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Willy Kramp

Geboren am 18. Juni 1909 in Mülhausen/Elsaß als Sohn eines ostpreußischen Eisenbahnbeamten. Als das Elsaß 1918 französisch wurde, zog die Mutter mit ihren neun Kindern nach Pommern. Schulbesuch zunächst in Stolp. Nach dem Abitur Arbeit auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein. Studium (ein Semester) an der Hochschule für Leibesübung in Berlin-Spandau. Studium der Philosophie, Psychologie, Germanistik und Anglistik als Stipendiat der Deutschen Studienstiftung in Bonn, Berlin und Königsberg. 1934 Dr. phil. 1935 Staatsexamen für das Höhere Lehramt. Wohnsitz in Ostpreußen. Von 1936 bis 1939 Lehrer an einer privaten Mädchenschule im Samland und Assistent an der Universität Königsberg. 1939 Einberufung als Heerespsychologe. 1942 Studienrat an der Heeresfachschule. 1943 Soldat. Von 1945 bis 1950 in sowjetischer Gefangenschaft. Von 1950 bis 1957 Leiter des Evangelischen Studienwerkes in Villigst/Schwerte. War in dieser Zeit Mitbegründer des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Gleichzeitig wurde er Mitarbeiter an der Monatsschrift Die neue Furche. Seit 1957 freier Schriftsteller. Er starb am 19. August 1986 in Villigst.

Schlagartig war er 1939 mit seinem Ostpreußen-Roman „Die Fischer von Lissau” bekannt geworden. Aber seine literarische Karriere begann erst 1950 in Villigst, nachdem er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war. Über 20 Bücher hat er hier geschrieben, Romane, Erzählungen und Essays. (Hans Schulz-Fielbrandt)

Im Zentrum von K.s Werk steht das Thema des religiösen Menschen als eines Außenseiters. Dostojewskis Einfluß ist spürbar vor allem in K.s erfolgreichstem Roman „Die Fischer von Lissau“. Eine Vermittlung zwischen christ. Weltbild und Realismus sucht K. im religiösen Entwicklungsroman („Die Jünglinge“ Berlin 1943. Göttingen 1952), im gleichnishaften („Die Prophezeiung“ Göttingen 1950) und im autobiograph. Erzählen („Brüder und Knechte.“ Verkehrte Welten. Zur imaginären Ethnographie des 19. Jahrhunderts. Ebd. 1977, 1981 –. München 1965). (Killy-Literaturlexikon)

Auszeichnungen: Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis (1967) – Ehrendoktor der Kirchlichen Hochschule Berlin (1975).

Sammel- und Werkausgaben: Lebens-Zeichen. 1978, 1986) – Alle Kreatur. Ausgew. Erzählungen und Betrachtungen. Stuttgart: Quell 1984.

Selbständige Veröffentlichungen: Die ewige Feindschaft. Roman. Jena 1932 – Die Herbststunde. Erzählung. München 1937; Göttingen: Deuerlich 1954; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1956 – Geist und Gesellschaft. Über die Auflösung der ständischen Gesellschaft im epischen Werk von Karl Gutzkow. Würzburg: Triltsch 1937 [Diss. phil.] – Die Fischer von Lissau. Roman. Berlin: von Hugo 1939; Berlin: Dt. Buchgemeinschaft 1940; Düsseldorf: Schwann 1947; Göttingen: Deuerlich 1951; Gütersloh: Rufer 1958; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1961; Freiburg/Br.: Herder 1979, 1981 – Wir sind Beschenkte. Erzählungen. 1939; Berlin: Furche 1940; Tübingen: Furche, 1949; Hamburg: Furche, 1951, 1953, 1956, 1962; Gießen: Brunnen 1985 – Bei den Fischern. Hannover: Feesche 1940; Göttingen 1952 – Die Jünglinge. Roman. Hamburg 1943; Hamburg: von Hugo [um 1945]; Göttingen: Deuerlich 1952; Stuttgart: Evang. Buchgemeinde [1963] – Die Prophezeiung. Erzählung. Göttingen 1950, 1951 (mehrere Aufl.), [1954]; 6. Aufl. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1960 – Ich rufe. Erfahrungen und Begegnungen in sowjetrussischer Kriegsgefangenschaft. Rede. Gütersloh: Kirche und Mann [1950] – Konopka. Ein Spiel aus dem alten Ostpreußen. Göttingen: Deuerlich 1952, 1953 – Sieben Perlen. Zwei Erzählungen. Hamburg: Furche 1952, 1954 – Was ein Mensch wert ist. Erzählungen. Göttingen: Deuerlich 1952, 1953; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1956, 1961; Wuppertal: Brockhaus 1972 – Der gehorsame Fischer. Gütersloh: Rufer 1953 – Die Purpurwolke. Roman. Göttingen: Deuerlich 1953, 1954 – Ostpreußen. Reisebuch. Bielefeld: Velhagen & Klasing 1953 – Von der Gleichzeitigkeit des Lebendigen. Zwei Betrachtungen. Stuttgart: Kreuz 1953; Göttingen: Deuerlich, 1953; erw. Neuaufl. 1956 – Wenn ich es recht bedenke. Kleine Traktate. Hamburg: Furche 1955 – Die Spiele der Erde. Gedanken in einem Garten. München: Biederstein, 1956, 1965 – Die treuen Helfer. Trost und Gewalt der Lieder. Stuttgart: Kreuz 1957 – Vom aufmerksamen Leben. Meditationen und Gespräche. Hamburg 1958 – Das Geheimnis der Autorität. Vortrag. Wuppertal-Barmen 1959 – Das Lamm. Erzählung. München. Biederstein 1959 (2 Aufl.), 1966; amerik. Übers. New York 1963 – Das Wespennest. Erzählung. Kassel: Lometsch 1959, 1968 – Die Freude. Berlin: Evang. Verlags-Anstalt 1962, 1965, 1967 – Die Welt des Gesprächs. Essay. Zürich: Arche 1962 – Brüder und Knechte. Bericht. München: Biederstein, 1965 (mehrere Aufl.), 1966; Stuttgart: Evang. Buchgemeinde [1966], [1967], [1973]; Frankfurt/M.: Büchergilde Gutenberg, 1968; Gießen: Brunnen 1984, 2000 – Die Last der Wahrheit. Strukturen und Probleme gegenwärtiger Dichtung. Ratingen: Henn 1967 – Muße und Vertrauen. Villigster Reden. Evang. Studienwerk 1968 – Über die Freude. 2 Betrachtungen. Hamburg: Furche 1968, 1970 – Der letzte Feind. Aufzeichnung. München: Biederstein 1969; Hamburg: Siebenstern-Taschenbuch 1972; Freiburg/Br., Heidelberg: Kerle 1980 [Rez.: A. Dempf: Zeitwende 40, 1969, S. 635f.] – Erneuerung und Ursprung. Gladbeck: Schriftenmissions-Verlag 1969 – Deine unbesiegbare Kraft. Ebd. 1970, 1979; Gießen: Brunnen 1985 [vom Autor gek. Fassung seiner Aufzeichn. Der letzte Feind] – Gorgo oder Die Waffenschule. Erzählungen. München: Biederstein 1970 [Rez. 1. I. Meidinger-Geise, in: 1. Zeitwende 42, 1971, S. 284f.; 2. W. Wien: Neue Dt. Hefte 18, 1971, H. 2, S. 169-171] – Herr Adamek und die Kinder der Welt. Erlebnisse eines Arglosen. Freiburg/Br.: Herder 1977, 1978 [Rez.: G. Bartsch: Neue Dt. Hefte 25, 1978, S. 152f.]; Gütersloh: Mohn 1979; Stuttgart: Quell 1987 – Lebens-Zeichen. Meditationen, Bilder, Reden. Freiburg/Br.: Herder 1978; Stuttgart. Quell 1986 – Zur Bewährung. Roman. Freiburg/Br.: Herder 1978, 1979 – Ausgewählte Kostbarkeiten. Ausgew. von Gottfried Berron. Lahr/Schwarzwald: SKV-Edition 1980, 1982 – Protest der Schlange. Signale zum Umdenken. Stuttgart: Kreuz 1981 – Wintermai und Sommerschnee. Augenblicke meines Lebens. Freiburg/Br.: Kerle 1981 – Alle Kreatur. Ausgewählte Erzählungen und Betrachtungen. Stuttgart: Quell 1984 – Das Versteck. Erzählung. Ebd. 1984 – Ich habe gesehen. Gedichte. Ebd. 1985 – Lebenszeichen. Meditationen, Bilder, Reden. Freiburg/Br.: Herder 1978; Stuttgart 1986 – Wider die Krebsangst. Chronik eines Kampfes. Stuttgart. Quell 1986 – Ankunft in der Stadt. Novelle. Aus dem Nachlaß hg. von Helene Kramp. Ebd. 1988.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Die neue Furche 1952: Der Seufzer [Novelle]; Über Wahrheit und Lüge in der gegenwärtigen Dichtung; Holzschnitte von Werner Zöhl [Betrachtung] – Zeitwende Jg. 1956: Die Macht der Lüge; Jg. 1985: Dialog mit den Ursprüngen; Über meinen Weg als christlicher Schriftsteller; Das Geheimnis der Gestalt; Dialog mit den Ursprüngen – Das Gespräch 1959, H. 17: Das Geheimnis der Autorität – Max Hunzike: Lithogr. zum Cherubinischen Wandersmann des Angelus Silesius. Hamburg 1962, 1964 [Einf.] – Ostpreußen, Westpreußen und Danzig. Das große Bilderbuch der Erinnerung. München [1962; Einl.] – Westfalenspiegel 1967, H. 7: Im wechselnden Licht; 1969, H. 5: Die Familie von A.; H. 6: Neue Heimat Westfalen; 1970, H. 8: Der Erzählung des Gastwirts, meines Kriegskameraden; 1971, H. 1 [Ged.]; H. 11: Menschen und Zeiten in Polen – Theologia vaitorum XIII 1975/76. Jb. der Kirchl. Hochschule Berlin: Gibt es eine christliche Dichtung? [Vorlesung, gehalten anläßl. der Ehrenpromotion zum Dr. theol. der Kirchl. Hochschule Berlin am 17.10.1975].

Übersetzungen: J. Cary: Ein schwarzer Prinz. Roman. 1938.

Rundfunk: Die Macht der Lüge. Hörspiel (1969).

Selbständige Veröffentlichungen über Kramp: B. Haller (Hg.): Willy Kramp zur Vollendung des 70. Lebensjahres am 18. Juni 1979. Münster 1979 [Beitr. von M. Fischer, M.L. Hadley, I. Meidinger-Geise, R.O. Wiemer, T. Strohm, H.E. Tödt, B. Haller] – M. Hadley: Willy Kramp. Towards a christian poetics of the novel. 1972 – Kein Garten Eden. Gedenkbuch für Willy Kramp. Im Auftrag des Heimatvereins Schwerte e.V. hg. von J. Wilkes. Schwerte 1987 [Beitr., hauptsächlich religiöse Widmungstexte und Erinnerungen, von A. Tolk, M. Kramp, S. Kramp, K.-F. Wiggermann, J.C. Hampe, J. Reding, U. Homann, H. Kleiböhmer, Nachruf der Dt. Lions-Vereinigung, F. Wilkes, I. Hartmann, G. Schimansky, G. Czell, H. Timme, E.D. Schmerbeck, D. Wermes, G. Böhm, K.-Th. Siebel, G. Keusen, St. Kramp, Bibliogr. der Buchveröffentlichungen, unveröffentl. Ged. von W. Kramp: O Ewigkeit, du Schöne].

Unselbständige Veröffentlichungen über Kramp: E. Rose: Willy Kramps Uberwindung der Heimatkunst. Was ein Mensch wert ist. Zum 50. Geb. von Willy Kramp in: Das Bücherschiff 59, 1953; dass., in: Monatshefte 45, 1953 – E. Sylvanus: Willy Kramp, in: Westfalenspiegel 1956, H. 11, S. 24 – I. Meidinger-Geise: Dialog mit dem Verborgenen. Der Dichter Willy Kramp, in: Westfalenspiegel 1967, H. 11, S. 24f. – H. Flügel, in: Handbuch der dt. Gegenwartsliteratur. Hg. von H. Kunisch. Bd. 1. 2. Aufl. München 1969, S. 398f. – E. Krämer: Erzähler der Schöpfung. Dr. Willy Kramp zum 60. Geb., in: Unsere Kirche 24, 1969, Nr. 24 – G. Meinck: Der Dichter Willy Kramp, in: Lion 1973, H. 12, S. 646-648 – W. Schulte: Der westf. Heimatbund und seine Vorläufer. Bd. 1. Münster, 1973, S. 275 – J. Reding: Durch Leid erhärtete Hoffnung. Anm. zur Prosa Willy Kramps, in: Unsere VEW 47, 1973, Nr. 1, S. 32 – M.L. Hadley: Ideology and Fiction, in: Germania-Slavica 1973 – K.-F. Wippermann: Kein Garten Eden. Willy Kramp 75 Jahre alt, in: Dt. Pfarrerblatt 84, 1984, S. 280 – U. Homann: Die Wirklichkeit ist größer als das Sichtbare. Zum Tode des Schriftstellers Willy Kramp, in: Westfalenspiegel 1986, H. 10 – H. Peuckmann: Willy Kramp - Dichter aus christlicher Weltverantwortung, in: Literatur in Westfalen 7, 2004, S. [165]-177.

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: 1. DLA Marbach: Prosa; Brief an Herbert Georg Göpfert, undatiert; an B. von Heiseler, 1957 (1), 1963 (1), 1964 (1), 1966 (2); an Karl Kohl, 9.11.1841; Korrespondenz mit dem Langen-Müller-Verlag 1937/38 – 2. Heine-Inst., Düsseldorf: Brief an Paul Schmidt, 1951 (1); vgl. Lit. Nachlässe in NRW 1995  

Sammlungen: 1. Westf. Literaturarchiv Hagen: Slg. – 2. StLB Dortmund, Personenslg.: Zeitungsausschnittslg.

Internetauskünfte: www.bautz.de/bbkl/kramp.html.

Nachschlagewerke: Oehlke 1942 – Kutzbach 1950 –Kürschner: Dt. Lit.-Kalender 1952-1998 – J. Beer (Hg.): Der Romanführer IV, 1953 – Degener, 12. Aufl. 1955 – RGG, 3. Aufl., Bd. 4, 1960 – G. Kranz: Christl. Literatur der Gegenwart II, 1961 – Sie schreiben zwischen Moers und Hamm 1974 – Lennartz, 11. Aufl. 1978 – Who’s Who in Literature? Bd. 1, 1978/79 – Oberhauser/Oberhauser, 2. Aufl. 1983 – F. Lennartz, Dt. Schriftsteller des 20. Jhs. im Spiegel der Kritik, Bd. 2, 1984 – rororo-Autorenlex. deutschspr. Literatur des 20. Jhs., 1984 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 9, 1984 – Munzinger Archiv 1986 – Schulz-Fielbrandt 1987 – Killy, Bd. 7, 1990 – Lit. Porträts NRW 1991 – Brauneck 1995 – Dt. Biogr. Enzyklopädie, Bd. 6, 1997 – Munzinger Archiv 1999 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 751, Sp. 282-285 – DBE, Bd. 6, 1997 – Dt. Bibliothek.