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Karl Theodor Ferdinand Grün

Geboren am 30. September 1817 in Lüdenscheid als Sohn eines Volksschullehrers. Bruder des Albert Grün. Besuch der Volks- und vermutlich der Rektoratsschule in Lüdenscheid und hierauf des Gymnasiums in Wetzlar. In Wetzlar wohnte er im Haus seines Großvaters, eines Arztes. Beteiligung an einem von Schülern herausgegebenen Wochenblatt. Lektüre von Heine, Anastasius Grün und Nikolaus Lenau. 1835 Reifeprüfung. Studium der evangelischen Theologie und Philologie in Bonn. Begegnung mit Karl Marx. 1838 Fortsetzung des Studiums in Berlin, nun als Student der Philologie und Philosophie. Beinflussung durch junghegelianisches Gedankengut. In Berlin gehörten Marx und eventuell auch Grün zu linkshegelianischen Kreisen wie den „Freien“, die Bruno Bauer anführte. Im Jahre 1839 trat – publizistisch gesehen – eine Wendung in Grüns Leben ein. Mit dem Erscheinen seiner umfangreichen Schrift „Buch der Wanderungen Ostsee und Rhein“ schloß er nun geistig mit der Studentenzeit ab, indem er sich mit allen Reisen durch Deutschland, die er in zahlreichen Semesterferien unternommen hatte, auseinandersetzte und die gewonnenen Eindrücke veröffentlichte. Zugleich wurden durch die in dieser Schrift angesprochenen Themenkreise die vier Stützpfeiler seines Denkens erkennbar: Politik und Soziales, Philosophie und Kunstgeschichte. Er signalisierte durch die Widmung des Buches an die Leitfigur der Opposition, Karl Gutzkow, [...] daß er sich nun nach vier Jahren Studium auf dem Boden der liberalen, nationalen, sozial eingefärbten Opposition in Deutschland befand [...]. 1838 entzog er sich durch Flucht dem Militärdienst und ging zunächst ins Elsaß, womit er die Möglichkeit auf einen Eintritt in den deutschen Staatsdienst und damit auch auf die angestrebte akademische Karriere aufgab. In Colmar unterrichtete er als Gymnasialprofessor und hielt Vorlesungen über Themen der deutschen Literaturgeschichte. Seit 1838 freie Mitarbeit an der literarisch ambitionierten Mitternachtszeitung für gebildete Leser und der Dresdner Abendzeitung. 1842 Rückkehr nach Deutschland und Tätigkeit als Redakteur der später unterdrückten Mannheimer Abendzeitung, der ersten radikalen Tageszeitung Deutschlands. Die Ereignisse selbst, die sich anschließende Presseberichterstattung, besonders aber die Schilderung aus eigener Sicht sollten Grün zu einer überall in Deutschland bekannten Persönlichkeit des politischen Lebens machen, zu einer Art vormärzlicher Kultfigur, die eingeladen wurde, wann immer sich die Opposition selbst zelebrierte. Er war noch 1842 von dem Wunsch beseelt, sich „in Marburg zu habilitieren“, wurde aber zurückgewiesen. Im Oktober 1842 wurde er wegen seiner liberalen Berichterstattung als Kriminalverbrecher eingestuft und ausgewiesen. Dies führte bei ihm zu einer erkennbaren Radikalisierung. Er ging zunächst nach Mainz. Grün war in Mainz ein angesehener Mann und konnte dort im Frühjahr 1843 seinen neuen Ruhm genießen. Er wurde mit Champagner gefeiert. Seine vielerort in der Presse vorgestellte Ausweisungsgeschichte machte ihn zum politischen Märtyrer und in einer Zeit der reaktionären Repression zu einer Art politischer Kultfigur. Mitarbeit an der Neuen Zeitung in Hamburg sowie weiterhin an der Mannheimer Abendzeitung, der Neuen Würzburger Zeitung und der ultra-oppositionellen Rheinischen Zeitung, für die er Leitartikel schrieb, die aber am 31. März 1843 verboten wurde. Seit März 1843 Mitarbeit an der Trierschen Zeitung, die später gelegentlich bis zur Hälfte aus seiner Feder stammte und seit Juli an der Kölnischen Zeitung. Im Juni 1843 mit seiner Familie Umzug nach Köln, wo er Kontakt zu führenden deutschen Sozialisten unterhielt und literarische und kulturgeschichtliche Vorträge hielt. Im Juli 1843 übernahm er – weiterhin hauptsächlich in Köln wohnend – den in Wesel erscheinenden Sprecher. Dies war deswegen ein wichtiges Datum in seinem Leben, weil Grün nun nach der „Mannheimer Abendzeitung“ und der „Trierschen Zeitung“ ein weiteres Blatt erhielt, das er von regionaler Bedeutungslosigkeit zu größerer Resonanz führen konnte. 1844 auf Einladung Otto Lünings Vortragsreise durch Westfalen. Im Winter 1843/1844 neunwöchiger Aufenthalt im Haus des Industriellen und Sozialreformers Julius Meyer auf Schloß Holte bei Rietberg (weitere Besuche dort im März und April 1844). In dieser Zeit wurde er von der Polizei als gefährlichster Staatsfeind betrachtet. Die Tätigkeit als Hauptmitarbeiter des Sprechers dauerte bis zum 30. September 1844, bis die Zensur eine Weiterexistenz des Blattes unmöglich machte. Ein Vortrag in Osnabrück veranlaßte Grün hierauf zur Gründung der Bielefelder Monatsschrift, die 1844 verboten wurde. Ende 1844 registrierte er eine ähnlich scharfe Zensurpraxis bei der Trierschen Zeitung, so daß eine Emigration für ihn geradezu zwangsläufig wurde. Er wählte sich Paris als Exil, nahm jedoch zunächst Aufenthalt in Brüssel, wo es zur Bekanntschaft mit Ferdinand Freiligrath kam. In Paris schloß er sich deutsch-radikalen Kreisen an, die er bereits bei einem dortigen Besuch im Winter 1842/1843 kennengelernt hatte. Bis 1850 Fortsetzung seiner Mitarbeit an der Trierschen Zeitung, der nach dem Verbot der Rheinischen Zeitung die Rolle des wichtigsten radikalen Tagesperiodikums in Deutschland zugefallen war. Ein weiterer Korrespondent des Blattes war damals Otto Lüning. 1845 war Grün in Paris Mitherausgeber der Blätter der Vernunft. Seine Vorlesungstätigkeit wurde wegen seiner Kontakte zu den Kommunisten verboten. Erneut ausgewiesen, ging er 1847 nach Belgien. Grün war wieder einmal auf dem Tiefpunkt angelangt. [...] Grün frischte seine strapazierten Finanzen offenbar dadurch auf, daß er in Belgien auch als Buchdrucker arbeitete, – dies wahrscheinlich sogar bis zum Februar 1848. Zusammentreffen mit seinem Bruder Albert Grün, der ebenfalls nach Brüssel emigriert war, ansonsten gab es neben einer grundsätzlichen Übereinstimmung in politischen Dingen zwischen den Brüdern kaum Gemeinsamkeiten. Ende des Jahres vergebliches Ersuchen an die preußische Regierung, nach Köln zurückkehren zu dürfen. Der Ausbruch der Revolution veranlaßte Grün am 28. Februar 1848 zur Rückkehr nach Deutschland. Er nahm seinen Wohnsitz in Trier. Von Juli 1848 bis 1850 gab er dort das Blatt Amphitheater für Unterhaltung, Kunst und Kritik heraus. Im August in Frankfurt Besuch eines wissenschaftlichen Kongresses zur Gründung einer freien akademischen Universität, bei der Grün eine Professur anstrebte, was jedoch scheiterte, weil das Universitäts-Projekt vereitelt wurde. In Trier Vortragstätigkeit, u.a. als Mitglied des Democratischen Vereins. Im Mai 1848 wurde er vom Kreis Wittlich in die preußische Nationalversammlung gewählt, in der er zur äußersten Linken gehörte. 1849 war er Wortführer der Linken in der Zweiten Kammer. Nach deren Auflösung blieb er weiterhin agitativ tätig, u.a. bei einer großen Volksversammlung auf der Marienburg im Mai 1849, auf der der Entschluß gefaßt wurde, das Landwehrzeughaus in Prüm zu stürmen. Obwohl nicht selbst an diesem Zeughaussturm beteiligt, wurde Grün wegen intellectueller Beteiligung angeklagt und für acht Monate verhaftet. Nach seinem Freispruch lebte er von 1850 bis 1861 in Brüssel, wo er, um sich eine feste Lebensgrundlage zu verschaffen, die Gründung eines Pensionats plante und als Hauslehrer tätig war. 1859 hielt Grün auch Vorlesungen an der Brüsseler Universität. Erst 1861 durfte er wieder in Preußen einreisen. Die politischen Veränderungen trieben ihn um Neujahr 1861 nach Berlin, wo er in der Abgeordnetenkammer seine 1848er Vergangenheit auffrischte und Benedikt Waldeck wiederbegegnete. Von da ging er über Belgien und Paris nach Turin, wo er der Eröffnung der ersten Nationalvertretung Jungitaliens am 18. Februar 1861 beiwohnte. Grün besuchte neben Turin auch Mailand, Genua, Modena, Pisa, Florenz, Rom und Neapel. Hierauf kehrte er über München nach Belgien zurück. Von Brüssel aus startete er im November 1861 eine umfangreiche politische Vortragsreise, die ihn nach Westfalen und in einige rheinische Städte führte. Anschließend weilte er im Juni 1862 in Trier. Im selben Jahr Übersiedlung nach Frankfurt/M., wo Grün intensiv an der Neuen Frankfurter Zeitung mitarbeitete. Seit November 1862 ging er erneut der Vortragstätigkeit nach. Bald darauf wurde er Professor an der Hochschule für Handel und Gewerbe mit dem Hauptfachgebiet Literaturgeschichte. Fortan hielt er erfolgreich in ganz Deutschland Vorträge. Als sich 1866 abzeichnete, daß Frankfurt in den Krieg zwischen Österreich und Preußen hineingezogen werden würde, ging Grün nach Heidelberg. Grün wirkte nun in der massiv antipreußischen, weil gegen die Durchsetzung des preußischen Militarismus gerichteten demokratischen Volkspartei mit, die vor allem in den Mittelstaaten ein Zentrum besaß. Seit 1868 war er Mitherausgeber der „Demokratischen Correspondenz“. In Heidelberg hielt Grün am 1. Juli 1867 zugunsten der Witwe Freiligraths eine Festrede. Im selben Jahr in Genf Teilnahme am internationalen Congreß der Friedens- und Freiheits-Liga. 1868 Übersiedlung nach Wien, wo er am kulturellen Leben der Stadt regen Anteil nahm. 1872 erhielt er dort das Angebot, die Briefe und den Nachlaß von Ludwig Feuerbach herauszugeben, eine Arbeit, die Grün 1874 abschloß. Seit 1874 Mitarbeit an der Berliner Wochenzeitschrift Die Wage, daneben schrieb er für die Augsburger Allgemeine Zeitung und die Neue Freie Presse. In seinen letzten Lebensjahren an Lebertuberkulose erkrankt, starb er am 18. Februar 1887 in Wien. (Zitate nach Trox 1993)

Pseudonym: Ernst von der Haide.

Selbständige Veröffentlichungen: Nord und Süd. Charakteristiken und Poesien. Kassel, Leipzig: Krieger 1838. 291S. [Pseud. Ernst von der Haide] (SB Trier) – Buch der Wanderungen. Ostsee und Rhein. Kassel: Fischer 1839. LXXX, 258S. [Pseud. Ernst von der Haide) (Lipp. LB Detmold) – Gutenberg-Lieder. Der Stadt Straßburg gewidmet. Straßburg/E. 1840 – Meine Ausweisung aus Baden. Meine gewaltsame Ausführung aus Rheinbaiern, und meine Rechtfertigung vor dem deutschen Volke. Zürich, Winterthur: Lit. Comptoir 1843. 166S. (StUB Köln) – Über Wesen und Einfluß des Geschichtsunterrichts auf die höheren Lehranstalten, namentlich auf Realschulen. Weilburg 1843 – Friedrich Schiller als Mensch, Geschichtsschreiber, Denker und Dichter [...]. Leipzig: Brockhaus 1844. VIII, 776S. (ULB Düsseldorf); Neuausg. mit dem Untertitel: Geschichtsschreiber, Denker und Dichter. Ein Kommentar zu Schiller's Sämtlichen Werken. Leipzig: Brockhaus 1849. VIII, 776S. (SB Wuppertal-Elberfeld) – Bausteine. Zusammengetragen und mit einem Sendschreiben an seine Osnabrücker Freunde begleitet. Darmstadt: Leske 1844. 366S. (SB Mönchengladbach) – Die Judenfrage. Gegen Bruno Bauer. Darmstadt: Leske 1844. 156S. (ULB Düsseldorf, Bibl. Germania Judaica Köln) – Über wahre Bildung. Eine Vorlesung, gehalten den 28. April 1844 in Bielefeld zum Besten der armen Spinner im Ravensbergischen. Bielefeld: Helmich 1844 (StA Bielefeld, SB Bielefeld) – Neue Anecdota. Darmstadt: Leske 1845. XV, 301S. (ULB Düsseldorf, UB Bonn, StUB Köln) – Die sociale Bewegung in Frankreich und Belgien. Briefe und Studien. Darmstadt: Leske 1845. VI, 471S. (ULB Düsseldorf, EAB Paderborn, SB Trier, StUB Köln); Nachdr. Hildesheim: Gerstenberg 1974. VI, 471S. – Über Goethe vom menschlichen Standpunkte. Darmstadt: Leske 1846. XXIX, 323S. (StUB Köln, ULB Düsseldorf) – Die preußischen Landtags-Abschiede. Bierwinken: Schwarz 1846. 46S. (StUB Köln) – Die Revolution im Jahre 1848. In zwanglosen Heften. (=Französische Februarrevolution. Nach dem Französischen des P.J. Proudhon). Trier: Lintz 1848 (ULB Düsseldorf) – Westeuropäische Gränzen. Trier: Lintz 1848; Nachdr. 1853. XIV, 103S. (StUB Köln, SB Trier, UB Bonn) – Die Bedeutung der Revolution in Deutschland. Rede, gesprochen auf dem Paulsberge bei Berncastel, den 8. October 1848. Trier: Hetzrodt [1848]. 16S. (StUB Köln) – Petition des gesunden Menschenverstandes an die preußischen Kammern. Februar 1851. Trier: Hetzrodt 1851. 54S. [anonym] – Die Osteuropäische Gefahr. Trier: Lintz 1854. VII, 103S. (SB Trier, StUB Köln) – 1582-1825. Zwei Vorgeschichten. Vom Verfasser der Osteuropäischen Gefahr. Trier: Lintz 1854. 32S. (ULB Münster) – Die Gefahren des Bankfiebers oder Entwicklung des Kapitalbegriffs. Stuttgart: Sonnenwald 1857. 70S. (StUB Köln) – Schillerrede, gehalten zu Brüssel am 10. November 1859. Trier: Lintz 1859. 17S. (SB Trier) – Wien und seine Kunstschätze. Wien: Beck 1858. 195S. (Lipp. LB Detmold) – Louis Napoleon Bonaparte, die Sphinx auf dem französischen Kaiserthrone. Hamburg 1859; mehrere Aufl. und Übers. – Frankreich vor dem Richterstuhle Europas oder die Frage der Gränzen. Trier: Lintz 1860. 62S. – Italien im Frühjahr 1861. München: Fleischmann 1861. V, 425S. (SB Trier, StUB Köln) – Fragmente aus Italien. Natur und Kunst. München: Fleischmann 1862. 342S. (SB Trier) – Hieronymus Bonaparte, weiland König von Westfalen. Hamburg 1861 – Geschichte des ersten deutschen Bundesschießens zu Frankfurt am Main. Coburg: Streit 1862. 176S. (SB Trier, StUB Köln) – L'avenir de l'Italie et du monde européen. Brüssel 1862 – Musik und Kultur. Fest-Rede zur Jubelfeier der Mozart-Stiftung (25. Juni 1863). Frankfurt/M.: Auffahrt 1863. VI, 12S. – Festrede, gesprochen bei der Freiligrath-Feier am 1. Juli 1867 zu Heidelberg. Mannheim: Schneider 1867. 16S. – Wien und seine Kunstschätze. Ein Führer durch Galerien, Kunstsammlungen und Museen mit einem alfabetischen Künstler-Lexikon. Wien 1868 – Glückliches Wien! Die Stadt und ihre Kunstschätze. Wien: Beck 1869. VIII, 195S. – Kulturgeschichte des sechzehnten Jahrhunderts. Leipzig, Heidelberg: Winter 1872. VI, 415S. (ULB Münster, SB Essen, StUB Köln, Lipp. LB Detmold) – Ludwig Feuerbach in seinem Briefwechsel und Nachlaß sowie in seiner philosophischen Charakterentwicklung dargestellt. 2 Bde. Leipzig, Heidelberg 1874 (=Briefwechsel und Nachlaß) (StUB Köln, UB Bonn, ULB Münster) – Kulturgeschichte des siebzehnten Jahrhunderts. 2 Bde. Leipzig: Barth 1874; ebd. 1880. VI, 626, 436S. (ULB Münster, ULB Düsseldorf, SB Wuppertal-Elberfeld) – Die Philosophie in der Gegenwart. Realismus und Idealismus. Leipzig: Wigand 1876. VIII, 384S. (SB Trier).

Herausgabe, Redaktion: Pierre Joseph Proudhon. Philosophie der Staatsökonomie oder Notwendigkeit des Elends. 2 Bde. Darmstadt 1847 (Lipp. LB Detmold, StUB Köln); Neudr. Aalen: Scientia 1966 (Lipp. LB Detmold, StUB Köln, Phil. Sem. der WWU Münster) – Bielefelder Monatshefte. Bielefeld 1844ff. – Mannheimer Abendzeitung. Mannheim 1842ff. [Red. seit 1842] (StA Mannheim: 1842-1849) – Mitarbeit an der Rhein. Ztg. – Leitung der Trierschen Ztg. – Blätter der Zukunft. Paris 1845 (Mithg.) – Ludwig Börne. Briefe aus Paris 1830-1833. Bd. 12 der Gesammelten Schriften. Wien: Tendler 1868 (UB Bonn, ULB Münster, StUB Köln) – zu Grüns redaktioneller und journalistischer Arbeit s. auch die Angaben in der Vita.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Mitternachtsztg. 11, 1836 [Pseud. Ernst von der Haide]: Ernestine. Novelle; Korrespondenz aus Polen; Literatur; Rechtfertigung; Vergangenheit und Beständigkeit – Püttmann: Dt. Bürgerbuch für 1845, S. 49-75: Feuerbach und die Socialisten; Jg. 1846, S. 82-101: Herr Louis Reybaud oder: Der Philister, wie er sein soll – Püttmann: Rhein. Jb. zur gesellsch. Reform 1, 1845, S. 98-144: Politik und Sozialismus; Bd. 2, 1846, S. 20-60: Theologie und Sozialismus – Blätter für lit. Unterhaltung, Nr. 307-309 vom 3.-5.11.1847: Ueber das Verhältniß der Kunst zum gesellschaftlichen Fortschritt. Sendschreiben an Professor Guhrauer zu Breslau I-III – Dt. Museum 3, 1853, S. 546-554: [Rez. zu J.J. Altmeyer: „Ein spanisches Blutgericht in den Niederlanden“]; Jg. 4, 1854, S. 61-68: Der Prophet im Exil [Rez. zu E. Quinet]; S. 204-208: Ein verbotenes Buch [Rez. zu Victor Hugo]; S. 275-281: Über Chaffour-Kestner; S. 745-754: Über Californien [Rez. zu A. Holinski]; Jg. 5, 1855, S. 715-721: Brüsseller Briefe I; Jg. 6, 1856, S. 212-218: Brüsseller Briefe II; S. 834-849: Lamartine und Victor Hugo [Rez.]; S. 481-489; 537-545: Die Finanzen des Proletariats I-II; Jg. 9, 1859, S. 141-145: Doctor Faust, ein Tanzpoem; S. 833-840: Cardinal Antonelle. Nach Edmond About's „Question romaine“; Jg. 10, 1860, S. 496-503: Proudhon oder Napoleon III – Das Jahrhundert. Zeitschr. für Politik und Lit. 2, 1857, S. 447-451, 476-481, 501-505, 527-532, 543-548: Der Kapitalismus und seine Kritik I-V; Nr. 38: Ein Staatsstreich im Glas Wasser; Nr. 40: Politische Silhouetten aus Luxemburg – L. Walsrode (Hg.): Demokratische Studien. Hamburg 1860, S. 343-376: Die jüngste Literatur-Bewegung in Frankreich – Ludwig Börne. Gesammelte Schriften. Bd. 10. Wien 1868: Skizze über Ludwig Börne – Slg. gemeinnützl. Vorträge, Prag, 1872: Die Gegenreformation und die Jesuiten – Die Wage 2, Nr. 31 vom 31.7.1874: Praktisch! Aus Ludwig Feuerbachs Papieren; Nr. 43 vom 23.10.1874: Ein philosophischer Bauer; Jg. 3, Nr. 9 vom 26.2.1875: Die Geologie der Gegenwart; Nr. 29f. vom 16., 25.7.1875: Was man sieht und was man nicht sieht I-II; Nr. 32 vom 13.9.1875: Ein Memento; Nr. 33-38 vom 20., 27.8., 3., 10., 17.9. 1875: Ueber Weltanschauungen. Präludium zu „Philosophie der Gegenwart“; Jg. 4, Nr. 27. vom 24.7.1876: August Röckel. Zur Erinnerung; Nr. 32 vom 18.8.1876: Michael Bakunin; Nr. 35 vom 8.9.1876: Zu Karl Grün's „Philosophie der Gegenwart“ [offener Brief an Georg Seidlitz]; Jg. 5, Nr. 31-33, 35 vom 3., 10., 17., 31.8.1877: Einige Nachträge zur „Philosophie der Gegenwart“; Jg. 6, Nr. 5f., 9, 10f. vom 1., 8.2. und 1., 8., 15.3. 1878: Ein Engländer über Lessing als Philosphen I-V – weitere Veröffentl. in: Weissensee'r Allg. Unterhaltungsbl. [zwischen 1836-1857]; Das Rheinland 1837ff.; Frankfurter Telegraph [zwischen 1838-1848); Der Salon 1841f.; Das Vaterland 1842-1846; Gutenberg 1842-1844; Rhein. Blätter 1842-1849; Unsere Gegenwart und Zukunft 1846-1848; Die Werkstatt 1845-1847; Jb. der Freien Dt. Akad. 1849; Triersche Ztg.; Sprecher oder Rhein.-westf. Anzeiger [jew. auch Red.]; Augsburger Allg. Ztg.; Die Wage; Dresdener Abendztg.; Didaskalia; Frankfurter Nachrichten; Frankfurter Ztg.; Kölnische Ztg.; Rhein. Ztg.; Blätter für lit. Unterhaltung; Leipziger Illustr. Ztg.; Dt. Museum; Märk. Bote; Mannheimer Abendztg.; Süddt. Ztg.; New York Tribune; Demokratische Correspondenz; Freie Presse; Neue Würzburger Ztg.; Blätter für Lit. Unterhaltung; Hamburger lit. und krit. Blätter; Lesefrüchte vom Felde der neuesten Lit.

Briefe: von Moses Hess, in: Moses Hess. Briefwechsel. Hg. von E. Silberner. 's-Gravenhage 1959 – von Ferdinand Lasalle, in: G. Mayer (Hg.): Ferdinand Lasalle. Nachgelassene Briefe und Schriften. Bd. 1. Briefe von und an Lasalle bis 1848. Stuttgart, Berlin 1921.

Zeitgenössische Zeugnisse: Friedrich Steinmann: Karl Grün und Deutschland im 19. Jahrhundert. Politische Silhouette, in: Rhein.-Westf. Anzeiger 1842, Nr. 50f. – Criminal-Procedur gegen Dr. Grün und 22 Genossen wegen Hochverrath resp. Plünderung des Zeughauses zu Prüm. Begonnen am 7. Januar 1850. Trier 1851 [anonym] (StUB Köln, SB Trier) – Georg Friedrich Knapp: Aus der Jugend eines dt. Gelehrten. Berlin, Leipzig 1927 – Moriz Carriere: Lebenserinnerungen. Hg. von W. Diehl, in: Archiv für hess. Gesch. und Altertumskunde N.F. 10, 1914, S. 133-301 – J. Hansen (Hg.): Rheinische Briefe und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung 1830-1850. Bd. 1. Essen 1919; Bd. 2/1, Bonn 1942; Bd. 2/2. Köln, Bonn 1976.

Bibliographie: Trox 1993 [s.o.; Anh.].

Selbständige Veröffentlichungen über Grün: F.W. Reinhardt: Karl Theodor Grün. Diss. phil. Gießen 1922 – W. Sauerländer: Karl Theodor Grün und der „Wahre Sozialismus“. Lüdenscheid 1958 (=Lüdenscheider Beitr. 5) – R. Bridenthal: Karl Grün (1817-1887). A neglected socialist. Columbia University [um 1965] – J. Strassmaier: Karl Grün. The confrontation with Marx. Diss. Loyola 1969; ders.: Karl Grün und die Kommunistische Partei 1845-1848. Trier 1973 (=Schr. aus dem Karl-Marx-Haus 10) – E. Trox: Karl Grün (1817-1887). Eine Biographie. Begleitband zur Ausstellung der Museen der Stadt Lüdenscheid 31.1.-21.3.1993. Lüdenscheid 1993 [Inhalt: Schule, Studium und erste Berufserfahrung; Mitarbeit an der liberal-demokratischen „Mannheimer Abendzeitung“ und die Ausweisung aus Baden und Rheinbayern; Mitte des Jahres 1842 bis 1844: Rheinprovinz und Westfalen; Grüns Stellung in der sozialistischen bzw. kommunistischen Bewegung; Karl Grün in der Revolution von 1848/49; Grün im belgischen Exil von 1850 bis 1861; Die „Neue Ära“ und Grüns Hoffen auf Einheit in Freiheit mit sozialer Gerechtigkeit; Grüns letzte Lebensjahre in Wien von 1868 bis 1887].

Unselbständige Veröffentlichungen über Grün: Nachruf, in: Freie Presse, Wien, Nr. 8075 vom 19.2.1887, S. 5 [anonym] – W. Schulte: Carl Theodor Ferdinand Grün. Ein Lüdenscheider sozialer Idealist (1817-1887), in: Der Reidemeister, Nr. 1 vom August 1956 – E. Zenz: Die Trierer Zeit Karl Theodor Grüns, in: Kurtrierisches Jb. 4, 1964, S. 44-60 – F. Krins: Karl Theodor Ferdinand Grün (1817-1887), in Niederbarkhausen, in: Westfalen 42, 1964, S. 311.

Erwähnungen in: C. Petzet: Die Blütezeit der dt. politischen Lyrik 1840-50. München 1903, S. 470 – A. Niessner: Rheinland und Westfalen während der Sturmjahre 1848/49. Stimmungsbilder aus der dt. Revolution. Aachen 1906, S. 293ff. – F. Walter: Mannheim in Vergangenheit und Gegenwart. Mannheim 1907, Bd. 2 – W. Becker: Die Presse des dt. „wahren“ Sozialismus in der Bewegung der vierziger Jahre. Diss. Bonn 1920 [masch.] – H. Singer: Die Theorie des wahren Sozialismus. Ein Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des wissenschaftlichen Sozialismus in Deutschland. Diss. Hamburg 1930 – Schulte 1954 [s. Reg.] – H. Förder: Marx und Engels am Vorabend der Revolution. Die Ausarbeitung der politischen Richtlinien für die dt. Kommunisten (1846-1848). Berlin 1960 – H. Stuke: Philosophie der Tat. Studien zur „Verwirklichung der Philosophie“ bei den Junghegelianern und den Wahren Sozialisten. Stuttgart 1963 – Kool/Krause 1965, S. 495-500, 509ff., 516ff. – Klutentreter 1966, Bd. 1, S. 9, 37, 87 – D. Dowe: Aktion und Organisation. Arbeiterbewegung, sozialistische und kommunistische Bewegung in der preußischen Rheinprovinz 1820-1852. Hannover 1970; ders.: Die erste sozialistische Tageszeitung in Deutschland. Der Weg der „Trierschen Zeitung“ vom Liberalismus über den „wahren Sozialismus“ zum Anarchismus (1840-1851), in: Archiv für Sozialgesch. 12, 1972, S. 55-107 – M. Tullner: Die Entwicklung der Mannheimer Abendzeitung zum führenden Organ der süddt. kleinbürgerlichen Demokratie 1844-1847/48. Diss. Magdeburg 1974 (StA Mannheim) – N. Deuchert: Vom Hambacher Fest zur Badischen Revolution. Politische Presse und Anfänge dt. Demokratie 1832-1848/49. Stuttgart 1983 – Unzeit des Biedermeier 1986, S. 273 – H.G. Böse: Die Volksversammlung auf der Marienburg am 13. Mai 1849, in: Jb. des Kreises Cochem-Zell 1990, S. 90-99 – Westf. Literaturführer 1992 (Stichw. Lüdenscheid) – zahlr. Erwähnungen in der Lit. zur Gesch. des Sozialismus.

Bildnis: Es existiert nur ein Bildnis von Karl Grün [Abb. in: A. Hinrichsen (Hg.): Das dt. Schriftsteller-Album. Berlin [1885]; Trox 1993 (s.o.)].

Nachlaß, Handschriftliches: 1. Geh. SA PK Berlin, Abt. Merseburg: Zensurakten – 2. Bad. LHA Koblenz: Akten zu Grüns Vorlesungen; Akten zur Trier'schen Ztg.; Zensurakten – 3. Hist. Archiv Köln: Briefe an Gustav Mevissen und Heinrich Bürger – 4. Heine-Inst. Düsseldorf: Brief an Moriz Carriere – 5. StLB Dortmund: 10 Briefe – 6. StLB Wien: 20 Briefe an versch. Adressaten; Gedichtms. Kaiser Joseph – 7. UB Bonn: Schreiben an F.G. Welcker – 8. StA Mannheim: Familienstandsbogen (Nr. 100); Zeitungsbestände – 9. SBPK Berlin, Slg. Autographa Bibl. Jagiellónska Kraków: 2 Briefe 1852f. – weitere Autographen in: DLA Marbach; Bayer. SB München – zum Inhalt s. Autographenkatalog Dortmund 1962, S. 132; Trox 1993 [s.o.; Anh.]; L. Stern: Die Varnhagen von Ensesche Sammlung in der Könglichen Bibliothek zu Berlin. Berlin 1911.

Nachschlagewerke: ADB, Bd. 49, 1905 – Brümmer, 6. Aufl. 1913 – NDB, Bd. 7, 1966 – Killy, Bd. 4, 1989 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 6, 1978 – von Heydebrand 1983 – Nassauische Biogr., 2. Aufl. 1992 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 430, Sp. 130; N.F., Fiche 487, Sp. 111.