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Conrad Joseph Diepenbrock

Geboren am 28. August 1808 in Bocholt. Bruder des Melchior von Diepenbrock. Er ergriff die militärische Laufbahn und war zunächst bis 1833 in preußischen Diensten, dann unter König Otto in einem griechischen Regiment und danach in der österreichischen Kavallerie in Italien. Nach seiner Entlassung 1848 war er Mitbegründer und Redakteur der Freien Zeitung in Wiesbaden. Wegen seines revolutionären Engagements schied er bereits Ende März 1848 aus und hatte eine zweijährige Gefängnishaft zu verbüßen. Hierauf flüchtete er, zur Todes- bzw. in Hessen zu hoher Gefängnisstrafe verurteilt, nach Frankreich, die Niederlande und die Schweiz. 1866 kehrte er begnadigt nach Wiesbaden zurück. Er arbeitete als Journalist und gab 1866 in Karlsruhe die Zeitschrift Freie Warte heraus. 1870 siedelte er nach Freiburg/Br. und 1882 nach Limburg über, wo er am 26. Juni 1884 starb.

Selbständige Veröffentlichungen: Deutscher Mentor. Humoristischer Versuch einer Philosophie über den Umgang mit der Welt. Stuttgart 1855 – Praktischer Reitunterricht für Schule und Feld. Basel 1855 – Plattdütsche Geschiedenissen un Döhnkes. (Gemoedelyk vertellt.) Leipzig: Wiegand 1857 – Ein deutscher Gil Blas oder: Das abenteuerliche Leben Friedrichs von der Horst [Roman]. Leipzig: Wiegand 1857. VIII, 416S. (ULB Münster, WLMKuK Münster) – Geschichten und Sagen aus den Zeiten der Hansa. Leipzig 1857 – Launen und Erinnerung. Ein Gedicht in acht Gesängen. Leipzig 1857 – Rosen und Dornen. Eine Sammlung Gedichte. Leipzig 1857 – Frische Lieder. Ilmenau, Erfurt 1858 – Keine Poesie ohne Prosa. Schauspiel. 1858 – Bornholm. Geschichtlich-vaterländisches Drama in fünf Aufzügen. o.O. Selbstverlag 1860 – Huß. Sein Tod in Constanz. Geschichtliches Trauerspiel. 1. und 2. Aufl. Darmstadt 1861 – Constantinopels Fall. Geschichtliches Trauerspiel in vier Aufzügen. Leipzig 1862 – Germania. Einfältiges Schau-, Lust- und Trauerspiel in fünf Aufzügen. Philosophisch und lyrisch. Mit einem Vorspiel im Himmel. Frankfurt 1863 – Deutschland. Frankfurt/M.: Selbstverlag 1868. 22S. (StUB Köln) – Streiflichter über Zustände unserer schönwissenschaftlichen Literatur in der Gegenwart. Eine Vorlesung. Bergzabern: Druck und Verlag der Blanck´schen Buchdruckerei 1869. 23 S. (StB Berlin) – Deutschlands Sieg und Herrlichkeit in staatlicher, sittlicher und sprachlicher Bedeutung. Patriotische Vorlesung. Freiburg/Br.: Herder 1870 – Das Erbe der Braut. Originallustspiel in drei Aufzügen. Selbstverlag o.J. – Keine Poesie ohne Prosa. Schauspiel in drei Aufzügen. Selbstverlag. o.J.

Herausgabe, Redaktion: Freie Zeitung. Wiesbaden 1848 [Mitbegründer, Red.] – Freie Warte. Karlsruhe 1866ff. [Hg.; eigene Beitr.].

Unselbständige Veröffentlichungen in: Westf. Anzeiger 1830-1844 – Münchener Unterhaltungsbl. 1840-1849 – Rhein. Blätter 1842-1849 – Süddt. Blätter für Kunst, Lit. und Wiss., Mannheim, April 1858 [Gelegenheitsschr. und Ged.] – Neue Jenaische Literaturztg. 1860, S. 257 – Fliegende Blätter, München, 1850 [plattdt. Ged.].

Selbständige Veröffentlichungen über Diepenbrock: W. Schneider: Leben und Werk des Revolutionärs und Schriftstellers Conrad Joseph Diepenbrock. Frankfurt am Main u.a. 1998 (=Historisch-kritische Arbeiten zur deutschen Literatur 21) [Zugl.: Diss. Münster 1993]

Erwähnungen in: Schücking 1928, S. 55 – L. Kremer: Mundart im Westmünsterland. Aufbau, Gebrauch, Literatur. Münster 1983 (=Schriftenreihe des Kreises Borken 5), S. 139 – G. Bäseler: Familie, Eltern und Geschwistern, in: Melchior Kardinal von Diepenbrock, Fürstbischof von Breslau. Gedenkschrift. Bearb. von E. Bröker. Bocholt 1953, S. 1-28, hier: S. 25ff. – Weber 1991, S. 56 – Westf. Literaturführer 1992 (Stichw. Bocholt) – Loichinger 1993.

Bildnis: Portraitgemälde (Foto StA Bocholt) [Abb. in Kirchhoff 1993 (s.o.)].

Handschriftliches: 1. StLB Dortmund: Brief an Karl Gutzkow; s. Autographenkatalog Dortmund 1962, S. 76 – 2. StA Bocholt (Slg. Diepenbrock): Schriftstücke; zum Inhalt s. I. Kirchhoff: Die Sammlung Diepenbrock. Bocholt 1939 – 3. UB Tübingen: Brief an Friedrich Theodor Fischer, 1869 – 4. UB Gießen: Zusatz auf einem Brief von Friedrich Doll an Rudolf Fendt, Ludwigshafen, 12.5.1849 [abgedr. in R. Fendt: Von 1846 bis 1853. Erinnerungen aus Verlauf und Folgen einer akademischen und politischen Revolution. Darmstadt 1875, S. 134] – 5. SB/UB Frankfurt/M. (Nachlaß Gutzkow): Brief an Karl Gutzkow – 6. LB Coburg (Nachlaß Friedrich Hofmann]: Brief vom 27.4.1868; Zeitungsausschnitt, um 1868.

Nachschlagewerke: Brühl 1854 – Raßmann 1866; N.F. 1881 – Kehrein, Bd. 1, 1868 – Brümmer, Bd. 1, 1876 – Wienstein 1899 – Seelmann, Bd. 3, 1915 – Kosch 1933 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 3, 1971 – Nassauische Biogr., 2. Aufl. 1992 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 235, Sp. 194-198; N.F. Fiche 270, Sp. 147-149.