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Ernst-Adolf Kunz

Geboren am 19. September 1923 in Gelsenkirchen als Sohn eines Arztes. Von 1938 bis 1941 Internat im Landschulheim Burg Nordeck im Hessischen. Nach der Auflösung des Internats 1941 Rückkehr nach Gelsenkirchen. Im selben Jahr Einberufung zum Militär. Soldat in Rußland, Rumänien und Ungarn, wo er schwer verwundet wurde. Lazarett in Wien und Delbrück/Kreis Paderborn. Von der amerikanischen Besatzung Verlegung ins Kriegsgefangenenlager in Attichy nordöstlich von Paris, wo er Heinrich Böll, seinen Lebensfreund, kennenlernte. 1945 Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft. Rückkehr nach Gelsenkirchen. Gelegenheitsarbeiten, u.a. als Schauspieler bei kleinen privaten Theatern in Essen, Gelsenkirchen, Recklinghausen und 1948 in Herten. Nach dem Scheitern dieser Privatbühnen Verkäufer von Kugelschreibern vor Warenhäusern. Eine von ihm gegründete Werbeagentur ging bald ein. Fortan Verkäufer von Schreibmaschinen und Couchgarnituren. Beteiligung an einem Textilgeschäft. Kurzzeitiges Engagement bei der Bausparkasse Wüstenrot. Ständige Geldnot und Verschuldung. 1952 entwickelte er die Idee zu einer Agentur für die Verwertung von Erzählungen und Kurzgeschichten. Das Zugpferd dieser Agentur Ruhr-Story war Heinrich Böll. Weitere Autoren waren u.a. Wolfdietrich Schnurre und Paul Schallück, später Josef Reding und Siegfried Lenz. Seit Frühjahr 1953 vermarktete er unter dem Pseudonym Philipp Wiebe erfolgreich eigene Kurzgeschichten. Im Laufe der Jahre wurden fast 50 seiner Geschichten gedruckt und vielfach in Zeitungsbeilagen nachgedruckt. Bis zu seinem Tod am 9. November 1981 Arbeit als freier Autor. Er verfaßte Reportagen und Reiseberichte, Zeitungsgeschichten und Theaterkritiken. Für den Rundfunk schrieb er Features und Hörspiele. Fürs Fernsehen schrieb er mit Erfolg Drehbücher nach literarischen Vorlagen. Sein erfolgreichstes Drehbuch war Suleyken nach Siegfried Lenz.

Pseudonym: Philipp Wiebe.

Auszeichnungen: Erzählerpreis des SDR (1954) – Buch des Monats 1963 für Vor unserer Tür.

Selbständige Veröffentlichungen: Vater badete jeden Tag. Düsseldorf: Droste 1960; Bergisch Gladbach: Lübbe 1976 [Philipp Wiebe; Illustr.] – Vor unserer Tür. Gütersloh: Mohn 1963; Gütersloh: Bertelsmann [1964]; Bergisch Gladbach: Bastei-Lübbe 1979 [Philipp Wiebe; 25.000 verkaufte Exempl.].

Briefe: Die Hoffnung ist wie ein wildes Tier. Der Briefwechsel zwischen Heinrich Böll und Ernst-Adolf Kunz 1945-1953. Hg. und mit einem Nachw. von H. Hoven. Mit einem Nachw. von J. Rau. Köln: Kiepenheuer & Witsch 1994; München: dtv 1997.

Unselbständige Veröffentlichungen in: (Ausw.) Welt der Arbeit. Hg. vom DGB – Aufwärts! Hg. vom DGB.

Rundfunk: Die Brieftaube heißt „Posta güvercini.“ Hörspiel (WDR 1979).

Selbständige Veröffentlichungen über Kunz: Philipp Wiebe zum 70. Geb. Gelsenkirchener Lebensbilder. F. 10. Stadtbücherei Gelsenkirchen 1993.

Unselbständige Veröffentlichungen über Kunz: H.E. Käufer: Sie sitzen auf blutüberströmten Leichenbergen und trinken Bier. Begegnungen mit dem Gelsenkirchener Schriftsteller Philipp Wiebe (1923-1981), in: Literatur in Westfalen. Beitr. zur Forschung 3. Paderborn 1995, S. 195-202 – H. Knorr: Gefangene Empfindungen fremd im eigenen Land! Wer war Philipp Wiebe? Lebensskizze des Gelsenkirchener Schriftstellers Ernst Adolf Kunz, in: Sprache und Literatur an der Ruhr. Hg. von K. Ehlich. Essen 1995, S. 197-223 – W. Bellmann: Eine Korrespondenz „von unschätzbarem Wert“ in einer problematischen Edition. Zur Ausgabe des Briefwechsels zwischen Heinrich Böll und Ernst-Adolf Kunz, in: Wirkendes Wort 46, 1996, S. 482-493 – H.E. Käufer: Sie sitzen auf blutüberströmten Leichenbergen und trinken Bier. Begegnungen mit dem Schriftsteller Philipp Wiebe, Vortrag zum 70. Geburtstag 1993, in: ders., Lesezeichen, Düsseldorf 2001, S. 201-209.

Nachlaß, Handschriftliches: Dt. Literaturarchiv Marbach: Archiv der Presseagentur Ruhr-Story: 16 Kästen; Briefe von und an Philipp Wiebe; angefügt: Nachlaß Philipp Wiebe: 7 Kästen: Dramat.s: Einakter Der Versager; Fernsehfilme Hochverräter; Unterweltspiele; Hörfunk-Features über Arbeiterliteratur und über einzelne Autoren; Hörspiele, Unterhaltungssendungen; Romane in verschiedenen Fassungen; Romanfragmente und Entwürfe; Erz., Storys, Skizzen, Rez., Bearb. für das Fernsehen, Korrespondenz mit dem ZDF, Verlagen und Rundfunkanstalten, Leser-, Hörer- und Politikerbriefe; Mss., Protokolle und Korrespondenzen zu Eine deutsche Familienserie aus dem Ruhrgebiet; Briefe und andere Dokumente über den fiktiven Bildhauer Miguel Remedios; vgl. Kussmaul, 3. Aufl. 1999.

Nachschlagewerke: Dt. Bibliothek.