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Bernhard Joseph Docen

Geboren am 1. Oktober 1782 in Osnabrück als Sohn eines Kanzleisekretärs. Besuch des dortigen Gymnasiums. In Göttingen zunächst Studium der Medizin, dann der Archäologie und Philologie. 1802 Übersiedlung nach Jena. Dort Studienabschluß. Kontakt zum Kreis der Frühromantiker. Seit 1803 Anstellung in der Münchener Hofbibliothek, ab 1806 als Skriptor, ab 1811 als Kustos. Verstarb am 21. November 1828 in München.

Erwarb sich besondere Verdienste in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Vor- und Frühgeschichte der deutschen Literatur. Plädierte schon früh für die Einordnung eines Werks in den historischen Kontext.

Pseudonym: Pr.

Selbständige Veröffentlichungen: (Ausw.) Andenken an Hanns Sachs, berühmten Nürnbergischen Meistersänger. Altdorf 1803. 15S. – Denkmal des ersten Regierungsjahres Maximilian Josephs Königs von Baiern. Geschrieben zu Anfang des Jahres 1804. München: Hübschmann 1806 – Miscellaneen zur Geschichte der teutschen Literatur, neu aufgefundene Denkmähler der Sprache, Poesie und Philosophie unserer Vorfahren enthaltend. Bd. 1.2: Zusätze. München: Scherer [1809: Fleischmann] 1807-1809 (Lipp. LB Detmold, ULB Münster, UStB Köln) – Ode auf das Beylager Seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen von Baiern Ludwig, mit Ihrer Herzoglichen Durchlaucht, Therese, Prinzessin von Hildburghausen. München 1810 [Pseud. Pr. Pr.] – Cendrillon, eine Idylle. Mit umgekehrten Buchstaben und gewöhnlicher Feder auf Stein geschrieben. München 1811 – Über die Ursachen der Fortdauer der lateinischen Sprache seit dem Untergang des abendländischen Reiches. München 1815 – Madame Angelica Catalani in München. Eine Rhapsodie in sundergauischen Hexametern. München 1818 – Sinnsprüche und Denkreime. München: Lindauer 1826 – vereinfachung der deutschen rechtschreibung und erleichterung des deutschen schreibeunterrichts durch entfernung der großen anfangsbuchstaben. München 1826.

Unselbständige Veröffentlichungen in: (Ausw.) Aurora 1803; Jg. 1805: Bilder der Zeit. Geist des neuesten Philosophismus [dramat. Szene in Versen]; Phantasien: Faun und Nymphe auf einem Camee [Ged.]; Die schützende Nähe [Ged.]; Phantasien und Bilder. Jupiter und Ganymed – von Aretin: Beyträge zur Gesch. und Literatur 1804, St. 9-11 – Neuer lit. Anzeiger 1806, Nr. 1, S. 11-14, 218-220: Altdeutscher Witz und Verstand; Jg. 1806-1808 [regelmäßige Beitr.] – Wieland: Neuer Teutscher Merkur 1808: Litterarische Erscheinungen – Passionsspiele - Osterfeiern und -spiele 1806: Das Leiden Christi. Ein Mystère aus dem dreyzehnten Jahrhundert, mit untermischten teutschen Versen – Eos 1808; Jg. 1824; Jg. 1826f. – Ztg. für die elegante Welt 1809, Nr. 54: Symbole der Mahlerey und Musik in Albrecht Dürer's Handzeichnungen; Jg. 1814: Gedichte – Schelling: Allg. Zeitschr. 1813, Bd. 1, H. 2-4 – Zeitschr. von Deutschen für Deutsche 1813: Ausführliche Beurtheilung der Sammlung deutscher Gedichte des Mittelalters – weitere Gelegenheitsged. und zahlr. literaturwiss. Fachaufs. (s. Goedeke).

Herausgabe: Museum für altdeutsche Literatur und Kunst [mit Friedrich Heinrich von der Hagen und Johann Gustav Gottlieb Buesching]. Bd. 1f. Berlin: Unger 1809-1811 (UB Bonn; Bd. 1, H. 1.2: Germ. Seminar WWU Münster); Forts. u.d.T.: Sammlung für altdeutsche Literatur und Kunst. Breslau 1812-1813 (UB Bonn, Lipp. LB Detmold) – Erstes Sendschreiben über den Titurel, enthaltend die Fragmente einer Vor-Eschenbachischen Bearbeitung des Titurel. Aus einer Handschrift der königlichen Bibliothek in München hg. und mit einem Commentar begleitet. Berlin, Leipzig 1810 (UB Bonn, UB/StB Köln) – Lied eines fränkischen Dichters auf König Ludwig III., Ludwig des Stammlers Sohn, als selber die Normannen im Jahre 881 besiegt hatte. Nach sieben früheren Abdrücken zum erstenmal strophisch eingetheilt und an mehreren Stellen berichtigt. München 1813 – Franz von Spann: Politisches Testament. 1831 (EDDB Köln).

Briefe an Docen: von Georg Friedrich Heinrich Rheinwald, Jacob und Wilhelm Grimm, Johann Christian Siebenkees, Karl Friedrich Ludwig Arndt, Johann August Zeune, Heinrich August Hoffmann von Fallersleben, Joseph von Laßberg u.a., in: P. Strauch: Zur Geschichte der dt. Philologie. Briefe an B.J. Docen, in: Anzeiger für dt. Altertum 28, 1901, S. 123-159 – von Therese Huber, in: Euphorion 28, 1927, S. 369f.

Zeitgenössische Zeugnisse: J.A. Schmeller: Erinnerungen an Docen, in: Inland 1829, S. 439 – Ludwig Emil Grimm: Erinnerungen. Leipzig 1911, S. 133.

Erwähnungen in: R. von Raumer: Geschichte der germanischen Philologie vorzugsweise in Deutschland. München 1870, S. 343-354 – E. Grunewald: Friedrich Heinrich von der Hagen [...]. Berlin, New York 1988, S. 76-81, 327-349 – Weber 1991, S. 41-72 [mehrf. erwähnt].

Nachlaß, Handschriftliches: Bayer. StB München: Nachlaß Doceniana: Gedichte [Sonette], Briefe.

Nachschlagewerke: Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 13, 1808; Bd. 22,1, 1829 – Rotermund, Bd. 1, 1823 – Neuer Nekrolog 6, 1828 (1829) – Ersch/Gruber, 1877, Bd. 29 – Eckart 1891 – ADB, Bd. 5, 1875 – Killy, Bd. 3, 1989 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 243, Sp. 101-117.