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August Friedrich Georg Disselhoff

Geboren am 25. November 1829 in Soest als Sohn eines Steuer- und Zollinspektors. Bruder des Julius August Gottfried Disselhoff. Besuch des Gymnasiums in Arnsberg, wo die Familie seit 1841 lebte. Seit 1848 Studium der evangelischen Theologie in Halle. Nach kurzer Tätigkeit als Kurprediger in Bad Oeynhausen kam er als Hilfsprediger nach Ramsbeck bei Bestwig im Sauerland, Andreasberg und Heinrichsdorf. Seit 1855 wirkte er als Hilfsgeistlicher in Schwelm. Am 8.10.1861 heiratete er Pauline Antonie Henriette Springorum. 1863 wurde das erste Kind des Ehepaares geboren, Dietrich Johannes Theodor Friedrich. Zwei Töchter folgten in den Jahren 1864, Susanne Margarethe Florentine Henriette, und 1866 Pauline Elisabeth, nach deren Geburt die Mutter an Typhus starb. 1865 folgte Pastor August Disselhoff einem Ruf nach Berlin an die Gemeinde St. Jakobi, in der er pädagogisch und sozial tätig wurde. In den Kirchenkämpfen, die um die Mitte der siebziger Jahre Berlin bewegten, trat August Disselhoff mit unerschütterlicher Festigkeit für das alte Evangelium ein, von den Freigeistern vielfach angegriffen und verspottet. Nach einem Vortrag "Über die Existenz des Teufels" erschien im Kladderadatsch ein dreigeteiltes Bild: links ein gehörnter Teufelskopf grauschwarz, in der Mitte das Bildnis des damals vielgenannten Kaplan Mujunke schwarz und rechts das wohlgelungene Bildnis von Disselhoff kohlpechrabenschwarz. Unterschrift unter diesem Bild: Wer von diesen Dreien ist der schwärzeste? (Pauline Schrader 1950) Ein Augenleiden zwang ihn, Ende der achtziger Jahre sein Amt in Berlin aufzugeben. Obwohl er fast erblindet war, ging er noch nach Hilden und erteilte an der Töchtererziehungsanstalt des ersten evangelischen Diakonissen-Mutterhauses zu Kaiserswerth Religionsunterricht. (Rost 1990) Hierauf zog er 1901 zu seiner Tochter nach Allstedt in Thüringen, wo er am 9. März 1903 starb.

Er ist bekannt als Dichter des Liedes Nun ade, du mein lieb Heimatland, lieb Heimatland ade, das er 1848 beim Abschied von Arnsberg dichtete. Es fand Aufnahme in das weit verbreitete Seinsche Liederbuch und gelangte so in das Allgemeine deutsche Kommersbuch (vgl. Hermann Schauenburg).

Selbständige Veröffentlichungen: (in Ausw.) Abschiedspredigt 1865 in Schwelm. Schwelm: Scherz 1865. 16S. (StA Duisburg) – Das Licht der Welt. Predigt gehalten auf dem Rixdorfer Missionsfest am 25. August 1872. Berlin: Beck 1872. 15S. – Christus ist auferstanden. Osterpredigt. Ebd. 1873. 16S.; 2. Aufl. ebd. 1881 – Die Hoffnung auf das 1000jährige Reich und ihre Bedeutung für die Gegenwart. ebd. 1874. 62S.; 2. Aufl. ebd. 1884 – Der Feuerprozeß des heiligen Geistes. 1. und 2. Aufl. Berlin: Dt. Evang. Buch- und Tractat-Gesellsch 1885. 14S. – Die Umkehrung der Welt. 1. und 2. Aufl. Berlin: Beck 1885. 16S. – Über die Geschichte des Teufels. Berlin: Beck 1868; 2. Aufl. Berlin: Beck 1870. 42S. (SB Wuppertal-Elberfeld); 5. Aufl. Berlin: Dt. Evang. Buch- und Traktat-Gesellsch. 1907. 30S. (Ev. theol. Sem. der WWU Münster, ULB Münster) – Das evangelische Pfarramt und die Diakonissensache. Vortrag. Berlin 1874 (Lipp. LB Detmold) – Bethel und Pniel oder Der Herr segne deinen Ausgang und Eingang. Sylvester- und Neujahrsbetrachtung. Kaiserswerth: Buchhdlg. der Diakonissen-Anstalt 1888. 18S. – Vier nothwendige Stücke zur Verbesserung unserer Häuser. 3. Aufl. Berlin: Verl. d. Deutschen Ev. Buch- ud Tractat-Gesellsch. 1885, 15S. (Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth, Bibliothek) – Das Königreich Gottes in seinen verschiedenen Perioden. 2. Aufl. Berlin: Verl. d. Deutschen Ev. Buch- u. Tractat-Gesellsch. 1882, 35 S. (Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth, Bibliothek) – Das Glaubensbekenntnis des Petrus und seine moderne Laugner. Zeitpredigt, am Sonntage Estomihi 1873. 2. Aufl. Berlin: Verl. d. Deutschen Ev. Buch- u. Tractat-Gesellsch. 1885, 16 S. (Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth, Bibliothek) – Bedürfnis, Förderung und Einrichtung der weiblichen Diakonie für die Kranken-, Armen- und Kinderpflege in den Diözesen und Gemeinden der Provinz Brandenburg. Berlin: Striese, 1872, 20 S.  (Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth, Bibliothek) – Hilfsbüchlein für den Konfirmandenunterricht. Berlin: 1874, 23 S. (Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin).

Unselbständige Veröffentlichungen in: Nachdr. von Lieb Heimatland, Ade! u.a. in: Schulte Kemminghausen/Thiekötter 1956; Bergenthal: Sonderbares Land 1979; Westf. Hausbuch 1983.

Zeitgenössische Zeugnisse: Pauline Schrader: August Disselhoff. Ein Lebensbild meines Vaters August Disselhoff. Duisburg 1950 [mit Bildn.] (FB FD Duisburg; WLA Hagen).

Unselbständige Veröffentlichungen über Disselhoff: "Nun ade, du mein lieb Heimatland", in: Soester Heimatkalender 1920, S. 34-36 [anonym] (StA Soest) – K. Lamprecht: Das volkstümliche Lied eines Soesters, in: Soester Kreisbl., Beil. Die Heimat, vom 25.11.1929 (StA Soest) – Ein Musikus singt sein Scheidelied. Eine Geschichte aus dem Rucksack, in: Dortmunder Ztg. vom 29.4.1935 [anonym] (StA Soest) – F. Menne: "Nun ade, du mein lieb Heimatland", in: Westf. Heimatkalender 1948, S. 58 (StA Soest); dass. mit dem Untertitel: Der Dichter des Liedes, August Disselhoff, wohnte längere Zeit in Hilden, in: Hildener Heimatbl. 3, 1952, Nr. 3 [mit Bildn.] – Der Abschiedsgesang eines Soesters wurde echtes Volks- und Heimatlied. Heute vor 130 wurde August Disselhoff in Soest geboren [in unident. Ztg. vom 25.11.1959; mit Abb. Geburtshaus, Bildn.; anonym] (StA Soest) – Abschied von Soest in Heimatlied verewigt, in: Soester Ztg. vom 25.11.1976 [anonym] – August Disselhoffs einziges Lied wurde ein "Welt-Hit", in: Westfalenpost vom 14.4.1982 [mit Bildn.; anonym] – K. Wollmerstädt: Der Schwelmer Pfarrer August Disselhoff, Dichter des Liedes "Nun ade, du mein lieb' Heimatland", in: Beitr. zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung N.F. 33, 1983, S. 35-54 – Von Westfalen aus in alle Welt. Weg und Wandel eines beliebten Heimatliedes [Betr.: Westfalenlied von August Disselhoff], in: Unser Westfalen 1984, S. 66-68 [mit Bildn., anonym] – K. Pröpper: Nun ade, du mein lieb Heimatland. Ein Lied, sein Schöpfer August Disselhoff und dessen Geschichte, in: Sauerland 1984, H. 1, S. 19-21 – K. Limpert: Fünf Portraits Schwelmer Pfarrer [darin: August Disselhoff], in: Aus 900 Jahren Kirche Schwelm. Schwelm 1985, S. 82-98 – H. Pardun: August Disselhoff, der Dichter des Heimat- und Volksliedes "Nun ade, du mein lieb Heimatland", in: Heimatbl. des Arnsberger Heimatbundes 8, 1987, S. 4-7 [mit Abb.] –  O. Schroeder: Ein Lebensbild des Pfarrers August Disselhoff. Nun ade, du mein lieb Heimatland, in: Heimatbuch Kreis Unna 11, 1990, S. 138-140 [mit Abb.] – E. Holz: Nun ade, du mein lieb Heimatland, in: Der Minden-Ravensberger 67, 1995 (1994), S. 127-128 [mit Abb.] – H. Pardun: August Disselhoff zur Wiederkehr des 100. Todestages, in: Sauerland 36, 2003, S. 48 – Norbert Disselhoff: August Disselhoff. Pfarrer und Dichter des Liedes "Nun ade, du mein lieb Heimatland", in: Heimatblätter. Zeitschrift des Arnsberger Heimatbundes 24, 2003, S.60-77.

Erwähnungen in: F. Brandenburg: Kreis Unna/Stadt Hamm. Kreis- und Stadthandbücher des Westf. Heimatbundes. Münster 1950, S. 32 – Schulz-Fielbrandt 1987, S. 242f. – Westf. Literaturführer 1992 (Stichw. Arnsberg).

Bildnis: Portr. (WLA Hagen) [Abb. in: Heimat und Reich 19, 1937, H. 6, S. 233].

Nachlaß, Handschriftliches: 1. SB/UB Hamburg (Slg. Campe): 2 Briefe – 2. StLB Dortmund: Brief; s. Autographenkatalog Dortmund 1962, S. 78

Sammlungen: WLA Hagen: Materialslg.

Gedenkstätten: Grabstätte in Allstedt/ Thüringen; Gedenktafel an einem Baum auf dem Schloßberg der Burg Arnsberg, da dort das Wanderlied Nun ade, du mein lieb' Heimatland entstanden sein soll.

Nachschlagewerke: RE, Bd. 4, 1898 – Biogr. Jb. und Dt. Nekrolog 8, 1903 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 3, 1971 – Bautz, Bd. 1, 1975 – Bauks 1980 – Rost 1990 [mit Bildn.] – Freund 1993 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 1427, Sp. 329; N.F. Fiche 277, Sp. 221-227.