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Friedrich Harkort

Geboren am 22. Februar 1793 auf Gut Harkorten in der Grafschaft Mark. Besuch der Volksschule am Quambusch und der Handelsschule in Hagen. 1808 Kaufmannslehre (Teppich- und Webwaren) in Barmen. 1811 Reise in die Schweiz. 1814/15 Teilnahme an den Freiheitskriegen. Von 1814 bis 1818 Betrieb einer Gerberei auf Harkorten und seit 1816 eines Kupferwalzwerks bei Langenberg. 1818 Mitarbeit an der Zeitschrift Hermann (herausgegeben von Johann Wilhelm Aschenberg) mit politischen und volkswirtschaftlichen Artikeln. 1819 erste Reise nach England. Mit seinem Teilhaber Kamp Gründung einer Maschinenfabrik (Mechanische Werkstätte) auf der Burg Wetter. 1820 Gründung einer Krankenkasse für seine Arbeiter. 1824 Eintreten für die Gründung einer Aktiengesellschaft für Puddelverfahren. 1826 zweite Reise nach England. Bau einer Probebahn im Garten der Museumsgesellschaft in Elberfeld. Anlage eines Hochofens mit eisernem Mantel. Seit 1826 Gemeinderat von Wetter, Beigeordneter für Herdecke und Mitglied des Kreistags. 1827 Gründung eines Puddel- und Walzwerks und einer Kesselschmiede in Wetter. 1828 Initiative zur Gründung der ersten Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft. Seit 1830 Abgeordneter für den Landkreis Hagen im westfälischen Landtag in Münster (1837 durch königlichen Erlaß ausgeschlossen). Zwischen 1832 und 1834 Aufgabe der geschäftlichen Zusammenarbeit von Kamp. Eröffnung einer Eisengießerei in Hombruch. 1836 mit dem Dampfschiff Friedrich Wilhelm III. Fahrt über Holland nach Minden, die Maschine war in Minden gebaut worden. 1837 zweite Rhein-See-Schiffahrt nach England. Geschäftlicher Zusammenbruch. 1839 Aufruf zur Gründung eines Vereins für Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker. 1842 Aufruf zur Gründung eines Vereins für Volksbildung. 1843 Gründung des Vereins für die deutsche Volksschule und Verbreitung gemeinnütziger Kenntnisse. 1847 geschäftliche Notlage. Versteigerung eines Teils des 1827 erworbenen Hombrucher Waldes. 1848 Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung für Hagen. Auf seine Anregung Gründung einer Unterrichtskommission. Von 1848 bis 1869 Abgeordneter des Preußischen Abgeordnetenhauses. 1851 geschäftliche Notlage. Umzug nach Wetter, später nach Hombruch. Strafverfahren wegen des ersten Bürger- und Bauernbriefes (Freispruch). Besuch der ersten Weltausstellung in London. 1856 Gründung einer Arbeiter-Versorgungskasse, Sparkasse und einer Kasse für Fabrikarbeiter, Handwerksgesellen und Handwerksmeister. 1857 Mitglied des Komitees zur Begründung der Preußischen Jahrbücher. Eröffnung einer Eisenhütte in Kaltenbach. 1867 Abgeordneter für Hagen im ersten ordentlichen Norddeutschen Reichstag. 1869 Aufruf zur Bildung eines Zentralvereins für Hebung der deutschen Fluß- und Kanalschiffahrt in Berlin. Gründung eines Kanalvereins. Von 1871 bis 1873 Abgeordneter für Hagen im ersten Deutschen Reichstag (Fortschrittspartei). 1877 Einrichtung einer Handwerkerschule in Hombruch. Verstarb am 6. März 1880 in Hombruch.

Harkorts eigene literarische Versuche sind so gut wie unbekannt. In seinen Bemerkungen über die preußische Volksschule und ihre Lehrer (1842) setzte sich Harkort außerdem in einzelnen Kapiteln mit der Situation der Volksliteratur, der Schriftsteller und der Leihbibliotheken auseinander.

Pseudonym: Famulus.

Selbständige Veröffentlichungen: (Ausw.) Die Eisenbahn von Minden nach Cöln. Hagen: Brune 1833. 42S. (StLB Dortmund, StB Essen); neu hg. und eingel. von W. Köllmann. Hagen: van de Linnepe 1961 (=Harkorts Werke 1) – Die Zeiten des ersten Westphälischen [16.] Landwehrregiments. Ein Beitrag zur Geschichte der Befreiungskriege. 1841 – Bemerkungen über die Preußische Volksschule und ihre Lehrer. Hagen: Sorgenicht 1842; Nachdr. 1985 (ULB Münster) – Bemerkungen über die Hindernisse der Civilisation und Emancipation der unteren Klassen. Elberfeld: Bädeker 1844; neu hg. und mit Einl. und Anm. vers. von J. Ziehen. Frankfurt/M. 1919 – Brief an die Arbeiter. Berlin: Decker 1848 (StUB Köln) – Flachs-Martha. Bielefeld 1850; Neuaufl. Bonn 1851 (ULB Münster) – Bürger- und Bauernbrief. 1. und 2. Aufl. Braunschweig: Meyer 1851. 28S. (StB Essen, StA Bielefeld, ULB Düsseldorf) – Zweiter Bürger- und Bauernbrief. Elberfeld: Bädeker 1852 (StUB Köln, StLB Dortmund, Lipp. LB Detmold) – Wahl-Katechismus pro 1853 für das Volk. Braunschweig: Meyer 1852. 26S. (StUB Köln, UB StLB Dortmund, StB Wuppertal-Elberfeld) – Geschichte des Dorfes, der Burg und der Freiheit Wetter als Beitrag zur Geschichte der Grafschaft Mark. Hagen 1856 – Eine Stimme aus dem Volke. Berlin 1859 [anonym] – Wahlspiegel für Arbeiter, Bürger und Bauern. o.O. 1867 – Bemerkungen über die preußische Volksschule unter dem Ministerium des Herrn von Mühler. Berlin 1871 – Arbeiterspiegel. Hagen, Essen: Krupp 1875/77 (ULB Düsseldorf) – Beiträge zur Geschichte Westfalens und der Grafschaft Mark. Hagen 1880 [gedr. als Manuskript für Freunde] – postum: Friedrich Harkort in seinen unbekannten Gedichten, in unveröffentlichten Briefen und Dokumenten. Hg. von P. Hilgenstock und W. Bacmeister. Essen: Bacmeister 1937. 96S. (WIR Münster, StB Bochum, HB RW TH Aachen) – E. Jeismann (Hg.): Friedrich Harkort. Schriften und Reden zu Volksschule und Volksbildung. Paderborn: Schöningh 1969 (ULB Münster, WIR Münster).

Herausgabe: Friedrich von Hövels, eines ausgezeichnet gemeinnützigen Landedelmannes und Verwaltungsbeamten (1766 bis 1826) hinterlassene Schriften. Bd. 1. Elberfeld 1832 [mit August Ernst Rauschenbusch].

Unselbständige Veröffentlichungen in: (Ausw.) Hermann 1814-1819 – Unterhaltungsbl. für Stadt- und Land 1836ff. – von Tabouillot: Producte der Rothen Erde 1846, S. 547f.: Den alten Kameraden – zahlr. Veröffentl. unter dem Pseud. Famulus in: Dt. Reform 1849f. – Parlamentscorrespondenz 1849f.

Zeitgenössische Zeugnisse: (Ausw.) Hüffer 1952 [s. Register].

Literarische Zeugnisse: Emil Rittershaus: Lobgedicht auf den verstorbenen Friedrich Harkort, in: Hagener Ztg. vom 11.3.1880 – Ellen Soeding: Die Harkorts. Roman. 2 Bde. Münster 1957 (ULB Münster).

Selbständige Veröffentlichungen über Harkort: (Ausw.) L. Berger: Der alte Harkort. Ein westfälisches Lebens- und Zeitbild. Mit einem Bildnis Harkorts. 3. Aufl. Leipzig 1895. 648S. (StA Essen); mehrere Aufl.; 5. Aufl., hg. von A. Meister. Leipzig 1926 – H. Rosin: Friedrich Harkort, der Tribun der preußischen Volksschule. Dortmund 1893 – K. Günther: Friedrich Harkort als Bildungspolitiker. Frankfurt/M. 1921/22 [Diss. masch.] – Friedrich Harkort. Essen: Westfalen-Verlag 1957. 31S. (=Schriftenreihe der Harkort-Gesellsch. 1) – G. Kastrup: Fritz Harkort. Ein Getreuer von der roten Erde. Iserlohn 1927 (ULB Münster) – W. Köllmann: Friedrich Harkort. (1793-1838). Düsseldorf 1964 – Friedrich Harkort. Leben und Wirken. Katalog zur Ausstellung. Herdecke 1986 – W. Köllmann (Hg.): Bürgerlichkeit zwischen gewerblicher und industrieller Wirtschaft. Beiträge des Wissenschaftlichen Kolloquiums anläßlich des 200. Geburtstags von Friedrich Harkort vom 25. bis 27. Februar 1993. Dortmund 1994. 170 S. (=Untersuchungen zur Wirtschafts-, Sozial- und Technikgeschichte 12) – A. Killing: Friedrich Harkort. Münster 1993. 43 S. (=Westfalen im Bild : Reihe Persönlichkeiten aus Westfalen 9) – D. Thier: Friedrich Harkort. Es kann und darf nicht alles beim Alten bleiben. Erfurt: Sutton 2007.

Unselbständige Veröffentlichungen über Harkort: (Ausw.) G. Wolter: Friedrich Harkort als Politiker, in: Jb. des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark 39, 1926, S. 1-141 – W. Schulte: Harkort als Vorkämpfer einer deutschen und sozialen Demokratie, in: Festgabe für A. Fuchs. Paderborn 1950, S. 499ff.; ders.: Die Harkorts, in: Westf. Heimatkalender 1955, S. 33-36 – W. Köllmann: Aufgaben und Fragestellung einer neuen Harkort-Biographie, in: Der Märker 4, 1955, S. 75ff.; ders.: Gesellschaftsanschauungen und sozialpolitisches Wollen Friedrich Harkorts, in: Rhein. Vjbl. 25, 1960, S. 81ff. – L. Tilgner: Auf den Spuren Friedrich Harkorts, in: Westf. Heimatkalender. Kreisausg. Sauerland 1965, S. 145-152 – H. Köhler: "Der alte Harkort". Zu einem Bildnis von Georg Wilhelm Volkhart (1815-1876), in: Projekte. Friedrich-Harkort-Gesellschaft Wetter 2, 1996, S. 1-7.

Erwähnungen in: Lampmann 1914, S. 72 – Keinemann: Restauration 1987 [s. Register] – Gödden/Nölle-Hornkamp: Musen 1990.

Bildnis: 1. Brustbild, Stahlst. von Weger (StLB Dortmund, Q 733, s.o.; s. Westf. Bildnisse 1927, S. 11) – 2. Kopfbild, Autotypie nach einer Zeichn. von Waltenberg (ebd.) – 3. Gemälde von Georg Wilhelm Volkhart (Archiv für Kunst und Gesch. Berlin).

Nachlaß, Handschriftliches: Harkorts Nachlaß ist nicht erhalten. Die vollständigste Sammlung der Erstdrucke befindet sich im StA Hagen.

Gedenkstätten: Geburtsort Haus Harkorten in Hagen-Haspe – Grabstätte auf dem Privatfriedhof von Gut Schede – Harkort-Turm auf dem Alten Stamm bei Wetter, 1884 errichtet – Harkortsee in Wetter – Harkort-Denkmal in Dortmund-Hombruch – im Aufbau befindliches Harkort-Museum in Hagen; dort auch Sitz der Harkort-Gesellsch.

Nachschlagewerke: (Ausw.) ADB, Bd. 50,1, 1905 – Rhein.-Westf. Wirtschaftsbiogr., Bd. 1, 1931, S. 38-72 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 474, Sp. 174.