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Arnold Bender

Geboren am 12. Juni 1904 in Bochum-Werne als Sohn eines jüdischen Viehhändlers und Metzgermeisters. Realgymnasium in Bochum (auf Drängen des Vaters ohne Abschluß). Für etwa zwei Jahre Bankkaufmann in Dortmund. Büroangestellter bei der Fleischerinnung Dortmund bis zu seiner Entlassung 1933. Daneben von 1928 bis 1933 freier Mitarbeiter des Dortmunder General-Anzeigers. Bekanntschaft mit Fritz Hüser. 1934 Emigration über Dänemark und Schweden nach Großbritannien (Sept. 1934). Tutor an der University of Manchester. Privatlehrer für Deutsch. Übersetzungen aus dem Deutschen und Mitübersetzer. In Großbritannien Hilfsarbeit für Flüchtlinge. Vortragstätigkeit. Seit 1936 Mitarbeit am Prager Ceske slovo. 1939 kurzzeitig Reiseleiter (auch nach 1945). 1940 Freiwilliger in der britischen Armee. Aufstieg bis zum Sergeant bei der Army Intelligence. Nannte sich aus Sicherheitsgründen bis Kriegsende Arnold-Werner Benn. Nach Kriegsende auf dem Festland, um Kriegsgefangene zu verhören. 1945 Entlassung aus der Armee. Britische Staatsangehörigkeit. Regelmäßig Reisen nach Deutschland und Besuche in Dortmund. Unterrichtete nach 1946 in Abendkursen Deutsch an der University of Nottingham. Seit den 1950er Jahren Mitglied des P.E.N.-Clubs deutschsprachiger Autoren. Ab 1953 durch eine Erbschaft finanziell unabhängig, eröffnete er eine Teestube in Rye/Sussex, die er jedoch aufgab, um sich mehr dem Schreiben widmen zu können. 1966 erwarb er ein von seiner Frau geleitetes Bekleidungsgeschäft in Port Isaac in Cornwall/England. Er starb dort am 16. April 1978.

Pseudonym: Mark Philippi.

Auszeichnungen: Exil Prize for German Literature, New York (1940) – Thomas-Mann-Preis der American Guild for German Cultural Freedom, verliehen für den besten Exil-Roman Es ist später denn ihr wißt (1941).

Selbständige Veröffentlichungen: In einer großen Stadt. 1933 – The Farm by the Lake. Aus dem Dt. übers. von E.W. Dickes. London: Collins 1943 [Pseud. Mark Philippi; dt. Ms. u.d.T.: Es ist später denn Ihr wißt; unveröffentl.]; frz. Übers. u.d.T.: Il est plus tard que vous ne pensez. Aus dem Dt. übers. von R. Henry. Paris: Michel 1948 [39 Rez.] – L’homme sans passé [Der Brückenheilige]. Roman [traduit de Vallerriand par G. Sellier-Leclercq)] Paris 1960 – Die Engländer. Frankfurt/M.: Societäts-Verlag 1970; Neuausg. Frankfurt/M.: Büchergilde Gutenberg 1972; Frankfurt/M.: Fischer 1977 [Pseud. Mark Philippi; 15 Rez. StLB Dortmund].

Unselbständige Veröffentlichungen in: Dortmunder Generalanzeiger 1928-1933 [30 Ged.] – Münchener Med. Wochenschrift 1932 [Ged.] – Stockholms Dagblad 1935 – Time & Tide 1935, 1936 [Ged.] – Ceske slovo, Prag, 1936ff. – Die Ztg., London, 1946 [u.a. 21.3.1941: Ein Gast zu Abend; 27.11.1941: Ein Stück Papier; 14.9.1942: Die grüne Marionette] – Manchester Guardian 1947-1950 [Essays] – The Guardian, London, 1949 – British Weekly bis 1950 [Rez.].

Übersetzungen: Annemarie Selinko: Desirée. London: Heinemann 1953 [mit E.W. Dickes].

Selbständige Veröffentlichungen über Bender: H.-C. Müller: "Kleines Leben in England". Arnold Bender 1904 - 1978; ein Dortmunder Schriftsteller im Exil. Dortmund 1982.

Bibliographie: „Kleines Leben in England.“ Arnold Bender 1904-1978, ein Dortmunder Schriftsteller im Exil. Hg. von H.-C. Müller. Dortmund 1982.

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – – II. Bestände und Handschriften außerhalb Westfalens: Dt. Bibliothek, Frankfurt/M.: 1. Preis des Preisausschreibens der American Guild; Es ist später denn ihr wißt; The Farm and the Lake. London: Collins 1943; Lebenslauf, 17.9.1954; Memorandum der American Guild an Volkmar von Zuehlendorff, 23.5.1940 und 26.4.1940; Briefe an Wilhelm Sternfeld, 17.9.1954, 14.11.1954, 11.1.1955; Briefe und Telegramme der American Guild, 1939-1940 (10); Briefe des P.E.N.-Clubs, 3.11.1949,1.11.1954 –

Sammlungen: 1. StLB Dortmund, Personenslg.: Zeitungsausschnittslg. – 2. Westf. Literaturarchiv Hagen: Slg.

Nachschlagewerke: W. Sternfeld, E. Tiedemann (Hg.): Dt. Exillit. 1933-1945. Eine Bio-Bibliogr. Heidelberg, Darmstadt 1962 – Who’s Who in Literature? Bd. 1, 1978/79 – A. Stephan: Die dt. Exillit. Eine Einf. 1979 – Biogr. Handb. der deutschsprach. Emigration Bd. 2, 1983 – Oberhauser/Oberhauser, 2. Aufl. 1983 – Schulz-Fielbrandt 1987 – Westf. Literaturführer 1992 – Freund 1993 – Archiv Bibliographia Judaica. Lex. dt.-jüd. Autoren. Bd. 2. München 1993 – Kosch, Erg. Bd. 1, 1994 – Dt. biogr. Archiv, N.F., Fiche 97, Sp. 82 – Dt. Bibliothek.