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Karl Ziegler

Geboren am 27. September 1806 in Horn-Bad Meinberg als Sohn eines Medizinalrats und Arztes. Besuch der Volks- und Rektoratsschule in Horn und des Gymnasiums in Detmold. 1819 erstes Zusammentreffen mit Christian Dietrich Grabbe. Nach dem Jurastudium in Halle und Jena ließ er sich in Detmold als Rechtsanwalt nieder. Er war in dieser Zeit mit Grabbe befreundet. 1838 Übernahme eines Richteramts. Seit 1840 gab er im Verlag der Meyerschen Hofbuchhandlung in Lemgo mehrere Übersetzungen heraus. Seit 1842 war er Prokurator bei den Fürstlichen Obergerichten. Seit 1850 leitete er als Nebenbeschäftigung die Redaktion des Lippischen Regierungs- und Anzeigenblattes. Er starb 1867 in Detmold. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine Grabbe-Biographie. Dabei war ihm seine Ehefrau Sophie eine Hilfe, die fünf Jahre im Dienst von Grabbes Frau gestanden hatte.

Er war ständiger Mitarbeiter des in Lemgo erscheinenden „Sonntagsblattes“. Eine Anzahl der in dieser Zeitung erschienenen Aufsätze stellte er später zu einem kleinen Buche zusammen, das 1862 bei F. L. Wagener in Lemgo unter dem Titel „Aus vergangenen Tagen“ erschien. In dieser Sammlung sind die beiden Charakterskizzen über „Theodor Althaus“ und den früh verstorbenen lippischen Dichter „Friedrich Begemann“ noch heute von Interesse. Auch als Theaterrezensent machte sich Ziegler einen Namen. Eine Sammlung seiner Theaterrezensionen wurde von ihm im Jahre 1861 unter dem Titel „Dramaturgische Blätter“ ebenfalls bei F.L. Wagener in Lemgo herausgegeben. Die beiden Zieglerschen Büchlein sind für den Heimatfreund wegen ihrer kulturellen und lokalgeschichtlichen Schilderungen von großem Interesse. Außer einer Kenntnis über die Organisation des damaligen Theaters, über die Auswahl der Stücke, die geistigen Bedürfnisse des Publikums erfahren wir unter anderem, daß am 15. November 1841 der Komponist und Klaviervirtuose Franz Liszt in Detmold auf seiner Weltreise eines seiner wunderbaren Klavierkonzerte gab [...]. Ziegler war eine durchaus konservative Natur von abwägender und aristokratischer Geisteshaltung. Als Nachfahre der klassischen Zeit lehnte er die Romantik ab [...]. Die demokratischen Tendenzen der Freiligrath, Weerth und Althaus waren ihm geradezu verhaßt. (Staercke 1936)

Pseudonym: Carlopago.

Selbständige Veröffentlichungen: Aus vergangenen Tagen. Lemgo: Wagener 1852. 98 S. (Lipp. LB Detmold) – Das Reich der Wiedertäufer in Münster. Ein historischer Abriß. Lemgo, Detmold: Meyer 1854. 62 S. (Lipp. LB Detmold, ULB Münster) – Oden. Salzburg: Taube 1866. 78 S. – Machiavelli's Leben. Florentinische Geschichte vom Jahr 1492-1512. Karlsruhe 1841 (= Niccolo Machiavelli: Werke, Bd. 8) (Lipp. LB Detmold, ULB Münster) – Gedichte. Leipzig: Brockhaus 1843. 107 S. – Grabbe's Leben und Charakter. Hamburg: Hoffmann und Campe 1855. 212 S. (ULB Münster, StUB Köln, Lipp. LB Detmold); Neudr. der Erstausgabe von 1855. Im Auftr. der Grabbe-Gesellsch. mit einem referierenden Exkurs hg. von K.-A. Hellfaier. Horn: Verlag der Manufactur 1984. 244 S.; Faks.-Dr. der Erstausgabe von 1855. Hg. von der Grabbe-Gesellsch. mit einem Nachw. von D. Kopp und M. Vogt. Detmold: Grabbe-Gesellsch. 1990. 218 S. (Lipp. LB Detmold) – Das Buch Hiob im Religionsunterricht. Langensalza: Beyer 1914. 45 S. (= Päd. Magazin 564) (ULB Münster).

Freundschaftliche Briefe ; Macchiavellis Leben. Florentinische Geschichte vom Jahre 1492-1512 von Carl Ziegler
Verfasser: Karl Ziegler *-1877* Sonst. Personen: Niccolò Macchiavelli Erschienen: 1841
Schriftenreihe: Niccolo Macchiavelli's Sämmtliche Werke; 8

Herausgabe: Dramaturgische Blätter. Lemgo: Wagner 1861. 78 S. [Theaterrez.] (Lipp. LB Detmold).

Unselbständige Veröffentlichungen in: Ztg. für die elegante Welt 1834, S. 259, 264, 351, 359: Korrespondenz aus Hannover; Nr. 136 vom 15.7.1839, S. 543f.; Nr. 137 vom 16.7.1839, S. 547f. (Lipp. LB Detmold): Aus Detmold (Freiligrath; Erinnerungen an Grabbe; Ueber Grabbe und seine Heimath) [weitere Veröff. unter Pseud. Carlopago] – Morgenbl. 1847, Nr. 271-276 (Lipp. LB Detmold): Leben und Charakter Grabbe's [Vorabdr.] – von Tabouillot: Producte der Rothen Erde 1846, S. 25-60: Friedrich Begemann. Eine Erinnerung – Lipp. Magazin 8, Nr. 8-10 vom 25.5. bis 8.6.1842 (Lipp. LB Detmold): Friedrich Begemann. Ein Lebensabriß – Schad/Hub: Dt. Dichter-Gaben 1868, S. 121: Ein Abenteuer; S. 123: Dichters Bitte – Till Eulenspiegel 1830f.; Berliner Figaro 1831-1848 [u.a.: Stellungnahmen gegen Edmund Dullers Grabbe-Biographie] – Lipp. Staatsztg. 6, Nr. 323 vom 9.12.1934 (Lipp. LB Detmold): Alt-Detmolder Erinnerungen. Franz Liszt in Detmold (1841) – weitere Beitr. in: Die Posaune 1831-1844; Hannoversche Morgenztg. 1845-1846; Leipziger Lesefrüchte 1832-1834; Der Erzähler 1835-1846; Lipp. Magazin 1835-1843; Vaterländ. Blätter 1843-1846; Oesterr. Morgenbl. [zwischen 1836-1848]; Das Rheinland 1837ff.; Frankfurter Telegraph [zwischen 1838-1848]; Sonntags-Blätter für heimatl. Interessen 1843-1848; Die Gegenwart 1845-1848; Lyrische Blätter 1847 [Pseud. Carlopago]; Lemgoer Sonntagsbl.; Ztg. für die elegante Welt; Posaune; Telegraph [regelm. Beitr.].

Übersetzungen: Louis Adolphe Thiers. Über das Eigenthum und Recht auf Arbeit. Lemgo, Detmold: Meyer 1849 (Lipp. LB Detmold) – Eugène Sue. Die Kunst zu gefallen [Le Marquis des Lectorière]. Lemgo: Meyer 1840 (Lipp. LB Detmold) – Charles de Bernard. Die Liebhaberjagd. Lemgo: Meyer 1840 (Lipp. LB Detmold) – Frédéric Soulié. Der verliebte Löwe. Lemgo: Meyer 1840.

Briefe: von Christian Dietrich Grabbe, in ders. Werke und Briefe. Hist.-krit. Gesamtausg. in 6 Bdn. Hg. von der Akad. der Wiss. in Göttingen. Bearb. von A. Bergmann. Bd. 5f. Emsdetten 1973, Nr. 470f., 484, 542, 552, 570, 612, 683, 708 – von Louise Christiane Grabbe, in ebd., Nr. 540.

Unselbständige Veröffentlichungen über Ziegler: Zur Erinnerung an Karl Ziegler, in: Sonntagspost 12, 1867, Nr. 14f. vom 7.-14.4.1867, S. 54, 58f. [anonym] (Lipp. LB Detmold) – Aus Alt-Detmold. Ein vergessener lippischer Schriftsteller. Der Grabbe-Biograph Carl Ziegler aus Horn. Seine schriftstellerischen Arbeiten. Die Gedenktafel auf dem Friedhof an der Weinbergstraße, in: Lipp. Staatsztg. 6, 1934, Nr. 296 [anonym] – H.L. Schaefer: Karl Ziegler [1806-1867]. Schriftsteller, in: Lipp. Landesztg. 169, Nr. 146 vom 23.6.1935 (Lipp. LB Detmold).

Erwähnungen: L. Ehrlich: Christian Dietrich Grabbe. Leben, Werk, Wirkung. Berlin (DDR) 1983 [s. Reg.] – s. die Literatur zu Christian Dietrich Grabbe.

Bildnis: 1. Porträts [12 Abb. in: A. Bergmann: Christian Dietrich Grabbe. Chronik seines Lebens. Detmold 1954] (Lipp. LB Detmold) – 2. Bleistiftzeichnung von I. Geißler 1845f. (Lipp. LB Detmold).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. DLA Marbach (Cotta-Archiv): 4 Briefe an Georg von Cotta; 17 Ged. – 2. Lipp. LB Detmold (Grabbe-Archiv): 8 Briefe von Christian Dietrich Grabbe, 1834-1836; Brief von Grabbes Mutter Dorothea Grabbe, 1840; Brief von Grabbes Ehefrau Louise Christiane, 9.3.1835 – 3. StLB Dortmund: Brief von Grabbe an Ziegler (9.12.1834).

Gedenkstätte: Seine Tochter Emilie Ziegler errichtete ihren Eltern eine gemeinsame Gedenktafel auf dem alten Detmolder Friedhof an der Weinbergstraße.

Nachschlagewerke: Staercke 1936 – Lipp. Bibliogr. Bd. 1, 1957 – von Heydebrand 1983 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 1411, Sp. 231-241.