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Otto zur Linde

Geboren am 26. April 1873 in Essen. Er entstammt einer protestantischen Lehrerfamilie, die bei Carlshafen/Weser lebte. Sein Vater hatte den Lehrerberuf aufgegeben, war in das hessische Militär eingetreten und hatte sich dann in Essen als Metalldreher niedergelassen, bevor er schließlich Buchhalter wurde, zuletzt bei der Firma Krupp. Anschließend hatte er in Gelsenkirchen, wohin die Familie 1878 umzog, ein Kolonialwarengeschäft mit Restaurant eröffnet. Otto zur Linde war ein kränkliches Kind und konnte mit acht Jahren erstmals die Schule besuchen, dann allerdings gleich die Sexta des Gymnasiums. Zeitlebens litt er an einer Augenschwäche, die im Alter zu einer weitgehenden Erblindung führte. 1893 Abitur mit ausgezeichneten Ergebnissen. Im selben Jahr Besuch der Universität Berlin. Er studierte wenig und verließ im Herbst die Großstadt wieder, die ihm nicht behagte. In Halle hielt es ihn ebenfalls nicht lange. Den größten Teil seiner Studienzeit verbrachte er an der Universität Freiburg i.B. Dort wurde er 1899 mit der Inauguraldissertation "Heinrich Heine und die deutsche Romantik", die als Buch erschien, promoviert. Das Studium verlief für ihn unbefriedigend. Er führte ein haltloses und ausschweifendes Leben. So hin- und hergerissen, mißlangen alle seine künstlerischen Versuche; auch konnte er den Anforderungen der Universität nicht gerecht werden. Er studierte länger, als der Vater vorgesehen hatte, und geriet in Examensnöte. Diese inneren und äußeren Schwierigkeiten riefen schwere Depressionen hervor. In Freiburg kam es zu einer ernsthaften Krise. Zur Linde versuchte einen Selbstmord, vor dem ihn ein glücklicher Zufall bewahrte. Von da an litt er unter periodisch wiederkehrenden Depressionen und Selbstmordgedanken. [...] Der Dichter war ein geborener Melancholiker. [...] Was ihn später gegen Mutlosigkeit und Verzweiflung schützte, war sein Humor, der in manchen seiner Dichtungen eine bedeutende Rolle spielt. Als Künstler konnte sich der Melancholiker in die Tiefen seines Innern zurückziehen. Er fand dort eine Welt und hob sie ans Licht. Das war das einzige ihm mögliche Glück und seine Rettung. Eine Unlust am Tun schlug in eine zeitlebens anhaltende Apathie, in eine Gemüts- und Nervenkrankheit um. Während seiner Freiburger Studienzeit Begegnung mit Verena Reichenberger, seiner späteren Frau. Sein Vater widersetzte sich der Heirat. Nach der Promotion ging zur Linde mit dem Iren Charles Humphrey Clarke, den er während des Studiums in Freiburg kennengelernt hatte, nach England, um dort einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen, der ihm eine Heirat mit Verena Reichenberger möglich machen sollte. In London arbeitete er als Korrespondent und Kritiker für große Berliner Tageszeitungen, u.a. für Die tägliche Rundschau, Der Tag und die Vossische Zeitung. Daneben betrieb er literarische und philosophische Studien im British Museum. Hier erwachte sein Interesse für Karl Philipp Moritz und seine Zeit. Er gab Moritz' Werk Reisen eines Deutschen in England im Jahre 1872 neu heraus. Damals erschienen auch zur Lindes erste eigene Werke in Deutschland, ohne daß sie ihm zum Durchbruch verholfen hätten. 1900 Heirat mit Verena Reichenberger, die ihm nach London folgte. Im Herbst 1902 Rückkehr nach Deutschland. Wohnsitz des Ehepaars war Berlin. Zur Linde lehnte es ab, einen bürgerlichen Beruf anzunehmen. Er wollte stattdessen ein freies, unabhängiges geistiges Leben führen. 1903 Bekanntschaft mit Rudolf Pannwitz. Gemeinsam gründeten sie 1904 das Charonswerk, die Zeitschrift Charon, den Charon-Buchverlag sowie den Kreis der Charon-Freunde. 1906 kam es zum Freundschaftsbruch. In dieser Zeit der Spannungen und Schwierigkeiten entstand eine Lebensfreundschaft zu Karl Röttger. Der Lebensstil des Dichters war mehr als bescheiden. Er und seine Frau haben all die Jahre von maximal 125 Mark, meist von weniger im Monat gelebt. Die darüber hinausgehenden Geldmittel wurden in die Zeitschrift und in den Buchverlag gesteckt. Vereinzelt stellten Mäzene begrenzte Finanzmittel zur Verfügung. Bei Kriegsbeginn 1914 mußte das Erscheinen der Zeitschrift Charon eingestellt werden. Otto zur Linde und seine Frau gerieten in große Not. Er besaß die "klare Erkenntnis: mir bleibt nichts anderes übrig als Bürgerberuf", doch hatte er eine "pathologische Angst: ich gehe darin zugrunde". Im Verlauf des Krieges wurde er zweimal eingezogen, jedoch jeweils nach sechs Wochen wieder entlassen. Während dieser Wochen kam er physisch und psychisch herunter, einerseits durch die ihm nicht gemäße Ernährung und andererseits aus Sorge um Frau und Nichte, die mittellos dastanden. Zu dieser Zeit wandte Röttger sich an Dehmel und bat ihn um Hilfe. Er fand weitere Freunde, die ihm beistanden. Seit 1925 lebte er von einer geringen Wohlfahrtsunterstützung. Seit dieser Zeit Unfähigkeit zur weiteren literarischen Arbeit und erneute Depressionen. Auf Veranlassung von Hanns Martin Elster erhielt er zusätzlich eine monatliche Zuwendung der Schiller-Stiftung. Am 16. Februar 1938 starb er unerwartet an einem Herzschlag. Beerdigung auf dem Parkfriedhof in Berlin-Lichterfelde. Karl Röttger sprach die Abschiedsworte. (Zitate nach Röttger 1970)

Im 1905 gegründeten Charon-Buchverlag publizierte zur Linde neben seinen eigenen zehnbändigen Gesammelten Werken auch Arbeiten von Pannwitz, Else Lasker-Schüler und Johannes Schlaf. Als Lyriktheoretiker entwickelte Z. in Auseinandersetzung mit George und Holz einen Formbegriff, den er zu einer "Lehre von den Realitäten" in "antithetischer Parallelität" zur modernen Physik ausbaute. Das zentrale, zum großen Teil in London entstandene theoret. Werk ist "Die Kugel. Eine Philosophie in Versen" [...]. In prophetischer, an Nietzsches "Zarathustra" erinnernder Überhöhung des eigenen Denkens wies Z. die Ra-tionalität abendländ. Philosophie seit Ari-stoteles zurück und erkannte in Nikolaus von Kues und Meister Eckhart Vorläufer eigener Gottesspekulation. Anstelle des Subjekt/Objekt-Dualismus, von Selbst und Handlung, gelte es, in einer "Selbsterlösung" als "Tu-Selbst" neue Identität zu stiften. Empirisch abgesichert sah sich Z. durch mathemat. Gottesbeweise – er nannte sich selbst einen "exakten Reihendenker" , durch pietistische Gotteserfahrungen und durch Carl Philipp Moritz' Kugelmetapher. (Killy-Literaturlexikon)

Insbesondere mit seiner Zeitschrift "Charon. Zeitschrift für Dichtung und Philosophie" [...] schuf sich zur Linde für sein Ziel – die radikale Erneuerung von Dichtung und Sprache – ein eigenes Forum. Gegen Arno Holz richtete er – oftmals verbitterte – Polemiken, und er nahm für sich in Anspruch, als erster "die Erlösung deutscher Kunstübung aus den Schusterregeln der 'Metrik'" betrieben zu haben. Er verwarf den traditionellen "taktierenden" zugunsten eines "phonetischen", individuellen Rhythmus und verbannte Reim und Strophenbau – so sie nicht sinnvoller Ausdruck inneren Erlebens sind – aus seinen Gedichten. Der Künstler dürfe nicht das Überkommene, nicht poetische Vorschriften und Norm exekutieren; die – offene – Begegnung mit den Dingen solle das Verständnis leiten sowie Rhythmus, Versmaß, sprachlichen Ausdruck und musikalischen Klang hervorbringen: "Laß die Dinge dich anpacken, du sollst nicht den Baum singen, sondern der Baum soll für dich singen." (Hallenberger 1995) Es ging Linde in allen seinen Schriften darum, Auswege aus den Zwängen zu weisen, die sich der Mensch zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit seiner oberflächlichen Kultur, seinem Bildungskitsch, seinem Materialismus, seinen Erkenntnistheorien und darauf aufbauender abstrakt-formaler Weltbeherrschung letztlich selbst geschaffen hat. Er plädierte dafür – der Zeit entsprechend – zu Echtheit und Natürlichkeit zurückzukehren. In seinen Vorstellungen spielt folgerichtig der Begriff des Organischen eine große Rolle. In der Idee des Sozialismus und im Dienst an der Gemeinschaft sieht zur Linde Möglichkeiten, daß der Mensch sein Selbst sinn- und tatvoll entfaltet. Diese und andere Vorstellungen – auch zur Lindes Hoffnung, die er auf die deutsche Seele setzte – sind jedoch vor allem zeitgeistabhängige Denkkonglomerate und keineswegs originäres Gedankengut. (ebd.)

Sein Werk, das ihn – wie das auch für Else Lasker-Schüler gilt – in die erste Generation der Expressionisten einreiht, läßt sich als Vollendung und Synthese von Tendenzen lesen, die in den Arbeiten der Harts und Hilles, der etwa 20 Jahre Älteren, angelegt sind. Die Linie der Harts (zum Teil auch schon die Hilles) führt er weiter in der Steigerung des Gedankens, dichterischer Prophet zu sein, im Auftrag eines Gottes, an dessen Vorstellung er selber arbeitet, ein Seher, dessen denkerisches Anschauen verbindliche Visionen der Zukunft enthüllt; und kühner noch als Heinrich Hart entwickelt er einen neuen Mythos, der die Spannungen des menschlichen Lebens in geistig-sinnlicher Symbolgestaltung überwinden soll. Dieser Mythos wiederum ist Fundament einer synkretistischen neuen Religion, deren diesseitige Eschatologie eine republikanische konfliktfreie Gemeinschaft aller Menschen entwirft; ihr Stifter ist der Dichter-Prophet. Hille übertrifft zur Linde dagegen in Richtung auf eine neue eigene Sprache, die er speziell vom Rhythmus her gestaltet und theoretisch begründet: Alle seine Dichtungen sind Versdichtungen, auf der Basis eigenwilliger Maß- und Tonvorstellungen. (von Heydebrand 1983)

Werkausgabe: Gesammelte Werke. Groß-Lichterfelde: Charonverlag 1910-1924 [Bd. 1: Thule Traumland. 1910. 142 S.; Bd. 2: Lieder der Liebe und Ehe. 1910. 142 S.; Bd. 3: Stadt und Landschaft. 1911. 142 S.; Bd. 4: Charontischer Mythos. 1913. 142 S.; Rez. in: Die Brücke 1913/1914, H. 1 (K. Röttger); Bd. 5: Wege, Menschen, Ziele. 1913. 143S.; Bd. 6: Das Buch "Abendrot". 1920. 143 S.; Bd. 7/8: Lieder des Leids. 1924. 287 S.; Bd. 9/10: Denken, Zeit und Zukunft. 1925. 288 S.] (UB Bonn, StUB Köln, ULB Düsseldorf).

Selbständige Veröffentlichungen: Heinrich Heine und die deutsche Romantik. Diss. Freiburg/Br.: Wagener 1899. 219 S. (UB Bonn) – Gedichte, Märchen und Skizzen. Dresden, Leipzig: Pierson 1901. 204 S. (UB Bonn, StUB Köln) – Fantoccini. Ebd. 1902. 232 S. (UB Bonn) – Die Kugel, eine Philosophie in Versen [Ged.]. Bd. 1. Groß-Lichterfelde 1909. 64 S. [Teildr.] (UB Bonn, ULB Düsseldorf, StUB Köln); 2., verm. Ausg. mit dem Untertitel: Eine Philosophie in Versen. München 1923. 148 S. (StLB Dortmund, ULB Düsseldorf, StB Essen) – Arno Holz und der Charon. Eine Abrechnung. Groß-Lichterfeld: Charonverlag 1911. CLIXS. (ULB Düsseldorf, StB Essen) – Die Hölle. Groß-Lichterfeld: Charonverlag 1920-1922. 176 S. (= Charon Nothefte 1-13) [enthält verschiedene Variationen des Titels] (ULB Düsseldorf) – postum: Charon. Auswahl aus den Gedichten. Mit einer Einführung von H. Hennecke. München: Piper [1952]. 219 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, Lipp. LB Detmold) – Prosa, Gedichte, Briefe. Ausgew. und mit Nachw. von H. Röttger. Wiesbaden: Steiner 1974. 229 S. (= Verschollene und Vergessene) [Abb.] (ULB Münster, StUB Köln, ULB Düsseldorf) – Prosa und Gedichte. Ausgew. und mit Nachw. von H. Röttger. Münster: Aschendorff; Bethel: Gieseking 1974. 72 S. (= Kleine westf. Reihe 6, 32) [Abb.] (ULB Münster, StA Bielefeld).

Unselbständige Veröffentlichungen in: Dt. Literaturdenkmale des 18. und 19. Jhs., Nr. 126: Einleitung zu Karl Philipp Moritz. Reisen eines Deutschen in England 1872 – Charon, Groß-Lichterfelde, 1904, H. 3: Seele Woher? [Ged.]; H. 5: An die Ästheten [Ged. und "An"-Prosa]; Jg. 1905, H. 7: Kraft und Kultur [Aufs.]; H. 12: Und es ist doch ein schwer Wandern [Ged.]; Jg. 1907, H. 1: Charonziele [Aufs.]; H. 2: Über das Regulativ [Aufs.]; Jg. 1908, H. 2: Von der Eigenbewegung der Vorstellungen [Aufs.]; Jg. 1908, H. 3: An meine Freunde, Mitarbeiter und Briefschreiber; H. 7: An die neuen Leser; H. 8: Der Dichter und seine Umgebung [Aufs.]; Jg. 1909, H. 1: Hans Bernhardts Versetzung nach Quinta [erz. Prosa]; H. 3: Hans Bernhardts Reise nach Hamburg [erz. Prosa]; H. 5: Stücke [erz. und theoret. Prosa]; H. 6 und 9: Charonkonsequenzen; H. 11: Propaganda; Beiwort; Jg. 1910/1911: Sprache und Dichtung [Essay in Folgen]; Jg. 1910, H. 8: In eigener Sache; H. 9: Nachtrag zu "Arno Holz etc." [Aufs.]; Jg. 1911, H. 5: Die grade Linie [Aufs.]; H. 8: Über Denkregulative [Aufs.]; H. 9: Unsere Leser; Wie wirbt man für den Charon?; H. 10: Karl Röttger; H. 11: Die Charongesellschaft [Aufs.]; Jg. 1912, H. 1: 1912; Die Brücke; H. 5: Mitteilungen über "Die Kugel"; H. 8: Beiblätter-Prosa; H. 9: Presse; H. 10: Zur Lehre von den Realitäten; Jg. 1912-1914: Über individuelle Kunst und die Gemeinschaft der Volksgenossen [Folge]; Jg. 1913, H. 2: Zornruf; Die Balance des Dichters; H. 2: Zur Relationslehre; H. 4: Der Weg; H. 5: Über Erotik, erotische Dichtung und erotisches Phantasieleben; H. 7: Ein Brief; H. 11/12: Ethos; Jg. 1914, H. 5: Gesellschaft der Charonfreunde; H. 7/8: Zur Relationslehre; Jg. 1920, Sonderh. Der Mythus [Aufs.]; Raumweltbild und Gottesglaube; Der persönliche Gott; Notheft Nr. 1: Vorwort; Deutsche Wiedergeburt; Jg. 1921, Notheft Nr. 2: Gestalten und Unendlichkeit; Zur Relationslehre ebd. – Die Gegenwart, Berlin, vom 11.2.1905: George Borrow; vom 15.4.1905: Don Quixote. Zwei Jubiläums-Festreden – Die Brücke 1911/1912, H. 6f: Thomas Edward Brown [Aufs.]; Jg. 1912/1913, H. 11 und Jg. 1913/1914, H. 1: Brentano [Aufs.] – Der Tag, Berlin, vom 7.6.1914: Der Entwicklungsgedanke in bezug auf die Literatur – Die Rheinlande, Düsseldorf, 1916, Nr. 26: Logik und Physiologie des Verses; Jg. 29, 1919 Gedichte – Hamburger Correspondent vom 20.5.1917: Der Eine und die Welt [Rez. der "Christuslegenden" von K. Röttger] – J. Hart (Hg.): Die dt. Seele. Berlin 1926 [Ged.] – E. Bockemühl (Hg.): Die mod. Mariendichtung. Gotha 1928 – Soergel 1929 [Ged.] – postum: H.E. Holthusen, F. Kemp (Hg.): Ergriffenes Dasein. Ebenhausen 1953 [Ged.] – O. Jancke (Hg.): Wellen und Ufer. Dt. Ged. seit 1900. München 1954 [Ged.] – Westf. Heimatkalender, Münster, 1974: Eichbaum; Carlshafen [jew. Ged.] – Sudhoff 1996: Annie. Eine Londoner Skizze – Lit. in den Rheinlanden und in Westfalen 1996: Vom Monde.

Herausgabe: Karl Philipp Moritz. Reisen eines Deutschen in England im Jahre 1782. Berlin: Behr 1903 (= Dt. Literaturdenkmale 126) (ULB Münster, UB Bonn, StUB Köln); unveränd. Nachdr. Nendeln: Kraus Reprint 1968 – Charon. Groß-Lichterfelde: Charon-Verlag 1909-1914 [mit K. Röttger] (ULB Düsseldorf [Jg. 5, 1908ff.], StLB Dortmund) – Der Kompass. Charon-Notenhefte. Ebd. 1920-1922 (ULB Düsseldorf) – Charon. Sonderheft. Ebd. 1920.

Briefe: R. Paulsen: Blätter und Briefe von Otto zur Lindes Grab. Querfurt 1938.

Zeitgenössische Zeugnisse: R. Paulsen: Aufruf zum Anschluß an die "Gesellschaft der Charonsfreunde", in: Charon, Groß-Lichterfelde, 1911, H. 9 – R. Paulsen: Eröffnungsworte, in ebd., H. 7 – Karl Röttger: Vom Charon, Aufs. mit kleiner Charon-Anth., in: Die Lese 7, Nr. 16 vom 3.4.1916 – M.M. Ströter: Über Charontiker und charont. Bewegung, in: Dt. Volkstum, Monatsschr. für das dt. Geistesleben, Hamburg, 1919, H. 9 – R. Pannewitz: Grundriß einer Gesch. meiner Kultur. Regensburg 1921 – Karl Röttger: "Einltg." zu der Anth. "Die moderne Jesusdichtung". Gotha 1927 – R. Pannewitz: Auf dem Wege zur blauen Blume. Chemnitz 1931 – R. Pannewitz: Brief an den Freiherrn Eberhard von Bodenhausen vom 11.4.1918, in: D. von Bodenhausen-Degener (hg.): E. von Bodenhausen. Ein Leben für Kunst und Wiss. Düsseldorf 1955.

Literarische Zeugnisse: Rudolf Pannewitz: Charon [Ged.], in: Charon, Groß-Lichterfelde, 1905, H. 9 [veränd. Fassung in der Festschr.: Otto zur Linde. Sechzig Jahre. Halle/Saale 1933] – Rudolf Pannewitz: Otto zur Linde [Ged. aus dem Zyklus: Die Osterinsel], in: Die Horen, Berlin, 1927/1928, H. 2; ders.: Das Gedicht von Otto zur Linde, in: Festschr. zum 60. Geburtstag von Otto zur Linde. Halle 1933, S. 24-37 – Stefan George: Der siebte Ring. Berlin 1931 – Karl Röttger: Aus meinem Leben. Prospekt des Paul-List-Verlages. Leipzig 1937 – Hugo von Hofmannsthal: Prosa. Bd. 5. Wiesbaden 1955.

Selbständige Veröffentlichungen über zur Linde: R. Paulsen: Otto zur Linde. Ein Kapitel aus dem Schrifttum der Gegenwart. Monogr. Groß-Lichterfelde 1912; ders.: Otto zur Linde, in: Die Flamme. Essays. München 1918, S. 161-190 – R. Pannwitz: Maßstäbe und Beispiele lyr. Synthese. Otto zur Lindes Mythen, in: Das junge Deutschland, Berlin, 2, 1919, H. 8, S. 207-211 – Otto zur Linde. Sechzig Jahre. Festschr. Hg. [von R. Pannwitz] von seinen Freunden, u.a. T. Däubler. Halle 1933 (= Hallesche Flugbl. 4) – M. Sadnikar: Die Sprache Otto zur Lindes. Diss. Wien 1934 – F.J. Fall: Die beiden großen Erneuerungsbewegungen der dt. Dichtung um die Jahrhundertwende: Stefan George und Otto zur Linde. Diss. Wien 1935 – W. Kugel: Weltbild und Lyrik Otto zur Lindes. Diss. Köln 1959 [masch.] – H.F. Röttger: Otto zur Linde. Die Strukturen der Persönlichkeit und der geistigen Welt. Diss. Bonn 1967; Wuppertal, Ratingen, Kastellaun 1970 – C. von Edlinger: Kosmogonische und mythische Weltentwürfe aus interdiskursiver Sicht. Untersuchungen zu Phantasus (Arno Holz), Das Nordlicht (Theodor Däubler) und Die Kugel (Otto zur Linde). Diss. Frankfurt am Main 2002.

Unselbständige Veröffentlichungen über zur Linde: K. Röttger: Otto zur Linde, in ders.: Die Flamme. Essays. München 1918 – R. Pannewitz: Otto zur Lindes Mythen, in: Das junge Deutschland, Berlin, 1919, H. 8 – E. Bockemühl: Otto zur Linde, in: Die Flöte, Berlin, 1921/1922, H. 3 – K. Gröbe: Otto zur Linde, in: Der neue Kurs, Erfurt, 4. Aprilwoche 1923 – R. Paulsen: Die Sendung Otto zur Lindes, in ebd. vom 4.4.1923 – Otto zur Linde. Zum 60. Geburtstag des Dichters am 26. April, in: Gelsenkirchener Allg. Ztg. vom 26.4.1933 – K. Röttger: Bekenntnis zu Otto zur Linde, in: Das dt. Wort 1934, H. 4 vom 8.6.1934 – R. Janecke: Gedenken an Otto zur Linde, in: Fränk. Kurier, Nürnberg, vom 28.4.1938 – R. Paulsen: Otto zur Linde. Ein vergessener westf. Dichter, in: Heimat und Reich, Bochum, 6, 1939, H. 2, S. 44-50 – E. Lenz: Zur Erinnerung an einen dt. Menschen, in: Basler Nachr., Sonntagsbl., Nr. 18, 1939 – Karl Röttger: Otto zur Linde, in: Essener Heimatkalender 1942 – R. Paulsen: Wesen und Werk Ottos zur Linde, in: Geist der Zeit, Berlin, 1943, H. 5 – C. Hohoff: Charon, Otto zur Linde, in: Süddt. Ztg., München, vom 16.5.1953 – C. Hohoff: Ein genialer Dilettant?, in: Rhein. Post, Düsseldorf, vom 24.1.1953 – H. Röttger: Westf. Eigenart bei Otto zur Linde. Zum 100. Geburtstag des aus Essen stammenden Dichters, in: Auf Roter Erde, Münster, 29, 1973, Nr. 168, S. 17, 20; ders.: Das Westf. im Werk Otto zur Lindes, in: Westf. Heimatkalender, Münster, 28, 1974, S. 15-19 – H. Knorr: Otto zur Linde, in: Lit. von nebenan 1995, S. 419-425 [Bildn.; Textproben].

Erwähnungen in: R. Pannewitz: Kultur, Kraft, Kunst. Leipzig 1906; ders.: Der Volksschullehrer und die dt. Sprache. Berlin-Schöneberg 1907 – I. von Lagin: Goethe-Dämmerung, in: Voss. Ztg., Berlin, vom 22.3.1907 – A. Soergel: Die Kugel, in: Die Brücke 1912/1913, H. 4 – K. Röttger: Otto zur Linde. Aufs. mit einer großen Gedichtausw., in: Die Rheinlande 19, 1913, H. 11/12 – F. Henning: Der Charon, in: Charon, Groß-Lichterfelde, 1913, H. 4/5 – B. Geyer: Paulsen und Pannwitz. Diss. Wien 1943 – B. Rang: Vorläufer des Expressionismus, in: H. Friedmann, O. Mann (Hg.): Expressionismus. Heidelberg 1956 – K. Röttger: August Strindberg und die Krise des mod. Menschen, in ders.: Ausgew. Werke. Bd. 2. Emsdetten 1958 – Heselhaus 1961 [s. Reg.] – Westf. Literaturführer 1992.

Bildnisse: 1. Kohlezeichn. von P. Gehlofen (zur Linde-Nachlaß, Heine-Institut, Düsseldorf) – 2. Fotogr. (WLA Hagen) – 3. Fotogr. der Totenmaske (DLA Marbach).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. Heine-Inst., Düsseldorf (Nachlaß): [62 Kps] 122 Mss. (Ged., Aufs., Abhandl. und erzählende Prosaarb., Briefe und Karten von und an zur Linde, Veröffentlichungen); ebd. (Nachlaß Eugen Franz Hoffmann): Briefe von zur Linde an Hoffmann; ebd. (Teilnachlaß Maximilian Maria Ströter): Briefe von zur Linde an Ströter; ebd. (Teilnachlaß Hanns Meinke): Ged. in Briefen an Hanns Meinke: Mit heißer Stirn und straffen Schläfen; Du weckst mich mitten in der Nacht; Oh ich und ich, der Betende, der Zuckende im Feuer; Den Tag erwartend, der dir solle kommen; Wenn eine linde liebe Hand mir streichelt; In eines Traumes dunkler Barke; Ich war gewandert aus meinem Haus; An den Karren, Müder Gaul; Briefe an M. Günther, 1924 (2), an Hanns Meinke, 1904-1907 (32), an Johannes Schlaf, 7.4.1910, von Hanns Meinke 1905 (2) – 2. DLA Marbach: Epen: Die Hölle oder Die neue Erde [1050 Bl.]; Charon. Auswahl aus seinen Gedichten [1952; Konv. mit 8 Ged.]; Brief an Cotta, 12.7.1918 – 3. Archiv der Akad. der Künste, Berlin: Werkmass. [Ged., Aufs., lit. Tagebücher, theoret. Schr. 1897-1923], Korr. u.a. mit Dichtern des Charon-Kreises; Mss. aus dem Charon-Kreis; Redaktionsunterlagen der Zeitschr. "Charon"; Druckbelege – 4. Helmut Röttger (Privatbesitz): unveröffentl. Mss.: Der Mythus [Aufs.]; Literatur und Dichtung [Aufs.]; Brief an Hugo Kauder vom 20.9.1920; Briefe an Karl Röttger; Karl Röttger: Notizen zu einer Gesch. Otto zur Lindes. "Lebensgeschichte/ Geistesgeschichte" [Ms.]; Brief von A. Soergel an Otto zur Linde vom 22.7.1912, Düsseldorf; O. Hünninghaus: Briefe an meine Tochter, über Otto zur Linde. [Ms.], Düsseldorf; V. zur Linde: Aus dem Leben von Otto und Verena zur Linde. [Ms.], Düsseldorf; V. zur Linde: Briefe an Karl Röttger [Ms.]; V. zur Linde: Etwas aus meinem Leben [Ms.], Düsseldorf; E. Bockemühl: Aufs. [Ms.]; ders.: Erinnerungen an Otto zur Linde, Aufs. [Ms.]; Karl Röttger: Otto zur Linde, Aufs. [Ms.], Düsseldorf; ders.: In memoriam Otto zur Linde. Gedicht [Ms.]; R. Pannewitz: Über Otto zur Linde. Aufs. [Ms.], Düsseldorf – s. Denecke/Brandis, 2. Aufl. 1981, S. 425.

Grabstätte: Auf dem Parkfriedhof Lichterfelde in Berlin-Steglitz, Luzerner Straße.

Nachschlagewerke: Geißler 1913 – Knoblauch, Bd. 1, 1924 – Naumann, 2. Aufl. 1924 – Soergel, Bd. 2, 4. Aufl. 1926 – Degener, 10. Ausg., 1935 – Nadler, Bd. 3, 1938 – Oehlke 1942 – Alker, Bd. 2, 1950 – Nadler 1951 – Burger 1952 – Heselhaus 1954 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958 – Kullnick 1960 – Hohoff/Soergel, Bd. 1f., 1961, 1963 – Kürschner: Nekrolog 1971 – Oellers 1979 – von Heydebrand 1983 – Vogt-Leppla 1983 – Oberhauser 1983 – Dickhoff 1985 – NDB, Bd. 14, 1985 – Wilpert, 3. Aufl. 1988 – Kindler, Bd. 17, 1992 – Killy, Bd. 12, 1992 – Albrecht/Böttcher, Bd. 2, 1993 – Knorr 1995 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 815, Sp. 278-285.