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Paul Heiling

Geboren am 27. April 1893 in Dortmund-Hörde als Sohn eines Großkaufmanns und Grundstücksmaklers. Er ging in den Schuldienst und widmete sich daneben journalistischer Tätigkeit. 1919/1920 Theater- und Musikrezensent der Rheinisch-Westfälischen Zeitung in Dortmund. 1921 Gründung des Ein-Mann-Verlags Der Garten Eden, in dem bibliophile Bändchen erschienen: "Der Garten Eden" soll der reinen Kunst gewidmet sein. Wir wollen hier Werke bringen, die dem Menschen von heute, der mit Erschütterungen den Vorgängen des letzten Jahrzehnts gefolgt ist, in dem Reiche der Schönheit den festen Pol seines Wesens wiederfinden lassen, an dem sich von neuem die Kraft und der Mut des Erlebenwollens emporrichten. (Selbstzeugnis nach: Reding 1974) Erscheint im "Garten Eden" 1920 nur Paul Heilings eigener Lyrikband "Tanz der Nächte", so bringt der junge Verleger es 1921 auf insgesamt 12 Editionen. Es gelingt Heiling, neben unbekannten auch arrivierte Autoren zeitweise an den Verlag zu binden. Wenigstens in Anthologien vereinigt Paul Heiling viele Schriftsteller, die bereits einen Namen haben oder sich einen Namen machen. (Reding 1974) 1923 Aufgabe des Verlags. 1932 Umzug nach Castrop-Rauxel, wo er als Studienrat am Castroper Gymnasium unterrichtete. Während des Nationalsozialismus mehrjähriger Aufenthalt in Schneidemühl/Posen, wo er seinen Roman Berg und Abgrund (unveröffentlicht) abschloß. 1945 Rückkehr ins Ruhrgebiet. Arbeit an dem fünfbändigen Roman Sturm und Stille, der 1948 vorliegt (unveröffentlicht). Von seinen Reisen durch die Schweiz, Frankreich, Belgien und Italien bringt Paul Heiling "Reisebilder" mit, in denen sich der Bergsteiger und Kunstkenner offenbart. Und der Reflektierende stellt den Band "Gedankensplitter, Bosheiten, Paradoxa – über die Kunst" zusammen. (ebd.) Er starb am 22. Februar 1961 in Castrop-Rauxel.

Er förderte u.a. Josef Reding; betätigte sich auch als Maler und Graphiker.

Selbständige Veröffentlichungen: Tanz der Nächte. Ein Gedichtbuch. Dortmund: Der Garten Eden 1920. 20S. (StB Wuppertal-Elberfeld, StB Mülheim/R.) [Rez.: 1. Luzerner Tagebl. 1922 (C. Seelig); 2. Voss. Ztg. Lit. Umschau, Beil. vom 10.12.1922 (F. Schwiefert); 3. Revue Germanique, Lille, 1924, Nr. 3; 4. Bad. General-Anzeiger/Mannheimer Tagebl. vom 23.1.1922 (K. Reinfurth); 5. Danziger Allg. vom 15.1.1922; 6. European Press vom 28.5.1922].

Unselbständige Veröffentlichungen in: Rhein.-Westf. Ztg. 1919f. [Theater- und Musikkrit.].

Selbständige Veröffentlichungen über Heiling: Paul Heiling 1893-1961. Schriftsteller und Verleger, Maler und Pädagoge. Ausw. und bearb. von H. Burghausen-Ahnert. Dortmund: Stadtbücherei 1973 – J. Reding: Paul Heiling, Journalist, Schriftsteller, Verleger. Mit einer Paul-Heiling-Bibliogr. von H. Burghausen-Ahnert. Dortmund: Stadtbücherei 1974 (=Dortmunder Autoren und Künstler 1) [Fotogr.].

Unselbständige Veröffentlichungen über Heiling: M. Nientimp: Erschautes und Schaugewordenes. Zu den Bildern von Paul Heiling, in: Kultur und Heimat, 3, 1951, Nr. 15, S. 61f. – C. Dieckmann: Oberstudienrat Heiling, ein Künstler im universellen Sinne, in ebd. 16, 1964, Nr. 4, S. 209-211 – Paul Heiling, Gründer eines lit. Verlags in Dortmund, in ebd. 19, Nov. 1967, Nr. 3/4, S. 137 – J. Reding: Paul Heiling als Journalist, Schriftsteller und Verleger, in ebd. 25, Mai 1973, Nr. 1/2, S. 75-77 – Fritz Hüser: Heilings Nachlaß, in ebd. 25, Mai 1973, Nr. 1/2, S. 75-77 – H. Burghausen-Ahnert: Bibliogr., in: Kultur und Heimat, Jg. 19, 1967, S. 137.

Erwähnungen in: G. Schulz: 400 Jahre Buchdruck und Buchhandel in Dortmund (1544-1945), in: Klotzbücher 1984, S. 45-88, hier: S. 78-80 – Lenhard 1984, S. 185f.

Bildnisse: 1. Fotogr. (Abb. in: Reding 1974) – 2. Fotogr. (WLA Hagen).

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Weitere Handschriften in Westfalen: StA Dortmund: biogr. Mat. – – III. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: nicht bekannt

Sammlungen: 1. WLA Hagen: Materialslg. – 2. StLB Dortmund: Zeitungsausschnittslg.

Nachschlagewerke: Dortmund 1947-1967 – Oberhauser 1983.