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Paul Polte

Geboren am 24. August 1905 in Dortmund als Sohn eines Technikers der Vereinigten Stahlwerke. 1919 Abschluß der Volksschule. Kaufmännische Lehre bei Mannesmann. Wechselnde Arbeitsstellen in der Automobilbranche. 1924 Arbeit bei den Gasometerwerken Deutz in Münster. Erste Gedichte. Arbeitslosigkeit von 1928 bis 1930 Arbeit in Chemnitz. Erneute Arbeitslosigkeit. Rückkehr nach Dortmund. Wanderschaft mit dem Dortmunder Vagabundenmaler Hans Tombrock. Eintritt in die DKP. 1931 Gründung der Ortsgruppe Dortmund im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Gemeinsam mit dem Grafiker und Drucker Bernhard Temming Veröffentlichung der Grafik-Reihe Proletarische Dichter und Zeichner des Ruhrgebiets. Mitarbeit am Dortmunder General-Anzeiger unter seinem Pseudonym Peter Polter. Veröffentlichungen im Münchener Simplizissimus, im Leipziger Kulturwillen und der Zeitschrift Vagabund. Mit Tombrock 1931 gemeinsame Herausgabe von Die Ruhrstadt. Kulturzeitung für Dortmund und das Ruhrgebiet Lesungen u.a. mit Bruno Gluchowski und Erich Grisar. 1932 Gründung des politischen Kabaretts Gruppe Henkelmann. 1933 Schreibverbot und kurzzeitige Inhaftierung. 1935 Übersiedlung nach Kirn/Nahe, um sich der Überwachung der Gestapo zu entziehen. 1942 Umzug nach Essen. Arbeit als Kaufmann in einer Großhandlung für Kfz-Zubehör. Da die Firma die Rüstungsindustrie belieferte, Befreiung vom Kriegsdienst. 1946 Mitarbeit in der Gesellschaft Aufbau und in der Vereinigung Kunst und Volk im Ruhrgebiet. 1948 Wohnsitz und Arbeit in Horn/Lippe. 1951 Endgültige Übersiedlung nach Dortmund. Dort bis 1970 Tätigkeit als selbständiger Werkzeug- und Maschinenhändler. Er starb am 5. März 1985.

1961 Gründungsmitglied der Dortmunder Gruppe 61. Bis 1969 Zusammenarbeit mit Bernhard Temming. Veröffentlichungen der Tendenz-Drucke, die an die 1930 erschienenen Blätter proletarischer Dichter und Zeichner anknüpften. 1970 Gründungsmitglied der Werkstatt Dortmund im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt.

Pseudonym: Peter Polter.

Selbständige Veröffentlichungen: Proletarische Dichter und Zeichner des Ruhrgebiets. Blatt 1. Dortmund 1930 [mit B. Temming, Linolschnitte] – Aus früheren Tagen. Gedichte. Berlin 1942 [Privatdruck] – Tendenzdrucke. Dortmund 1967-1969 [mit B. Temming, Linolschnitte] – Marginalien. Dortmund [um 1970; mit B. Temming, Linolschnitte] – Unverbesserlich. Lyrik, Berichte, Kurzgeschichten 1923-1977. Dortmund: Werkstatt Dortmund im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt 1977.

Unselbständige Veröffentlichungen: General-Anzeiger, Dortmund, 1930-1936 [regelm. Kurzgesch. und Ged.] – Simplizissimus, München – Vagabund – Der rote Großvater erzählt. Frankfurt/M. 1974: Literatur im Kampf und im Gefängnis.

Herausgabe: Die Ruhrstadt. Kulturzeitung für Dortmund und das Ruhrgebiet. Nr. 1. Dez. 1931; Nr. 2: Febr. 1932 [mit H. Tombrock].

Unselbständige Veröffentlichungen über Polte: F. Hüser: Paul Polte, in: Der rote Großvater erzählt. Frankfurt a. M. 1974, S. 122f.; ders.: Paul Polte, Dr. Jacob Ströcker und der Dortmunder „General-Anzeiger“, in: Paul Polte: Unverbesserlich [s.o.], S. 8f. – J. Reding: Paul Polte. Asphaltlyrik, in: ebd., S. 3f. – Peter Paul Polte: Einige Bemerkungen über Paul Polte als Papa, Poet, Pfeifenraucher und Pintenhocker, in: ebd., S. 164f. – H. Hensel: Realist mit kodderiger Schnauze, in: Dt. Volksztg. vom 11.9.1975 – A. Klotzbücher (Hg.): Lit. Leben in Dortmund. Dortmund 1984, S. 107f., 204f., 216f. – H. Peuckmann: Ein proletarischer Erich Kästner: Paul Polte und der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, in: Jb. Westfalen 43, 1989, S. 149-155 – G. Vogt: Paul Polte und das Kabarett "Gruppe Henkelmann", in: 8 Stunden sind kein Tag: Freizeit und Vergnügen in Dortmund 1870 bis 1939. Heidelberg: Braus 1992, S. 185-187 – G. Vogt: Paul Polte, in: H. Bohrmann (Hg.): Biogr. bedeutender Dortmunder. Menschen in, aus und für Dortmund. Dortmund 1994, Bd. 1, S. 114-119 [Foto, Textauszüge].

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Weitere Handschriften in Westfalen: StLB Dortmund (Slg. Tombrock): Korrespondenzen vorhanden; Sammlung vorhanden; 2 Gedichte, 112 Briefe und Postkarten 1933-1966 an Paul Polte (69), u.a. 34 von Jakob Stöcker, 73 von Hans Tombrock, 38 Briefe und Postkarten Posltes, davon 4 an Erich Grisar, 21 an Fritz Hüser – – III. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: nicht bekannt 

Sammlungen: Westf. Literaturarchiv Hagen: Slg.

Nachschlagewerke: Oberhauser/Oberhauser, 2. Aufl. 1983 – von Heydebrand 1984 – Westf. Literaturführer 1992 – Dt. Bibliothek.