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Walter Vollmer

Geboren am 2. Juli 1903 in Dortmund-Westich als Sohn eines Rektors. Nach dem Abitur 1922 vier Jahre lang unter Tage im Bergbau. Anschließend Studium der Bergbauwissenschaften in Clausthal (abgebrochen). Versuche als Dramaturg. Journalistische Tätigkeit. 1929 Beginn des Theologiestudiums (abgebrochen). Der Erfolg seiner ersten Romane ermöglicht es ihm, als freier Autor zu leben. 1937 ließ er sich in Dortmund nieder, da ihm seine Heimatstadt einen Ehrensold ausgesetzt hatte. In den 50er Jahren Pressereferent der Bezirksregierung in Arnsberg. Er starb am 17. Februar 1965 in Arnsberg.

1950 Romanpreis der Deutschen Kohlenbergbauleitung. 1955 Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis (gemeinsam mit Josef Winckler). Vollmers Erfindungs- und Gestaltungskraft sichern ihm einen respektablen Platz unter den Heimatdichtern, und auch der Versuch, einer zivilisatorisch zerstörten Landschaft und unvermeidlich schlechten Lebensverhältnissen Qualitäten abzugewinnen, die den dort Lebenden zu einem Heimatgefühl verhelfen können, wäre nur zu begrüßen, liefe er nicht zugleich auf Verschönerung von Zuständen und Verdeckung von Mißständen hinaus, die sich – wie die Zukunft gezeigt hat – verändern, verbessern, beseitigen ließen. Es sind hier die gleichen Vorbehalte anzumelden, die schon gegen seine Vorläufer geltend gemacht wurden, ja angesichts der weitgehenden Identifikation mit den entsprechenden Zielsetzungen des Nationalsozialismus – Vollmer ließ sich gern und ausdauernd zur Mitarbeit an „Heimat und Reich” gewinnen – sind sie zu verschärfen. (von Heydebrand)

Auszeichnungen: Romanpreis der Deutschen Kohlenbergbauleitung (1950) – Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis (1955).

Selbständige Veröffentlichungen: Ein Notizbuch. Erzählungen. o.O.u.J.– Das Rufen im Schacht. Prosa und Lyrik. Mit 4 Holzschnitten von Maria Braun. Mönchen-Gladbach: Volksverein 1929 – Flug in die Sterne. 1929 – Die Ziege Sonja. Ein fröhlicher Roman aus der Randwelt des Ruhrgebiets. 1933; Neuausg. 1948 – Die Schenke zur ewigen Liebe. Roman. Berlin: Propyläen [1935; Rez.: 1. Westf. Landesztg., Dortmund, vom 7.5.1935; 2. F. Kaiser, in: Heimat und Reich, Dortmund, 1935, H. 5; 3. B. Rang, in: Westfalenspiegel 1952, H. 1]; Berlin: Büchergilde Gutenberg, 1935, 1937 – Land an der Ruhr. Reportage. Münster: Coppenrath 1935 – Vor Tagesanbruch. Erzählung. 1937 – Der Gang zum Nobiskrug. Erzählung. 1938 – Die Pöttersleute. Roman. Hamburg: Dt. Hausbücherei 1940; Sonderausgabe. [ca. 1942]; Hamburg: Hanseat. Verlagsanst. 1942 – Das Traumschiff. Erzählung. 1941 – Aus meiner Waldhütte. Erzählung. 1942 – Geschichten aus Westfalen. Erzählungen. 1943 – Die verlorene Seele. Erzählung. München: List 1947 – Die Weltreise zur fröhlichen Morgensonne. Jugendbuch. Düsseldorf: Marklein 1950 – Zwischenspiel in Salzuflen. Münster: Aschendorff 1958 – Verzauberte Welt. Erzählungen. Gütersloh: Rufer 1954 – Der Kampf der Blutbarsche. Erzählungen. Ebd. 1954 – Des Herzogs Kornett. Roman. 1955 [Rez. C. Herbermann, in: Westfalenspiegel 1954, H. 1] – Bekenntnis zum Revier. Betrachtungen. Essen: West 1957 – Johannisfest auf Siebenplaneten. Düsseldorf: Marklein 1950 – Das wohltemperierte Aquarium. Die Welt der Zierfische. München: Heimeran 1961 [Illustr.] – Westfälische Städtebilder. Gütersloh: Bertelsmann 1963.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Heimat und Reich 1935, H. 2: Margarethe Schießtel-Bentlage, eine westf. Dichterin; H. 3: Um unserer grauen Heimat willen; H. 5: Glaube; H. 8: Was bedeutet mir Westfalen; Jg. 1936, H. 2: Vorfrühling; 1938ff. [Buchbesprechungen]; April 1939: Dank und Gruß an Wagenfeld.. Von Hermann Erich Busse, Hans Friedrich Blunck, August Hinrichs, Anton Aulke, Heinrich Luhmann, August Kracht, Ludwig Klug, Walter Vollmer, Josef Bergenthal; Mai 1939: Der werktätige Mensch im Ruhrrevier; Aug. 1939: Ein Leben für das Buch. Erich Schulz zum 65. Geburtstag; 1941, Febr. Das Vereinsfest. Eine fröhliche Erzählung – Die Neue Lit., Nov. 1941: Herkunft und Heimat – Welt und Wort, März 1948: Meine Welt – Die Bergbau-Industrie vom 18.2.1950: Von alter Knappenpoesie – Hellweger Anzeiger 25.7.1953: Die schöne alte Sprache des Bergmanns – Westfalenspiegel 1953, H. 7: Gedanken am See; 1954, H. 10: Stroh im Rinnstein; 1955, H. 7: Ansprache auf dem Westfalentag; Mit Engeln spielt man nicht; 1957, H. 5: Frühling im Münsterland; H. 11: Im Kohlenland; 1969, H. 7: Der Sängerkrieg auf dem schmalen Berge – Die Ruhr. Bilder vom Lauf eines Flusses. Iserlohn: Sauerland Verlag [1958; Einf.] – Der Märker, Jg. 11, 1962: Heimat und Dichtung. Vortrag, gehalten auf dem Heimatgebietstag „Märkisches Sauerland“ des Westfälischen Heimatbundes in Gevelsberg am 28.9.1962 – 100 Jahre Bergarbeiter-Dichtung. Hg. von W. Köpping. Oberhausen 1982.

Unselbständige Veröffentlichungen über Vollmer: H. Kindermann: Walter Vollmer. Der Dichter des Ruhrgebietes, in: Heimat und Reich, 1940, H. 11 – E. Schulz: Walter Vollmer, in: Die Neue Lit. 11, 1941, S. 260-268 – F. Kolbow: Dichtung aus Heimat und Volkstum. Zur Verleihung des Westf. Literaturpreises an Walter Vollmer, in: ebd. Nov./Dez. 1941 – Heinrich Luhmann: Die Stimme des Ruhrlandes. Nachtrag zum 50. Geb. von Walter Vollmer, in: Die Glocke vom 25./26. Juli 1953 – E. Sylvanus: Zwei westf. Literaturpreisträger, in: Westfalenspiegel 1955, H. 7 – W. Holzhauer: Walter Vollmer zum 60. Geb. Sein Wirken als Mensch und Dichter, in: Sauerländ. Gebirgsverein 1963, H. 4, S. 137f. – W. Holzhauer: Walter Vollmer und sein Werk, in: De Suerlänner 1963, S. 101 – Rundschreiben WHB 3, 1965.

Erwähnungen in: Kriegsbekenntnis westf. Dichter (u.a. von Walter Vollmer), in: Heimat und Reich 1941, H. 3 – Cl. H.: Erstes Treffen westf. Dichter, in: Westfalenspiegel 1955, H. 5 – C. Herbermann: Eigenzüge in der westf. Dichtung. Nachlese vom westf.-fläm. Autorentreffen in Paderborn, in: ebd. 1963, H. 1 – W. Schulte: Der westf. Heimatbund und seine Vorläufer. Bd. 1. Münster, 1973, S. 154, 337; Bd. 2, S. 275 – A. Klotzbücher (Hg.): Lit. Leben in Dortmund. Dortmund 1984, S. 197f.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. StLB Dortmund: Nachlaß: Gedichtentwürfe, Mss., Novellen, Romane, Erz., Handschriften; Briefumschläge; Brief an M. Hausmann, 9.11.1937; an H. Lersch, 15.10.1929, 8.7.1030; Brief von L. Tuegel, 10.1.1939, etwa 350 (Werk-)Ms., darunter auch Unveröffentl.; Korrespondenz: etwa 900 Briefe und Postkarten an W. Vollmer, überwiegend seine Veröffentlichungen betreffend, u.a. von Thomas Mann, ferner von Josef Bergenthal, Friedrich Castelle, Erich Grisar, Adolf von Hatzfeld, Clemens Heselhaus, Heinrich Luhmann, Erich Schulz, Hermann Stahl, Ludwig Tügel, Werner Warsinsky, Josef Winckler, Otto Wohlgemuth; mehrere 100 Briefentwürfe und Durchschläge seiner Briefe; 142 Briefe und Postkarten Vollmers, davon 64 an Josef Bergenthal, 19 an Erich Grisar, 47 an Erich Schulz; Lebensdokumente: persönl. Papiere – vgl. Lit. Nachlässe in NRW 1995 – 2. Fritz-Hüser-Inst. für dt. und ausländ. Arbeiterliteratur Dortmund: 1 Beurteilung von Charakter und Werk Vollmers mit handschriftl. Korrekturen; Briefe: an Hans Ballhausen, Rektor im Ruhestand, 1921-1927 (10); an Fritz Hüser, 1960/61 (5); von Fritz Hüser 1961-1963 (3) – 3. Bayer. StB München: Widmung an E. Gärtner, 1942 – 4. ULB Münster: Briefe an Friedhelm Kaiser, 1947 (1), 1950 (4), 1951 (2), 1952 (1), 1953 (3); an Karl Schulte Kemminghausen, 1937 (1); 1951 (1); 1956 (1) – 5. DLA Marbach: Brief an Karl Kohl, 7.4.1959; an Thomas Mann, 24.10.1925.

Sammlungen: 1. WHB Münster: Fotoslg. – 2. Westf. Literaturarchiv Hagen: Slg.

Nachschlagewerke: Kürschner: Nekrolog 1936-1970 – Oehlke 1942 – Kutzbach 1950 – Degener, 12. Aufl. 1955 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958 – Oberhauser/Oberhauser, 2. Aufl. 1983 – von Heydebrand 1983 – Lenhard 1984 – Wilpert, 3. Aufl. 1988 – Freund 1993 – Rost 1990 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 1348, Sp. 226-229 – Dt. Bibliothek.