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Hermann Landois

Geboren am 19. April 1835 in Münster als Sohn eines Landgerichtsschreibers. Nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums und der Reifeprüfung in Recklinghausen begann er mit Rücksicht auf eine Familienstiftung und auf Drängen seiner Mutter das Theologiestudium. 1859 Priesterweihe. 1860 nahm er für eineinhalb Jahre eine Stelle als Hauslehrer und Vikar auf dem Adelshof „up de Baldeney an de Ruhr“ an. Von 1862 bis 1865 war er Lehrer an einer Ackerbauschule in Botzlar bei Lüdinghausen. Die Vikarie in Freckenhorst anzutreten, hat er abgelehnt; sie ist dauernd von einem Vertreter versehen worden. Da zu Botzlar nur im Winter unterrichtet wurde, hatte Landois ein halbes Jahr Ferien, die er zu ausgedehnten Reisen und zu regelmäßigen Studien an der Universität Greifswald benutzte, wo sein Bruder Leonhard als Privatdozent wirkte. Ein Gesuch an die bischöfliche Behörde um Studienbeihilfe wurde abgelehnt; so sah er sich auf seine eigenen Kenntnisse und Einfälle angewiesen, um seine Reisen, die ihn bis nach Skandinavien, nach Paris und London führten, und seine Studien zu bestreiten. 1863 Promotion zum Dr. phil. in Greifswald. 1864 Lehrerexamen. 1865/ 1866 Probelehrer am Gymnasium Paulinum in Münster. Er wohnte während dieser Zeit für ein Jahr bei einem Verwandten, Franz Essing, den er später zum Helden seines gleichnamigen humoristischen Romans machte. 1867 wurde er wissenschaftlicher Hilfslehrer und 1868 ordentlicher Lehrer. 1869 Habilitation als Zoologe. Gemeinverständlichkeit und Wirkung auf die Gesamtheit war ihm das letzte Ziel aller Wissenschaft, zumal der Naturwissenschaft, deren Wert für die Bildung des gesamten Menschen er mit seinem sicheren Gefühl für das Lebendige erkannt hatte. Dieser Einsicht Landois' verdanken wir einen ganz neuen Zweig der Unterrichtsmittel überhaupt: die Lehrmethode für den Anschauungsunterricht, die ersten biologischen Präparate, die statt seelenloser Sektionsergebnisse das Leben der Natur selbst darstellten. [...] Schon vor dem Beginn seiner akademischen Lehrtätigkeit hatte er eine große Zahl dieser auch technisch vorzüglichen Modelle angefertigt [...] 1869 brachte er zum ersten Mal eine ganze Sammlung dieser Art auf der Internationalen Gartenbau-Ausstellung in Hamburg der großen Öffentlichkeit zu Gesicht, wofür er begeisterten Beifall erntete und mit einer großen goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. 1873 erhielt er auf der Wiener Kunstausstellung eine Verdienstmedaille für seine Lehrpräparate, die höchste damalige Auszeichnung des Erziehungs-, Unterrichts- und Bildungswesens. 1871 wurde er Sektionsdirektor der rheinisch-westfälischen Naturforscher und Vorsteher des Zoologisch-Anatomischen Museums der Akademie Münster. Im selben Jahr Gründung des westfälischen Vereins für Vogelschutz, Geflügel- und Singvögelzucht. 1872 Gründung der Zoologischen Sektion des Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst und Vorsitz des Vorstands des Zoologisch-Anatomischen Museums der Akademie Münster. 1873 wurde er außerordentlicher Professor für Zoologie an der Akademie Münster. Er legte seine Stelle als Gymnasiallehrer nieder und widmete sich nur noch dem akademischen Beruf. Eine rastlose schriftstellerische Tätigkeit verschaffte dem karg Besoldeten die Mittel zu weiten Reisen [...]. Veranlaßt durch den Erfolg des Vogelschutzvereins, erwarb er 1874 ein vor der Stadt Münster liegendes Areal und errichtete dort einen zoologischen Garten, die sogenannte Insel. Die erforderlichen Mittel erhielt er durch die Gründung einer Art Aktiengesellschaft. 1876 Ernennung zum ordentlichen Professor für Zoologie. 1892 Fertigstellung des von Landois ins Leben gerufenen Provinzial-Museums für Naturkunde in Münster. Er selbst wohnte auf einem parkähnlichen Hügel im Zoologischen Garten als Graf Tucks in der von ihm so getauften Tuckesburg. 1896 eröffnete er im Zoologischen Garten einen Sportplatz für Turn-, Volks-, und Jugendspiele, verbunden mit einer Ausstellung von Turngeräten. Er starb, für seine zoologischen Verdienste vielfach ausgezeichnet, am 29. Januar 1905 in Münster.

Um die Mittel für seine Unternehmungen zu sichern, gründete Landois die Zoologische Abendgesellschaft, deren plattdeutsche Theateraufführungen sich als gute Einnahmequelle erwiesen. Im März 1881 ging das von Landois selbst verfaßte Stück über die Bühne des Zoologischen Gartens Die Pfahlbauern oder der Kampf ums Dasein, 1884 folgte der Vierakter Der Prophet Johann von Leyden, König der Wiedertäufer. Seitdem ist die Bühne der Abendgesellschaft mit einer großen Anzahl guter Volksstücke eine der besuchtesten Volksbühnen geblieben.

Die Figur des o.g. Gelbgießers Franz Essing wurde durch Landois' Roman zum Urbild münsterischen Spießbürgertums. Die erste Fassung erschien unter dem Namen von Franz Giese bereits 1875; eine große Anzahl der Kapitel ist aber von Landois geschrieben, der denn auch mit der ihm eigenen Unbefangenheit das ganze Buch für sich usurpierte und 1881 unter seinem eigenen Namen umgearbeitet herausgab. Bei aller Würdigung der Verdienste Gieses um dies klassische Werk der niederdeutschen Literatur muß man doch zugeben, daß es erst durch Landois richtig volkstümlich geworden ist; der Anteil der Autoren an der Idee und am Stoffe läßt sich schwer feststellen. [...] Der große Erfolg des Buches bewog Landois, eine ganze Reihe von weiteren Bänden zu schreiben; sie enthalten unter Verquickung mit naturwissenschaftlichen und philosophischen Spekulationen tausend satirische Anspielungen auf Zeitereignisse, aber bei allem Witz im einzelnen reichen sie dichterisch nicht an den ersten Band heran. Er betätigte sich auch musikalisch und verfaßte eine Vielzahl von Liedern. Am meisten bekannt wurde sein dreibändiges Werk „Westfalens Tierleben in Wort und Bild“. Insgesamt veröffentlichte er (nach eigenem Verzeichnis) 1100 große und kleine Schriften [...].

Landois wurde von seinem Schüler Hermann Löns als der volkstümlichste Mann Westfalens bezeichnet. Um das Leben dieses nimmermüden Erfinders von verrückten Einfällen, der zugleich als einer der besten Zecher Münsters galt, dieses Stammverwandten von Wilhelm Busch mit seinem kraftgenialischen Wesen, rankt sich eine Vielzahl von Legenden und Anekdoten. Die Geschichten, die von Landois berichtet werden, sind zahlreicher als die von irgendeiner anderen tolldreisten Legendenfigur von Eulenspiegel bis zu seinem Landsmann, dem tollen Romberg [...]. (Zitate nach Plaßmann, in: Westf. Lebensbilder 1933)

Pseudonyme: H. de Iselmott; Tonius Happenklang; H. Landauer.

Selbständige Veröffentlichungen: Jehova und Elohim oder Begriff dieser Götternamen bei den alten Hebräern. Stuttgart: Cotta 1836 [Pseud. H. Landauer] (Phil. Theol. Hochschule Geistingen) – Walkürenritt gegen den Vogel- und Federputz auf den Damenhüten. Ein Blumenstrauss metrischer Gedichte mit Illustrationen zum Kopfschmuck neuester Mode den Damen inniglich dargebracht. Dortmund: Crüwell 1863 [Pseud. H. Landauer]; 2. Aufl. ebd. 1883; 3. Aufl. ebd. 1883. 48S. (StA Bielefeld); 4. Aufl. ebd. 1883 (StLB Dortmund) – Aufruf, Statuten und Plan zur Errichtung eines westfälischen zoologischen Gartens zu Münster. Münster: Krick [1873]. 7S. (WLMKuK Münster) – Thierstimmen. Lautäußerungen der kaltblütigen Thiere. Mit 66 Originalfiguren des Verf. in Holzschnitten. Freiburg/Br.: Herder 1874. IX, 229S. (WLMKuK Münster, ULB Düsseldorf, WLA Hagen) – Mönstersk Stilliäwen. Plattdeutsche Vertellsels [...]. Münster: Coppenrath 1881. 198S. (StA Bielefeld) – Sappholt aus Westfalens Dichterhain oder Mirza Schaffy in Holsken. Neue humoristische plattdeutsche Gedichte von Tonius Happenklang. Leipzig: Lenz 1885. 134S. [mit E. Marcus, G. Oexmann, T. Blankenburg, K. Prümer] (ULB Münster, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf) – Frans Essink, sien Liäwen und Driewen äs aolt Mönstersk Kind. Met Hölpe van ne gelährde mönsterske Aobend-Geselschupp vertellt un herutgiewen. Münster: Coppenrath 1874. 216S. (ULB Münster, WLM-KuK Münster, SB Wuppertal-Elberfeld); 2. Aufl. Braunschweig: Bruhn 1878. VII, 282S. (StA Bielefeld); 3., auf's Neue vermehrte und vergiftete Auflage u.d.T.: Frans Essink, sien Liäwen äs aolt Mönstersk Kind nao sienen Daud. Von H. de Iselmott. Münster: Brunn 1881. 111S. (UB Bonn); 4., im Münster'schen Dialekte geschriebene, gänzlich umgearbeitete Aufl. Ebd. 1881. XVI, 167S. (StUB Köln, ULB Düsseldorf); Leipzig: Lenz 1883. XIV, 188S.; 6., verm. und verb. Aufl. mit dem Untertitel: Komischer Roman in 2 Abteilungen. Leipzig: Lenz 1886 (ULB Münster) [Bd. 1. Historischer Teil: Bi Liäwtieden; Bd. 2. Satyrischer Teil: Nao sienen Daod]; mehrere weitere Neuaufl.; Bd. 3. Romantischer Teil: Up de Tuckesburg. Leipzig: Lenz 1892 (Lipp. LB Detmold); 2. Aufl. 1901 (ULB Münster, StUB Köln); ebenfalls mehrere Aufl.; Bd. 4: Frans Essink up de Seelenwanderung. Psychodromischer Teil des komischen Romans. Ebd. 1898 (ULB Münster, Lipp. LB Detmold, StUB Köln); 2. Aufl. ebd. 1909 (ULB Münster, ULB Düsseldorf, WLA Hagen); mehrere Aufl. – Mönsterske Chronika mit ut ollen und nien Tiden. Lustige plattdüske Rimsels. Münster: Selbstverl. 1883. 130S. (StA Bielefeld) – Der Prophet Jan van Leyden. König der Wiedertäufer oder: Der Münstersche Bettelstudent. Komische OperettenQuatrologie in 4 Akten. Text und Musik von der karnevalistischen Abendgesellschaft des Westphälischen zoologischen Gartens in Münster unter Mitwirkung von H.L. 1. und 2. Aufl. Osnabrück: Wehburg 1884. 84S. [Verfasser W. Pollack, F. Westhoff, mit Ideen von A. Kraus und Liedern von H. Landois] (ULB Düsseldorf); 3. Aufl. Bielefeld: Helmich 1889. 84S. (StA Bielefeld); 5. Aufl. Osnabrück: Wehburg 1884. 84S. StA Bielefeld) – Lehrbuch für den Unterricht in der Naturbeschreibung. Hg. von M. Krass. 2. Aufl. Freiburg/Br.: Herder 1890 (ULB Münster); 3., verb. Aufl. ebd. 1893 (ULB Münster) – Krissbetten und Kassbetten oder Unkenschläge von Westfalens roter Erde. Plattdeutsche Gedichte von Natz Kluthentratt und Wolf, Wildgraf von Tecklenburg, Edler von Desenberge und Klusenstein. Osnabrück: Wehburg 1885. III, 124S. [mit E. Marcus, G. Oexmann, A. Kraus, K. Prümer u.a.] (ULB Münster, StA Bielefeld); 2. Aufl. Bielefeld: Helmich [1889]. 127S. (StUB Köln, VK LWL Münster) – Annette von Droste-Hülshoff als Naturforscherin. Paderborn: Schöningh 1890. 67S. (ULB Münster, WLMKuK Münster, StUB Köln, StA Bielefeld) – Der Fürstbischöflick Mönsterske Hauptmann Franz Miquel und sine Familje. Lustige [...] Vertellsels ut de gaude olle un de leigen niee Tid. Münster: Landois 1892. 279S. (StA Bielefeld) – zahlr. naturwiss. Schriften.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Natur und Offenbarung 6, 1860: Ueber die Lautäußerungen der Insecten; Über das Flugvermögen der Insecten; Bd. 7, 1861: Ueber den Hasen in der heiligen Schrift; Der Laubfrosch als Wetterprophet; Die Fledermaus; Die Bewohner der Zähne des Menschen; Die Raupenfliegen; Mikroskopische Bilder aus der Insectenwelt; Kenntniß der Alten über die Entstehungsweise der Insecten; Kenntniß der Neuern über die Entstehungsweise der Insecten; Die Auferstehung des Fleisches; Die Mäuseplage im Rheinlande 1861; Die Kartoffel als Nahrungsmittel; Bd. 8, 1862: Die Sundwiger und Balver Höhle; Bd. 9, 1863: Die Nahrung und der Volkscharakter; Die Seewasser-Aquarien im zoologischen Garten zu London; Ein Besuch des Parks und des botanischen Gartens zu Kew; Über Abstinenz und Fasten; Mikroskopische Bilder aus der Insectenwelt; Bd. 11, 1865: Die Bandinks-Kur; Die Photographie mit Rücksicht auf die photographische Ausstellung in Berlin; Uebersicht der neuesten Entdeckungen auf dem Gebiete der Naturwissenschaft; Bd. 12, 1866: Physiologische Unterhaltungen; Der Häring [!]; Neueste Entdeckungen auf dem Gebiete der Naturwissenschaften; Bd. 13, 1867: Die Geschichte der Erde. 1. Das Chaos; 2. Die Bildung der festen Erdrinde, Erde, Wasser, Luft; 3. Die silurische Formation; 4. Das Devonische System; Das Spinnorgan der Spinnen; Ist das Wissen sicherer oder der Glaube?; Mikroskopische Bilder aus der Thierwelt; Die Gährung [!]; Die Transfusion; Bd. 14, 1868: Der Aal; Geschichte der Erde. 5. Das Steinkohlensystem; 6. Das permische System; 7. Die Juraformation; Mikroskopische Bilder aus der Insectenwelt. Die Toninstrumente der Insecten; Die den Menschen bewohnenden Pflanzen; Bd. 16, 1870: Künstliche Ausbrütung der Vogeleier; Die Mikrophotographie und ihre Bedeutung für den Naturforscher; Über den Nahrungswerth der eßbaren Pilze; Bd. 17, 1871: Der Lichtdruck unter Beifügung von 2 selbstgefertigten phototypischen Probebildern in einer Aufl. von 1500; Die Zucht fremdländischer Seidenspinner-Arten zu Münster in Westfalen; Der kleine Stichling, Gasterostens punigitius, und sein Nestbau; Bd. 18. 1872: Nestbau der Zwergmaus; Über die Hülfsmittel beim erfolgreichen Unterrichte in der Zoologie an Gymnasien, Realschulen und anderen höheren Lehranstalten; Die Entwickelung [!] der Photographie in dem Jahre 1872 – Hartmann: Schatzkästlein 1885, S. 329-331, 481-487: Fünf frische Basilisken-Eier; Johann von Leyden; Darwinistisches aus Westfalen; De Mönsterske Junge; Leed von Pastoor siene Koh – Baehr: Rhein.-Westf. Dichterbuch 1888, S. 461: De Hummer un de Jagdhund – Madame Limousin oder „wi häbt et jä!“ Große Posse mit Gesang und Ballet in 4 Akten. Münster 1888: Vorwort – Schulte Graute Schlemm oder Sklaverei und Liebe oder Wu krieg wi't up? Große romantische Posse in 4 Akten. Münster 1889: Vorwort – Uhlmann-Bixterheide/Hülter: Westf. Dichtung 1895, S. 235242: Aus „Frans Essink“; S. 243f.: De Tuckesburger Ritter Wappen; S. 244: Geographiepostum: Westf. Hausbuch 1983, S. 66-68: De Scholmagister ut de däftigen ollen Tied – Folkerts: Münster und das Münsterland, 2. Aufl. 1983, S. 116: Das Annette-Bildnis – Folkerts: Münster 1992, S. 151f.: Der zoologische Garten – Folkerts: Liebe Stadt 1993, S. 124f.: Die Vereine Münsters.

Herausgabe: Jahresbericht des Westfälischen Vereins für Vogelschutz, Geflügel und Singvögelzucht. Münster: Krick 1872-1875; Coppenrath 1876ff. (ULB Münster) – Jahresbericht der zoologischen Section für Westfalen und Lippe für 1873-1874. Münster: Coppenrath 1875 (ULB Münster) – Westfalens Tierleben in Wort und Bild. Hg. von der zoolog. Sektion für Westfalen und Lippe unter Leitung ihres Vorsitzenden. 3 Bde., 6 Lfg. Paderborn: Schöningh 1883-1892 [Bd. 1 enthält auch: H. Landois, Emil Rade: Mundartliche Namen und Sprüche über westfälische Haussäugetiere, S. 383-406; Bd. 2: dies.: Westfälische mundartliche Namen und Sprüche über Vögel, S. 337-351] (ULB Münster, StUB Köln, Lipp. LB Detmold); Neuaufl. ebd. 1886; Neuaufl. ebd. 1892.

Briefe: Graf Tucks schreibt Briefe an den Dichter. Aus dem Briefwechsel zwischen Hermann Landois und Ferdinand Krüger, in: Westf. Nachrichten vom 23.4.1949.

Literarische Zeugnisse: Professor Landois. Lebensbild eines westf. Gelehrten-Originals von den drei Getreuen Eli Marcus, Karl Prümer und Emil Rade. Leipzig 1907 [5 Abb.] (WLA Hagen) – Josef Winckler: Der tolle Bomberg. Stuttgart, Berlin, Leipzig 1923 – Paulheinz Wantzen: Professor de Iselmott. Warendorf 1926 – Hermann Löns: Münsters volkstümlichster Mann, in: Gedanken und Gestalten. Aus dem Nachlaß hg. von W. Deimann. Hannover 1924, S. 62f.

Selbständige Veröffentlichungen über Landois: W. Werland: Münsters Professor Landois. Münster 1975; 2. Aufl. u.d.T.: Münsters Professor Landois. Begebenheiten und Merkwürdigkeiten um den Zoogründer. Ebd. 1979  – Hermann Landois (1835-1905). Naturwissenschaftler, Theologe, Stadtbürger, Schriftsteller. Hg. von F.-J. Jacobi und T. Sternberg. Münster 2005.

Unselbständige Veröffentlichungen über Landois: Nekrologe in: Illustr. Ztg. 124, 1905, Nr. 197; Allg. Ztg. 1905, Beil. I, S. 200, 215; Virchows Jahresberichte 40, 1905, Bd. 1, S. 470 – H. Löns: Nekrolog, in: Niedersachsen 10, 1905, S. 188 – K. Prümer: Nekrolog, in: Zeitschr. des Vereins für rhein. und westf. Volkskunde 2, 1905, S. 97 – J. Schröder: Die Fastnachtsspiele auf dem Zoologischen Garten zu Münster in Westfalen. Vortrag, in: Mitt. an den Quickborn 5, 1911, S. 45-48 – A. Freiburg: Professor Hermann Landois im oberen Sauerlande, in: Trutznachtigall Nr. 4/1927, S. 126f. – AHO: Das Panoptikum eines Gelehrtenoriginals, in: Köln. Volksztg. 1935, Nr. 135 – J.A. Kissenkoetter: Hermann Landois und die westf. Tiergärten, in: Westfalenspiegel 1955, H. 7 [mit Bildn., Abb.] – L. Foerste: Der „Frans-Essink“-Roman im Spiegel seiner beiden Autoren Franz Giese und Hermann Landois, in: Jb. des Vereins für nddt. Sprachforschung 96, 1973, S. 156-168; dies.: Franz Giese (1845-1901) und Hermann Landois (1835-1905), in: L. Foerste: Plattdt. Erzähler des 19. Jahrhunderts. Neumünster 1977, S. 97-103 – G. Schäfers: Münsters Originale, die sich selbst ein Denkmal setzten. 2. Aufl. Münster 1983, S. 8-21 [mit Bildn.] – s. auch die Lit. zu Franz Giese bzgl. des Urheberstreits um Frans Essink – G. Lassalle: Landois, Prof. Dr. Hermann, in: 1200 Jahre Paulinum in Münster. 797-1997, hg. von Günter Lassalle. Münster 1997, S. 426-428 – R. J. Günther: Hermann Landois (1835-1905), in: Von Landois zum Allwetterzoo. Münster 2000, S. 163-170, 256-257 –  V. Jakob: Professor, Zoodirektor, Entertainer. Hermann Landois - wer Münster nur halbwegs kennt, kennt Hermann Landois, in: Westfalenspiegel 53 (2004), 6, S. 56-57 [Ill.] – E. Ribbat: Landois, der Schriftsteller, in: Hermann Landois (1835-1905). Naturwissenschaftler, Theologe, Stadtbürger, Schriftsteller. Hg. von F.-J. Jacobi und T. Sternberg. Münster 2005, S. 51-68 – B. Tenbergen: Prof. Dr. Hermann Landois - vom Theologen zum Zoologen. Würdigung eines westfälischen Originals und bedeutenden Naturkundlers nach 100 Jahren, in: Heimatpflege in Westfalen 18 (2005), 3, S. 1-12 [Ill.] – C. Meurer: Blau unter Tieren. Professor Landois und sein total verrückter Streichelzoo, in: Titanic 5 (2008), S. 56-59 [Ill.] –  T. Arand: "Lex mihi mars" - Hermann Landois (1835-1905), in: Ketzer, Käuze, Querulanten, hg. v. M. Steinbach,  Jena u.a. 2008, S.169-176 [Ill.]. 

Erwähnungen in: Uhlmann-Bixterheide/ Hülter: Westf. Dichtung 1895, S. 64-66 [mit Bildn.] – P. Bahlmann: Die Fastnachtsspiele im Zoologischen Garten zu Münster i.W. Eine kurze Geschichte der Zoologischen Abendgesellschaft mit vollständigem Verzeichnis ihrer handschriftlichen, autographierten und gedruckten Werke. Münster 1898 – Schauerte 1926, S. 162-165 – Uhlmann-Bixterheide: Das plattdt. Westfalen 1921 – Schorer 1935, S. 189 – R. Schmieding: Dat Plattdütske un de Aobendgesellschopp van'n Zoologisken Gaorden (AZG) nao den lesten Weltkrieg, in: Wibbelt-Jb. 3, 1987, S. 47-55 – Weber 1991, S. 58ff. – Westf. Literaturführer 1992 (Stichw. Münster) – Strunzerdal-Mundartliteratur 2007, S. 70f..

Bildnis: Bilderslgen.: WLA Hagen, StLB Dortmund, ULB Münster, Landesdenkmalamt Münster.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. ULB Münster: kleine Schriften (Bacillen marsch!; La chasse du puce; Westfaolenleed; Laot-Suusen-Marsch [jew. Text und Kompostion]; naturwiss. Mss.; Vorgeschichten und Ahnungen; Wertschätzung der Tuckesburg]; Briefe und Gesuche; Separata und Ausschnitte – 2. WLM-KuK Münster: Heinrich der Einzige. Epos in 8 Gesängen, gedichtet und vorgetragen zur Erinnerung an die Abschiedsfeier am 16. Januar 1876 im Saale des Gastwirths Tönne Renne, abends 7 1/2 Uhr. Seinem hochverehrten Lehrer, Herrn Heinrich Auling gewidmet. 1876 [Ms.] – 3. StLB Dortmund: Ms. Frans Essink [Fragm.]; Brief an Grete Krüger, an Alexander Heimbürger; Ged. an Richard Becker, Hilchenbach; Postkarte; s. Autographenkatalog Dortmund 1962, S. 199 – 4. Archiv der Zoolog. Abendgesellsch., Münster: Mss. der Theaterstücke der Abendgesellsch. – 5. Nieders. SB/UB Göttingen: 2 Briefe an E. Ehlers, 1890-1900 – 6. StA Bielefeld: 2 Briefe, 2 Ged. – weitere Autographen in: StA Bochum; UB Bonn [selbstbiogr. Abriß].

Sammlungen: WLA Hagen: Materialslg. – StA Münster: Zeitungsausschnittslg.

Gedenkstätten: Münster: Geburtshaus auf der Rothenburg 33 (Gedenktafel); Grab auf dem Zentralfriedhof; Denkmal im Zoo (dorthin aus dem alten Zoo umgesetzt).

Nachschlagewerke: Raßmann 1866; N.F. 1881 – Seelmann, Bd. 1, 1896; Bd. 3, 1915 – Poggendorf, Bd. 3,1, 1897; Bd. 4, 1904 – Koepper 1898 – Wienstein 1899 – Biogr. Jb. und Dt. Nekrolog 10, 1905 – Schönhoff 1913 – Geißler 1913 – Biogr. Lex. der Ärzte, Bd. 2, 1933 – Westf. Lebensbilder 4, 1933 [mit Bildn.] (J.O. Plaßmann) – Kosch, Bd. 2, 1937 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 2, 1953; 3. Aufl., Bd. 9, 1984 – Foerste-Erzähler 1977 – NDB, Bd. 13, 1982 – von Heydebrand 1983 – Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984 [mit Bildn.] – Foerste-Mundartliteratur 1987 – Freund 1993 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 733, Sp. 416-421; N.F.783, Sp. 232-273 – BBKL: bautz.de/bbkl/ – PBuB: www.ins-db.de.

Aktualisiert nach Peter Bürger: Im reypen Koren. Ein Nachschlagewerk zu Mundartautoren, Sprachzeugnissen und plattdeutschen Unternehmungen im Sauerland und in angrenzenden Gebieten. Eslohe: Maschinen- und Heimatmuseum 2010.