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Johann Philip Lorenz Withof

Geboren am 1. Juni 1725 in Duisburg. Dort Besuch der Lateinschule. Privatunterricht durch seinen wissenschaftlich gebildeten Vater. Studium der Medizin, Geschichte und Philosophie in Duisburg. Setzte 1746 sein Studium in Utrecht und Leyden fort, wo er in Kontakt zu holländischen Gelehrten trat. 1747 Promotion. Bis 1750 praktizierender Arzt in Lingen. Habilitation in Duisburg, wo er, zuletzt als Assessor in der medizinischen Fakultät, bis 1852 blieb. War von 1752 bis 1755 Professor für Geschichte, Philosophie und Rhetorik am Gymnasium in Hamm. 1766 Bentheimischer Landrat, Hofrat sowie Professor der Medizin, Philosophie und Geschichte am akademischen Gymnasium in Burgsteinfurt. 1770/71 Professor für Geschichte, Rhetorik und Moral in Duisburg. Verstarb dort am 3. Juli 1789.

W. ist der bedeutendste unter den Dichtern, die sich enger an [Albrecht von] Haller anschließen [...]. Haller's Einfluß zeigt sich in Wahl und Behandlung des Stoffs, in zahlreichen inhaltlichen Anklängen, in Stil und Syntax, Flexion, Wortschatz, Vers- und Strophenbau. Und doch ist er etwas mehr als bloßer Nachahmer. Freilich machen es die großen Ungleichheiten seiner Dichtung schwer, ihm gerecht zu werden: neben Zeichen feinster psychologischer Beobachtungs- und Zergliederungskunst, neben tiefen, prägnanten Gedanken nichtssagende Weitschweifigkeiten, neben treffenden, kühnen Bildern weithergeholte, in ihrer Häufung ermüdende, pedantisch-gelehrte, Anmerkungen erheischende Anspielungen, neben edlem Schwung wunderliche Verstiegenheit und Unverständlichkeit oder gereimte Prosa, hier meisterliche Beherrschung der Sprache, dort vergebliches Ringen nach adäquatem Ausdruck. (ADB)

Selbständige Veröffentlichungen: Die Ehre der Wissenschaften. Ein Gedicht. Lingen 1747 – Gedichte [mit Holzschnitt-Vignette]. Bremen: Maurer 1751. 8 Bl., 166 S.; Neuausg. u.d.T.: Aufmunterungen in moralischen Gedichten. Dortmund 1755 – Abgenöthigte Gedanken über die Glückseligkeit der Menschen auf Erden. Duisburg 1753 – Von der Geschichte der hohen Schule in der Stadt Hamm. Duisburg 1755 – Die moralischen Ketzer [Ged.]. Duisburg 1760 – Das meuchelmörderische Reich der Assassinen. Halberstadt: Groß 1765 – Die Redlichkeit. Ein Gedicht in 3 Büchern. Halberstadt: Groß 1770 – Nachricht von einem ehemals sehr wohlgehaltenen Arzneigelehrten Aegidius Corbeliensis. Duisburg 1771 – Akademische Gedichte. 2 Bde. Leipzig, Kleve: Aue 1782, 1783 [1 Kupfer] – Unterhaltungen mit seinen Kindern. 2 Bde. Hg. von A.H. Grimm. Duisburg: Helwing 1792; Bd. 3. Duisburg 1793.

Herausgabe: Duisburger Intelligenzblätter. Duisburg 1727-1776 (StA Duisburg).

Selbständige Veröffentlichungen über Withof: A.K. Kannegießer: Erinnerung an den deutschen Dichter Withof. Breslau 1840 [Schulprogramm] – H. Sickel: Withofs Metrik und Sprache. Diss. Leipzig 1895.

Unselbständige Veröffentlichungen über Withof in: Göttingische Anzeigen von Gelehrten Sachen 1753, S. 927; Jg. 1756, S. 1277; Jg. 1766, S. 358.

Erwähnungen in: J.C. Strodtmann: Das Neue gelehrte Europa. Wolfenbüttel 1755, Bd. 3, S. 694; Bd. 13, 1765, S. 117-136 – K.A. Küttner (Hg.): Charactere deutscher Dichter und Prosaisten, von Karl dem Großen bis 1780. Berlin 1780. Bd. 2, S. 326 – L. Meister: Charaktere Deutscher Dichter. St. Gallen 1787, Bd. 2, S. 270.

Bildnis: Titelkupfer der Akademischen Gedichte (s.o.) 1783.

Nachlaß, Handschriftliches: StA Duisburg: Akten der alten, 1818 aufgehobenen Univ. Duisburg: Einladungen, 8 Jubiläumsreden Withofs.

Nachschlagewerke: Denina, Bd. 3, 1791 – Hirsching/Ernesti, Bd. 16,2, 1795 – Jördens, Bd. 1, 1806, S. 553-560 – Gerber, Bd. 4, 1814 – Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 15, 1816 – Brümmer, Bd. 2, 1877 – ADB, Bd. 43, 1898, S. 559-563 – Goedeke, 3. Aufl., Bd. 4/I, 1916 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958  Dt. Biogr. Archiv, Fiche 1382, Sp. 134-150.