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Julius August Gottfried Disselhoff

Geboren am 24. Oktober 1827 in Soest als Sohn eines Steuer- und Zollinspektors. Bruder des August Friedrich Georg Disselhoff. Besuch der Gymnasien in Soest und Arnsberg. Seit 1846 Studium der Philosophie und Literatur, dann der Theologie in Halle. 1848 war er Deputierter der Hallenser im Eisenacher Studentenparlament und danach Präses der gesamten Halleschen Studentenschaft. 1850 wurde er Hauslehrer der Diakonissen-Anstalt in Kaiserswerth bei Düsseldorf. Mitarbeit an dem von Theodor Fliedner herausgegebenen Werk Kurzes evangelisches Märtyrer-Buch für alle Tage des Jahrs geordnet nach der evangelischen Monatstafel des Kaiserswerther christlichen Volkskalenders. 1852 Aufenthalt in Neinstedt. 1853 wurde er Pastor in Schermbeck bei Wesel. Dort eröffnete er im Pfarrheim eine Stroh-, Korb- und Selbenden-Flechterei. Einem Rufe seines späteren Schwiegervaters Fliedner folgend, kam er als Mitarbeiter des Diakonissen-Mutterhauses 1855 erneut nach Kaiserswerth, wo er 42 Jahre lang wirkte und sich der Heilung psychisch Kranker widmete. Nachdem er 1859 vier Diakonissen nach Bukarest geleitet und in die dort von Kaiserswerth übernommene Unterrichts- und Erziehungsarbeit eingeführt hatte, besuchte er 1860 Florenz, um dort in Fliedners Auftrag eine Schule zu eröffnen. 1861 reiste er mit mehreren Diakonissen nach Beirut und errichtete dort ein Waisenhaus. Zwischen 1866 und 1885 unternahm er vier weitere Orientreisen, über die er literarisch berichtete. Zwischenzeitlich unternahm er Reisen zu den Kriegsschauplätzen in Holstein und Schleswig (1864), Böhmen (1866) und Frankreich (1870), wohin er die Kaiserswerther Diakonissen zur Lazarettpflege führte und wo er ihre Arbeit organisierte. Nach Fliedners Tod wurde er 1865 Vorsteher und Leiter der sich über vier Erdteile ausbreitenden Fliednerschen Stiftungen. Seine wissenschaftlich-literarische Arbeit kam hierdurch zum Erliegen. Er war 30 Jahre Vorsitzender der Kaiserswerther Generalkonferenz der Diakonissenhäuser. Er starb am 14. Juli 1896 im Forsthaus Thiergarten bei Simmern im Hunsrück.

Pseudonym: Julius von Soest.

 Selbständige Veröffentlichungen: König Alfred [Epos]. Berlin: Schultze 1859. 264S. [Pseud. Julius von Soest] (StA Soest) – Shakespeare's Tragödien. Ein Wegweiser zum Glauben. Ein Vortrag, gehalten in Schwelm, den 7. December 1858. Schwelm: Scherz 1859. 28S. – Neue Weisen [Ged.]. Elberfeld: Bädeker 1860 [Pseud. Julius von Soest] – Die evangelische Bewegung in Ober- und Mittel-Italien. Ein Reise-Bericht. Elberfeld: Bädeker 1861. 36S. – Die classischen Dichtwerke des Alterthums und Mittelalters in ihrer religiös-sittlichen Bedeutung. Barmen: Langewiesche 1862. 46S. – Gegenwärtige Lage der Kretinnen, Blödsinnigen und Idioten in den christlichen Ländern. Ein Noth- und Hülferuf für die Verlassensten unter den Elenden an die deutsche Nation. Hg. vom rhein. Provinzial-Ausschuß für innere Mission. Bonn: Marcus 1857. XIV, 170S. – Die Geschichte des König Sauls oder Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme. 11 Predigten. Kaiserswerth: Buchhdlg. der Diakonissen-Anstalt 1859. VII, 186S.; 7. Aufl. – Die Geschichte des Königs David, des Mannes nach dem Herzen Gottes [...]. Barmen: Langewiesche 1863. VIII, 200S. [14 Predigten]; 7. Aufl. – Ruth, die Ährenleserin aus Moab oder Wunderanfang/herrliches Ende. Kaiserswerth: Buchhdlg. der Diakonissen-Anstalt 1865. VIII, 103S.; 8 Aufl. – Wegweiser zu Johann Georg Hamann, dem Magus im Norden. Elberfeld: Langewiesche 1871. VIII, 412S. – Der große Krieg zwischen Frankreich und Deutschland in den Jahren 1870 und 1871. Dem deutschen Volk erzählt. Kaiserswerth: Buchhdlg. der Diakonissen-Anstalt 1872. 100S.; 7. Aufl. ebd. 1895 – Lebensgeschichte des Nürnberger Schusters und Poeten Hans Sachs. Ebd. [vor 1876]. 89S. (UB Düsseldorf); 3. Aufl. ebd. 1894. 120S. – Paulus der Knecht Jesu Christi oder Seid doch, wie ich bin, denn ich bin wie Ihr! Ebd. 1877. 156S.; 8. Aufl. ebd. [1904]; 11. Aufl. ebd. 1930 – Jubelbüchlein zu Dr. Martin Luthers 400jährigem Geburtstage. Ebd. 1883 [Aufl. von 1 Million]; 18. Aufl. u.d.T.: Dr. Martin Luther in Wort und Bild für jung und alt. Des Jubelbüchleins. Ebd. [1898]. 192S.; 24. Aufl. ebd. 1917 – Jubilate. Denkschrift zur Jubelfeier der Erneuerung des apostolischen Diakonissen-Amtes [...]. Ebd. 1886. VIII, 357S. – Kaiserbüchlein zu Kaiser Wilhelms neunzigstem Geburtstage. Ebd. 1887; 4. Aufl. u.d.T.: Kaiserbüchlein oder Kaiser Wilhelms Lehr- und Meisterjahre. Dem dt. Volke erzählt. Ebd. 1888. 168S. – Die Geschichte der preußischen Königin Elisabeth oder Wie Gott auf Erden eine Lilie gepflanzt, groß gezogen und wieder zu sich genommen hat. Dem deutschen Volk erzählt. 2. Aufl. ebd. 1891. 92S. – Albrecht Dürer, Luthers Freund und Mitstreiter. 2., verm. Aufl. Barmen: Langewiesche 1894. 28S. – Lebensgeschichte des Oberpräsidenten Ludwig von Vincke. 3. Aufl. Kaiserswerth: Buchhdlg. der Diakonissen-Anstalt 1894. 63S. – Luise, Königin von Preußen oder Eine Geschichte von großer Freud' und tiefem Leid. Dem deutschen Volk erzählt. 2., durchges. Aufl. ebd. [1896]. 80S.; 3. Aufl. ebd. 1910. 78S. – postum: Alles ist Euer, Ihr aber seid Christi. Vorträge über das Verhältnis der Kunst, besonders der Poesie, zur Offenbarung. Ebd. 1897; 2. Aufl. ebd. 1905 – Die klassische Poesie und die göttliche Offenbarung. Beiträge zur Literaturgeschichte. Hg. von D. Disselhoff. Ebd. 1898. VI, 355S. – Die Geschichte vom Vater Arndt, dem guten, alten deutschen Gewissen. 2., durchges. Aufl. ebd. [1907]. 67S. – Die Geschichte des Reichsfreiherrn Karl vom und zum Stein. 2. Aufl. ebd. [1907]. 80S. – weitere theol. und hist. Veröffentlichungen.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Kaiserswerther christl. Volkskalender [zahlr. Lebensbilder sowie Jg. 1907: Julius Disselhoff. Wie ich nach Kaiserswerth gekommen bin].

Herausgabe: Der Armen- und Krankenfreund. Eine Zeitschrift für die Diakonie der evangelischen Kirche. Jg. 11-16. Düsseldorf, Berlin: Beck 1859-1863 [bis 1859 hg. von T. Fliedner].

Unselbständige Veröffentlichungen über Disselhoff: Biogr. Porträt, in: Kaiserswerther christl. Volkskalender 1899 [anonym] – K. Demmel: Unter dem Decknamen: Julius von Soest, in: Westfalenkurier vom 9.6.1938 (StA Soest) – G. Ruddat: Der lange Weg der kleinen Schritte. Julius Disselhoffs "Notruf" (1857) und die religionspädagogische Diskussion in den Anstaltsschulen am Beispiel von Carl Barthold und der 'Musteranstalt' Hephata/Mönchengladbach, in: R. Witschke (Hg.): Diakonie bewegt. 150 Jahre Innere Mission und Diakonie im Rheinland, S. 315-332.

Erwähnungen in: Pauline Schrader: August Disselhoff. Ein Lebensbild meines Vaters August Disselhoff. Duisburg 1950 (FB FD Duisburg; WLA Hagen).

Bildnis: Bildmaterial (FB für Frauendiakonie und Fliednerarchiv Kaiserswerth).

Handschriftliches: 1. SBPK Berlin: Brief, 1873 – 2. Heine-Inst. Düsseldorf: Brief an Heinrich Kruse, Kaiserswerth, 1877 – 3. StLB Dortmund: Brief, Kaiserswerth, 23.10.1872 – 2. FB für FD, Fliednerarchiv Kaiserswerth: Briefwechsel mit der Familie; Bildnisse; Slg. an Primärwerken.

Nachschlagewerke: Brümmer; Nachtr. 1877 – RE, Bd. 4, 1898 – Hauck, 3. Aufl., Bd. 23, 1913 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 3, 1971 – Bautz, Bd. 1, 1975 – Bauks 1980 – Dt. biogr. Archiv, N.F., Fiche 277, Sp. 314f.