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Eduard Schulte

Geboren am 30. Oktober 1823 in Altena im Sauerland. Er besuchte die Elementarschule in Lüdenscheid, wohin seine Eltern verzogen waren, und die Gewerbeschule in Hagen. Er beabsichtigte sich der Technik zu widmen, wurde aber durch ein schweres Nervenfieber von der Fortsetzung des Studiums abgehalten und wandte sich später der Lithographie zu, die er in Crefeld erlernte. (Pott 1892) Anschließend arbeitete er als Lithograph in Sinzig an der Ahr, Düsseldorf und Köln (1847-1851). 1851 kehrte er nach Hagen zurück, wo er 1852 mit einem Partner einen lithographischen Betrieb gründete. 1867 rief er in Hagen einen eigenen lithographischen Betrieb mit Druckerei ins Leben. Er starb am 22. August 1870 in Hagen.

Seit 1847 veröffentlichte er Gedichte in der Hagener Zeitung. Mit der Märzrevolution erwachte [...] plötzlich der politische Dichter in ihm, der mit stärkster innerer Anteilnahme die Ereignisse und Ideen der beiden Revolutionsjahre miterlebt. Vom März an begleiten seine Lieder alle Kämpfe, Wünsche und Niederlagen, das ganze Auf- und Niederwogen der bewegten Zeit. Schulte war politisch ein Enthusiast, ein überaus leicht begeisterungsfähiger Mensch, der mit Leidenschaft an seinen Ideen hing. Seine Gedichte geben davon Zeugnis. (Kannengießer 1923) Wegen seines Gedichtes Arm und reich wurde er 1850 wegen Erregung von Klassenhaß angeklagt, jedoch unter dem Jubel der Bevölkerung freigesprochen. Der Band Gedichte ist eine Sammlung von Schultes in den Revolutionsjahren in Lokalzeitungen erschienenen Gedichten. Der Mann und seine Gedichte hätten schon lange mehr Aufmerksamkeit verdient. [...] Diese Gedichte sind von ihrem spezifischen Gehalt und von ihrer politischen Aussage her meines Erachtens sehr bedeutsam, ja aufschlußreich für die Anfänge der sozialistischen Lyrik in deutscher Sprache. (Némedi 1980)

Selbständige Veröffentlichungen: Gedichte. Köln: Greven 1850. VI, 160 S. [mit einer Lithogr., Notenbl.] (ULB Münster, Bibl. des Vereins für Orts- und Heimatkunde der Grafschaft Mark, Witten, SB Wuppertal-Elberfeld); 2., verm. Aufl. Hagen: Butz 1862. IV, 176 S. (WLMKuK Münster, SB Wuppertal-Elberfeld, WLA Hagen StUB Köln) – Fliegende Blätter aus der Mark und vom Rhein. Hagen: Linden o.J. [mit H. Püttmann] – postum: Erinnerungen an das alte Joachimsthal'sche Gymnasium in Berlin. Freienwalde: Draeseke 1887. 36 S.; 2. Aufl. 1889.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Hagener Kreisbl. [häufig Gedichtveröffentl., z.B.: am 1.5.1847: Frühlingsfeier [zum 1. Mai]; am 9.5.1849: Deutschlands Schwur] – Schad/Hub: Dt. Dichter-Gaben 1868, S. 136: Der transatlantische Telegraph – Hartmann: Schatzkästlein 1885, S. 211-216: Ein Markaner-Lied; Die Industrie; Der Weihnachtsbaum – weitere Beitr. in: Geschäfts- und Unterhaltungsbl. für Gladbach 1828ff.; Der Wächter am Rhein 1848f. – postum: Pott 1892 (s.u.), S. 99-161 [55 Ged. und Lieder] (WLA Hagen) – Kannengießer 1923 (s.u.), S. 13f.: Die Nacht vom 18./19. März [Ged.] – W. Grab, U. Friesel (Hg.): Noch ist Deutschland nicht verloren! 1970: Arm und reich!; Der Communist [Ged.].

Briefe: von Victor Hugo, 1.7.1859, in: Pott 1892 (s.u.), S. 97.

Literarische Zeugnisse: D. Linneweber: Zum Todestage des deutschen Dichters Eduard Schulte [Ged.], in: Hagener Ztg., Nr. 111 vom 25.8.1870 – Emil Rittershaus: Nachruf an Eduard Schulte [Ged.], in ebd., Nr. 112 vom 26.8.1870 – Ein Kranz auf das Grab von Eduard Schulte [Sonett], in ebd. [anonym].

Unselbständige Veröffentlichungen über Schulte: [Über den Schwurgerichtsprozeß gegen ihn in:] Hagener Kreisbl., 16.3.1850; 2. und 5.10.1850; 15.3.1851; 22.3.1851; 21.6.1851 – Nachrufe, in: Hagener Ztg., Nr. 112 vom 26.8.1879 – F.W.A. Pott: Eduard Schulte. Eine biographische Skizze, in: Jb. des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark 7, 1892/1893, S. 94-161 [mit Werkausz.] – Der Hagener Lithograph und Dichter Eduard Schulte, in: Westfalenland, Heimatbeil. zum Westf. Tagebl. 1928, S. 56-58 [anonym] – Ein vergessener Dichter des Jahres 1848 (Eduard Schulte), in: Heimat. Monatsbl. für die Gesch. und Heimatkunde des märk. und köln. Sauerlandes 12, 1929, Nr. 8f. [anonym; mit Ged.] – P. Schulte: Eduard Schulte und die Freiligrath-Spende, in: Hagener Heimatbl. 1930, Nr. 7 – A. Sellmann: Eduard Schulte, ein Hagener Freiheitsdichter von 1848, in ebd. [mit Bildn.] – W. Schulte: Eduard Schulte, in: Westf. Nachrichten vom 25.9.1948 [mit Bildn.] – H.W. Schwab: Eduard Schulte. Ein Beitrag zum Thema „Kunst und Industrie im 19. Jahrhundert“, in: Anschnitt. Zeitschr. für Kunst und Kultur im Bergbau 18, 1966, Nr. 1, S. 24-30 [mit Bildn.] – L. Némedi: Eduard Schulte. Ein wenig bekannter Vertreter der frühsozialistischen dt. Lyrik, in: Weimarer Beitr. 26, 1980, H. 3, S. 76-88.

Erwähnungen in: Kannengießer 1923, S. 12-15, 35f., 40f., 73ff., 85, 92, 95, 115f. [Kurzbiogr.] – Schwering 1930, S. 73-76, 82, 84 – Schulte 1954 [nur Erwähnungen] – A. Sellmann: Anbau zur Hagener Gedächtnishalle. Ein Gedenkbuch der Heimat. Hagen 1937 [mit Bildn.] – Schulz-Fielbrandt 1987, S. 229f.

Bildnis: Lithogr. (WLA Hagen) – s. auch die Angaben in der o.g. Literatur.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. Bayer. SB München (Beckiana): 2 Ged. auf einem Blatt.

Sammlungen: 1. StA Münster: Zeitungsausschnittslg. – 2. WLA Hagen: Materialslg.

Nachschlagewerke: Brümmer o.J. – Hinrichsen 1887 – von Heydebrand 1983 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 1149, Sp. 216.