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Henriette von Hohenhausen

Geboren am 22. Oktober 1781 in Herford. War die Tante der Droste-Freundin Elise Rüdiger. Wurde nach dem frühen Tod ihrer Mutter von ihrer Tante von Ledebur, der Äbtissin des Stiftes Bassum bei Bremen, erzogen. 1795, nach deren Tod, Rückkehr in das Haus ihres Vaters nach Herford und Übernahme der Haushaltsführung sowie der Erziehung ihrer Stiefgeschwister. Aufgrund körperlicher Gebrechen mehrjähriger Aufenthalt in einer orthopädischen Klinik in Württemberg, dem Stift zu Lüne und in Kassel. Rückkehr nach Herford. 1822, nach dem Tod ihres Vaters, Wohnung bei ihrem Bruder Leopold von Hohenhausen und ihrer Schwägerin Elise von Hohenhausen. 1838/39 mehrmonatiger Aufenthalt bei Elise Rüdiger in Münster und Mitglied der Heckenschriftsteller-Gesellschaft. Dort Freundschaft mit Annette von Droste-Hülshoff. Ab Mitte November 1842 erneuter längerer Aufenthalt bei Elise Rüdiger. Verstarb in deren Haus am 20. April 1843.

Verfaßte Erzählungen, Gedichte und Jugendschriften mit religiöser Ausrichtung. Als Verehrerin Klopstocks und Salis-Sewis' setzte ihr die Droste in dem Lustpiel Perdu! ein liebenswürdiges Denkmal. Sie widmete ihr außerdem die Gedichte An Henriette von Hohenhausen und Nachruf an Henriette von Hohenhausen. An den Schriften der älteren Freundin schätzte die Droste eine anspruchslose Natürlichkeit, den Scharfsinn und eine tiefe Wahrheit, die wirklich rührt.

Pseudonym: Mathilde; Theodore; Henriette von H.; Theodore ...n.

Selbständige Veröffentlichungen: Zeichnungen aus dem Gemüthsleben. Novellen. Rinteln 1829 [Rez: Blätter für lit. Unterhaltung 1830, S. 282] – Bilder aus dem Leben. Erzählungen, Novellen und Gedichte für die reifere, weibliche Jugend. Rinteln: Osterwald 1835, 303S. (UB Fulda).

Unselbständige Veröffentlichungen in: [größtenteils Pseud. Theodore ... n] Leipziger Urania 1819-1824 – Becker: Taschenbuch zum geselligen Vergnügen 1818, 1823 – Morgenbl. 1820, Nr. 51f.; Jg. 1822 – Mindener Sonntagsbl. 1817: Der Sylvester Abend; Die schnelle Heimkehr, eine Familienscene; Die Jagdflinte. Eine Erzählung aus der wirklichen Welt; Der neue Pygmalion [Erz.]; Der Knabe und die Schwester, Schicksalsverkettung; Jg. 1818: An August Mahlmann; Schuld, Strafe, Verzeihung, Erzählung; verschied. Rätsel; Jg. 1819: Beobachtungen und Selbstbekenntnisse; Jg. 1821: Charaden, Sylbenräthsel; Jg. 1823: Schuld und Reue; Jg. 1824: Räthselkampf; Jg. 1832: Gedanken auf den Wogen der Nordsee – Westfalen und Rheinland 1823: Der Heimath Wiedersehen – Raßmann: Rhein.-Westf. Musenalmanach 1821: Die Qual banger Erwartung [Ged.]; Jg. 1822: An mein Stübchen [Ged.] – Hohenhausen: Maiblumen 1830: Gruß an die Empfänger des Taschenbuchs; Muth und Kindesliebe; ein Bild aus dem Familienleben, Charaden und Räthsel; Die treue Mulattin. Eine Erzählung; [Pseud. Henriette von H.:] Bilder aus der Schreckenszeit der Ueberschwemmungen in Schlesien; Glauben und Werke [Ged.]; Der besänftigte Stier [Ged.]; Der Blinde an die Tonkunst [Ged.] – Hohenhausen: Bilder aus dem Leben 1835: Blick in die Vergangenheit. Ein Vermächtniß; Die Reise der Täuschungen. Abentheuer eines Bräutigams; Auguste von Seeburg; Das Stübchen im Gasthofe. Bekenntnisse; Ein Tag auf dem Rheine [Reisefragm.]; Die übereilte Scheidung [Erz.]; zahlr. Ged. – Morgenbl. 1820, Nr. 57f.: Die Ehescheidung, oder des Menschen Herz ist ein wunderlich Ding – Münsterisches Gemeinnützliches Wochenbl. 1784-1804 [zahlr., meist pseud. Beitr.] – postum: Voß 1847: Das gerettete Kind; Der Heimath Wiedersehen.

Herausgabe: Maiblumen, Taschenbuch für die heranwachsende Jugend. Ein Angebinde für den Kreis der Häuslichkeit und Liebe. Rinteln: Osterwald 1830. 303S. (DB Rottenburg/Neckar) [Rez: 1. Mindener Sonntagsbl. 1829, St. 47; 2. Blätter für lit. Unterhaltung 1830, Beil. Nr. 29, Bl. 2] – Almanach zur Erheiterung und Veredlung der Jugend. [Rinteln] 1831 [mit eigenen Beiträgen].

Briefe: an Annette von Droste-Hülshoff: zwei Billets [noch unveröffentl.; Archiv Hülshoff] – von Annette von Droste-Hülshoff, 14.1. 1840, in: Droste-Hülshoff: Briefe 1944, Bd. 1, S. 399-404.

Zeitgenössische Zeugnisse: Literarisches Porträt Henriette Friederike von Ledeburs [Mutter Henriette von Hohenhausens], mit Briefauszügen an die Kinder Henriette und Leopold, hg. von Johann Moritz Schwager, in: Beneken: Jb. für die Menschheit 1788, Bd. 1, S. 106-109.

Literarische Zeugnisse: Annette von Droste-Hülshoff: An Henriette von H. [Stammbuchbl., Ged.], in: Annette von Droste-Hülshoff: Gedichte. Stuttgart 1844 – [Elise Rüdiger]: Nekrolog, in: Troß: Westphalia vom 19.8.1843 – Annette von Droste-Hülshoff: Nachruf an Henriette von Hohenhausen, in: Kölnische Ztg. vom 21.5.1843; dass. in: Westf. Merkur vom 24.5.1843; dass. in: Troß: Westphalia vom 19.8.1843 – mehrf. erwähnt in Briefen Annette von Droste-Hülshoffs.

Erwähnungen in: Knebel 1908a, S. 44, 59f., 100 – Schücking 1928, S. 40 – Nettesheim 1967, S. 161 – Heselhaus 1971, S. 134, 231, 353ff., 357, 378 – Kortländer 1979 [s. Register] – Woesler 1980 [s. Register] – Morgan 1984, S. 11, 101, 102, 117 – Folkerts 1986, S. 64, 68.

Nachlaß, Handschriftliches: 1. StLB Dortmund – 2. DLA Marbach, Cotta-Archiv.

Nachschlagewerke: Schindel, Bd. 1, 1823; Bd. 3, 1825 – Hamberger/Meusel, 5. Aufl., Bd. 21, 1827 – Raßmann 1823 – Raßmann 1830 – Neuer Nekrolog 21, 1843 (1845) – Raßmann 1866 – Brümmer 1884 – Pataky, Bd. 2, 1898 – Schoof 1901 – Goedeke, Bd. 8, 1905; 3. Aufl., Bd. 13, 1938 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 2, 1953; 3. Aufl., Bd. 8, 1981 – NDB, Bd. 9, 1972 – Friedrichs 1981 – von Heydebrand 1983 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 558, Sp. 146-156; Fiche 811, Sp. 389; Fiche 1265, Sp. 101.