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Johannes Klöntrup [d.i. Johann Ägidius Rosemann]

Geboren am 30. März 1754 in Glane bei Osnabrück als Sohn eines Iburger Notars und Prokurators. Bis 1774 Besuch des Osnabrücker Gymnasiums. Von 1775 bis 1778 Studium der Rechte in Göttingen. 1778 Advokat in Osnabrück und Sekretär des Grafen von Münster-Meinhövel. Vermutlich 1800 Promotion in Duisburg. 1811 Notar des Kantons Berge. War danach stellungslos in Quakenbrück. Am 25. April 1850 in Lechterke bei Badbergen ertrunken.

K. schrieb unter Einfluß Mösers und Kindlingers Abhandlungen u.a. über das bäuerliche Erbrecht Osnabrücks. Ein umfassendes Manuskript über das Leibeigentum, an dem K. 30 Jahre lang arbeitete, für dessen Drucklegung sich aber nicht genügend Subskribenten fanden, gilt als verloren. Bedeutung gewann er durch sein dreibändiges "Alphabetisches Handbuch der besonderen Rechte und Gewohnheiten des Hochstifts Osnabrück". Seinerzeit aufgrund politischer Unliebsamkeit mit amtlichem zitierverbot belegt, ist es heute ein Standardwerk der Osnabrücker Rechtsgeschichte.

Literarisch stand Klöntrup dem Göttinger Hainbund nahe. Seine gefühlsbetonten, zuweilen aber auch flachen Gedichte kreisen um nationale und ossianisehe Themen. (zitate nach: Biogr. Handbuch Osnabrück)

Pseudonym: J.Ae.Kl.

Selbständige Veröffentlichungen: Alphabetisches Handbuch der besonderen Rechte und Gewohnheiten des Hochstifts Osnabrück mit Rücksicht auf die benachbarten westfälischen Provinzen. 3 Bde. Osnabrück 1798/1800 (UB Münster); Osnabrück: Wenner 2004 (Faksimile-Druck nach der Ausgabe 1798/1800 mit Nachtrag) – zahlr. jur. Veröffentl. – postum: Niederdeutsch-Westphälisches Wörterbuch. Bearb. von W. Kramer, H. Niebaum, U. Scheuermann. 2 Bde. Hildesheim: Lax 1982, 1984 (=Veröffentl. des Inst. für hist. Landesforschung der Univ. Göttingen 16, 17) [mit Biogr. und Bibliogr. in Bd. 1, S. 7-11 ] – Das osnabrückische gemeine Marken-Recht [zus. mit Justus Friedrich Anton Schledehaus]. Hg. und mit einem Nachw. vers. von Karl H. L. Welker. Osnabrück: Wenner 2006.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Göttinger Musenalmanach 1784-1786; Jg. 1789 [15 Ged., Pseud. J.Ae.KIj – Westph. Beitr. – Weddigen: Magazin für Westfalen 1798: Der Kleft; Schlachtgesang aus dem vierten Buch Temora; Krankheit der Seele, ein Gedicht, Ueber die Inschrift auf Landegge; Jg. 1799 – Carnpe: Kleine Kinderbibliothek, 2. Aufl. 1784, S. 45: Der Garten des Lebens – Vermehren: Musenalmanach 1802f – postum rn: Lyra: Plattdt. Briefe 1846, S. 175f. – Riehemann: Osnabrücker Dichter 1903: Nach dem Horaz [Ode]; Die Nornen; Komal und Galvina. Nach Ossian; Harpax; Das Vergißmeinnicht; Dem Kohlensammler; De Absolution. Na Hindrik van Alkmar; Dat Fensterbeer; Der Kleft.

Selbständige Veröffentlichungen über Kloentrup: F. Runge: J.A. Rosemann, genannt Kloentrup, der Osnabrücker Jurist, Dichter und Sprachforscher. Osnabrück 1898 – U. Scheuermann: Ein Dialektwörterbuch als Aufklärungsschrift? Überlegungen zu einigen Einträgen in Klöntrups "Niederdeutsch-Westphälisches Wörterbuch". Leer 1985 (=Schr. des Inst. für niederdt.Sprache. Reihe: Vorträge 5).

Unselbständige Veröffentlichungen über Kloentrup: Hartmann: Schatzkästlein 1885 [Kurzbiogr.] – H. Jellinghaus: Johann Aegidius Kloentrup, in: Korrespondenzbl. des Vereins für niederdt. Sprachforschung 14, 1890, Nr. 4, S. 50-53; Nr. 5, S. 57f. – F. Runge, in: Korrespondenzbl. des Vereins für niederdt. Sprachforschung 18, 1896, S. 5356; ders. in: Mitt. des Vereins für Gesch. von Osnabrück 23, 1898, S. 86ff. – [...] Altemüller: Johann Aegidius Klöntrup, in: Mitt. des Vereins für Gesch. und Altertumskunde des Hasegaues 17, 1910, S. 42-62 – H. Niebaum: Weddigen und Klöntrup. Ergänzungen zur Geschichte der westfälischen Lexikographie, in: Niederdt. Wort 20, 1980, S. 131-146; ders: Johann Aegidius Rosemann genannt Klöntrup. Rechtsgelehrter, Literat, Dialexikograph, kritischer Geist, in: H: R. Jarck (Hg.): Quakenbrück. Quakenbrück 1985 (=Osnabrücker Geschichtsquellen und Forschungen 25), S. 334ff.

Erwähnungen in: Grantzow 1909, S. 158f. – O, Weltzien: Hannover und Ostfriesland in der niederdeutschen Lyrik, in: Hannoverland 10, 1916, S. 30, 32 – W. Uhlmann-Bixterheide: Das plattdeutsche Westfalen. Ein Buch mundartlicher Heimatdichtung. Dortmund 1921, S. 317 – C. Borchling, H. Quistor: Tausend Jahre Plattdeutsch. Bd. 1. Proben niederdeutscher Sprache und Dichtung vom Helland bis 1900. Glückstadt 1927, S. 202f. und 324 – C. Schmitt: Osnabrücker Dichter und Dichtungen. Präludien zu einer Osnabrücker Literaturgeschichte. Osnabrück 1928, S. 11 – Weber 1991, S. 41-72 [mehrf. erwähnt].

Nachlaß, Handschriftliches: 1. Nieders. SA Osnabrück: Handschr. in Akten und Handschr. des Hist. Vereins Osnabrück (Dep 6b) – 2. Bibl. des Ratsgymn. Osnabrück-zum Inhalt: Frels 1934, S. 244.

Nachschlagewerke: Koppe, Bd. 1, 1793 – Hamberger/ Meusel, 5. Aufl., Bd. 10, 1803; Bd. 14, 1810; Bd. 18, 1821 – Stepf, Bd. 4, 1828 – Rotermund, Bd. 2, 1823 – Koepper 1898 – ADB, Bd. 51, 1906 – Goedeke, Bd. 4/1, 1916; 2. Aufl., Bd. 7, 1906; Bd. 15, 1916 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 2, 1953 – HRG, Bd. 2, 1978, Sp. 878f. – Schulte: Westt Köpfe, 3. Aufl. 1984, S. 277 – Biogr. Handbuch Osnabrück 1990 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 664, Sp. 426-433.