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Adolph Anton von Vagedes

Geboren am 25. Mai 1777 in Münster als Sohn eines Truchsesses. Studierte zunächst die Rechte, dann Architektur. Betätigte sich 1803 und 1804 als Zeichner und Kunstgutachter. Unternahm zwischen 1800 und 1808 eine Reise nach Paris. War Baumeister in Münster und ab 1808/1809 in Düsseldorf. 1812 Großherzoglicher Bergischer Baudirektor und 1818 Regierungs- und Baurat. 1830 in dieser Funktion Versetzung nach Köslin. Lehnte 1830 das Angebot zu einem Lehrstuhl für Architektur an der Universität Bonn ab. Verstarb am 27. Januar 1842 in Düsseldorf.

Seine Biographen Rensing und Kordt zählten weit über 150 Gedichte von Vagedes, und zwar fast sämtlich aus alten Drucken. Vagedes wirkte intensiv am Münsterischen Theater mit. Er organisierte 1807 und 1808 Vorstellungen auf Subskription und half bei der Dramaturgie und Ausgestaltung sowie als Bühnenbildner. Diese Aufführungen erfuhren regelmäßig Besprechungen im Morgenblatt.

Er gehörte dem Kreis an, den Friedrich Raßmann um das Taschenbuch Mimigardia geschart hatte. Er steuerte jeweils die Titelkupfer bei und zeichnete die Einbände. Man kann [...] berechtigterweise behaupten, daß die "Mimigardia" jeweils mindestens zu einem Drittel bis zu einem Viertel Vagedessches Erzeugnis ist. (Zitate nach Rensing/Kordt; s.u.)

Pseudonym: Maria; Philipp Nebeke.

Selbständige Veröffentlichungen: Der Genius der Zeit. Eine Cantate bei Gelegenheit der Wahl von A. Viktor. Münster 1801 – Gesänge mit Begleitung des Claviers. Leipzig: Hofmeister 1809; Titelaufl.: Lieder am Klavier, in Musik gesetzt. 2 Hefte. Merseburg: Böhme 1809 [Rez.: 1. Reinhold: Archiv für Theater und Literatur 1809, Nr. 27; 2. Westf. Anzeiger 1811, Nr. 48] – Vorschlag zu einem gemeinsamen Maß-, Gewicht- und Münzfuße für Europa, und die diesem Welttheile verbündeten oder von demselben abhängigen Länder der anderen Welttheile u.s.w. Hg. mit J.W. Windgassen. Düsseldorf: Schreiner 1814 – Schneeglöckchen. Hamburg 1819 [Pseud. Maria] – Gesänge aus Corona, einem Rittergedicht von [Friedrich de la Motte] Fouqué mit Begleitung des Pianoforte. Bonn: Simrock 1818.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Morgenbl. 1808, Nr. 162: Proben aus dem [heute verschollenen] Drama Christoph Bernhard von Galen; weiterhin Aphorismen und TheaterprologeDer Burgsteinfurter Unbefangene 1808, Nr. 15 – Reinhold: Archiv für Theater und Literatur 1809, Nr. 49f. – Raßmann: Eos 1810, Nr. 1: Anekdote; Nr. 4: Schlußstein nach mehreren Sonetten; Nr. 20: Bitte; Nr. 49: Die Ritter – Raßmann: Mimigardia 1810 [jew. Ged.]: Der Tempelbau [Versepos]; Quell des Schönen: Schule der Tonkunst; Architektonisches Kraftgenie; Brief an Johanna; Der Seher; Seliges Erwachen; Frage an die Menschheit; Abend. Morgen; Der Eroberer; Winke [Fragm.]; Der Bagnio; Das Leben; Die Welt; Frühlingsnacht [Musik von Evers]; Grenzstein; Das Selbst; Menschwerdung; An Elmine [Musik von Nellen]; Frage; Künstler und Kunstliebhaber; Ende der Krankheit; Lehren aus der Geometrie; Gebet; Stammbuchsblatt [!] für Elmine [laut Rensing/ Kordt (s.u.) weitere, anonyme Beitr.] [Rez.: 1. Bergisches Archiv 1809, Nr. 45; 2. Westf. Anzeiger 1810, Nr. 5]; Jg. 1811/ 1812 [jew. Ged.]: Junger Frühling, alte Schmerzen; An Fanny bei Uebersendung von Gesängen; Weihe; Abendgespräch; Der Schutzgeist des Neugebornen an die Mutter; Erwartung; An Caroline von Romberg bei ihrer Rückkehr nach Dortmund 1809; Thränen der Liebe; Berichtigung der Moral; Resignation – Westf. Anzeiger 1811, Nr. 18: Randglossen zur neuesten Revue und ihre Umgebungen von Jean Peter – Goldmann/Freudenfeld: Zeitschr. für Poesie 1812, H. 6: Prolog bei Eröffnung des Theaters zu Düsseldorf, vorgetragen von Helene Frühling – Raßmann: Taschenbuch für 1814 [jew. Ged.]: Der König; Die Wahlverwandtschaften [Sonett]; Gesang und Melonen; Abschied [Sonett]; Geistesruf; Die Künstler; Sängers Eintritt; Trinklied; frei nach Anakreon; Der Schäferin Morgenluft; An Fanny – Raßmann: Abenderheiterungen 1815 [jew. Ged.]: Auf der Höhe; Schiller; Liebesgruß; An Katharina zu ihrem Geburtstage, mit einem Kranze von Rosen überreicht von einer Freundin; Nachtjubel; Deutung; Bekenntnis; Der Schäferin Mittagsschwüle; Der Schäferin Abendsehnsucht [Rez.: 1. Ztg. für die elegante Welt 1815, Nr. 164; 2. Jenaische Allg. Literatur-Ztg. 1816, Nr. 46; 3. Haller Allg. Literatur-Ztg. 1816, Nr. 268] – Raßmann: Triolette der Deutschen 1815: Prélude; A la ronde!; En avant quatre!; Chasse a huit!; Chaine a quatre!; Balancé; Final – Haupt: Monatsrosen 1817, H. 1: Aphorismen; Macht der Tonkunst; Kinder-Grabinschriften; H. 2: Aphorismen – Mindener Sonntagsbl. 1817-1826 – Grote: Münsterländisches poetisches Taschenbuch 1818: Brückeninschriften – Hermann 1818, St. 26: Art und Kunst; Jg. 1823-1835 – Dresdner Abendztg. 1818, Nr. 200: Heterogene Mischung – Rhein.-westf. Anzeiger 1820, Beil. zu Nr. 11: Plan eines neuen Theaters für Düsseldorf – Mindener Sonntagsbl. 1821, St. 7: Die Nymphe der Düssel; ein Prolog zur höchsterfreulichen Ankunft Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich im Theater zu Düsseldorf; vorgetragen von Rosine Ahles – Funcke: Rhein. Unterhaltungsbl. 1822, Nr. 39: Prolog, am Neujahrstage 1814 im Theater in Düsseldorf vorgetragen von einer Schauspielerin; Nr. 26: Frage; Nr. 38: Vertrauen; Jg. 1823-1825 – Rousseau: Rhein. Flora 1825-1827 – Rousseau: Modenztg. für dt. Frauen 1826 – Rousseau: Göthe's Ehrentempel 1, 1827, S. 65f.: Die Wahlverwandtschaften [Ged.] – Schulz: Hermione 1827, Nr. 2: Tian [Ged.]; Nr. 14: Kerlting [Ged.]; Nr. 45: Das Bildniß im Bonner Münster.

Literarische Zeugnisse: E.M.I. Heinen: Der Wunderabend. An Adolf von Vagedes, in: ders.: Rheinische Glockentöne 1843, S. 374f.

Selbständige Veröffentlichungen über Vagedes: W. Kordt: Adolph von Vagedes, ein rheinisch-westfälischer Baumeister der Goethezeit. Ratingen 1961 – W. Zimmermann: Adolph von Vagedes und seine Kirchenbauten. Köln: Bachem [1965] (= Aachener baugeschichtliche Untersuchungen, 1). 

Unselbständige Veröffentlichungen über Vagedes: W. Kordt: Wie Adolph von Vagedes sich den Immermannschen Theaterbau gedacht hat, in: Düsseldorfer Heimatblätter 9, 1940, S. 169-171 – T. Rensing, W. Kordt: Adolf von Vagedes, in: Westfalen 26, 1941, S. 243-290.

Erwähnungen in: Casser 1928, S. 129, 147, 150 – Heinemann 1974, S. 8 – Lahrkamp 1976, S. 176, 321, 434 – Kortländer 1979, S. 288.

Bildnis: Porträt von Carl Joseph Haas in Privatbesitz (Abb.: Westfalen 26, 1941, Beih. S. 1; Westfalen 54, 1976).

Nachschlagewerke: Raßmann 1814; 1. Nachtr. 1815; 2. Nachtr. 1818; 3. Nachtr. 1824 – Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 18, 1821; Bd. 21, 1827 – Raßmann 1866; N.F. 1881 – Kehrein, Bd. 1, 1868; Bd. 2, 1871 – Goedeke, 2. Aufl., Bd. 7, 1906; 2. Aufl., Bd. 8, 1905 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 805, Sp. 77f.; Fiche 886, Sp. 210-212; Fiche 1300, Sp. 93-105.