien: Tagebücher – 2. StLB Dortmund: 4 Briefe, Handschr.

Nachschlagewerke: Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 17, 1820; Bd. 22,1, 1829 – Raßmann 1823 – Gräffer/Czikann, Bd. 1, 1835 – Neuer Nekrolog 15, 1837 (1839), Bd. 2 – Schröder, Bd. 1, 1851 – Nouvelle Biogr. générale, Bd. 12, 1853 – Wurzbach-Tannenberg 1858, Bd. 3; 1874, Nachtr. – ADB, Bd. 4, 1876 – Brümmer, Bd. 1, 1876 – Reden/Esbeck 1879 – Eisenberg 1903 – Brümmer, 6. Aufl., Bd. 1, 1913 – NDB, Bd. 3, 1957 – Goedeke, 3 Aufl., Bd. 11/II, 1929 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 1, 1949; 3. Aufl., Bd. 2, 1969 – Kosch: Theater-Lex., Bd. 1, 1952 – Allg. Theaterlex. 1846, Bd. 2 – Killy, Bd. 2, 1989 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 203, Sp. 389-416.