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Hermann Josef Kappen

Geboren am 18. November 1818 in Münster. Von 1830 bis 1837 Besuch des dortigen Gymnasiums. Studium der Theologie an der Akademie Münster. 1841 Priesterweihe. Anschließend war er von 1842 bis 1843 Vikar, zweiter und später erster Kaplan und seit 1855 Pastor in Münster. 1871 Ernennung zum Stadtdechant, 1884 zum Ehrendomkapitular und 1891 zum päpstlichen Hausprälaten. Er starb am 28. Januar 1901 in Münster.

Kappen war ein sehr wort- und schriftgewandter Mann. Seit 1842 war er ständiger und fleißiger Mitarbeiter – ja man kann sagen – der eigentliche Leiter des „Sonntagsblattes für katholische Christen“ herausgegeben von C. Theissing in Münster. Von 1852-1861 war Kappen auch verantwortlicher Redakteur des genannten Blattes. Das „Münsterländische Sonntagsblatt“ wie es kurz genannt wurde, war neben dem „Westfälischen Merkur“ und dem „Westfälischen Volksblatt“ in Paderborn das bedeutendste und einflußreichste Blatt im katholischen Westfalen. Es steht in den Jahren 1848 und 1849 auf einer beachtenswerten Höhe. So bringt es eine große Zahl noch heute lesenswerter Aufsätze zu den Ereignissen und Problemen der Zeit und steht dadurch im Gegensatz zu den anderen Blättern seiner Art, die auch nach Gewährung der Pressefreiheit nur selten das Wort zu den Tagesereignissen und Zeitfragen nahmen, sondern nach wie vor ihre Spalten zum größten Teil mit Räuber- und Schauergeschichten und oft lächerlichen Lokalnotizen füllten. – Wenn nun auch im „Sonntagsblatt“ weder die Autoren der Aufsätze noch der Gedichte genannt werden, so kann man doch eine Reihe von Aufsätzen und Gedichten herausfinden, die von Kappen herrühren. Seine Autorschaft wird leicht bewiesen durch einen Vergleich mit den vielen Reden, die er in den katholischen Vereinen hielt. (Kannengießer)

Selbständige Veröffentlichungen: Missions-Andacht zu Ehren des heiligen Franziscus Xaverius. Münster 1845 – Die Marianische Sodalität nach ihrer äußeren und inneren Einrichtung für Jünglinge jeden Standes nebst christlichen Lebensregeln. Münster 1852 – Katholisches Gebet- und Gesangbuch für die Marianischen Sodalitäten nebst beigefügten Melodien. Münster 1853; 10. Aufl. Münster: Aschendorff 1862 (ULB Münster, StUB Köln) – Die sieben Worte Jesu am Kreuze nach Lehre der heiligen Väter, in sieben Fastenpredigten erklärt und dargestellt. Münster: Coppenrath 1858. 175S. (ULB Münster, EDDB Köln) – Der kleine Thomas von Kempen, oder: Die Nachfolge Christi im klösterlichen Leben. Nach den Schriften des ehrwürdigen Thomas von Kempen. Zum Gebrauche für geistliche Genossenschaften. Münster: Coppenrath 1869. 416S. (KPS Münster); 2. Aufl. 1880; 3. Aufl. ebd. 1894. 432S. – Der Himmel, in sechs Fastenpredigten. Münster: Russell 1871. IV, 127S. (ULB Münster, KPS Münster, EDDB Köln); Nachdr. Münster: Schöningh 1896. 96S. (ULB Münster, EAB Paderborn) – Der christliche Dienstbote, oder Wegweiser, Rathgeber und Spiegel für Dienstboten, in allen Lagen des Lebens. Münster: Aschendorff 1879. 416S. (KPS Münster); 2. Aufl. 1880 – Erinnerungen aus alter und neuer Zeit von einem alten Münsteraner. Teil 1. Münster: Westf. Merkur 1880. VI, 356S. (ULB Münster, StUB Köln, EDDB Köln, StA Bielefeld) [anonym] – Zum goldenen Dienstjubiläum Seiner Heiligkeit des Papstes Leo XIII. Ein Festschrift für das deutsche Volk. Münster: Russell 1893. 32S. (EDDB Köln, SB Mönchengladbach) – Clemens August, Erzbischof von Köln. Ein Lebensbild. Münster: Aschendorff 1897. VIII, 240S. (ULB Münster, StUB Köln, UB Bonn, ULB Düsseldorf); Egelsbach: Hänsel-Hohenhausen 1988.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Kath. Zeitschr. 1851f.; Westf. Merkur – postum: Folkerts: Münster 1992, S. 139f.: Revolution 1848.

Herausgabe, Redaktion: [Münsterisches] Sonntagsblatt für katholische Christen. Münster: Theissing 1852-1861, 1863-1865 [Red.; eigene Beitr.].

Unselbständige Veröffentlichungen über Kappen: Nekrolog, in: Kölnische Volksztg., Nr. 96 vom 29.1.1901 [anonym].

Erwähnungen in: Kannengießer 1923, S. 31f., 111f. [Kurzbiogr.] – Keinemann 1974, Bd. 2 [s. Reg.] – Keinemann 1987 [s. Reg.].

Handschriftliches: Bayer. SB München: Brief mit Beil. von Wilhelm Cramer, Dülmen, 4.10.1859; Briefentwurf von Edward von Steinle [Frankfurt/M., 1857].

Nachschlagewerke: Biogr. Jb. und Dt. Nekrolog 6, 1901 (Totenliste); 6, 1904 – Raßmann 1866; N.F. 1881 – von Heydebrand 1983 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 626, Sp. 368-369; N.F. Fiche 680, Sp. 132f.