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Franz Anton von Sonnenberg

Geboren am 5. September 1779 in Münster als Sohn eines Hauptmanns. Erste Erziehung durch Hauslehrer. Anschließend Besuch des Gymnasiums in Münster. Fühlte sich früh zum Dichterberuf bestimmt und entwarf 15jährig eine große Epopöe (Das Weltende). Nach der Gymnasialzeit Jurastudium in Jena. 1798 Studienabschluß. Ausgedehnte Reisen nach Wien, Genf und Paris (1802). Rückkehr nach Münster. Unschlüssigkeit über seine berufliche Laufbahn. Starke nervliche Zerrüttung infolge einer nicht überwundenen unglücklichen Liebe. Seit Dezember 1803 neue Reisen nach Kassel, Minden, Göttingen und im Sommer 1804 nach Jena. Dort Wohnung im nahegelegenen Drakendorf. Im Winter 1804/05 ausgiebige Arbeit an Donatoa. Neue Krisen, auch infolge von Überarbeitung. Flammende Begeisterung (ADB) für die Erhebung Deutschlands gegen Frankreich (er schwelgte in dem Gedanken, der letzte Teutsche zu sein (ADB)). Nach Eintreffen von Kriegsnachrichten zugunsten Frankreichs am 22. November 1805 in Jena Freitod durch den Sturz aus einem Fenster.

Er war ein geborener Dichter und lebte von Jugend an nur in und für die Poesie. (Raßmann 1866). Als Schüler Anton Mathias Sprickmanns ein begeisterter Anhänger Klopstocks. War zugleich ein erbitterter Kritiker der geistigen Anspruchslosigkeit seiner Heimatstadt.

Pseudonym: Fr. von S-g.

Selbständige Veröffentlichungen: Das Welt-Ende. Erstlinge. Bd. 1. Wien 1801 [mehr nicht ersch.] (ULB Münster) – Frankreich und Deutschland, ein Basrelief an der Wiege des Jahrhunderts. Göttingen: Schneider 1803 – Deutschlands Auferstehungstag. Ein Seitenstück zum Basrelief Frankreich und Deutschland. Göttingen: Schneider 1804 [anonym] (ULB Münster); 2. Aufl. 1806 (ULB Münster) – Donatoa. Epopöie. 2 Bde. Halle: Neue Societäts-Buch- und Kunsthdlg. 1806f. (ULB Münster) [Rez.: 1. Jenaische Allg. Literatur-Ztg. 1806, Nr. 135; 2. Karl Müchler, in: Elysium und der Tartarus, Nr. 58 vom 3.8.1806 (über die Editionsgesch. von Donatoa)] – postum: Franz Anton von Sonnenberg. Gedichte. Nach seinem Tode hg. von J.G. Gruber. Rudolstadt: Hofbuchhdlg. 1808. 233 S. (StB Trier) – Gedichte. Aachen: Forstmann 1816. 143 S. (= Etui-Bibliothek der dt. Classiker 22) (ULB Münster) – Ausgewählte Gedichte. Miniatur-Ausgabe. New York: Bibliogr. Inst. in Hildburghausen 1830. 94 S. (ULB Münster); Nachdr.: New York: Bibliogr. Inst. in Hildburghausen [um 1850]. 86 S. (ULB Münster) – Frankreich und Deutschland. Aufzeichnungen und Oden [mit Einl. und Erl.]. Wien: Zsolnay 1940. 91 S. (ULB Münster).

Unselbständige Veröffentlichungen in: Münsterisches gemeinnützliches Wochenbl. 15, 1799, St. 16: Empfindungen beym Anblicke des Todten-Ackers am Wall [Ged.] [s. hierzu: Wukadinovic 1927 (s.u.), S. 232]; Jg. 16, 1800, St. 30: Der Abend [Ged.]; Jg. 18, 1802, St. 23: Vaterland. An die Wiener Universität bey ihrem Aufgebothe. Ihr geweiht den 24ten Dezember 1800. [Sigle Fr. von S-g] – Müchler: Egeria 1804: Der Greis; Die Gräberblume auf Ida's Grabhügel; Auf den Tod einer jungen Vestalin [jew. Ged.] – Elysium und der Tartarus, Nr. 32 vom 23. April 1806: Das Vöglein oder Sonnenbergs Schwanengesang [Ged.] – Ztg. für die elegante Welt, Nr. 70 vom 12.6.1806: Wiegenlied – Kilian: Georgia, Nr. 111 vom 15.9.1806: Vaterland [Ged.]; Nr. 115 vom 24.9.1806: Die Künftiggeliebte. Ein Sturm der Liebe [Ged.] [Wiederabdr.: Morgenbl., Nr. 224 vom 18.9.1807]; Nr. 121 vom 8.10.1806: Eine Vorweihe. Aus der Rede des Weltgerichtsengels [Ausz. aus Donatoa]; Nr. 125 vom 10.11.1806: An Lida, geschrieben den 2. März 1802 [Ged.] – Der Burgsteinfurter Unbefangene, Nr. 28 vom 10.12.1806: Wiegenlied [Ged.] – Raßmann: Mimigardia 1810: Die Schlacht – Raßmann: Taschenbuch für 1814: Stammbuchblattpostum: Wolff, 7. Aufl., 1845: Die Phantasie; Donatoa [Ausz.] (ULB Münster) – Hartmann: Schatzkästlein 1885: Hoffnung; Milda; Gott, dem Weltrichter – Hüttemann 1898: Das Gericht der Guten; Donatoa, der Todesengel – Schulte Kemminghausen/Thiekötter: Stimme Westfalens 1956: Die Phantasie.

Briefe von Sonnenberg: an Anton Mathias Sprickmann, Meppenburg bei Alfhausen, 7.11. [1802], in: Wukadinovic' 1927 (s.u.), S. 123-128 – an Karl Müchler, Münster, 4.1.1803; dass. in: Kilian: Georgia, Nr. 91 vom 30.7.1806, S. 189-194; an dens., Münster, 12.3.1803, in ebd., Nr. 105 vom 1.9.1806, S. 194-199; an dens., undatiert, in ebd., Nr. 89 vom 29.7.1806, S. 188f. – an einen unbekannten Adressaten, Gotha [Juli 1804], in: Wukadinovic' 1927 (s.u.), S. 200f. – an die Fürstin Amalia von Gallitzin, Weimar und Jena, 2.8.1804, in: Morgenbl., Nr. 224 vom 18.9.1807, S. 201-204; an dies., Drackendorf, 30.8.1804, in ebd., Nr. 225 vom 19.9.1807, S. 206-208 [dazu: Johann Christoph Schlüter: Über Sonnenbergs Korrespondenz mit der Fürstin Gallitzin, in ebd., 1807, Nr. 224] – an seine Mutter, Jena, 29.8.[1805], in: Wukadinovic' 1927 (s.u.), S. 208f. – an August von Sachsen-Gotha, [Okt. oder Nov. 1805], in: Wukadinovic' 1927 (s.u.), S. 209f. – an eine unbekannte Adressatin [in der Schweiz], undatiert, in: Wukadinovic' 1927 (s.u.), S. 183 – Briefe an Sonnenberg: von Christoph Martin Wieland, Tiefurt, 4.8.1804, in: Wukadinovic' 1927 (s.u.), S. 204-206.

Zeitgenössische Zeugnisse: Charlotte von Stein an Fritz von Stein in Breslau, 21.1.1807 [über Donatoa], in: H. Düntzer: Charlotte von Stein, Goethes Freundin. Ein Lebensbild, Bd. 2. Stuttgart: Cotta 1874, S. 258 (ULB Münster) – H. Düntzer (Hg.): Karl Ludwig von Knebels Briefwechsel mit seiner Schwester Henriette. Jena 1858, S. 245f. [briefl. Äußerungen über Sonnenberg] – Anton Mathias Sprickmann an Jenny von Voigts, Münster, 24.2.1804, in: Zeitschr. für vaterländ. Gesch. und Alterthumskunde 40, Münster 1882, S. 3ff., S. 199f. – Johann Gruber an Sprickmann, Jena, 1.12.1805, in: Wukadinovic' 1927 (s.u.), S. 210-214; Sprickmann an Gruber, Münster, 21.12.1805, in ebd., S. 214-216; Gruber an Sprickmann, Jena, 24.3.1806, in ebd., S. 217-219 [Original: Sprickmann-Nachlaß, ULB Münster]; dies. Weimar, 1.7.1806, in ebd. S. 221f. [Original: Sprickmann-Nachlaß, ULB Münster] – W. Oeltel an den Hofrat Schütz in Halle, undatiert, in ebd., S. 220f. [Original: Sprickmann-Nachlaß, ULB Münster]; Sprickmann an Gruber, undatiert, in ebd., S. 214-216 – H. Anschütz: Erinnerungen aus meinem Leben. Wien 1866 (StLB Dortmund) –  Levin Schücking: Lebenserinnerungen. Bd. 1, Breslau 1886, S. 54-60.

Skizzen und Nekrologe: Berliner Freimüthiger 1804, Nr. 16, S. 64 [Verf.: Garlieb Merkel]; Jg. 1805, Nr. 251, S. 588 [Nekrolog] – Jenaische Allg. Literatur-Ztg. 1805, Nr. 314, Sp. 438ff. und Sp. 1166; Jg. 1806, Nr. 178 – Der Burgsteinfurter Unbefangene vom 13.1. und 30.7.1806 – Haller Allg. Literaturztg., Nr. 39 vom 8.3.1806 [Johann Gruber] – Bernhard Josef Ecker: Nekrologische Skizze [über Sonnenberg], in: Der Burgsteinfurter Unbefangene vom 28.5.1806 – Kilian: Georgia 1806, Nr. 89 vom 25.7.1806 [Karl Müchler]; Jg. 1806, Revisionsbl. Nr. 15 und Nr. 24 – Journal des Luxus und der Moden 21, 1806, S. 411ff. – Natorp: Quartalsschr. für Religionslehrer 1806, S. 356ff.

Widmungsgedichte an Sonnenberg: Friedrich Raßmann: Klopstock und Sonnenberg im Elysium. Eine Paramythie, in: Kilian: Georgia 1806, Nr. 105, Sp. 836 – Robert Hahnemann: Der Friedhof zu Jena, in: Thuringia 1841, Nr. 43, Sp. 675f.; ders.: Freiherr von Sonnenberg. Skizze aus meinem Erinnerungsbuche, in: Thuringia 1843, Nr. 1, Sp. 10ff.; ders.: Eine Sommerreise durch einen Teil Thüringens, in: Thuringia 1843, Nr. 40, Sp. 632f.

Selbständige Veröffentlichungen über Sonnenberg: J. Gruber: Etwas über Franz von Sonnenbergs Leben und Charakter. Halle 1807 – H.J. Brühl: Eine Studie über Franz von Sonnenberg nebst einer Auswahl aus seinen Werken. Münster 1907 (ULB Münster) – S. Wukadinovic': Franz von Sonnenberg. Halle/S. 1927 (ULB Münster).

Unselbständige Veröffentlichungen über Sonnenberg in: Westf. Anzeiger 1807, Bd. 18, Nr. 18 und 25, S. 286f., S. 397 – [...] Schuchard, in: Rhein.-Westf. Anzeiger 1835, Nr. 100 – F. Steinmann: Ein westfälischer Dichter, in: Dresdner Abendztg. 1846, S. 690ff. – H. Doring, in: Weimarisches Jb. 5, 1856, S. 187ff. – S. Wukadinovic': Der Tod Franz von Sonnenbergs, in: Prager dt. Studien 1908, H. 9 – W. Pfeiffer-Belli: Franz von Sonnenberg, in: Literaturwiss. Jb. der Görres-Gesellsch. 5, Freiburg/Br. 1930, S. 140-155 – H. Offenberg: Der Dichter Franz von Sonnenberg, in: Westf. Heimatblätter, Beil. zum Westf. Kurier, Nr. 11, August 1932 – B. Louis: Franz von Sonnenberg, in: Heimat und Reich, Monatshefte für westf. Volkstum 5, H. 7, Bochum 1938, S. 307-310 – J. Bergenthal: Franz von Sonnenberg, ein westfälischer Dichter. Erinnerungen an einen Vergessenen, in: Heimatblätter der Glocke, Nr. 153, 1964, S. 610f.; dass. in: ARE 20, Nr. 65, 1964, S. 1; ders.: Ein westfälischer Klopstock: Franz von Sonnenberg, in: Merian 27, H. 10, 1974, S. 130f.; dass. in: Leben im Münsterland. Eine Anthologie westfälischer Schriftsteller und Maler. Münster 1978, S. 158-161 – S. Wukadinovic': Franz von Sonnenberg, ein Dichtertorso. o.O.u.J. [Manuskript] (StLB Dortmund).

Erwähnungen in: Hartmann: Schatzkästlein 1885, S. 269 – F. Muncker: Friedrich Gottlieb Klopstock. Geschichte seines Lebens und seiner Schriften. Stuttgart 1888 – Thoma 1909, S. 30-44 – Schwering 1927, S. 137 – Schücking 1928, S. 14 – L. Schücking: Westfälische Dichter, in: J. Bergenthal (Hg.): Sonderbares Land. Ein Lesebuch westfälischer Art und Kunst. 5., verm. und neugestalt. Aufl. Münster 1979, S. 201.

Bildnis: 1. Titelkupfer zu Raßmann: Mimigardia 1810 (Abb.: Gödden/ Nölle-Hornkamp: Musen 1990) – 2. Porträt in Punktiermanier (PAD WLMKuK Münster).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. ULB Münster, Sprickmann-Nachlaß: Brief Sonnenbergs an Sprickmann, Meppenburg bei Alfhausen, 7.11.[1802]; Brief Sonnenbergs an einen unbekannten Adressaten, Gotha [Juli 1804]; Brief Sonnenbergs an seine Mutter, Jena, 29.8.[1805]; Brief Sonnenbergs an August von Sachsen-Gotha, [Okt. oder Nov. 1805]; Brief Sonnenbergs an eine unbekannte Adressatin [in der Schweiz], undatiert (Abschr. nach dem Original) – 2. StLB Dortmund: Brief Sonnenbergs an Karl Müchler, undatiert; Sonnenbergs Reisetagebuch [unveröffentl.].

Nachschlagewerke: Hamberger/ Meusel, 5. Aufl., Bd. 15, 1811; Bd. 20, 1825 – Baur Bd. 2, 1816 – Raßmann 1818 – Bouterwek, Bd. 11, 1819 – Raßmann 1826 – Hillebrand, 2. Aufl., Bd. 2, 1851 – Menzel, Bd. 3, 1859 – Kurz, Bd. 3, 1859 – Raßmann 1866 – Kneschke, Bd. 8, 1867 – Kehrein, Bd. 2, 1871 – Brümmer, Bd. 2, 1877; 1884 – Stern 1883 – Goedeke, 2. Aufl., Bd. 5, 1893, S. 452f.; 2. Aufl., Bd. 7, 1906, S. 332 – Koepper 1898 – Wienstein 1899 – Spießen, Bd. 2, 1903 – Bartels, 1. Aufl. 1906 – Schneider, 2. Aufl. 1948, S. 146 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958 – Salzer/Tunk, 3.Aufl., Bd. 1, 1972 – Killy, Bd. 11, 1991 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 1195, Sp. 6-14.