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Wilhelm Hasenclever

Geboren am 19. April 1837 in Arnsberg als Sohn eines Lohgerbereibesitzers. Besuch des dortigen Gymnasiums bis zur Obersekunda. Anschließend Lehre als Lohgerber bei seinem Vater. 1857/1858 widerstrebend Ableistung des einjährigen Militärdienstes. Anschließend durchwanderte er als Handwerksbursche den größten Teil Deutschlands, Österreichs, Oberitaliens, der Schweiz und Südfrankreichs. Angesichts der Arbeiternot, die er während dieser Jahre in ungeahntem Ausmaß kennenlernte, fand der junge Idealist seine Lebensaufgabe. Er verzichtete auf das gesicherte Fortkommen im gut erlernten Handwerk, um sich ganz in den Dienst sozial-politischer Arbeit zu stellen. (Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984) 1859 erneuter Militärdienst, den er in Köln und Düsseldorf ableistete. Im Herbst 1859 Fortsetzung der Wanderschaft. 1862/1863 Tätigkeit als Redakteur der demokratischen Westfälischen Volkszeitung in Hagen. Im Sommer 1864 erneute Einberufung zum Militär (Deutsch-Dänischer Krieg). Nach seiner Entlassung veröffentlicht er in der Rheinischen Zeitung einen Artikel, aufgrund dessen er zu sechs Wochen Haft wegen „Ehrfurchtsverletzung gegenüber Sr. Majestät“ verurteilt wurde. Freispruch in zweiter Instanz. Eintritt in den Allgemeinem deutschen Arbeiterverein. Von 1866 bis 1868 war er dessen Sekretär und anschließend bis 1870 dessen Kassierer. 1867 Politische Verurteilung wegen „Vergehen gegen die öffentliche Ordnung“. Von 1867 bis 1869 leitete er als Geschäftsführer die Lohgerberei seiner Schwester in Halver bei Lüdenscheid. 1869 Durch den Kreis Duisburg Wahl in den Norddeutschen Reichstag. Beginn seiner parlamentarischen Laufbahn. Um die Jahreswende 1869/1870 Übersiedlung von Bremen nach Berlin. 1870 wurde er Mitherausgeber des Social-Demokrat, der unter ihm den Namen Neuer Social-Demokrat annahm. Im selben Jahr Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg. Nach dessen Ende 1871 wurde er bis 1875 Präsident des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Neben seiner Tätigkeit für den Neuen Social-Demokrat war er Mitredakteur der populär-wissenschaftlichen Sozial-politischen Blätter. Von 1873 an gab er die Socialpolitischen Blätter zur Unterhaltung und Belehrung der deutschen Arbeiter heraus. Im selben Jahr Verurteilung wegen „öffentlicher Aufforderung zu strafbaren Handlungen“. 1874 3monatige Gefängnishaft wegen Beleidigung und einmonatige Inhaftierung wegen „Beteiligung an einem geschlossenen Verein“. Im selben Jahr wurde er von der Stadt Altona zum Reichstagsabgeordneten gewählt. 1875/1876 war er Mitglied im Vorstand der neugegründeten Vereinigten sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Umzug nach Hamburg, wo er 1876 das Hamburg-Altonaer Volksblatt gründete. 1876 übernahm er zusammen mit Wilhelm Liebknecht den Vorwärts in Leipzig. Seit 1876 gab er hier zudem ein humoristisch-satirisches Arbeiterblatt heraus. 1877 war er Reichstagsabgeordneter für Altona und Berlin. Nach 1878 führte er in Berlin den von ihm mitbegründeten Berliner Arbeiterbund und engagierte sich in der Gewerkschaftsbewegung. Hier blieb er trotz unablässiger Polizeiverfolgung der gefeierte Sprecher der Arbeiter; sein Name wirkte als beste Propaganda für Versammlungen, um Tausende heranzuholen. (ebd.) 1879, 1881 und 1884 war er Reichstagsabgeordneter für Breslau, 1884 auch für Berlin. 1881 wurde er aufgrund des sog. „kleinen Belagerungszustandes“ aus Leipzig ausgewiesen und lebte nacheinander in Wurzen, Halle und Dessau als freier Schriftsteller. Eben bei der Reichstagswahl 1887 in Berlin wieder weit überlegener Sieger, brach er während des Düsseldorfer Geheimbund-Prozesses 1888 geistig zusammen. In einer Heilanstalt zu Berlin-Schöneberg siechte er dahin [...]. (ebd.) Hier starb er am 3. Juli 1889. 15.000 Arbeiter wohnten seinem Begräbnis bei, mehr als 10.000 nahmen an der Gedenkfeier 1890 teil.

H. galt als gemäßigt, war ein guter Redner und schlagfertiger Debattierer. – Von ihm verfaßte Gedichte preisen die Forderungen nach Freiheit und Gleichheit und dienen der proletarischen Agitation. Obwohl von geringem dichterischen Wert, unterscheiden sie sich doch durch ihr echtes Pathos wohltuend von der epigonalen Bildungslyrik seiner Zeit. (NDB)

Hasenclever, Audorf, Frohme, Geib und viele andere beanspruchten mit ihrer Lyrik nicht, eine neue Ära der Poesie zu eröffnen, sondern wollten lediglich, wie Franz Mehring 1898 treffend resümierte, „allem Zorn, aller Trauer, allem Jubel Luft machen, womit sie der proletarische Befreiungskampf in seinen wechselnden Phasen erfüllte, sich den Überschwang der Empfindungen, der ihnen die Brust zu zersprengen drohte, vom Herzen singen.“ Die literarhistorische Wurzel dieser Arbeiterdichtung war die revolutionäre Literatur des Vormärz. Der Einfluß der politischen Gedichte Heines, Freiligraths und Herweghs ist nicht zu übersehen. Hasenclever und die übrigen Arbeiterdichter seiner Generation schrieben für die Emanzipation ihrer Klassengenossen. Dementsprechend erschienen die Gedichte zunächst ausschließlich in der sozialdemokratischen Presse. Durch die Parteizeitung wurde ein breites Publikum angesprochen, dessen politisches Bewußtsein durch die Dichtung gestärkt und geformt werden sollte. (Roerkohl 1991)

Am literarischen Werk Hasenclevers läßt sich die Entwicklung der sozialistischen Literatur nachvollziehen. Das Schreiben an sich wurde als Parteiarbeit angesehen und war definiert durch den Agitationswert und nicht durch den künstlerischen Wert. [...] Hasenclevers literarisches Werk beschränkt sich jedoch nicht nur auf seine Lyrik. Neben Friedrich Wilhelm Fritzsche, August Geib und Max Engel gehörte er zu den ersten Arbeitern, die über die Darstellung von Selbsterlebtem hinausgehend, auf der Grundlage von Beobachtungen und Klassenkampferfahrungen Geschichten erfunden haben, die die Bewußtseinsbildung des Proletariats förderten und durch die sie sich selbst als Schriftsteller weiterentwickelten. [...] Wilhelm Hasenclever ist ebenso wie in seiner politischen auch in seiner literarischen Bedeutung unterschätzt. Sicher hat seine Lyrik, seine Prosa nicht durchgängig die Qualität Frohmes oder Geibs, zweifellos aber liegt seine schriftstellerische Bedeutung in seinem Beitrag zu einer Literatur der „neuen Wirklichkeit“. Ihn auf wenige, rein agitatorische Werke zu reduzieren, hieße, ihm nicht gerecht zu werden. (Heid/Vinschen/Heid 1989)

Pseudonym: Wilhelm Revel.

Selbständige Veröffentlichungen: Über die Beeinflussung des Arbeiterstandes durch die gegenwärtige Presse. Heidelberg [1864] – Herr Tessendorf und die Deutsche Social-Demokratie. Sozialisten-Prozeß, verhandelt am 16. und 18. März vor dem Stadtgericht zu Berlin. Nach stenographischer Aufnahme. Berlin 1875 – Erlebtes. Skizzen und Novellen. Leipzig: Röhl 1877. 232S. (StA Bielefeld, ULB Düsseldorf) – Erlebtes. Erinnerungen aus dem Soldatenleben 1857-1871. Leipzig [1877]; Nachdr. u.d.T.: Erlebtes. Erinnerungen 1857-1871. Anläßlich des 150. Geburtstages des in Arnsberg geborenen Sozialdemokraten. Hg. von F. Franke, L. Heid. Komment. von A. Herzig. Arnsberg: SPD-Ortsverein 1987. 207S. (ULB Münster) – Liebe, Leben, Kampf. Gedichte. Hamburg: Philipsen 1878 – Noch einmal Heinrich Findel und die Socialdemokratie. Leipzig 1880 – Der Feldzug des Herrn Findel gegen die Socialdemokratie, enthaltend die Verbots-Verfügung der binnen acht Tagen vergriffenen Broschüre „Noch einmal Herr Findel und die Scialdemocratie“, mit einem Anhange. Leipzig: Selbstverlag 1880 – Der Wahrheit die Ehre. Ein Beitrag zur Judenfrage in Deutschland. Nürnberg 1881 [Pseud. Wilhelm Revel] – Rede des Reichstagsabgeordneten über die Holzzölle. Leipzig: Selbstverlag 1883 – Gedichte. Stuttgart: Dietz 1893. VIII, 200S. (=Dt. Arbeiterdichtung 1) [mit K.E. Frohme und A. Lepp] (SB Wuppertal, UB Bonn) – Was will die Arbeiterpartei? Ein offenes Wort an die Arbeiter, Handwerker und Kleinbauern in den kleinen Städten und auf dem Lande. Dresden: Harnisch o.J. – Reden und Schriften. Hg. und eingel. von L. Heid, K.-D. Vinschen, E. Heid. Bonn: Dietz 1989. 316S. (=Internat. Bibl. 130) [Inhalt: Einigkeit macht stark; Daß es ein Unrecht ist, wenn der Geldsack seine Berechtigung hat, wie Arbeit; Verteidigungsrede im Sozialistenprozeß vom 16.-18. März 1875 in Berlin; Tölckes Einigungsbemühungen 1874/75; Über die Beeinträchtigung der Jugend in bezug auf die Wahl; Der Wahltag muß ein Sonntag sein; Daß der übermäßige Genuß des Schnapses den Arbeiterstand vollständig ruinieren kann; Arbeitsunterbrechung nennen wir „Pause“; Das Band der Verfolgten; Die stärkste Schutzmauer gegen den Feind ist die Vaterlandsliebe; Über die Beeinflussung des Arbieterstandes durch die gegenwärtige Presse; Ich bin ein Gerber von der Feder; An die Parteigenossen!; Nieder mit der Republik!; Staatssozialismus; Pfui, der Schande!; Der Feldzug des Herrn Findel gegen die Sozialdemokratie; Der Wahrheit die Ehre; Die Einheitsschule; Gedichte; Liebe und Leben; Politische Lyrik; Prosa: Aus dem Wanderburschenleben, Eine entschiedene Reichtagssitzung, Glückliche Ehen] – Über die Beeinflussung des Arbeiterstandes durch die gegenwärtige Presse. o.O.u.J.

Unselbständige Veröffentlichungen in: (in Ausw.) Hermann. London: Juch 1864 [Wochenbl.; Korrespondenzart.] – Social-Demokrat 1863ff. [Ged., Romanausz., biogr. Aufzeichn.] – Rhein- und Ruhrztg., Nr. 19 vom 23.1.1869: Ich bin ein Gerber von der Feder – Neue Welt 1877, Frühjahr: Aus meinem Soldatenleben (1857-1871) [in Forts.]; Nr. 35-38: Aus dem Wanderburschenleben – Familien-Bibl. für das arbeitende Volk 1890f. – postum: Dt. Arbeiter-Dichtung. Eine Auswahl Lieder und Gedichte dt. Proletarier. Bd. 1: Gedichte von W. Hasenclever, K.E. Frohne und Adolph Lepp. Stuttgart 1893 [erste Gedichtveröffentl.] – Stimme der Freiheit. Im Klassenkampf. Hg. von W. Friedrich. 1962 [Werkausw.].

Herausgabe, Redaktion: Märkische [später: Westfälische] Volkszeitung. Hagen: Wolf 1862-1864 [Red.] – Social-Democrat. Berlin 1870; Forts. u.d.T.: Neuer Social-Democrat. Ebd. 1871-1875 [Mithg., Red.; Art., Ged., Romanausz., biogr. Aufzeichn.] – Agitator. Berlin 1871-1875 [Red.; Art., Ged., Romanausz., biogr. Aufzeichn.; u.a. Nr. 30 vom 22.10.1870: Freiheitskämpfer (1864) [Ged.]] – Social-politische Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die deutschen Arbeiter. Berlin 1873-1875 [Hg. mit Wilhelm Hasselmann; Red.; Art., Ged., Romanausz., biogr. Aufzeichn.] (Bibl. der Friedrich Ebert Stiftung, Bonn) – Vorwärts. Central-Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Leipzig 1876-1878 [Hg. mit W. Liebknecht; Red.; Art., Ged., Romanausz., biogr. Aufzeichn.]; Neudr. Leipzig 1977 – Hamburg-Altonaer Volksblatt. Hamburg 1876ff. [Hg.; Red.; Art., Ged., Romanausz.] – Das Lämplein. Hunoristisch-satirisches Wochenblatt. Leipzig: Genoosenschaftsdr. 29.11.1878-10.1.1880 – Der Reichsbürger. Leipzig 11.5.1879-12.9.1881 [mit W. Liebknecht] – Illustrierter Deutscher Jugendschatz. Eine Festgabe für Knaben, Jünglinge, Mädchen und Jungfrauen. 1. und 2. Aufl. Leipzig 1893.

Briefwechsel: mit Wilhelm Liebknecht, in: G. Eckert (Hg.): Wilhelm Liebknecht. Briefwechsel mit dt. Sozialdemokraten. Bd. 1. 1862-1878. Assen 1973 [darin auch Zeugnisse über Hasenclever von Liebknecht, Ignaz Auer, Friedrich Engels u.a.]. Briefe: an Johann Jacoby, Hagen, 1.5.1865, in: Johann Jacoby. Briefwechsel 1850-1877. Hg. und erl. von E. Silbermann. Bonn 1978, S. 324f. – an Friedrich Engels, in: Reden und Schriften 1989 (s.o.) – Im Kampf um den revolutionären Charakter der proletarischen Partei. Briefe führender dt. Arbeiterfunktionäre Dezember 1884 bis Juli 1885. Hg. vom Inst. für Marximus-Leninismus beim ZK der SED. Berlin/DDR 1977 [u.a. von Hasenclever an Wilhelm Liebknecht].

Zeitgenössische Zeugnisse: Protokolle der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Bd. 2. Gotha 1875, St. Gallen 1887; Nachdr. Bonn 1971 – August Bebel: Aus meinem Leben. 2. Aufl. Frankfurt/M. 1911; Nachdr. Berlin/DDR 1988 [s. Reg.] – Otto Atzrott: Sozialdemokratische Druckschriften und Vereine verboten auf Grund des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878. Berlin 1886; Nachdr. Glashütten/Ts. 1971 – Wilhelm Blos: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten. Bd. 1. München 1914 – Karl Marx und Friedrich Engels: Briefwechsel. 4 Bde. Berlin 1950ff. [s. Reg.; Zeugn. von Engels, Liebknecht u.a.] – G. Eckert (Hg.): Wilhelm Liebknecht. Briefwechsel mit Karl Marx und Friedrich Engels. Den Haag 1963 – Eduard Bernstein. Briefwechsel mit Friedrich Engels. Hg. von H. Hirsch. Assen 1970 [s. Reg.] – Carl Wilhelm Tölckes Presseberichte. Zur Entwicklung der dt. Sozialdemokratie 1848-1893. Quellen zur Geschichte der dt. Arbeiterbewegung. Bearb. von A. Herzig. München 1976 (=Dortmunder Beitr. zur Zeitungsforsch. 22) – D. Dowe (Hg.): Protokolle und Materialien des Allgemeinen dt. Arbeitervereins. Berlin, Bonn 1980.

Selbständige Veröffentlichungen über Hasenclever: A. Roerkohl: Wilhelm Hasenclever. Münster 1991 (=Westfalen im Bild. Persönlichkeiten aus Westfalen 3) [mit Bildn. und Dias].

Unselbständige Veröffentlichungen über Hasenclever: Nekrologe, in: Der Sozialdemokrat, London, vom 13.7.1889 [vermutl. von Wilhelm Liebknecht]; in: Berliner Volksbl. vom 5.7.1889 – W. Blos: Wilhelm Hasenclever. Gedenken zum 25. Todestag, in: Die neue Zeit 1914, Nr. 14, S. 607 – M. Schütte: Wilhelm Hasenclever, in: Arbeiter-Jugend 12, 1921 – L. Heid: Der Gerber von der Feder. Wilhelm Hasenclever und sein Duisburger Wahlkreis in der Zeit des Norddt. Bundes (1869/70), in: Duisburger Hochschulbeitr. 12, 1979, S. 307-323; ders.: Wilhelm Hasenclever und der Norddt. Reichstag, in: Duisburger Journal 1979, H. 3, S. 8; ders.: Pazifist - Patriot - Parlamentarier. Wilhelm Hasenclever in der antimilitaristischen Tradition der deutschen Arbeiterbewegung, in: F. Franke, L. Heid (Hg.): Wilhelm Hasenclever. Erlebtes. Arnsberg 1987, S.173-198 – A. Herzig: Wilhelm Hasenclever und die dt. Sozialdemokratie, in: F. Franke, L. Heid (Hg.): Wilhelm Hasenclever. Erlebtes. Arnsberg 1987, S.13-39 – R. Liesegang: "Stiefkind" der Geschichtsschreibung. Der Weg Wilhelm Hasenclevers in die große Politik, in: Heimatbuch Hagen und Mark 29, 1988 (1987), S. 103-110; ders.: „Die Freiheit wird uns doch zum Lohn trotz Kerker und trotz Eisenkette.“ Zum 100. Todestag des Arbeiterführers Wilhelm Hasenclever (1837-1889), in: Der Märker 1989, H. 4, S. 159-167 [mit Bildn.] – L. Heid: „...gehört notorisch zu den hervorragendsten Leitern der sozialdemokratischen Partei.“ Wilhelm Hasenclever in der dt. Arbeiterbewegung, in ders., K.-D. Vinschen, E. Heid (Hg.): Wilhelm Hasenclever. Reden und Schriften. Bonn 1989, S. 15-68 [mit Bildn., Abb.]; ders.: Wilhelm Hasenclever. Stationen eines politischen Lebens, in: Duisburger Forschungen 37, 1990, S. 79-86.

Erwähnungen in: F. Mehring: Herr Tessendorf und die dt. Socialdemokratie. 1875; ders.: Meine Rechtfertigung. 1903; ders.: Die Geschichte der dt. Sozialdemokratie. Neuaufl. Berlin/DDR 1976 [s. Reg.] – E. Bernstein (Hg.): Die Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung. 2 Bde. Berlin 1907; Neuaufl. 1924 – H. Laufenberg: Geschichte der Arbeiterbewegung in Hamburg, Altona und Umgebung. 1911; Nachdr. Berlin, Bonn 1977 – H. Hasenclever (Hg.): Das Geschlecht Hasenclever im ehemaligen Herzotum Berg, in der Provinz Westfalen und zeitweilig in Schlesien. Bd. 1. Remschei 1922 [Stammtafel] – C. Hasenclever: Bei uns in der Obernstraße. Lübeck 1947 – L. Stern (Hg.): Der Kampf der Sozialdemokratie in der Zeit des Sozialistengesetzes 1878/90. Bd. 2. Berlin 1956 (=Archival. Forschungen zur Gesch. der dt. Arbeiterbewegung 3/I, 3/II) [Dok.; Abh. von K.-A. Hellfaier: Die Sozialdemokratie unter dem Ausnahmegesetz 1878-1890] – K. Kautsky: Erinnerungen und Erörterungen. 's-Gravenhage 1960 – R. Höhn: Sozialismus und Heer. Bad Homburg 1961 [zu Hasenclevers militärpolitischem Engagement] – K.A. Hellfaier: Die sozialdemokratische Bewegung in Halle, in: Archiv für Sozialgesch. 1, 1961, S. 69ff. – F. Staude: Sie waren stärker. Der Kampf der Leipziger Sozialdemokratie in der Zeit der Sozialistengesetze 1878-1890. Leipzig 1969 – A. Herzig: Die Entwicklung der Sozialdemokratie in Westfalen bis 1894, in: Westf. Zeitschr. 121, 1971, S. 97-172; ders.: Der Allgemeine Dt. Arbeiter-Verein in der dt. Sozialdemokratie. Berlin 1974 – H. Berndt: Die auf Grund des Sozialistengesetzes zwischen 1881 und 1890 Ausgewiesenen aus Leipzig und Umgegend. Eine Studie zur sozialen Struktur der dt. Arbeiterklasse und Arbeiterbewegung. Diss. Berlin/DDR 1972; dies.: Biographische Skizzen von Leipziger Arbeiterfunktionären. Eine Dokumentation zum 100. Jahrestag des Sozialistengesetzes (1870-1890). Berlin/ DDR 1978 – L. Heid: Von der Zunft zur Partei. Die Social-Demokratie in Duisburg 1814-1878. Duisburg 1983 (=Duisburger Forschungen 32) – U. Geitz, U. Schledorn: „Der Freiheit eine Gasse.“ Kleine Geschichte der Hagener Arbeiterbewegung. Hagen 1985 [S. Reg.] – B. Faulenbach, G. Högl: Eine Partei in ihrer Region. Essen 1988 – I. Fischer, W. Krause: August Bebel 1840-1913. Ein Großer der dt. Arbeiterbewegung. Katalog zu einer Ausstellung des Archivs der sozialen Demokratie/Friedrich-Ebert-Stiftung und der Stiftung Preuß. Kulturbesitz. Köln 1988 – Westf. Literaturführer 1992 (Stichw. Arnsberg) – zahlr. Erwähnungen in der Lit. zur Gesch. des Sozialismus und der Arbeiterbewegung.

Bildnis: 1. Fotogr. (ULB Münster) – 2. Fotogr. (Heimatmuseum Arnsberg) – 2. Darstellung: Auflösung einer sozialdemokratischen Versammlung während des Sozialistengesetzes in Leipzig [Abb. in: Daheim 1881] – zahlr. Fotogr. und Dok. [Abb. in: Reden und Schriften. 1989] – Bilderslgen. (Archiv der Sozialdemokratie/ Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn; Instituut voor Sociale Geschiedenis, Amsterdam) – s. die Angaben in der o.g. Literatur.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. NW HSA Düsseldorf; Instituut voor Sociale Geschiedenis, Amsterdam: Briefwechsel mit Wilhelm Liebknecht; ebd. (u.a. Engels-Nachlaß): Brief an Friedrich Engels, Leipzig, 24.9.1877; Privatbesitz der Familie [s. Reden und Schriften. 1989 (s.o.): Editorisches Vorwort] – weitere Autographen in: Archiv der Sozialdemokratie/ Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn.

Sammlungen: WLA Hagen: Materialslg.

Gedenkstätte: Das Geburtshaus in Arnsberg am Mühlenbach (Mühlenstr. Nr. 11), seit 1987 mit Gedenktafel – Auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde Berlins wurde ihm 1890 von Parteimitgliedern eine Gedenksäule errichtet mit der Inschrift „Dem alten Kämpfer für Wahrheit, Freiheit und Recht“.

Nachschlagewerke: Brümmer 1877 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 7, 1979 – NDB, Bd. 8, 1969 – Stegmann/Hugo 1896 – Internat. Handbuch des Gewerkschaftswesens, Bd. 1. 1931 – F. Ostenroth: Biogr. Lex. des Sozialismus, Bd. 1, 1960 – M. Schwarz: Mitglieder des Reichstages. Biograph. Handbuch der dt. Reichstage. 1965, S. 338 – Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984 [mit Bildn.] – Rost 1990 [mit Bildn.] – Dt. biogr. Archiv, Fiche 481, Sp. 301f.; N.F., Fiche 530, Sp. 361-366.