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Otto Wohlgemuth

Geboren am 30. März 1884 in Hattingen als Sohn eines Bergmanns. Er verlebte seine Kinder- und Volksschulzeit in ärmlichsten Verhältnissen in Hattingen. 1890 Augenkrankheit, die trotz Operation eine bleibende Sehschwäche auf dem linken Auge zurückließ. 1898 Umzug der Familie ins benachbarte Linden und Abschluß der Volksschule. Beginn einer Lehre als Former in einer Gießerei. 1900 Abbruch der Lehre, um im besser bezahlten Bergbau zu arbeiten. 1903 Umzug nach Bochum. Heirat mit der zwei Jahre älteren Fabrikarbeiterin Anna Nöllecke. Leben in bedrückender Armut. Erste literarische Versuche, für die der Bergarbeiterdichter Heinrich Kämpchen Pate stand. Mit etwa 20 Jahren machte er die für ihn 'unerhörte Entdeckung' der Reclam-Universalbibliothek, wo das Heft 20 Pfennig kostete. Er verfuhr Überschichten, wenn möglich zwei Nachtschichten in der Woche, um seine ersten Gedichtbände kaufen zu können: Annette von Droste-Hülshoff, Eduard Mörike, Joseph von Eichendorff und Ludwig Uhland. Doch standen seiner Weiterbildung nicht nur finanzielle Schwierigkeiten im Weg; er klagt auch über das Fehlen jeglicher Voraussetzung für ein Bildungsfundament. Erste Gedichte erschienen in Wochenendbeilagen heute verschollener Jahrgänge des Bochumer Stadtanzeigers. 1908 erste Dichterlesung vor der Literarischen Gesellschaft Bochum. Parallel zeichnerische Studien. Die familiäre Situation ließ eine Weiterbildung kaum zu. Die rasch anwachsende Familie lebte in einer Dreizimmerwohnung in einer typischen Straße mit Mietskasernen der Jahrhundertwende, eingezwängt zwischen Zechen und Stahlwerken. Um seinen proletarischen Lebensumständen zu entgehen, folgte der Besuch einer kaufmännischen Privatlehranstalt, deren Kurse er jedoch nicht abschloß. 1906 Einberufung zum Militärdienst. Nach zwei Monaten aus gesundheitlichen Gründen vorzeitige Entlassung. Da ihm fortan die Tätigkeit als Hauer aus gesundheitlichen Gründen untersagt war, arbeitete er für etwa eineinhalb Jahre als Hüttenarbeiter. Von 1908 bis 1910 Tätigkeit als Bürogehilfe beim Allgemeinen Knappschaftsverein in Bochum. Wenn ihn diese Tätigkeit auch nicht befriedigte, so ließ sie ihm doch mehr Muße für sein dichterisches Werk, was wohl dazu beitrug, daß er bereits ein Jahr nach Erscheinen seines ersten Gedichtbandes 1909 die zweite Sammlung vorlegen konnte. Vorbilder waren die Spät- und Neuromantiker, u.a. Eichendorff, Geibel, C.F. Meyer und Fontane. Sein zweiter Gedichtband machte ihn über Bochum hinaus bekannt. Julius Schwering besprach die Gedichte in der Rheinisch-Westfälischen Zeitung. Bekanntschaft mit dem Journalisten und Rezitator Friedrich Castelle, der in den nächsten Jahrzehnten sein Freund und Förderer wurde. Castelle nahm Gedichte Wohlgemuts in sein Vortragsrepertoire auf und vermittelte eine Bekanntschaft mit Karl Wagenfeld. Durch seine künstlerischen Neigungen Entfremdung von seiner Ehefrau. Wohlgemuth plante, seine Familie zu verlassen, und versuchte, in Hildesheim eine Existenz zu gründen, mußte aber erfolglos zurückkehren. 1911 nahm er in Bochum seinen Beruf als Bergmann wieder auf. Durch Vermittlung Castelles fand er die J. Schnellsche Buchhandlung in Warendorf als Verlagsort. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete er unter fast unerträglichen Bedingungen überwiegend im Bergbau. 1917 schwerer Grubenunfall, von dem er einen Nierenschaden davontrug. 1918 bezog er mit seiner Familie ein kleines Haus in Nierendorf, zwischen Hattingen und Velberg. Trotz seiner Arbeitsüberlastung waren die Jahre zwischen 1916 und 1918 künstlerisch produktiv. Kontakte zu Bochumer Künstlerfreunden. Mit ihnen veranstaltete er in seinem Haus literarische Abende. 1917 mit Karl Peters Gründung des Hellwegbundes, einer freien Künstlervereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hatte, eine Brücke zu schlagen vom Künstler zum Leser, Hörer und Beschauer. Neben Schriftstellern waren Musiker und bildende Künstler beteiligt. Plan zu einem Jahrbuch Der Hellwegbund, das jedoch nicht realisiert wurde. 1917 Einberufung. Das Kriegsende erlebte Otto Wohlgemuth in einem Krefelder Lazarett. Auf einer Transportfahrt nach Rußland war er an der Spanischen Grippe erkrankt. Seine endgültige Entlassung vom Militär erfolgte am 10.12.1918. (ebd.) Nach dem Krieg schloß sich Wohlgemuth den Werkleuten auf Haus Nyland um Josef Winckler und Wilhelm Vershofen an. Lebenslange Freundschaft mit Winckler. Bekanntschaft mit Arbeiterdichtern wie Heinrich Lersch und Christoph Wieprecht, über die er endgültig zu seinem Thema, dem bergmännischen Leben und Erleben, fand. Freundschaft mit Lulu von Strauß und Torney, der Ehefrau des Verlegers Eugen Diederichs. Wohlgemuth war mehrfach Gast des Ehepaares in Jena, erstmals im Sommer 1922 anläßlich einer Dichterlesung. Im März 1920 Bekanntschaft mit seiner späteren zweiten Frau (seit 1926), der Bochumer Lehrerin Ottilie Kerper. Eine jahrelang schwelende Krise seiner Ehe brach damit offen aus: Otto Wohlgemuth verließ seine Familie. Die Hauptursache für das Scheitern der Beziehung war die sich vertiefende intellektuelle Ungleichheit der Partner. Anfang der 20er Jahre Intensivierung seines künstlerisch-bildnerischen Schaffens unter Mentorschaft des Malers und Graphikers Hermann Kätelhön, der später viele literarische Werke Wohlgemuths illustrierte. Wohlgemuth ließ sich mehrfach von Kätelhön, der ihn zu grafischen Arbeiten führte, porträtieren. Später fand Wohlgemuth zu Zeichnung und Malerei zurück und machte sich einen Namen als bildender Künstler. Im November 1921 verließ er Essen, um im Siegerland in dem ihm bislang unbekannten Eisenerzbergbau zu arbeiten. Der Aufenthalt ist von vornherein auf zwei Monate begrenzt. Vermutlich hat Wohlgemuth sich in dieser Zeit schon mit dem Gedanken getragen, seinen Beruf als Bergmann aufzugeben und nur noch zu Studienzwecken einzufahren. Er beabsichtigte im Anschluß an seinen Siegerlandaufenthalt in verschiedenen anderen Bergwerken zu arbeiten, wobei die jeweils gewonnenen Eindrücke literarisch festgehalten werden sollten. Auf der Erzgrube Friedrich-Wilhelm bei Herdorf arbeitete er wie seine Kameraden untertage, genießt aber eine Sonderstellung. Wohlgemuth erhält ein eigenes Zimmer im Zechenhaus, und während der Arbeit sorgt ein Steiger dafür, daß er die verschiedenen Seiten der Erzgewinnung kennenlernt. An eine anfänglich produktive Phase schloß sich eine erneute psychische Krise an, die zur literarischen Unproduktivität führte. Seit Mai 1922 hatte er wieder einen festen Wohnsitz in Bochum und arbeitete auf den umliegenden Zechen. 1923 endgültige Aufgabe seines Berufes als Bergmann, nachdem ihm die Stadt Buer eine Anstellung als Bibliothekar angeboten und ihn mit dem Aufbau einer Volksbücherei beauftragt hatte. Gleichzeitig bildete er sich zum gefragten Rezitator seiner Werke aus. Lesung vor der Literarischen Gesellschaft in Münster (s. Julius Schwering). Dreimonatige Vortragsreise (oft vor mehr als tausend Zuhörern) durch Ostwestfalen und Süddeutschland. Die Lesungen waren verbunden mit einem Spendenaufruf für die Fortsetzung des Ruhrkampfes. 1923 Gründer des Ruhrlandkreises, der ersten Künstlergemeinschaft zwischen Ruhr und Emscher, die bis 1926 bestand. Es handelte sich um einen lockeren Zusammenschluß. Zu den Organisatoren des Kreises zählten weiterhin Erich Sieburg und Josef Voß, später kamen C.W. Beielstein und Herbert Thiele hinzu. Umzug von Bochum nach Buer. Seit dem 1. Juni 1926 war er offizieller Leiter der Städtischen Volksbücherei. Umfassende und anstrengende Tätigkeit für die Bibliothek, in der er auch Vorträge, Lesungen und Kunstausstellungen organisierte. Seine literarische Tätigkeit trat vorübergehend in den Hintergrund. 1933 unter dem Nationalsozialismus Entlassung wegen seiner Mitgliedschaft in der SPD und – nach eigener Aussage – weil er es gewagt hatte, die große "Jüdische Enzyklopädie" anzuschaffen und zur öffentlichen Benutzung einzustellen. Aus finanziellen Überlebensgründen erfolgte eine schrittweise Annäherung an das herrschende System: 1936 trat Wohlgemuth in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt und in den Reichskriegerbund ein, 1937 in die Reichskultur- und die Reichsschrifttumskammer. Im selben Jahr erfolgte der Eintritt in die NSDAP, in der er nicht nur keinerlei Rang bekleidet hat, sondern auch nie über den Status eines 'Anwärters' hinausgekommen ist – offensichtlich aufgrund seiner 'politischen Unzuverlässigkeit' als früheres SPD-Mitglied. Ende 1933 mit seiner neuen Familie Umzug in eine kleine Mietwohnung in Durbusch bei Hoffnungsthal im Bergischen Land. 1936 Umzug in das wenige Kilometer entfernte Oberhaus bei Honrath. Das finanzielle Auskommen der Familie war während dieser Zeit kaum gesichert. Obwohl er als Person diskreditiert war, wurde sein literarisches Schaffen vom Nationalsozialismus vereinnahmt. Auf dieser Grundlage versuchte Wohlgemuth bald im blühenden Vortragswesen des 'Dritten Reichs' auch außerhalb eigentlich literarischer Kreise Fuß zu fassen. Zwischen 1935 und 1945 führte er im gesamten Reichsgebiet unablässig und erfolgreich oft täglich eine oder mehrere Dichterlesungen durch. So waren es zum einen Jugendliche, vor denen er im Auftrag der HJ, des BDM und der Landjahrführer las, zum andern die erwachsenen Führer solcher Gruppen; für die NS-Kulturgemeinde sprach er vor 'Betriebsgemeinschaften'. [...] An der Zuhörerzahl zeigt sich ein weiteres für das 'Dritte Reich' typisches Merkmal: der Zug zum Gigantischen. Wohlgemuths Lesungen bekommen den Charakter von Massenveranstaltungen. Ganze Belegschaften marschieren zu den Betriebsfeiern auf, Schulungskurse für HJ-Führer haben fast 1.000 Teilnehmer, HJ-Jungvolk- und Landjahrlager versammeln 1.500, 3.000 und mehr Jugendliche, einmal ist sogar von 'rund 50.000 Hitlerjungen' im Lager von Rudolstadt die Rede (17.7.1939). Seine weiteste Lesereise führt ihn 1943 bis Nordkarelien. Während des vierwöchigen Aufenthalts an der Eismeerfront absolvierte er etwa 80 Lesungen. Solche Lesungen besserten seine finanzielle Lage. Neben den materiellen Erfolg tritt für Otto Wohlgemuth aber fast gleichzeitig der ideelle: Zu einer Zeit, wo er als Dichter mit keiner selbständigen Veröffentlichung mehr präsent war, gaben ihm die Vortragsreisen Gelegenheit, sich seinen Zuhörern wieder in Erinnerung zu rufen [...]. Seine Vortragsreisen benutzte Wohlgemuth, um seinen Bildungshorizont zu erweitern und Kontakte zu knüpfen. Unterdessen war er aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen worden, weil die Einnahmen aus schriftstellerischer Tätigkeit unterhalb der festgesetzten Höhe als Berufsschriftsteller lagen. Hierdurch erschwerte sich die Veröffentlichung von Büchern, da für den Druck sogenannte Befreiungsscheine erforderlich waren. Beschlagnahme seines Buches Volk, ich breche deine Kohle durch die Gestapo, weil Wohlgemuth wegen seines freimütigen Vortragsstils denunziert worden war. Nach 1945 wurde er bei der Entnazifizierung als nicht besonders belastet eingestuft. Aufgrund eines Gesuchs auf Wiedergutmachung erhielt er erhöhte Pensionsbezüge. Anfang der fünfziger Jahre kann er schließlich auch den seit fast zwanzig Jahren verfolgten Plan verwirklichen: In Frackenpohl, unweit von Honrath, baut Wohlgemuth gemeinsam mit seinem Sohn Klaus zum Teil in Eigenarbeit ein schlichtes Haus, das die Familie 1954 bezieht. Mit seinen Gedichtveröffentlichungen trat Wohlgemuth bald wieder ins Bewußtsein der Öffentlichkeit. Als Bergarbeiter- und Heimatdichter blieb er in den 50er Jahren präsent: Zum Teil aufgrund von Eigeninitiative erhielt er immer wieder Gelegenheit zu Rezitationen aus seinen Werken. Einladungen dazu kamen überwiegend aus dem Ruhrgebiet und dem westfälischen Raum. Lesungen in Niedersachsen oder in der Schweiz im Oktober 1956 bildeten eine Ausnahme. Sein eigentliches Publikum fand Wohlgemuth in Reihen des Bergbaus. Zwischen 1954 und 1958 hielt er regelmäßig im Frühjahr und Winter Vorträge vor der Revierarbeitsgemeinschaft für kulturelle Bergmannsbetreuung. Organisator dieses Programms war Heinz-Otto Sieburg, der Sohn Erich Sieburgs. Im März 1954 zahlreiche Ehrungen zum 70. Geburtstag und offizielle Geburtstagsfeier seiner Heimatstadt Hattingen. Er wurde nun als Künder der Welt des Bergmanns gefeiert. 1954 auf Betreiben Josef Wincklers Einladung zu einer Lesung vor der Bibliophilen Gesellschaft Köln. Zahlreiche weitere Ehrungen zum 75. Geburtstag in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Es berichteten rund 20 Zeitungen bis in die Schweiz und Österreich über den Nestor der Arbeiterdichtung. Förderung erfuhr er auch durch seinen Freund Fritz Hüser, den Begründer des Fritz-Hüser-Instituts für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur in Dortmund. Er betätigte sich als Mentor junger Autoren und plante 1949 ein Wiederaufleben des Ruhrlandkreises, was jedoch scheiterte. Arbeit an der Anthologie Ruhrland. Dichtungen werktätiger Menschen, die 118 Beiträge von 26 Autoren enthalten sollte, jedoch nach Manuskriptabschluß 1953 nicht erschien, weil sich kein Verleger fand. Fritz Hüser und Walter Köpping griffen bei ihrer Anthologie Wir tragen ein Licht durch die Nacht. Gedichte aus der Welt des Bergmanns (1. Aufl. 1960 für die Mitglieder der IG-Bergbau bestimmt; 2. Aufl. 1961 im Buchhandel) wesentlich auf das Manuskript zurück. Ende der 50er Jahre wurde Wohlgemuths Tätigkeit für das Propagandaministerium der Nationalsozialisten von seinem früheren Freund Georg Breuker öffentlich aufgedeckt und eine Kampagne gegen ihn angezettelt (Presseartikel gingen an alle einschlägigen Zeitungen). Indirekter Anteil an der Gründung der Gruppe 61, bei der er den eigentlichen Gründern als Ratgeber zur Seite stand. Zu dieser Zeit litt er an schweren Herz- und Kreislaufbeschwerden, und sein Gedächtnis und seine Konzentrationsfährigkeit ließen nach. Der Tod seiner Frau am 7. November 1960 war ein weiterer schwerer Schlag für ihn. Erst als sich im Dezember 1961 die Möglichkeit eröffnete, in seine Heimatstadt Hattingen zurückzukehren, trat eine Besserung seines geistigen und körperlichen Befindens ein: Der Heimatverein stellte ihm im Obergeschoß des soeben restaurierten "Bügeleisen", eines Fachwerkbaus aus dem Jahre 1611, eine Wohnung unentgeltlich zur Verfügung. Der Plan einer Otto-Wohlgemuth-Stiftung scheiterte am Veto des Kultusministeriums. Ausschlaggebend war ein Gutachten, das die begrenzte Bedeutung des Wohlgemuthschen Werks herausstellte. 1962 dritte Ehe mit der verwitweten Krankenschwester Marie Wittenbecher. Mit ihr Teilnahme an einem Treffen der Gruppe 61. Wohlgemuths literarische Arbeit konzentrierte sich in dieser Zeit auf die Arbeit an seiner Autobiographie, die jedoch Fragment blieb. Nur noch gelegentliche Autorenlesungen und Teilnahme an Veranstaltungen des Heimatvereins. Er starb am 15. August 1965 in Hattingen/Ruhr. (Zitate nach Overwien-Neuhaus 1986)

Als eigentlicher Repräsentant der neuen Richtung ist aber Otto Wohlgemuth (1884-1965) aus Hattingen/Ruhr anzusehen; denn mit ihm schließt sich die Arbeiterdichtung bewußt an die 'anerkannte' Literatur an: Richard Dehmel wird mit seiner sozialen Dichtung zum gefeierten Vorbild, daneben auch Arno Holz und Gerhart Hauptmann. So dringt das universelle Lebenspathos der Jahrhundertwende, gepaart mit ldealismus – man denke an die Harts, – in die Arbeiterdichtung ein: Es wird programmatisch auch auf die Armen und Unterdrückten bezogen und stiftet bei ihnen die doppelte Motivation zum tapferen Ausharren unter einem besonders harten, aber ehrenvollen Schicksal wie zum hoffnungsvollen Aufbruch in eine bessere, umfassende Menschengemeinschaft. (Von Heydebrand 1983)

Die beiden Bände "Gedichte" (1908) und "Neue Gedichte" (1909) beinhalten überwiegend Stimmungsbilder aus Natur und Heimat. In ihnen spiegelt sich zumeist eigenes Erleben sowie Heimatkundliches von der Ruhr, wobei die freudige, bisweilen leicht verträumte Bejahung eines jugendlichen Lebensgefühls dominiert. Daneben widmet sich Wohlgemuth auch der Industrie und dem Bergbau, [...]. Von den Werkleuten auf Haus Nyland unterschied er sich später durch das Aufgreifen von Themen, die nur jemandem wie ihm aufgrund seiner Bergarbeitererfahrungen zugänglich waren. Was ihn (zunächst) von anderen dichtenden Bergarbeitern trennt, ist der Versuch, Anschluß an den bürgerlichen Literaturbetrieb zu gewinnen (sog. "klassische" Arbeiterdichtung). Das dokumentieren eindrucksvoll seine beiden Gedichtbände "Drei Sonette" und "Aus der Tiefe", die sehr aufwendig gestaltet sind und nur in limitierter Auflage erschienen. (Hallenberger 1995) In seinem Gedichtband Aus der Tiefe (1937) begegnet eine Sozialkritik, die so geballt niemals vorher oder nachher in Wohlgemuths Veröffentlichungen zu finden ist. (Overwien-Neuhaus 1986) An Wohlgemuths Gesamtwerk haben seine Prosa-Arbeiten einen geringen Anteil. (Hallenberger 1995)

Selbständige Veröffentlichungen: [umfangr. Slg. Fritz-Hüser-Inst., Stadt Dortmund, Bibl. WHB Münster] Gedichte. Bochum: Rhein.-westf. Verlagsanstalt 1908. 44 S. [als Ms. gedr.] (StLB Dortmund) – Neue Gedichte. Ebd. 1909. 81 S. [als Ms. gedr.] (StLB Dortmund, StB Bochum) – Du bist das Land... Kriegsdichtungen des Bergmannes Otto Wohlgemuth. Mit einem Geleitw. von F. Castelle. Warendorf: Schnell 1916. 69 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, StB Essen) – Ein bunter Strauß aus meinen Mappen. o.O. 1920 [als Handschr. gedr.] – Drei Sonette. Düsseldorf: Bagel 1922. 5 Bl. [mit Original-Lithogr. von H. Kätelhön] (ULB Münster, StLB Dortmund, StB Essen) – Aus der Tiefe. Lieder eines Bergmannes. Ebd. 1922. 47 S. [Illustr.] (ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld, StB Essen) – Schlagende Wetter. Ein Bergmannsbuch aus dem Ruhrlande. Zeichnungen, Erzählungen, Gedichte. Essen: Baedeker 1923. 47 S. (UB Bonn, StUB Köln, ULB Münster) – Glück auf! Allerlei vom Bergmannsleben. o.O. 1927 [mit R. Wartusch und F. Mayer; enthält neben Ged., Erz. auch Zeichn. Wohlgemuths] (HB RW TH Aachen) – Volk, ich breche deine Kohle. Erzählungen eines deutschen Bergmannes. Berlin: Junge Generation 1936. 76 S. [autobiogr. Erz.] (ULB Münster, StB Essen, ULB Düsseldorf); 2. Aufl. ebd. [1936] (StLB Dortmund) – Aus der Tiefe. Gedichte eines Bergmannes. Potsdam: Voggenreiter 1937. 127 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf) – Hacke und Meterstock. Erzählungen aus dem Leben eines Bergmannes. Saarlautern: Hausen 1939. 24 S. (= Erbgut dt. Schrifttums 220f.) – Des Ruhrlandes Rauch. Gedichte und Bilder eines Bergmannes. Gelsenkirchen-Buer: Post 1949. 22 S. [Ged.] (ULB Münster, StLB Dortmund, StB Bochum) – Eine seltsame Nacht. Erzählungen. Ebd. [1949]. 276 S. – Im Stollen. Erzählungen aus der Welt des Bergmannes. Kevelaer: Butzon und Bercker 1950. 31 S. (= Dichter und Arbeiter 32) (UB Bonn, ULB Düsseldorf, StB Duisburg) – Otto Wohlgemuth. Aus seinen Gedichten. Hg. von der Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau. Bochum: Laupenmühlen und Dierichs 1954. 62 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, StUB Köln) – Liebe, schöne Heimat. Ein Buch Gedichte. Eine Auswahl zum 70. Geburtstag des Dichters. Hg. von H. Eversberg. Hattingen: Selbstverlag des Heimatvereins 1954. 80 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, StA Bielefeld) – Lieder eines Ruhrkohlenbergmannes. Sämtl. Zeichn. von Otto Wohlgemuth. Wien: Montan-Verlag 1956. 55 S. (= Leobener grüne Hefte 24) [Abb.] (ULB Münster, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf) – Aus der Tiefe. Gedichte eines Bergmannes. Nachw. von H. Thiekötter. Münster: Aschendorff [1959]. 112 S.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Nyland, Jena, 1, 1919, H. 4: Die zehn Sonette des streikenden Bergmannes – Heimatbl. der Roten Erde, Münster, 1919f. [Aufs.; Ged.] – Heimatbl., Monatsschr. für das niederrhein.-westf. Land, Essen, 3, 1921, Nr. 5: Förderung [Erz.] – Uhlmann-Bixterheide 1922: Die Sinfonie des harten Lebens; Einem Berggefährten, der den Mut verlor; Bergarbeit; Abendlied in der Zechenkolonie; Wandrer im Herbst; Späte Stunde; Feldweg; Nach der Wanderung [jew. Ged.] – Buersche Ztg. vom 7.8.1923: Kätelhön in der Bücherstube. Zur neuen Kunstausstellung in Buer – Hesse 1923 [4 Ged.] – Das Land der tausend Feuer. Dichtungen aus Bergbau und Industrie. Frankfurt a. M. 1924 [Ged.] – Antlitz der Zeit 1926 [Ged.] – Der Schacht, Bochum, 3, 1926/1927, H. 9: Arbeiterdichtung; Jg. 3, 1926, H. 11: Arbeiterdichtung; Jg. 5, 1929, H. 4f.: Zehn Sonette Ruhrland – Unter Tage. Bergbau- und Bergarbeiterdichtung unserer Zeit. Berlin 1927 [4 Ged.] – Die Heimat, Dortmund, 1928 [Ged.]; Jg. 1920f.[Ged., Erz.]; Jg. 1924f. [Ged.]; Jg. 1929 [Erz.] – Mühle 1929 [7 Ged.] – Soergel 1929 [2 Ged.] – Der Kumpel 1932 – H. Mühle (Hg.): Das Lied der Arbeit. Selbstzeugnisse der Schaffenden. Gotha 1935 [7 Ged.] – Westf. Heimatkalender, Münster, 1948: Kohlenland, mein Jugendland; Jg. 1955: Meine Hausuhr [Ged.]; Jg. 1963: Liebe aus des Herzens Grund [Ged.]; Jg. 1966: Kameraden, gute Nacht [Ged.] – Bergenthal 1953 [Beitr.] – Das Werk, Düsseldorf, 1, 1959: Menschen in der Erde – Heimat am Mittag, Hattingen, vom 28./29.3.1959: Menschen in der Erde – Westfalenhütte, Dortmund, 1959, Nr. 3 Otto Wohlgemuth 75 Jahre [autobiogr. Plauderei] – Hüser/Köpping, 2. Aufl. 1961: Die zehn Sonette des streikenden Bergmannes; Der Grubengaul; Meine Grubenlampe; Das Schicksal wachte; Junger Kohlenhauer im Flöz; Seilfahrt zu Tage; Kameraden, gute Nacht; Der Schacht wird stillgelegt; Ich stehe auf dem Tippelsberg; Liebste am Abend; Abendlied in der Zechenkolonie; Der Schuß; Er – Ruhr-Nachr., Hattingen, vom 23./24.6.-8./9.9.1962: Alles Liebe dieser Welt. Die Lebenserinnerungen des Otto Wohlgemuth [10 Art. in den Wochenendausg.] – postum: W. Köpping (Hg.): Schwarze Solidarität. Kämpferische Bergarbeiterdichtung. Oberhausen 1974 [Ged.] – 100 Jahre Bergarbeiter-Dichtung. Oberhausen 1982 [Ged.].

Herausgabe: Ruhrland. Dichtungen werktätiger Menschen. Essen: Baedeker 1923. 143 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, StB Essen); Repr. der Orig.-Ausg. Hg. v. U.-K. Ketelsen. Bielefeld: Aisthesis 2007 – Ruhrland-Almanach 1924. Erzählungen, Aufsätze, Gedichte mit zahlreichen Bildern. Ebd. 1924 [mit eigenen Beitr.] (ULB Münster, StLB Dortmund) – Ruhr-Bergmanns-Kalender. Buer: Dt. Bergmanns-Kalender 1925f. [mit J. Manz] (Bergbau-Bücherei Essen) – Glück auf! Allerlei vom Bergmannsleben. Hg. von R. Wartusch und O.W. unter Mitarb. von F. Meyer. Düsseldorf 1927.

Veröffentlichte Tonträger: Letmathe: Ne Moule vull Platt 1978 (LP) [ndt. Textbeitr.].

Selbständige Veröffentlichungen über Wohlgemuth: P. Leibrecht: Bekenntnis zum volkhaften Dichter. Eine Würdigung des Ruhrlanddichters Otto Wohlgemuth aus Anlaß seines 50. Geburtstages am 30. März 1934 [Sammelmappe zu Wohlgemuth im Fritz-Hüser-Inst., Stadt Dortmund] – M. Klaus: Otto Wohlgemuth und der Ruhrlandkreis. Eine regionale Autorengruppe in der Weimarer Republik. Köln 1980 (= Beitr. zur Arbeiterlit. 2) – A. Overwien-Neuhaus: Mythos, Arbeit, Wirklichkeit. Leben und Werk des Bergarbeiterdichters Otto Wohlgemuth. Köln 1986 (= Schr. des Fritz Hüser-Inst. Dortmund. Forschungen zur Arbeiterlit. 3).

Unselbständige Veröffentlichungen über Wohlgemuth: Noch einmal: Die mod. Technik in der dt. Dichtung, in: Rhein.-Westf- Ztg. vom 6.8.1910 – C. Wieprecht: Ein Besuch bei Otto Wohlgemuth, in: Hattinger Ztg. vom 30.8.1919 – F. Schmidt: Auf mehrere Anfragen: Otto Wohlgemuth, in: Heimatbl., Monatsschr. für das niederrhein.-westf. Land, Essen, 1, 1919, S. 204 – W. Kuhlmann: Otto Wohlgemuth, der Bergmann und Dichter, in: Hattinger Ztg. vom 10./11.5.1920 – Otto Wohlgemuth liest in Hattingen, in ebd. vom 29.3.1920 – Otto Wohlgemuth und Zerkaulen in Münster, in ebd. vom 2.3.1920 – Der Bergmannsdichter Wohlgemuth aus dem Ruhrgebiet in Stuttgart, in: Schwäb. Merkur vom 19.3.1923 – Bericht über einen Vortr. Wohlgemuths in Bückeburg, in: Schaumburg.-Lipp. Ztg. vom 27.2.1923 – P.O. George: Schlagende Wetter, in: Thüringer Hausfreund, Schmalkalden, vom 3.11.1923 – K. Kläber: Die Gesänge eines Bergmannes, in: Die Tat 16, 1924, Nr. 1 – W. Kuhlmann: Otto Wohlgemuth. Der Dichter des Ruhrlandes, in: Wanner Ztg. vom 9.2.1934 – Arbeiterdichter Otto Wohlgemuth sprach. Ein Erlebnis für die Arbeiter der Radium-Elektrizitätswerke, in: Westdt. Beobachter, Köln, vom 9.11.1935 – K. Vogler: Otto Wohlgemuth. Bergmann und Dichter, in: Münsterischer Anzeiger vom 13.3.1935 – Dichter lesen in Betrieben. Otto Wohlgemuth vor der Gefolgschaft der Chemnitzer Tagesztg., in: Chemnitzer Tagesztg. vom 4.3.1937 – T. von Trotha: Otto Wohlgemuth. Bergmann und Dichter, in: Völk. Beobachter vom 5.11.1937 – O. Brües: Ein Jubiläumsblatt, in: Köln. Ztg 1944, Nr. 86 – Otto Wohlgemuth, in: Die Bergbau-Industrie vom 15.9.1949 – Aus der Welt des Bergmannes. Otto Wohlgemuths neues Werk "Eine seltsame Nacht", in: Westf. Rundschau, Dortmund, vom 11.7.1950 – H. Blech: ...nebenbei zur Feder gegriffen. Otto Wohlgemuth dichtete zu Kaisers Geburtstag, in: Rhein. Post vom 24.7.1954 – Die Heimatstadt ehrt ihren Dichter. Otto Wohlgemuth wird 70 Jahre, in: Heimat am Mittag, Hattingen, vom 29.3.1954 – H. Kleibauer: Otto Wohlgemuth 70 Jahre alt, in: Westfalenspiegel, Dortmund, 1954, H. 3, S. 40 – W. Heise: Ein Besuch bei Otto Wohlgemuth, in: Der Anschnitt, Essen, 6, 1954, Nr. 2, S. 12f. – O. Herwegen: Zum 70. Geburtstag des Bergmannes und Dichters Otto Wohlgemuth, in: Der Bergbau-Angestellte 5, 1954, Nr. 4, S. 118f. – Menschen in der Erde. Buersche Erinnerungen an Otto Wohlgemuth, in: Buersche Ztg., Ostern 1959 – Otto Wohlgemuth wurde 75 Jahre, in: Die Bergbau-Industrie vom 4.4.1959 – Ein Romantiker aus der Tiefe. Zum 75. Geburtstag Otto Wohlgemuths, in: Westf. Rundschau, Dortmund, vom 31.1.1959 – F. Hüser: Des Ruhrlandes Rauch. Der westf. Bergarbeiterdichter Otto Wohlgemuth 75 Jahre, in: Westfalenspiegel, Dortmund, 8, 1959, Nr. 3, S. 25ff.; ders.: Stimme aus der Tiefe. Otto Wohlgemuth 75 Jahre, in: Vorwärts, Berlin, vom 27.3.1959 – H. Jesse: Interview mit Otto Wohlgemuth anläßlich seines 75. Geburtstages, in: Zwischen Rhein und Weser, WDR, vom 30.3.1959 – W.H. Schröter: Aus der Tiefe, in: Der Märker, Lüdenscheid, 8, 1959, S. 246-248 – Interview von Hans Jesse mit Otto Wohlgemuth anläßlich des 75. Geburtstages des Schriftstellers. Sendedatum: 30.3.1959. In: Zwischen Rhein und Weser. WDR – W. Martin: "Mein schlichtes Lied wird immer in dir bleiben." Otto Wohlgemuth. Bergmann und Bergmannsdichter, in: Unsere Hütte 1961, Nr. 12, S. 45ff. – Otto Wohlgemuth, der dichtende Bergmann und sein Werk, in: Werkzeitschr. der Ewald-Kohle Aktiengesellsch. 1961, H. 1/2, S. 24ff. – "Bügeleisen" als Otto-Wohlgemuth-Stiftung? in: Westfalenspiegel, Dortmund, 1962, H. 4, S. 26 – H. Kosters: "Der Ruf gilt dir, Kamerad!" Dt. Arbeiterdichtung. Otto Wohlgemuth, in: Gewerkschaftl. Rundschau 16, 1963, H. 2, S. 97-99 – Otto-Wohlgemuth-Ausstellung, in: Heimat am Mittag, Hattingen, vom 29.3.1963 – W. Köpping: Ein sprachgewaltiger Bergmannsdichter, in: Welt der Arbeit, Köln, vom 16.1.1962 – E. Rolf: Gesänge aus der Tiefe, Otto Wohlgemuth. Bergmann, Dichter, Maler und Lithograph wurde 80 Jahre alt, in: Wir, 1964, H. 3, S. 14 [dass. in: Werksgemeinschaft 31, 1964, H. 3, S. 15] – Otto Wohlgemuth 80 Jahre, in: Der Kumpel 14, 1964, S. 12 – Dichter der Bergleute. Otto Wohlgemuth feiert am Montag den 80. Geburtstag, in: Ruhr-Nachr., Dortmund, Ostern 1964 – Lieder aus der Tiefe. Zum Tode des Arbeiterdichters Otto Wohlgemuth, in ebd. vom 18.8.1965 – E. Rolf: Zum Gedächtnis an Otto Wohlgemuth. Der Dichter des Ruhrlandes, in: Buersche Ztg. vom 31.8.1965 – H. Eversberg: Leben und Werk des westf. Bergarbeiterdichters Otto Wohlgemuth, in ders.: Nddt. Sprache und Dichtung in Hattingen. Hattingen 1966, S. 45-53 – E. Wallmichrath: Otto Wohlgemuth und Ahnengemeinschaft Otto Wohlgemuth-Wallmichrath-Moll, in: Bl. des Sippenverbandes Wallmichrath 24, 1966, S. 10-16 – K. Nowak: Die Stellung Otto Wohlgemuths in der westdt. Bergmannsdichtung, in dies.: Arbeiter und Arbeit in der westdt. Lit. 1945-1961. Köln 1977, S. 112-116 – D. Hallenberger: O. Wohlgemuth, in: Lit. von nebenan 1995, S. 405-411 [Bildn.; Textproben] – U-K. Ketelsen: Adolf Potthoff. Von Joseph v. Eichendorff über Otto Wohlgemuth zu Paul Ernst, in: J. Wittkowski (Hg.): Lesarten Herne. Herne 2002. S. 61-78 (= Literatur im Ruhrgebiet; 1).

Erwähnungen in: Warburg 1922/1923 – Hesse 1923, S. 134f. – Langenbach 1923, S. 81-83 – Brepohl 1923, S. 75-80 – E. Sieburg: Bergmannsdichtung, in: Hellweg, Westdt. Wochenschr. für dt. Kunst, Essen, 3, 1923, H. 3, S. 44f. – A. Potthoff: Das Ruhrgebiet im Spiegel der Dichtung, in: Die schöne Lit., Leipzig, 25, 1924, S. 47-50 – Ecks 1925, S. 41-51 – J. Risse: Dichtung und Dichter der westf. Mark, in: Kalender für die westf. Mark, Dortmund, 1925, S. 72-74Osterroth 1927, S. 11-15 – W. Vollmer: Über Industriedichtung im rhein.-westf. Industriegebiet, in: Der Türmer, Monatsschr. für Gemüt und Geist, Berlin, 29, 1926/1927, H. 3, S. 253-258 – Mühle 1929, S. 111-116 – Grisar 1952, S. 141-145 – Ddm.: Über mod. Bergmannsdichtung. Eine Betrachtung, in: Bergbau und Wirtschaft, Bochum, 7, 1954, H. 1, S. 30-32 – Enders 1957 – Hoffmann 1958, S. 67-90 – Nyssen 1963, S. 422-428 – Oppenberg 1966, S. 60-69 – Reding 1969 [s. Reg.] – Köpping 1973, S. 92-106 – W. Emmerich: Einl., in ders. (Hg.): Proletar. Lebensläufe. Autobiogr. Dok. zur Entstehung der zweiten Kultur in Deutschland. Bd. 1. Anfänge bis 1914. Hamburg 1974, S. 9-39 – Käufer/ Neumann 1977, S. 176-183 – Arnold 1977 [s. Reg.] – K. Tenfelde: Alltag und Überlieferung. Zur Bergarbeiterdichtung im Ruhrgebiet bis 1914, in: Westf. Zeitschr., Münster, 130, 1980, S. 91-114; ders.: Sozialgesch. der Bergarbeiter an der Ruhr im 19. Jahrhundert. Bonn 1981 – Käufer 1981, S. 176-183 – Westf. Literaturführer 1992 [s. Reg.] – Käufer 1995, S. 179-196, hier: S. 182f.

Bildnisse: 1. Fotogr. (WLA Hagen) – 2. Fotogr. (StLB Dortmund).

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Weitere Handschriften in Westfalen: 1. StB Gelsenkirchen: Archival. Mat. – 2. StA Gelsenkirchen: Personalakte Wohlgemuths; Handakten Emil Zimmermann: Briefw. mit und Briefe über Otto Wohlgemuth 1934 – 3. Archiv des Bergbau-Museums Bochum: Akten – 4. StA Hattingen: Akten – 5. Henner Kätelhön, Wamel/Möhnesee (Privatbesitz): Briefw. mit Hermann Kätelhön – – III. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: 1. Ulf Diederichs, Köln (Privatbesitz): Briefw. mit Lulu von Strauß und Torney – 2. Berlin Document Center: Akte über Wohlgemuths Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer – 3. NW HSA Düsseldorf: Entnazifizierungsakte Wohlgemuths – 4. HSA Bückeburg; Archiv des WDR Köln: Akten – 5. StA Stuttgart: Akten – s. Lit. Nachlässe in NRW 1995, S. 396f. – 6. Weitere Nachlaßteile in Privatbesitz (Klaus Wohlgemuth, Lohmar/Rheinland; Heinz Wohlgemuth, Velbert-Nierenhof; Elisabeth Kuhlmann, Gladbeck; Heinrich Eversberg, Hattingen; Anita Overwien-Neuhaus, Köln): u.a. unveröffentl. Werke: 19 Ged. [Handschr. Slg. für Lulu von Strauß und Torney. 1919]; Ruhrland. Volk und Werk [Typoskr., 1946]; Ruhrland. Dichtungen werktätiger Menschen [Typoskr., 1953]; Ruhrland, mein Jugendland. Erinnerungen eines Bergmannes aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg [Typoskr.]

Sammlungen: 1. Bergbau-Bücherei Essen: Sonderslg. der Werke – 2. Bibl. IG Bergbau und Energie Bochum: Sonderslg. – 3. Bibl. Westf. Berggewerkschaftskasse Bochum: Sonderslg. – 4. WLA Hagen: Materialslg.

Gedenkstätten: Otto-Wohlgemuth-Zimmer (mit Büchern, Bildern und Autogr.) im Bügeleisen-Haus in Hattingen (Haldenplatz 1); Gedenkstein, ein Findlingsblock, auf dem Hattinger Waldfriedhof, der unter Hammer und Sichel die Aufschrift trägt: Bergmann Otto Wohlgemuth. 30.3.1884-15.8.1965. Der Dichter des Ruhrlandes – Geburtshaus in Hattingen (Langenberger Straße 5), Grab auf dem Kommunalfriedhof der Stadt; Heimathaus in Hattingen, das sog. Bügeleisen-Haus, Wohlgemuths letzter Wohnsitz, mit zwei Räumen für die Otto-Wohlgemuth-Stiftung als Gedenkstätte eingerichtet (Slg. von Aufz. und Büchern Wohlgemuths, Erinnerungsstücke seiner Freunde aus dem Ruhrlandkreis).

Nachschlagewerke: Uhlmann-Bixterheide 1922 [Kurzbiogr.] – Degener, 10. Ausg., 1935; 12. Ausg., 1955 – Kutzbach 1950 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958 – Kürschner: Nekrolog 1971 – Schulte-Heimatbund II, 1973 – Irle 1974 – Heintz 1974b – von Heydebrand 1983 – Oberhauser 1983 – Schulz-Fielbrandt 1987 – Wilpert, 3. Aufl. 1988 – Hallenberger/van Laak/Schütz 1990 – Killy, Bd. 12, 1992 – Freund 1993 – Brauneck 1995 – Knorr 1995 – Sowinski 1997 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 1423, Sp. 82-85.

Aktualisiert nach Peter Bürger: Im reypen Koren. Ein Nachschlagewerk zu Mundartautoren, Sprachzeugnissen und plattdeutschen Unternehmungen im Sauerland und in angrenzenden Gebieten. Eslohe: Maschinen- und Heimatmuseum 2010.