Orte
/ M / /

Autorinnen und Autoren
Geburtsorte und Lebensstationen
Zeitabschnitte
Preise und Auszeichnungen
Dichtergalerie
Abkürzungen Standorte
Abkürzungen Kurztitel
Archive und Sammlungen

 

zur Startseite

Hilfe aufrufen

zurück zur Übersicht

Charlotte (Lotte) Temming

Geboren am 4. April 1903 in Aachen als Tochter des jüdischen Kaufmanns Leopold Herz. Besuch des Gymnasiums. 1921 Beginn einer Goldschmiedelehre in Nürnberg. Sie trat der Kommunistischen Jugend bei und schrieb erste sozialkritische Gedichte. 1929 Heirat mit dem Grafiker und Schriftsetzer Bernhard Temming, mit dem sie im selben Jahr nach Dortmund zog. 1943 zum Arbeitseinsatz in einer Sackfabrik eingezogen, in der ausschließlich jüdische Frauen arbeiteten. Als sie in den Osten deportiert werden sollte, floh sie. Sie flüchtet auf Nebenwegen in den Dortmunder Norden, wo sie bis zum Eintreffen der Besatzungstruppen in einem Keller Zuflucht fand. (Biogr. bedeutender Dortmunder, Bd. 2, 1998) 1945 Stadtverordnete der DKP im Dortmunder Stadtrat. 1959 Austritt aus der DKP. Sie unternahm mehrere Reisen nach Israel und starb am 19. September 1984 in Dortmund.

Ihre Gedichte wurden auf den Veranstaltungen des Bundes proletarisch revolutionärer Schriftsteller der Dortmunder Ortsgruppe und bei den Auftritten des Dortmunder Kabaretts Gruppe Henkelmann um Paul Polte vorgetragen, dem sich das Ehepaar Temming 1932 anschloß. Bis zu ihrem Tod las die Autorin ihre sozialkritischen Gedichte in Schulen.

Selbständige Veröffentlichungen: Proletarische Dichter und Zeichner des Ruhrgebiets, Blatt 3, Einzelblatt-Druck [Ged. von Charlotte Temming; Original-Linoldruck von Bernhard Temming]. Dortmund 1930 – Gedichte, geschrieben für das Kabarett „Gruppe Henkelmann“. Dortmund 1932/33 – Unseren Toten zum Gedächtnis. Ermordet von der Gestapo im Rombergpark im März 1945. Hg. vom Betreuungsausschuß der KZ-Häftlinge. Dortmund (um 1950) [Grafik-Doppelblatt mit einem Gedicht von Charlotte Temming].

Unselbständige Veröffentlichungen über Charlotte Temming: Otfried Maul: Die Zeit des Unheils. Eine Jüdin berichtet über ihr Leben im Dritten Reich, in: Ruhr-Nachr., Dortmund, vom 11.2.1983 – U. Lessing: Kassandra in der Dortmunder Nachbarstadt, in: Eigentlich hat mich das Ruhrgebiet viel mehr interessiert. Frauen sehen Frauen im Revier. Begleitbroschüre zur Ausstellung „Lebensgeschichten: Frauen sehen Frauen im Revier“ anläßlich des 24. Dt. Evang. Kirchentages im Ruhrgebiet vom 5. bis 9. Juni 1991. Hg. vom Frauenreferat der Evang. Kirche von Westfalen. Villigst 1991, S. 32f. – Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945. Katalog zur ständigen Ausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache. Hg. von Günther Flögl, Stadtarchiv Dortmund. Dortmund 1992, S. 117, 124, 157 – Gregor Vogt (Hg.): Literatur im Alltag. Arbeiter, Vagabunden, Flaneure und Schriftsteller in Dortmund 1930 bis heute. Informationen des Fritz-Hüser-Inst. für dt. und ausländ. Arbeiterliteratur, Nr. 35/93, Dortmund 1993, S. 18, 30ff., 48f. – G. Vogt: Charlotte Temming, in: Biogr. bedeutender Dortmunder. Dortmund 1998, Bd. 2, S. 116-118 – M. Bracke: Paul, Lotte und die Gruppe Henkelmann – zwei Schriftsteller und ihr Kabarett 1930-1945, in: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark (Hg.): Heimat Dortmund. Nr. 2, Stadtarchiv Dortmund, Dortmund 2003. 

Nachlaß, Handschriftliches: Fritz-Hüser-Inst. für dt. und ausländ. Arbeiterliteratur, Dortmund: 21 Ged., zum Teil mit handschriftl. Anm.; 1 Brief von ihrem Sohn Rolf Temming an Dr. Rainer Noltenius, 1987; Materialien zu Leben und Werk, Gedichte und Texte von Charlotte Temming aus den Jahren 1915-1950 liegen als Typoskripte vor.