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Charlotte Diede

Geboren am 12. Mai 1769 in Lüdenhausen bei Lemgo als Tochter des dortigen Pfarrers und Superintendenten Friedrich Ernst Hildebrand. Gesellschaftliche Beziehungen zur benachbarten Universitätsstadt Rinteln führten zu ihrer Bekanntschaft und (1789) Heirat mit dem späteren Obergerichtsprokurator Diede, der einer begüterten und vornehmen Kasseler Familie entstammte. Umzug nach Kassel und baldige Scheidung der Ehe; der Sturz von glänzender gesellschaftlicher Stellung in die Isolierung einer geschiedenen Frau. Wanderleben zwischen Kassel, Holzminden und Braunschweig und gänzlicher Verlust ihres Vermögens. Wandte sich 1814 hilfesuchend an Wilhelm von Humboldt, mit dem sie 1788 in Bad Pyrmont bekannt geworden war. Mit ihm seit 1794 über zwanzig Jahre lang bis zu seinem Tod im Briefwechsel, von dem rund 150 Briefe von Seiten Humboldts überliefert sind. Empfing von ihm regelmäßige finanzielle Zuwendungen. Später bescheidene Erwerbstätigkeit durch das Anfertigen künstlicher Blumen. Verstarb am 10. Juli 1846 in Kassel.

Die Autorin über sich: Mich trafen ungewöhnliche und schmerzlich-verwickelte Schicksale, und durch rätselhafte, geheime, erst spät enthüllte Intriguen und Feindschaften blieb mein ganzes Leben ein Gewebe von Widerwärtigkeiten [...]. (Zitate nach Staercke). Johann Ludwig Ewald war bis zu ihrem Tode ihr Freund und Berater.

Briefsammlungen: Briefe von Charlotte Diede, der Freundin Wilhelm von Humboldts, an Karl Schulz. Mit einer Einl. von G. Lothholz. Leipzig: Brockhaus 1883. XXVIII, 105S. (ULB Münster, StA Bielefeld, Lipp. LB Detmold) – Charlotte Diede, die Freundin von Wilhelm von Humboldt. Lebensbeschreibung und Briefe. Hg. von A. Piderit und O. Hartwig. Halle: Niemeyer 1884. VIII, 294S. (Lipp. LB Detmold, StA Bielefeld).

Briefe an Charlotte Diede: Wilhelm von Humboldts Briefe an eine Freundin. 2 Bde. Hg. von A. Leitzmann. Leipzig 1909; Nachdr. der 1. Aufl., hg. von J. Lindner. Berlin: Verlag der Nationen 1986. 376S – Briefe von Wilhelm von Humboldt an eine Freundin. Hg. von A. von Gleichen-Russwurm. Berlin: Deutsche Bibliothek 1912 (?). 229 S. (UB Berlin) – Das inwendige Leben. Gedanken u. Betrachtungen. Aus den Briefen Wilhelm von Humboldts an seine Frau Caroline und an Charlotte Diede. Ausgew. und zsgest. von H. Voss. Ebenhausen b. München: Langewiesche-Brandt 1949; ebd.: Voss 1960.

Unselbständige Veröffentlichungen über Charlotte Diede: O. Hartwig: Charlotte Diede, mit und nach ungedruckten Briefen, in: Dt. Rundschau 41, Okt.-Dez. 1884, S. 68-106 – Wilhelm von Humboldt's Freundin aus Lüdenhausen, in: Lipp. Landesztg. vom 6.11.1897 [anonym] (Lipp. LB Detmold) – A. Leitzmann: Die Freundin Wilhelm von Humboldts (Charlotte Diede geb. Hildebrandt), in: Dt. Rundschau 140, 1909, S. 204-230 – H. Rieke: Eine literarische Berühmtheit aus Lüdenhausen, Charlotte Diede, in: Blätter des Lipp. Heimatvereins 13, 1912, Nr. 1 (Lipp. LB Detmold) – A. Weißer: Charlotte Diede. Ein Pyrmonter Idyll, in: Altes und Neues vom hylligen Born. 2. Aufl. Bad Pyrmont 1920, S. 133-137 (Lipp. LB Detmold) – E. Anemüller: Charlotte Diede, geborene Hildebrand, aus Lüdenhausen [1 Abb.], in: Lipp. Dorfkalender, N.F. 9, 1924, S. 64-66 (Lipp. LB Detmold) – W.F. Schmidt: Charlotte Diede, die Freundin Wilhelm von Humboldts, in: Niedersachsen 39, H. 8, 1934, S. 342-345 (Lipp. LB Detmold) – H. Ulbrich-Hannibal: Staatsminister und Pfarrerstochter. Die Lebensfreundschaft zwischen Wilhelm von Humboldt und Charlotte Hildebrand aus Lüdenhausen, in: Schaumburger Heimatkalender 26, 1954, S. 29-32 (Lipp. LB Detmold) – H. [Schaefer]: So endete eine große Liebe. Inniges Verhältnis zwischen Charlotte Diede aus Lüdenhausen und ihrem Jugendfreund Wilhelm von Humboldt [1 Abb.], in: Lipp. Landesztg. vom 24.10. 1953 (Lipp. LB Detmold) – A. Ebert: Geheimbriefe Wilhelm von Humboldts an eine Lipperin. Zum 200. Geburtstag Charlotte Diedes, in: Blätter des Lipp. Heimatvereins 1969, Nr. 4, S. 14f. (Lipp. LB Detmold).

Bildnis: Scherenschnitt (und weitere Abb. in: Lipp. Bibliogr., Bd. 1, 1957, Sp. 1096; Lipp. LB Detmold, s.o.).

Nachschlagewerke: Kosch, Bd. 1, 1928; 3. Aufl., Bd. 3, 1971 – Staercke 1936 – Friedrichs 1981 – Lipp. Bibliogr., Bd. 1, 1957.