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Friedrich Michelis

Geboren am 27. Juli 1815 in Münster als Sohn eines Kupferstechers und Zeichenlehrers. Bruder des Eduard Michelis. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Münster (1827 bis 1834) Studium der Philosophie und Theologie an der Akademie Münster. 1838 Priesterweihe. Anschließend übernahm er eine Informatorstelle bei den Kindern des Grafen von Westphal zu Laer. Seit 1849 war er Kaplan in Duisburg, wo er zugleich am Gymnasium Religionsunterricht erteilte. 1849 Promotion zum Dr. phil. in Bonn. Von 1849 bis 1854 war er Professor für Geschichte und Philosophie an der philosophisch-theologischen Lehranstalt in Paderborn. Bald darauf wurde er vom Bischof von Münster zum Direktor des Collegiums Borromäum berufen. Dort kam es zum vollständigen Bruch mit der bischöflichen Behörde. Seine Pläne, eine Anstellung als Dozent an der Akademie Münster zu erhalten, scheiterten. Daraufhin bewarb er sich um Verwendung in der Seelsorge. Von 1855 bis 1864 wurde ihm die Pfarrei in Albachten bei Münster übertragen. 1864 wurde er Professor der Philosophie am Lyzeum Hosianum in Braunsberg. 1866 war er Mitglied des Abgeordnetenhauses für Allenstein-Rössel und 1867 des konstituierenden Reichstags für Kempen. Als Anhänger des sog. Alt-Katholizismus wurde ihm die weitere Tätigkeit am Lyzeum vom Bischof der Diözese untersagt. Er war fortan Reiseprediger ohne festes Domizil. Er lebte einige Zeit in Freiburg/Br., wo er am 28. Mai 1866 starb.

1855 war er Mitgründer der Zeitschrift Natur und Offenbarung, deren eifriger Mitarbeiter er bis 1869 blieb.

Selbständige Veröffentlichungen: (in Ausw.) Der kirchliche Standpunkt der Naturforschung. Münster: Theissing 1855 (ULB Münster) – Der Materialismus als Köhlerglaube. Münster: Theissing 1856 (ULB Münster) – Die Philosophie Platons in ihrer inneren Beziehung zur geoffenbarten Wahrheit. Kritisch aus den Quellen dargestellt. 2 Bde. Münster: Aschendorff 1858, 1860. XVIII, 280S.; IV, 360S. – Renan's Roman vom Leben Jesu. Eine deutsche Antwort auf die französische Blasphemie. 2., veränd. Aufl. Münster: Brunn 1864. 64S. (UB Bonn, StUB Köln) – Preußen's Beruf für Deutschland und die Weltgeschichte. Ein freies Wort zur rechten Zeit. Paderborn: Schöningh 1863. 27S. – De Aristotele Plantonis in idearum doctrina adversario. Commentatio critica. Braunsberg: Huye 1864. 36S. (UB Bonn) – Anti-Darwinische Beobachtungen. Bonn: Neusser 1877 (UB Bonn) – Die Philosophie des Bewusstseins. Bonn: Neusser 1877 – Haeckelogonie. Ein akademischer Protest. 2. Aufl. Bonn: Neusser 1876 (UB Bonn) – Hobelspäne. Gedichte mit geharnischtem Vorworte. Mainz: Diemer 1885. XII, 77S. – weitere theol. Schriften.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Kath. Magazin, Bd. 3, H. 1, 1846, S. 537-566: Ueber die Bedeutung der classischen Studien für unsere Zeit und den Antheil, den der katholische Clerus an der Förderung derselben zu nehmen berufen ist; Bd. 4, 1848, S. 645: Ueber Humboldt's Kosmos mit Beziehung auf die neuesten Einwürfe gegen die Offenbarung in Vogt's Lehrbuch der Geologie und Petrefaktenkunde – Natur und Offenbarung [Ausw.] Bd. 1, 1855: Die Sechs Mosaischen Schöpfungstage und die Geologie; Zur Orientierung oder Mensch und Natur vom christlichen und materialistischen Standpunkte aus betrachtet; Der Zufall in den Naturwissenschaften; Bd. 2, 1856: Der heilige Augustinus als Naturforscher; Die wahre Ansicht des heiligen Augustinus über das Sechstagewerk; Berührungspunkte der Kirche mit der Natur und der Naturwissenschaft; Über künstliche und natürliche Pflanzensysteme; Der Mensch und die Pflanze. Sonntagsbetrachtung eines Botanikers; Der Same und die Frucht; Bd. 3, 1857: Naturwissenschaftliche Neujahrsbetrachtung; ein Rückblick auf die zwei und dreißigste Versammlung deutscher Naturforscher zu Wien; Die Thierseele, und die Stellung der Erde im sichtbaren Weltall und die Grundidee des Sechstagewerks; Bd. 4, 1858: Die vier Jahreszeiten und die vier Hauptfeste der Kirche; Das Paradies; Bd. 5, 1859: Die ideale Naturauffassung. Zum neuen Jahr; Das Schneeglöckchen; Die Sündfluth; Das Wunder und das Naturgesetz; Bd. 6, 1860: Ueber die Nothwendigkeit eines wohlgeordneten Studiums der Naturwissenschaften in unserer Zeit für die höhere christliche Bildung im allgemeinen und für den Stand der Geistlichen insbesondere; Bd. 7, 1861: Das Verhältnis der Naturwissenschaft zu der gegenwärtigen Lage der Gesellschaft; Grundzüge einer wissenschaftlich-christlichen Naturauffassung; Bd. 8, 1862: Der Kölner Dom, oder: Die Beziehung der kirchlichen Baukunst zur Natur; Die Philosophie Immanuel Kants und ihr Einfluß auf die Entwicklung der neuern Naturwissenschaft; Bd. 9, 1863: Der wahre Sinn der Ideenlehre in seiner Bedeutung für die Schöpfungslehre und für die empirische Naturforschung; Bd. 10, 1864: Die Geheimnisse der Natur und die Geheimnisse der Gnade; Bd. 11, 1865: Gedanken am Grabe des Kopernikus; Geologie und Theologie als die Lebensfrage der kirchlichen Wissenschaft; Bd. 12, 1866: Zur Genesisfrage; Schellings Natur; Bd. 13, 1867: Die Cherubim; Was ist der Himmel?; Psychologie und Physiologie; Bd. 14, 1868: Passiflora. Eine botanische Novelle; Der Werth des Aristoteles als Naturforscher; Bd. 15, 1869: Der Sieg des Geistes in der Kirche; Ein Rückblick auf die Genesis; Die Philosophie der Pflanze. 1: Die Urform [sowie regelm. Rez.].

Herausgabe: Natur und Offenbarung. Organ zur Vermittelung zwischen Naturforschung und Glauben für Gebildete aller Stände. Münster: Aschendorff 1855ff. [Mitbegründer; Hg. bis Jg. 1867; Beitr. bis 1869] – Eduard Michelis. Lieder aus Westfalen. Aus dem Nachlasse des Verstorbenen und mit einer Biographie desselben eingeleitet. Luxemburg: Heintze 1857. VIII, XLI, 187S. [mit Bildn.] (ULB Dortmund, UB Bonn, Lipp. LB Detmold, WLMKuK Münster) – Gedanken und Aussprüche Ant[on] Bern[ard] Limberg's, Oberlehrer am königlichen Preußischen Gymnasium zu Münster, nebst einem Lebensabriß des Verewigten. Mit Vorwort von Christoph Bernhard Schlüter und Lebensabriß von F. Michelis. Münster: Theissing 1861. XXXVIII, 604S. (ULB Dortmund, StUB Köln, WLMKuK Münster).

Zeitgenössische Zeugnisse: Erwähnungen im Briefwechsel Christoph Bernhard Schlüters an Wilhelm Junkmann, in: Nettesheim 1976 [s. Reg.].

Selbständige Veröffentlichungen über Michelis: A. Kowalewski: Die Philosophie des Bewußtseins von Friedrich Michelis und ihre Bedeutung für die Philosophie überhaupt. Berlin 1897 (ULB Münster).

Unselbständige Veröffentlichungen über Michelis: W. Roch: In memoriam Friedrich Michelis, in: Alt-Kath. Kirchenztg. N.F. 9, 1965 – C. Kann: Glaube und Wissen. Zum 100. Todestag von Friedrich Michelis, in: ARE 42, 1986, Nr. 277, S. 23.

Erwähnungen in: F. Dittrich: Kulturkampf im Ermlande. Berlin 1913, S. 1ff., 85ff. Hänsel-Hohenhausen 1991 [s. Reg.].

Bildnis: Fotogr. (StLB Dortmund).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. StLB Dortmund: 3 Briefe; s. Autographenkatalog Dortmund 1962, S. 231 – 2. UB Bonn: 2 Briefe an K. Schaarschmidt, 4 Briefe an Eduard Michelis, 1837 – 3. DLA Marbach: Brief an Georg von Cotta, 31.7.1855 – 4. Bayer. SB München (Döllingeriana): Brief an Franz Heinrich Reusch [Abschr.]; 5 Briefe an weitere Adressaten.

Nachschlagewerke: Raßmann 1830 – Raßmann 1866 – Wienstein 1899 – ADB, Bd. 52, 1906 – LThK, 2. Aufl., Bd. 7, 1935 – Eisler 1912 – RGG, 2. Aufl., Bd. 4, 1930 – Kosch, Bd. 2, 1937 – Krollmann, Bd. 2, 1967 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 10, 1986 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 844, Sp. 368-373; N.F. Fiche 896, Sp. 240244.