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Andreas Grunenberg

Geboren am 23. Juni 1856 in Münster als Sohn eines königlichen Rentmeisters. Er wuchs in Borken auf. Gymnasialzeit in Coesfeld. Studium in Münster, Gießen und Heidelberg. Promotion zum Dr. phil. Anschließend war er Syndikus der Handwerkerkammer Düsseldorf und Generalsekretär des Rheinischen Vereins zur Förderung des Arbeiterwohnungswesens. Mitglied des Preußischen Landtags für die Zentrumspartei. Er starb 1931.

Unter dem Sammeltitel "Raohdorper Geschichten I-III" finden wir im ersten Teil "Tante Sättken", einen flott erzählten tragikomischen Roman mit straffer Handlung, im zweiten Teil "Giärd Braohmkamps" tritt zwar noch als integrierende Hauptperson der Titelheld auf, doch wird der Handlungsverlauf in eine Kette einzelner humoristischer Begebenheiten zergliedert, während der später zugefügte dritte Teil "Mien Duorp und siene Inwüöhrners" aus einer Sammlung einzelner, vorher z.T. in Zeitschriften separat veröffentlichter Kurzerzählungen besteht, die nur noch den Ort der Handlung, Raohdorf, gemeinsam haben. [...] Die erzählten Geschichten handeln um die Mitte des 19. Jahrhunderts, zum Zeitpunkt des Entstehens also bereits in der "guten alten Zeit". Anknüpfend an die politischen Unruhen der 1848er Revolution und die dadurch erzeugte "Territorialhysterie" der im Münsterlande damals keineswegs beliebten preußischen Behörden, schildert Grunenberg im ersten Band die komisch-unglücklichen Verwicklungen seines militärdienstleistenden Helden Giärd Braohmkamps in den Aufruhr der Revolution und seine schließliche Rettung aus dem Ungemach, der drohenden Vollstreckung des Todesurteils, durch das "mannhafte" Eintreten der eigentlichen Hauptfigur, der resoluten Tante Sättken Schulte Holthusen. [...] Der erste Band hat im Urteil der zeitgenössischen Kritik hohe Wertschätzung gefunden, besonders die Klimax der Erzählung, das dritte Kapitel, "gehört zum Besten, was in niederdeutscher Sprache gedichtet worden ist. Hätte Grunenberg auch nichts anderes geschrieben als dies eine Kapitel, so müßte ihm doch ein Ehrenplatz eingeräumt werden unter den berufensten plattdeutschen Dichtern" (L. Schröder: Neuere nddt. Lit., in: Niedersachsen 6, 1900/1901). (Kremer 1983)

Pseudonym: Sacharias.

Selbständige Veröffentlichungen: Die Landarbeiter in der Provinz Schleswig-Holstein, Hannover östlich der Weser [...]. Tübingen: Laupp 1899. 39S. [Diss.; Teildr.] (UB Bochum) – Wie wird man Staatsbeamter. 1901 – Giärd. 'n Vertellster ut't Mönsterland. 2 Bde. Essen: Fredebeul & Koenen 1901. 168, 211S. (Bibl. WHB Münster, ULB Münster, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf, KA Borken); 2. Aufl. u.d.T.: Raohdorper Geschichten. 3 Bde. ebd.; Münster: Greve 1916-1918 [Bd. 1: Tante Sättken. 276S. (UB Bonn, ULB Münster, EAB Paderborn); Bd. 2: Giärd Braohmkamps. 332S. (ULB Münster, UB Bonn); Bd. 3: Mien Duorp un siene Inwüöhrners. 162S. (ULB Münster, UB Bonn, ULB Düsseldorf, KA Borken)] – Das Religionsbekenntnis der Beamten in Preußen. 2 Bde. Berlin: Puttkamer und Mühlbrecht 1914, 1918. 443S. (StUB Köln, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf, StB Mönchengladbach) – Den lästen Dag. Nen Siälen-Verläwnis. Van den Schriewer Sacharias. Geleitw. von K. Klein. Paderborn: Junfermann 1924. 35S. (ULB Münster, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf, EAB Paderborn) – De niee Moder. Dat Gericht. Von dem Schriewer Sacharias. Borken: Rehms 1929. 39S. (ULB Düsseldorf, EAB Paderborn) – zahlr. Schr. zum Handwerkswesen.

Unselbständige Veröffentlichungen in: De Kiepenkerl, Westf. Heimatkalender, Essen, 1909 [Erz.] – Uhlmann-Bixterheide 1921: Selbstbiographie – Lex. der Görres-Gesellsch., Freiburg/Br. – Wirtschaftsztg., Stuttgart, Köln.

Herausgabe: Neue Handwerker-Bibliothek. 8 Hefte. 1900-1903 (StB Mönchengladbach: Jg. 1902) – Katechismus für Handwerker und Kleingewerbetreibende nebst Buchführung. Gleichzeitig Anleitung zur Ablegung der Gesellen- und Meisterprüfung. Essen: Fredebeul & Koenen 1903. 80S. (StB Mönchengladbach) – Jahresberichte des rhein. Vereins zur Förderung des Arbeiterversorgungswesens. 1904-1908. 1936. 319S.; Neuaufl. 1950 – Das goldene Unselbständige Veröffentlichungen über Grunenberg: L. Foerste: Andreas Grunenberg (geb. 1856), in dies.: Plattdt. Erzähler des 19. Jhs. Neumünster 1977, S. 115-118.

Erwähnungen in: L. Schröder: Neue nddt. Lit., in: Niedersachsen, Illustr. Halbmonatsschr., Bremen, 6, 1900/1901, S. 401f. – Kremer 1983 – Foerste 1987 [s. Reg.] – Nddt. Lit. in Münster 1993 – Weber 1994, S. 38-50.

Sammlungen: WLA Hagen: Materialslg.

Nachschlagewerke: Seelmann, Bd. 2, 1902 – Dt. Wirtschaftsführer 1929 – Kosch, Bd. 1, 1933 – Schönhoff 1914 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 6, 1978 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 489, Sp. 396-398.