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Christian Friedrich Helwing

Geboren am 19. Januar 1725 in Köslin/Pommern als Sohn eines Bauern und Kaufmanns. Schulbesuch in Köslin und Stolpe. 1743 Studium der Theologie in Halle. Daneben Übungen in Geschichte, Mathematik, Ästhetik, Philologie und Philosophie. War danach Hofmeister im Mecklenburgischen. Begleitete seinen Schüler nach Lemgo. 1747 Fortsetzung seiner Studien in Halle. 1748 Correktor in der Gebauerschen Buchdruckerei. Wurde 1749 als Rektor nach Lemgo berufen. Lektüre der Griechen und Erlernung der englischen Sprache.

Durch Heirat mit Margarete Elisabeth Meyer 1755 Inhaber der Meyerschen Buchhandlung und der damit verbundenen großen Druckerei. Erlernte daraufhin für zwei Jahre die Buchdruckerkunst. Legte wegen Beanspruchung durch die Firma 1757 sein Schulamt nieder. Als Verleger führte er allein den wichtigen Briefwechsel mit vielen Gelehrten und besorgte von den wichtigsten Schriften selbst die Korrekturen. Besonders verdient machte er sich dadurch, daß er vorzüglich zuerst Gelehrte dazu vermochte, viele römische und griechische Schriftsteller ins Deutsche zu übersetzen. (Staercke) Seit 1758 für 42 Jahre Zweiter Bürgermeister der Stadt Lemgo. 1771 Ernennung zum Lippischen Rat. 1785 zum Mitvorstand für die Landesregierung gewählt (bis zum Regierungsantritt des Fürsten Leopold im Jahre 1789). Verstarb am 2. Januar 1800.

War Verleger der Lippischen Intelligenzblätter. Unterhielt in Hannover, Braunschweig und Duisburg Buchhandlungen und weitere kleinere Niederlassungen.

Pseudonym: Fritz aus Westphalen; O.G.

Selbständige Veröffentlichungen: Abhandlung von der Vergessenheit. Lemgo 1750 – Versuch einer Einleitung in die gesammte Moral. Halle; Hannover: Hahn 1751 – Gränzen der philosophischen und theologischen Moral. Halle; Hannover: Hahn 1753 – Vom Adel des menschlichen Lebens. Lemgo: Meyer 1751 – Betrachtungen über das Neue im Tode. Lemgo: Meyer 1753 – Gedanken von der Glückseligkeit der Alten. Lemgo: Meyer 1753 – Widersprüche in Urtheilen, insonderheit in Ansehung des obrigkeitlichen Standes. Lemgo 1754 – Beantwortung der Frage: Warum Gott den Menschen die meisten Schicksale verberge. Lemgo: Meyer 1754 – Welches sind die besten Schulen? Progr. Lemgo: Meyer 1757Kurzgefaßte Lebensumstände, so wie ich dieselben, und dem Herrn Prediger Haken in Jamund, einem Seedorf unweit Cöslin in Hinterpommern, wegen des 1766 bevorstehenden fünfhundertjährigen Jubelfestes meiner Vaterstadt Cöeslin auf desselben Verlangen zugesandt habe. Lemgo: Meyer 1764.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Zeitschriften der Göttingischen gelehrten Gesellsch. [Pseud. Fritz aus Westphalen]: Der Hagestolze. Eine Wochenschrift. 3 Bde. Göttingen 1751f. – Vergnügte Abend Stunden in stillen Betrachtungen im Reiche der Natur, Künste und Wissenschaften zugebracht. 3. Bde. Erfurt: Nonne 1748-1750 – Der Göttinger Hauslehrer. Göttingen 1775; Vorträge zur Vertreibung müßiger Stunden. Göttingen – Lipp. Intelligenzblätter 1767f. [Pseud. O.G.].

Herausgabe: Anton Anshelm: Abhandlungen von den Denkmalen der Geschichte vor schriftlicher Abfassung derselben. 2 Bde. Halle 1748 – Westphälische Bemühungen zur Aufname des Geschmaks und der Sitten [mit Christian Friedrich Hollmann]. 4 Bde. Bielefeld, Lemgo: Meyer 1753-1759 (StA Bielefeld; ULB Münster, 1755 in IZF Dortmund) – Fürstlich-Lippische Intelligenzblätter. Nebst vermischten Aufsätzen und Abhandlungen. Lemgo: Meyer 1767-1800 (Lipp. LB Detmold) – Lemgoer auserlesene Bibliothek der neuesten Literatur [mit Christian Wilhelm Dohm]. Lemgo: Meyer 1772-1781. 20 Bde. (Lipp. LB Detmold).

Übersetzungen: Des Kaisers Justinian vier Bücher der Institutionen nach dem angehängten Grundtext übersetzt von zwei Freunden der Rechtsgelehrsamkeit. Lemgo: Meyer 1765 [mit Johann Albert Hermann Heldmann] – Essai sur un nouveau système des ames de bêtes; traduie [d' Alleman] de Mr. G.F. Meier. Halle 1750 – Tablettes chronologiques des Mr. l'Abbè du Fresnoy, ins Teutsche übersetzt. Halle 1752 – Herrn Berybers kleiner Herodotus, oder das Begräbnis der Ameisen, in 9 Gesprächen übersetzt. Lemgo: Meyer 1765.

Zeitgenössische Zeugnisse in: Weddigen: Westph. Nationalkalender 1804, S. 130-145.

Selbständige Veröffentlichungen über Helwing: E. Schlattmann: Lieblingsthemen der Aufklärung in den "Westphälischen Bemühungen". Diss. Münster 1934.

Unselbständige Veröffentlichungen über Helwing: Gedächtnisrede auf Christian Friedrich Helwing, lippischer Rat und Bürgermeister zu Lemgo, gestorben 2. Januar 1800, in: J.K. Mensching: Betrachtungen über die Verbindung der Rechtsgelehrsamkeit mit den schönen Wissenschaften. Lemgo 1800 (StB/UB Köln, Lipp. LB Detmold).

Erwähnungen in: E. Weißbrodt: Die Meyersche Buchhandlung in Lemgo und Detmold und ihre Vorläufer. [Festschr.] Detmold 1914 – Gerwin 1920, S. 5-11 – A. Schröder: Geschichte des Zeitungswesens in Lippe. Diss. Leipzig 1932, Detmold 1932 – K. Meier: Stadtgeschichte Lemgos. Lemgo 1952, vgl. dort: S. 215-257: Lemgo, das westfälische Leipzig – Wehrmann 1972 [s. Register] – Huneke 1989, S. 60-62 – I. Nölle-Hornkamp: Streifzüge durch die politische, gelehrte und gemeinnützig-unterhaltende Presse Westfalens im 18. Jahrhundert, in: Gödden/Nölle-Hornkamp: Musen 1990, S. 99-138 [mehrf. erwähnt].

Nachschlagewerke: Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 3, 1797; Bd. 9, 1801; Bd. 11, 1805 – Meusel, Bd. 5, 1805 – Schlichtegroll 1800 – Baur, Bd. 1, 1803 – Stepf, Bd. 4, 1825 – ADB, Bd. 11, 1880 – Staercke 1936, S. 101ff. – J. Kirchner: Lex. des Buchwesens. Bd. 1, Stuttgart 1952 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 497, Sp. 360-383.