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Marie Schmalenbach

Geboren am 23. Juni 1835 als Marie Hubold in Holtrup bei Vlotho als Tochter eines Pfarrers und späteren (1885) Superintendenten. Seit 1846 lebte die Familie in dem Dorf Hausberge bei Minden. Marie verbrachte eine für bürgerliche Töchter standesgemäße Kinder- und Jugendzeit: Sie war vermutlich einige Jahre Schülerin der Klosterschule Marienberg bei Helmstedt. Sie sprach sehr gut Englisch und hatte gute Kenntnisse in Französisch und Latein. Nach Abschluß ihrer Studienzeit hielt sie sich im Frühjahr des Jahres 1853 einige Monate in Hamburg bei ihrer Tante und ihrem Onkel mütterlicherseits auf. Diese recht vermögende Familie engagierte für ihre Nichte einen Englischlehrer und führte sie in das kulturelle Leben der Großstadt ein. Sie besuchten Konzerte, Theater und Opern. 1854 wurde Marie nach Lübbecke in die Familie des Pastors Möller geschickt, um die Führung eines bürgerlichen Haushalts zu lernen. (Stockhecke 1989). 1857 Heirat mit dem Pfarrer Theodor Schmalenbach, mit dem sie zunächst in Minden und seit 1863 bis zu seinem Tod (1901) in Mennighüffen bei Löhne lebte, wo sie am 10. März 1924 starb.

Sie ist vor allem durch ihr noch heute im Minden-Ravensbergischen viel gesungenes Kirchenlied Brich herein, süßer Schein bekannt. Ihr Tagebuch, das sie 46 Jahre lang, von ihrem 17. bis zu ihrem 63. Lebensjahr, führte und das den inneren Kampf zwischen bürgerlich-christlichen Aufgaben und auferlegter Rollenzuweisung thematisiert, bietet eine aufschlußreiche kulturgeschichtliche Quelle (vgl. die Auswertung in Stockhecke 1993). Ihr Ehemann Theodor Schmalenbach war eine führende Persönlichkeit der dortigen Erweckungsbewegung.

Selbständige Veröffentlichungen: Tropfen aus dem Wüstenquell. Gedichte. Gütersloh: Bertelsmann 1882. IV, 260 S. (Lipp. LB Detmold).

Unselbständige Veröffentlichungen in: Martha. Frauenzeitschr. [Ged.; z.B. Nr. 44 vom 1.11.1903: Zum Reformationsfeste (StA Menninghüffen)] – Der Reichsbote [Tagesztg.; nach 1880 vereinzelte Gedichtveröff.] – Evang. Monatsbl. für Westfalen [nach 1880 vereinzelte Gedichtveröff.] – Gesangbuch der evang. Landeskirche Rheinland, Westfalen und Lippe: Brich herein, süßer Schein.

Selbständige Veröffentlichungen über Marie Schmalenbach: K. Stockhecke: Marie Schmalenbach. Pfarrersfrau und Schriftstellerin aus Westfalen. 1835-1924. Bielefeld 1993 (= Rel. in der Gesch., Kirche, Kultur und Gesellsch.).

Unselbständige Veröffentlichungen über Marie Schmalenbach: Marie Schmalenbach. Zum Gedächtnis, in: Evang. Monatsbl. für Westfalen 80, 1924, S. 18 – G. Rösche: Marie Schmalenbach. Die Autorin des „Mennighüffener Liedes“, in: Beitr. zur Heimatkunde der Städte Löhne und Bad Oeynhausen 11, 1986, S. 23-43 [mit Abb.] – K. Stockhecke: Marie Schmalenbach. Ein biographisches Porträt einer Pfarrfrau aus der Erweckungsbewegung, in: J. Mooser (Hg.): Frommes Volk und Patrioten. Erweckungsbewegung und soziale Frage im östlichen Westfalen. Bielefeld 1989, S. 93-112; dies.: Pfarrfrau zwischen Pflicht und Neigung, in: G. Strotdrees: Es gab nicht nur die Droste. Sechzig Lebensbilder westf. Frauen. Münster 1992, S. 94-96 [mit Abb.; Fotogr.].

Erwähnungen in: W. Heienbrok: Zeugen und Zeugnisse aus Minden-Ravensberg. Bd. 1. Bethel 1931, S. 33 – G. Rösche: Superintendent Theodor Schmalenbach. Prediger, Seelsorger und Politiker in der Spätzeit der Erweckungsbewegung, in: Beitr. zur Heimatkunde der Städte Löhne und Bad Oeynhausen 12, 1987, S. 44-84.

Bildnis in: 1. Fotogr. Marie Schmalenbach im Alter von 27 Jahren (LKA Detmold) [Abb. in: Stockhecke 1989 (s.o.)] – 2. Marie Schmalenbach um 1900 (Fotogr. Heimathaus Löhne) [Abb. in: Stockhecke 1993 (s.o.)] – 3. Marie Schmalenbach mit ihren beiden jüngeren Töchter (Heimathaus Löhne) [Abb. in: Stockhecke 1993 (s.o.)].

Nachlaß, Handschriftliches: Pfarrarchiv Mennighüffen: Tagebücher 6.4.1853-25.11.1898; Briefwechsel mit ihrem Ehemann Theodor Schmalenbach, 16.1.1855-20.7.1898.

Gedenkstätten: Grabstätte an der Kirche in Menninghüffen; das Schwesternwohnheim der Heil- und Pflegeanstalt Wittekindshof in Bad Oeynhausen trägt seit 1961 ihren Namen.

Nachschlagewerke: Schulz 1930 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 15, 1993 – Dt. biogr. Archiv, N.F., Fiche 1156, Sp. 220.